Es ist an der Zeit, die Einwanderung nach Deutschland neu zu erzählen – als Teil der deutschen Geschichte nach 1945 und als Erfolgsgeschichte. Denn Deutschland ist längst ein Einwanderungsland wie die USA oder Kanada. Der Historiker Jan Plamper verwebt die Geschichten der schlesischen Vertriebenen, der »Gastarbeiter« aus Italien und der Türkei, der DDR-»Vertragsarbeiter« aus Mosambik und Vietnam, der Aussiedler aus der Sowjetunion und der Flüchtlinge aus vielen weiteren Ländern zu einer anderen Geschichte der Migration. Jan Plamper schreibt bewusst nicht über »Ströme« und nur wenig über Zahlen, er erzählt von den Menschen, den Dazugekommenen und Alteingesessenen. Die Migranten und ihre Kinder und Enkel haben Deutschland seit 1945 wesentlich mitgeprägt, ob als Handwerker und Einzelhändlerinnen, als Anwälte und Ärztinnen oder als Prominente in Literatur und Pop, im Fernsehen oder in der Politik. Mit ihren Geschichten und ihrer Geschichte bringt Jan Plamper eine historische Perspektive in die Debatte über das Verständnis von Nation und Identität, über eine lebendige Kultur und gemeinsame Werte. Er zeigt: Migration war und ist immer eine Herausforderung, und doch ist sie bei uns eine erstaunliche Geschichte von Integration und Öffnung, von einem nicht immer einfachen, doch bereichernden Miteinander.
Jan Plamper is a German professor of history at Goldsmiths, University of London. His research interests include Russian history and the history of emotions.
Sehr schönes Buch über Migration. Wer einen guten Überblick über die verschiedenen Migrationsbewegungen und -gruppen haben möchte, ist mit diesem Buch gut bedient. Anhand der zwei Einwanderungswellen von 1945 und 1990 geht er auf türkische Gastarbeiter, vietnamesische Vertragsarbeiter, Russlanddeutsche, jüdische Kontingentflüchtlinge und einige weitere Gruppen ein.
Jan Plamper gibt einen spannenden Überblick über die Migrationsbewegungen von und nach Deutschland der letzten 100 Jahre. An Hand von Einzelschicksalen und Erfolgsgeschichten zusammen mit Statistiken und politischen Begebenheiten erfährt man viel über die Vergangenheit Deutschlands, die das Land bis heute prägt. Ein wunderbares Buch als Grundlage für eine nüchterne Sicht auf das Thema Migration ohne eine bereits hochemotionalisierte Debatte weiter eskalieren zu lassen. Wiederkehrende Muster in der Art und Weise wie Migration von der Mehrheitsgesellschaft wahrgenommen wird, halten uns in der heutigen Zeit den Spiegel vor und der Autor fordert (zu Recht) eine Diskussion darüber, wie Gesellschaft und Politik gemeinsam allen in Deutschland lebenden Menschen ein Angebot machen kann.
Since 1945, Germany has increasingly become a country of immigration - never mind that official discourse preferred not to acknowledge that for decades, choosing instead to speak of "guest workers" and the like. Excellently researched and covering a wide range of subtopics, this book tells the history of immigration to (and also briefly emigration from) Germany over the last century - including an extensive look at the influx of foreign workers to both West Germany and the GDR up until the reunification - and provides many individual stories of immigrants, their stories and struggles, their lives and achievements, and their descendants. An important work that clearly needs to be more widely read.
Sehr informativ, da war so einiges dabei, was mir neu war. Meine einzige Kritik wäre, dass der mittlere und letzte Zeit in der Zeit hin- und herhüpft, wodurch die Lektüre manchmal ein wenig verwirrend war. Trotzdem sehr lesenswert!