Was ist toxische Männlichkeit? Der siebzehnjährige Karlo findet heraus, dass sein Vater nicht sein Vater ist. Das kränkt ihn, daher hält er es für gerechtfertigt, beleidigt zu sein und sich rücksichtslos zu verhalten. Zudem hat er eine Fußballverletzung, die ihn sehr schmerzt. Dennoch treibt er fast manisch Sport. In der Schule lernt Karlo Gwen kennen. Eine starke junge Frau, in die er sich verliebt und sie sich in ihn. Sie hält ihn jedoch lange hin. Schließlich kommt es zu einer Konfrontation, die in einer Katastrophe endet … Wie kann man von Liebe und Gewalt erzählen, wenn die Sprache versagt?
Dieser Roman ist ein dickes Stück Arbeit. Sprachlich mit allen Mitteln ausgereizt, fast bis ins nicht mehr Nachvollziehbare formuliert, hinterlässt er Spuren. Die vordergründige Geschichte um Karlo wird in allen Dimensionen tiefgründig außerzählt. Allerdings kann ich nicht allen Meta-Ebenen direkt folgen - gerade zum Ende hin wurde es noch einmal richtig mühsam, aber auch immens interessant auf diesem Niveau zu lesen.
4.5 Ich würde gerne in dieser Sprache baden. An vielerlei Stellen purer Genuss. Liebe die die-reguläre-Form sprengenden Elemente. Sicherlich mein Favorit dieses Jahres.
Schade allerdings - das vernachlässigte Lektorat, vor allem gegen Ende.