»Ich liebe Männer. Natürlich nicht alle.« Johanna Adorján
Jochen, Oliver, Harald – fast die Hälfte der Menschheit besteht aus Männern. Immer noch machen sie viel von sich reden – warum eigentlich? Was haben sie, was andere nicht haben, und, natürlich, was haben sie nicht?
Mit dem Blick einer Frau geht Johanna Adorján durch die Welt und beschreibt, was ihr auffällt – oder vielmehr wer. Vielen dieser Männer wird man selbst schon begegnet sein, manche sind zum Glück Einzelfälle, und der eine oder andere Prominente ist auch mit dabei. Männer halt, kennt man ja.
»Dass man über etwas so Uninteressantes wie Männer so unterhaltsam und klug und mit genau der richtigen Dosis Bösartigkeit schreiben kann, das bewundere ich wirklich sehr. Und dann ist es auch noch saulustig.« Matthias Brandt
Johanna Adorján, born in 1971 in Stockholm, studied theatre and opera directing. She has worked as an editor and freelance author for various newspapers and magazines. Since 2001 she has been an editor of the culture section of the Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in Berlin. She has written theatre pieces, as well as a screenplay that has been filmed by Ed Herzog. An Exclusive Love is her first book.
In der Bibliothek stand das Buch in einem Regal, dem man, glaube ich, kein richtiges Thema zuordnen kann und vielleicht hatte ich deshalb auch Angst vor diesem Titel - davor, dass es sich "[…] saulustig" und mit "[…] genau der richtigen Dosis Bösartigkeit" einem politischen Thema annimmt. (Dieses Zitat stammt übrigens von einem Mann - Bösartigkeit lässt sich hier eher mit einer realistischen Darstellung aus dem Leben als Frau übersetzen, die gerade so beiläufig genug beschrieben wurde, dass ein x-beliebiger, nichtgemeinter Mann noch damit zurechtkommt, aber gut, egal.)
Ich hab das Buch also mitgenommen, keine Ahnung weshalb, mit einem unguten Gefühl und nicht der geringsten Erwartung. (Bei Bibliotheksbüchern kann einem das auch egal sein. Im schlimmsten Fall gibt man sie ab und muss damit nie wieder etwas zutun haben, statt sie im heimischen Regal stehenzulassen, weil sich die 30€ ja irgendwie lohnen sollen.)
Johanna Adorján arbeitet als Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung; dieses Buch ist eine Zusammenstellung ihrer Kolumne "Männer" (und einiger Kapitel, die sie eigens für das Buch verfasst hat) in der Wochenendausgabe. Aus irgendeinem Grund hat mich das ungemein erleichtert.
Wie auch immer sie das geschafft hat: das Buch war unpolitisch genug, als dass es einen großartig frustrieren könnte (in jegliche Richtung), aber weder realitätsfern noch bagatellisierend und - zu meiner großen Überraschung - tatsächlich lustig. Das liegt zuletzt an den Männern, über die geschrieben wurde - es war die Art und Weise wie Adorján erzählt. Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, ich säße mit einer fremden Frau auf einer Parkbank und würde mir Geschichten aus ihrem Leben anhören, in denen wie zufällig auch Männer eine Rolle spielen - aber im Grunde ist der Titel irreführend. Es geht nicht wirklich um Männer. Die Kapitel tragen vielleicht alle einen männlichen Vornamen und der dazugehörende Mann taucht dann auch irgendwo im Text auf, aber genau genommen ist das trotz allem ein Teil der Geschichte einer wirklich interessanten Frau, die man besser, aber nie gut genug kennenlernt.
"Männer" war eine so diplomatische Unterhaltung, dass ich vermutlich zum ersten Mal seit längerer Zeit nichts weiter als Spaß mit einem Buch hatte. Manchmal darf Literatur auch einfach so sein, schätze ich, das macht sie ganz bestimmt nicht belanglos; im Gegenteil. :)
Ich fand es nicht wirklich weder amüsant, noch habe ich verstanden warum gerade diese Anekdoten ausgewählt wurden. Sie wurden in meinen Augen ein bisschen durcheinander hier und da erzählt, ohne das ich wirklich einen roten Faden im Buch erkennen konnte.
Ich konnte nur mit einer der Geschichten was anfangen, sonst ist das so ein bisschen an mir vorbeigezogen.
Schöne, kurzweilige Kolumnensammlung zum nebenher wegsnacken, die ein breites Spektrum an Tönen und Themen hat und qualitativ nur sehr wenige Ausreißer nach unten. Sehr schöne Schreibe, habe manchmal laut aufgelacht, war an anderen Stellen wahnsinnig wütend (wegen dem was geschildert wurde), und fühlte mich einfach größtenteils sehr gut unterhalten.
Sehr lustiges und gut geschriebenes Buch, das vieles genau auf den Punkt trifft und in dem ich einige meiner eigenen Erfahrungen wiedergefunden habe. Ich habe es als Hörbuch gehört, das, glaube ich, weniger Kapitel enthält als die Printversion. Ich würde mir diese aber auf jeden Fall noch kaufen, denn wenn die restlichen Kapitel genauso gut sind, lohnt es sich definitiv!
Die kurzen Passagen sind an sich unterhaltsam, aber irgendwie konnte ich mit dem Buch an sich nichts anfangen.
Es sagt nichts aus, es bleibt nicht wirklich eine Message hängen. Gut, "es gibt verschiedene Arten von Männern", aber das sollte ja keine neue Erkenntnis sein. Das Buch bietet für mich keinen Mehrwert.
Dieses Buch ist mal was anderes, aber was genau kann ich auch nicht ganz sagen. Es sind verschiedene Erzählungen über Männer. Manche mit Witz und andere eher zum Kopfschütteln. Ein Buch für zwischendurch, das auch zum Denken anregen soll.
(Read in German) I was given this as a gift by my brother. There were some essays that were interesting, and a few that were genuinely touching or thought provoking, but overall it didn’t make a lasting impression. There’s little in the way of commonality, and no unifying thread or thesis. Not entirely surprising, given that this is a collection of newspaper columns, but this was just a bit of everything and therefore felt like something of nothing.