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De Dader

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Terrorisme, aanslagen, religieus geweld, religieus extremisme, islam, Islamitische Staat (IS), young adult, vertaling, Duits, actualiteit, vriendschap
Een brandend actuele en benauwende blik in de diepten van het terrorisme. Spannend en inlevend geschreven. Voor young adults van nu.
Ze komen uit twee totaal verschillende werelden, maar toch zijn Cliff en Alain gefascineerd door elkaar. Totdat Cliff zich bekeert tot de islam, en plotseling van de aardbodem verdwenen lijkt. Als hij na lange tijd weer opduikt, blijkt dat hij namens Islamitische Staat een "dag van bloed' aan het plannen is. Alain probeert op zijn vriend in te praten en hem te behoeden voor gevaarlijke beslissingen – maar hoelang kan hij het onvermijdelijke uitstellen?

446 pages, Hardcover

First published September 26, 2016

2 people are currently reading
72 people want to read

About the author

Antonia Michaelis

130 books323 followers
Antonia Michaelis has lived and taught in India. She is the author of several award-winning books published in her native language German.

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Community Reviews

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62 (44%)
4 stars
46 (33%)
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17 (12%)
2 stars
11 (7%)
1 star
3 (2%)
Displaying 1 - 23 of 23 reviews
Profile Image for Ms. Smartarse.
699 reviews372 followers
August 7, 2018
You figure out early on that you're a little monster. No matter how much you cry, the pretty lady still leaves you behind, for the mean drunk crocodile to slap you around. Granted, throwing stones at those who anger you is not going to help your case, but you still do it. At 4 years old, your aim is quite proficient.

If there had been any justice in the world, you would've silently frozen up that fateful Christmas Eve. Yet when your two little saviors pulled you back from the darkness, you eagerly accepted their offer. For a time... you even got your very own fairy tale. A proper Christmas Miracle.

Three kids playing

Unfortunately Berlin is not a real-life fairy tale, and you find yourself back in the care of your drunk crocodle-tattoed father. Margarete and Alain of course don't leave you behind. They even encourage your apparent artistic talent, but you know better. There is no place for you in their world, so you resolve to keep your distance.

...even if Alain keeps trying to save you. You have a number of creative ways to fight back, and you make good use of them. But your lovely blond angel can still stubbornly claim to have been saved by you. And Margarete doesn't know any better either, letting you have your way. So why won't you leave the darkness behind? Riding off into the sunset just isn't for you.

The little kids

The aftermath of every tragedy gives way to all sorts of useless analysis. The usual quiet and polite perpetrator, clueless neighbours, happy family life... Not that the unadjusted misfits are exempt from fault, though that particular news never comes as a shock.

Right from the beginning, it is clear to the reader that something ominous was about to happen.
First, the book is titled "The Assasins".
Second, the overtly dramatic writing style definitely hints at awful things to come.
This was also one of the reasons I mainly avoided reading too much of it during the first week. All that suspense, coupled with the ominous title, and a heavily lyrical tone prompted my stomach butterflies do a complex sort of busy jig.

Imaginary broken wings

In the end, fearing for the lack of German books on my 2018 reading challenge, I decided to just jump head first into it... and write yet another apologetic review, extolling my flaws for all of GoodReads to see and judge. Yet somehow, the remaining 400 pages managed to grow on me enough for a (near) perfect rating.

For all that I am marking this novel as the first masterpiece of the year, it's not without its faults. It took me about half the story to figure out the reasoning between the FOUR(!!) separate points of view. Granted, once I DID figure it out, I can admit to loving the end result...

Score: 4.6/5 stars

As I look back on my reading updates, I can't help but cringe at the general sappy tone of them. Not that I necessarily have to read comedies all the time. But the excerpts are bearing a clear young-adult genre melodrama.

The fact that the story and the characters wouldn't leave me be, deserves to be recognized appropriately. Enough so, that I feel that anything less than sappy, lyrical epithets wouldn't do its review justice. Plus I even shed a tear or two, at some point.

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Animated GIFs are taken from the official book trailer.
Profile Image for Meggies Fussnoten.
948 reviews12 followers
November 14, 2016
Alain, Cliff und Margarete wachsen zusammen auf. Während Alain als Sohn einer Künstlerin und eines Sängers behütet aufwächst, Margarete ebenfalls eine schöne Kindheit genießt, ist es Cliff, der sich mit einem trinkenden Vater herumschlagen muss und seiner Mutter hinterhertrauert, der die Karriere wichtiger ist, als ihr Sohn. Eines Tages verschwindet Cliff spurlos. Als er zück nach Berlin kommt, hat sich alles geändert.
Denn Cliff ist zum Islam konvertiert und hat sich der IS angeschlossen. Und er plant fürchterliches. Als Alain dahinter kommt, versucht er Cliff an das zu erinnern, was sie früher miteinander verwandt. Dabei kommen alte Gefühle hoch und werden zu neuen Problemen.

Ich bin sehr skeptisch an das Buch herangegangen, das ich in meiner Funktion als Buchflüsterer bei Buecher.de zugesandt bekommen habe. Denn es wird ein aktuelles Thema beleuchtet und in Romanform verpackt: die Bedrohung durch den IS. Mir reichen hier schon die Berichterstattungen in den Medien. Mich dann noch näher damit zu beschäftigen, war mir dann doch suspekt.

Aber ich bin auch offen für neue Dinge und so ließ ich mich darauf ein.

Wir begegnen am Anfang dem vierjährigen Alain, der mit seinen Eltern nach Berlin zieht und dort auf Cliff trifft. Cliff, ebenfalls in Alains Alter, ist von der Natur her das genaue Gegenteil von Alain. Trotzdem werden die beiden Freunde.
Als dann noch Margarete zu den beiden stößt, könnten die drei eine schöne Kindheit verbringen, wäre da nicht Cliffs Vater, der seinen Frust und seine Depressionen immer wieder an seinem Sohn auslässt.

Bis dahin ist das Buch eher ein Bericht über die schreckliche Kindheit von Cliff. Verlassen von seiner karrieregeilen Mutter versauert er bei seinem versoffenen Vater und wird immer wieder von Alains Eltern aufgenommen.

Abwechselnd wird die Geschichte aus der Sicht von Alain, Cliff und Margarete erzählt. Dabei wechselt auch immer wieder die Zeitebene zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart.

Besonders gut gefallen hat mir Cliff in dieser Geschichte. Seine Zerrissenheit ist deutlich spürbar. Seine Kindheit war alles andere als beschaulich. Dass er selbst keine rosige Zukunft vor sich hat, ist sehr sicher. Dass er sich jedoch für einen Weg entscheidet, der so bizarr wie unvernünftig ist, ist ein sehr krasser Weg.

Die Autorin beschreibt ein Szenario, das wahrscheinlich gar nicht so abwegig ist.

Aber trotzdem war das Buch letztendlich etwas "too much" für mich. Die Autorin setzt meines Erachtens zu viele Dinge auf einmal ein. Erst die schreckliche Kindheit Cliffs, das träumerische Verhalten Alains, die zielstrebige Margarete, Alains Beziehung zu Cliff, Cliffs Nichtbeziehung zu Alain, Cliff und Margarete. Dazwischen immer wieder Alains Eltern und Cliffs selbstzerstörerischer Vater. Der Wechsel zur IS, die Planung des Attentats. Alains Versuch, Cliff zu retten.

Ich hatte von Antonia Michaelis schon "Nashville oder Das Wolfsspiel" gelesen. Auch hier hat sie sich eines Themas angenommen, welches dramatisch ist. Obdachlose, verübte Morde und die Verwahrlosung eines 11jährigen Jungen. Und doch konnte mich die Geschichte packen.

Mit "Der Attentäter" ist ihr das leider nicht gelungen. Erst das letzte Drittel des Buches war dann interessant und ich wollte wissen, wie Alain, Cliff und Margarete sich letztendlich entscheiden. Und doch hat dies nicht gereicht, mich letztendlich zu überzeugen. Vielleicht aber auch, weil mich das Thema einfach nicht in richtigem Maße interessiert hat.

Fazit:
Für Insider des Themas sicherlich interessant.
Profile Image for Dana.
283 reviews25 followers
August 25, 2019
Inhalt:

Dies ist die Geschichte dreier Menschen, die zusammen aufgewachsen und miteinander verbunden sind, ob sie es wollen oder nicht. Alain, der Engel mit dem Licht. Cliff, in dem die Dunkelheit lebt. Und Margarete, die Bodenständige, die Verbindung zwischen den beiden Jungen, die grundverschieden sind und doch von aneinander angezogen werden. Alain, der an das Gute in Cliff glaubt. Cliff, der ihn immer von sich stoßen will, um nicht doch vom Licht angezogen zu werden.
Doch dann schließt sich Cliff dem IS an. Und danach ist nichts mehr wie es war. Aber Alain weigert sich, Cliff aufzugeben ...

Meine Meinung:

Ich fange einfach mal mit dem herausragenden Schreibstil der Autorin an. Anders als bei anderen Werken von ihr ist man sich hier immer sicher, was real ist und was nicht, doch das ändert nichts daran, dass das Kunst ist.
Antonia Michaelis verwendet Vergleiche, Metaphern, Wortspiele, auf so magische Weise, dass ästhetisch eine Untertreibung wäre. Ich habe langsamer gelesen als sonst, jedes einzelne Wort auskostet - trotz der eher grausameren Thematik. Es lag ein seltsamer Widerspruch zwischen dieser und der Schönheit der Sprache, der aber keineswegs deplatziert wirkte, im Gegenteil. Denn es gibt auch schöne Bereiche in diesem Buch, manche, die mein Herz erobert haben.

Aber auch abgesehen vom Wort Building hebt sich der Stil deutlich von der Masse ab. Das liegt auch an den Sichtwechseln: Deutlich gemacht durch Abschnitte wird zwischen den Perspektiven gewechselt, vor allem zwischen Alain und Cliff, aber auch kurze, briefähnliche Passagen von Margarete, auf die ich später nochmal eingehe. Letztere sind immer aus der Ich-Perspektive, doch bei den Jungen wird scheinbar willkürlich zwischen dieser und dem Er-Erzähler gewechselt.
Komisch, wie Sachen, die mich sonst stören, hier nur den Stil untermauern. Denn ich war nicht verwirrt, im Gegenteil, ich schaffte es erstaunlich schnell, mich zu orientieren, und auch das macht die Geschichte nur noch mehr zu einem Kunstwerk und verdeutlicht den Flickenteppich, mit dem man die Erzählweise vergleichen kann.

Ausgehend von der Gegenwart dominieren anfangs Rückblicke, immer wieder durchbrochen von Einschüben aus dem aktuellen Geschehen, bis sich das Verhältnis dann umdreht. Dadurch wird von Anfang an die Beziehung zwischen den dreien erklärt und gezeigt, was sie zu den Menschen werden lassen hat, die sie heute sind. Somit war von Beginn an Tiefe vorhanden.
Lange Zeit wird einfach nur erzählt und die Teile aus den Leben zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Auch wenn die Rückblicke anfangs chronologisch wirken, werden manche Details ausgelassen und erst später erwähnt. Somit spielt besonders die Beziehung zwischen den Charakteren eine wesentliche Rolle.
Nichtsdestotrotz ist die Geschichte sehr fesselnd, getragen von den wunderschönen Worten. Sie zog mich in den Bann, auch wenn das Buch sich nicht einfach mal eben so weglesen lässt - gerade aufgrund der Thematik.

Die Autorin schafft es, den Charakteren schon auf wenigen Seiten Leben einzuhauchen. Dadurch, dass wir nahezu ihre gesamten Leben und ihre Vergangenheit kennenlernen, sind sie mehr als tiefgründig und vielschichtig. Die Gründe für ihr Verhalten werden nicht dargelegt, sondern anschaulich gezeigt, ihre Entwicklung beschrieben, ihre Ängste, Sorgen, Probleme, aber auch Wünsche und Freuden dargestellt, sodass sie absolut lebendig sind.
Die Passagen aus Margaretes Sicht sind Rückblicke, die wie Briefe aus der Zukunft wirken, ohne irgendetwas vorwegzunehmen - aber genug, um die leise, fesselnde Spannung zu intensivieren. Sie ist das Verbindungsglied zwischen den Jungen, die pragmatische Bodenständige. Der Fokus liegt auf den Jungen, im Vergleich zu denen mag sie blass wirken, dennoch wirkt sie nicht überflüssig.

Im Vordergrund steht immer wieder diese Gegenüberstellung dunkel - hell. Cliff - Alain. Anfangs wirken diese noch strikt getrennt, doch im Verlauf wird immer deutlicher, wie sehr die Grenzen verwischen und ineinander übergehen. Es ist beeindruckend, wie diese Trennung im Vordergrund steht und auf die Charaktere angewandt wird, während gleichzeitig gezeigt wird, dass es im Leben nicht Gut und Böse gibt. Denn ich hatte immer mal wieder Mitgefühl für Cliff. Sympathie. Und gerade aufgrund seiner schweren Erfahrungen als Kind schloss ich ihn insgeheim ins Herz und hatte deswegen vermutlich genau wie Alain Probleme damit, seine Entscheidung als mehr oder weniger erwachsener Jugendlicher zu akzeptieren.
Auch dass Alain immer mit einem Engel und Cliff immer mit Schatten assoziiert wird, verdeutlicht die Gegenüberstellung der Jungen. Nichtsdestotrotz verbindet die beiden eine enge, und mehr als berührende Beziehung, die mein Herz eroberte. Beide haben ein herausragendes Zeichentalent, sodass dies auch eine gewisse Rolle spielt.
Die beiden wollen sich meiden und werden doch immer wieder voneinander angezogen. Von der ersten Seite an wünschte ich mir flehentlich, Cliff würde ins „Licht“ zurückfinden, weil es so viele Seiten an ihm gibt, die es wert sind, gerettet zu werden.

Natürlich werden aktuelle Themen wie Pegida oder die Anschläge von Paris aufgegriffen, und natürlich der IS. Die Gründe dafür, sich diesem anzuschließen, werden nachvollziehbar dargestellt - ich meine, die Kritik an dem Konsum des Westens ist schon irgendwie verständlich. Diesen deswegen gleich als Feind zu betrachten, der vernichtet werden soll, weit weniger. Dennoch - gerade bei solchen Themen halte ich es für wichtig, dass man sie ansatzweise nachvollziehen kann, und das ist der Autorin gelungen.
Letztendlich hat mich das Buch fertig gemacht. Es hat mich mitgerissen und mitgenommen zurückgelassen - und gehört eindeutig zu den besten Büchern dieses Jahres!

Fazit: Wunderschöne Sprache mit herausragender Wortwahl und einem Stil, der aus der Masse heraussticht; eine aktuelle Thematik, die nachvollziehbar dargestellt wird; äußerst tiefgründige, lebendige Charaktere, die Gründe für ihre Handlungen und Gedanken werden nachvollziehbar dargestellt - eine sehr fesselnde Geschichte, die mein Herz berührt und mich komplett mitgenommen hat!
78 reviews1 follower
August 29, 2016
Antonia Michaelis beschreibt drei junge Menschen, deren Leben untrennbar verwoben sind. Cliff, Alain und Margarete wohnen im selben Haus, seit sie ungefähr vier Jahre alt sind. Magisch voneinander angezogen, lieben sie sich und können es doch nicht wirklich zugeben, sind auch immer wieder von einander abgestoßen und kommen doch nicht voneinander los. In manchem sind sie sich zu ähnlich und in anderem völlig verschieden.
Margarete und Alain wachsen in intakten Familien auf, eher wohlbehütet. Alain und Cliff sind beide begnadete Maler und Zeichner, wobei Cliff über ein fotografisches Gedächnis verfügt. Mararete ist die Bodenständige, Vernünftige der Drei und gibt den beiden anderen immer wieder Halt und Erdung. Cliff leidet sehr darunter, dass seine Mutter sich von ihm und seinem Vater getrennt hatte um Karriere zu machen, vielleicht auch gerade wegen ihrer türkischen Wurzeln etwas zu zielgerichtet und ehrgeizig; außerdem konnte sie die Wutausbrüche und Kontrollverlust ihres Sohnes einfach nicht mehr ertragen. Cliff ist völlig zerrissen, immer auf der Suche, nach ihr, nach Anerkennung, einem Sinn, versteht sich selber als „formbare Masse auf der Suche nach Form“ ( S.145), provoziert, sucht Ärger und immer wieder die Nähe „dunkler“ Gruppierungen; zwischendurch lebt er in einer Psychatrie oder ist im Ausland verschwunden. Alain und Margarete stellen dann mit Wehmut fest: „ Er ist schon wieder aus unserer Welt gefallen“ und, sobald Cliff zurückkommt haben sie ein Auge auf ihn, hoffen „alles würde in Ordnung kommen“. Immer wieder tauchen die Bilder von Flügeln und Engeln, bzw. einem gefallenen Engel auf, auch als Unterscheidung zwischen Hell und Dunkel, Gut und Böse, so wie Cliff Alain und sich selber sieht.

Cliff konvertiert zum Islam, radikalisiert sich. Gerade sein fotografisches Gedächnis sowie seine Fähigkeit zu zeichnen, machen ihn für den IS so interessant und er wird damit beauftragt, in Berlin „den Tag des Blutes“ zu organisieren...

Antonia Michaelis versteht es meisterhaft zu beschreiben, welche Entwicklung die Drei durchmachten, die Kämpfe und Zerrissenheit, dieses Schwanken und Hoffen und doch keinen anderen Ausweg mehr zu sehen um gerettet zu werden. Die ersten Seiten fand ich etwas anstrengend zu lesen und dann, plötzlich, war ich gefangen von der Sprache und der Geschichte, die ganz authentisch wirkt, bis zum Ende fesselt und dann noch nachwirkt.
Profile Image for zeilen.vertraeumt.
1,158 reviews12 followers
September 28, 2020
Eine beklemmende und mitreißende Geschichte über die Abgründe des Menschlichen und die Anfänge des Terrorismus.


Zur Geschichte:

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir schwerer als sonst. Für gewöhnlich können mich die Werke von Antonia Michaelis auf Anhieb fesseln, hier war es anders. Ich habe einige Zeit gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen, was unter anderem an den verwirrenden Sicht- und Zeitenwechseln lag, aber dann konnte sie mich fesseln und mitreißen.

Antonia Michaelis spricht in diesem Roman ein sehr ernstes und schwieriges Thema an, nämlich Terrorismus und Gewalt. Ein Junge konvertiert zum Islam und wird Teil des IS. Dieses Buch ist definitiv keine leichte Kost und nur schwer zu verdauen, aber es hat auch viel Tiefe und stimmt nachdenklich. Die Geschichte ist beklemmend, aber auch unheimlich faszinierend und erschreckend realistisch. Es geht um die Abgründe des menschlichen Seins und um das Gute wie Böse in unserer Natur. Sind manche Menschen von Grund auf Böse? Wie wird man böse?

Die Beschreibungen der verschiedenen Menschen und ihrer persönlichen Lebensumstände sind der Autorin sehr gut gelungen. Ich bekam einen detaillierten Einblick in eine neue, andere Welt, die sich so stark von meiner unterscheidet.
Man erfährt auch einiges über den IS, dessen Ausbildung und die Beweggründe der Menschen, Teil dieser radikalen Organisation zu werden. Auf mich haben diese Schilderungen authentisch und glaubwürdig gewirkt. Ich fand es sehr interessant und aufschlussreich, mich mal intensiv mit dieser Thematik auseinanderzusetzen und kann jedem*jeder nur dazu raten, es mir gleich zu tun.

Die Geschichte ist spannend und wird auf einnehmende Art und Weise erzählt. Gerade der große Showdown gegen Ende konnte mich wahnsinnig fesseln und mitreißen.
Zwischenzeitlich gab es immer mal wieder ein paar Längen, da der rote Faden durch die ausführlichen Beschreibungen und die ständigen Rückblenden etwas verloren ging, langweilig war es aber dennoch nie.

Das Ende hat mir gut gefallen und passt meiner Meinung nach perfekt zu dieser Geschichte, auch wenn es mich fassungslos zurücklässt.

An mancher Stelle hätte ich mir etwas mehr und stärkere Emotionen gewünscht, um mich noch besser in die Charaktere einfühlen zu können, andererseits passen diese partielle Emotionslosigkeit und Kälte wiederum auch sehr gut zur Thematik und verstärken die bedrückende Stimmung der Geschichte.

Cliff's innere Zerrissenheit wurde in meinen Augen besonders authentisch dargestellt. Einerseits konnte ich ihn verstehen, dann aber auch wieder überhaupt nicht. Er trägt einen inneren Kampf mit sich aus, in dem er zum einen nach Freiheit strebt und endlich er selbst sein möchte und zum anderen aber auch gegen ebendiesen Teil seiner Persönlichkeit ankämpft. Sein innerer Zwist hat mich fasziniert und mit ihm leiden lassen.


Zu den Charakteren:

Die Geschichte wird in einem unübersichtlichen Wechsel aus der Sicht von Cliff, Alain und Margarete erzählt, mal in der ersten und mal in der dritten Person Singular. Etwas mehr Struktur hätte das Lesen sicherlich erleichtert.

Antonia Michaelis hat sehr unterschiedliche Charaktere erschaffen, die gemeinsam jedoch eine perfekte Einheit bilden und gut ausgearbeitet wurden. Sie sind vielschichtig und facettenreich und wirken lebensecht und authentisch. Alle drei Protagonisten haben Tiefe und individuelle Persönlichkeiten mit Stärken und Schwächen.

Alain und Cliff sind künstlerisch begabt und drücken sich über ihre Malerei und ihre Zeichnungen aus. Während Alain wohlbehütet aufwächst, durchlebt Cliff eine schwierige Kindheit und gerät infolgedessen auf die schiefe Bahn. Alain ist sensibel, fürsorglich und herzensgut. Cliff kämpft gegen das Böse in sich an, bis es schließlich doch Überhand nimmt und ihn zu überwältigen droht.

Margarete ist die Stimme der Vernuft dieser Truppe. Wie Alain ist sie wohlbehütet aufgewachsen und hat Eltern, die sich um sie sorgen. Margarete ist bodenständig, klug und pragmatisch.

Die Beziehung der Charaktere zueinander ist einzigartig und faszinierend. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen und besonderen Freundschaft.


Zum Schreibstil:

Antonia Michaelis' Schreibstil ist etwas ganz Besonderes und begeistert mich immer wieder aufs Neue. Sie schreibt eindringlich, ausdrucksstark und auf beklemmende Art und Weise erstaunlich realitätsnah.

Sie erzählt ihre Geschichte einnehmend und fesselnd und verwendet dabei viele Symbole. Ihr Schreibstil ist bildhaft, malerisch und poetisch angehaucht. In ihren Worten liegt unheimlich viel Tiefe und Bedeutung.


Fazit:

Auch wenn es nicht mein liebstes Buch von Antonia Michaelis ist, kann ich es euch nur empfehlen, insbesondere wenn ihr euch näher mit der Thematik des Terrorismus auseinandersetzen möchtet. Dieses Buch bietet viele interessante Einblicke in die Welt des IS und die Abgründe der Menschlichkeit und stimmt dabei sehr nachdenklich. Macht euch aber im Voraus bewusst, dass diese Geschichte keine leichte Kost ist und mehr als beklemmend sein kann.


4/ 5 Sterne ⭐️
Profile Image for WarmerSommerregen.
144 reviews
October 7, 2016
Bemerkenswert!

Cliff, Alain und Margarete sind auf eine besondere, innige und liebevolle Weise seit sie vier Jahre alt sind verbunden. Damals schon war der zierliche blonde Alain von dem dunkelhaarigen und so andersartigen Cliff fasziniert. Margarete steht als die Bodenständige und Vernünftige zwischen den beiden und hält sie in der ihnen merkwürdig fremden Welt fest. Beide drohen fortzufliegen, Cliff mit seinen schwarzen und Alain mit seinen weißen Flügeln. Während Cliff, in einer zerüttelten und aus den Fugen geratenen Familie lebend, immerzu auf der Suche nach Orientierung und Halt in gewalttätige Gruppen abdriftet, versuchen Alain und Margarete ihn wieder zu retten. Mal um Mal.
Oft reicht ihm ein Blick in Alains morgenhimmelblaue Augen, deren Reinheit ihn etwas zu besänftigen vermögen, seine Wut manchmal jedoch noch schüren. Oft reicht Alain ein Blick in Cliffs nachthimmelblauen Augen, um das Dunkle in ihm und sich zu spüren und zu merken, dass er ihm nicht böse sein kann, sondern ihm verzeihen muss.
Die beiden älter werdenden Jungen sind sich zudem durch eine gemeinsame Leidenschaft sehr nahe, denn beide sind überragende Zeichner. Alain gibt dem ihm gerade Umgebenden eine Gestalt auf Papier, Cliff verbannt Erinnerungen detailgenau auf Blätter, Wände und Böden. Und wird sie trotzdem nie los. Gesichter, Situationen, die sich vor seinen Augen abermals abspielen und nicht löschen lassen.
Irgendwo zwischen vollkommener Gegensätzlichkeit und Verschmelzung zu einem Wesen bewegen sie sich mal aufeinander zu, mal voneinander weg. letzteres immer besonders schmerzhaft.

Doch auch die rechten Gruppen, welchen sich Cliff anschließt, sind nicht das, wonach er sucht. Dies findet er später, in einer Moschee. Alain und Margarete hegen bereits Hoffnungen, dass nun alles gut würde und ihr Freund endlich seinen Frieden gefunden und friedlich geworden ist. Doch was sie zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen - oder wissen wollen - ist, dass sich Cliff von der ruhigen Gemeinde abgewandt hat und stattdessen in radikalen Kreisen verkehrt. Als sie versuchen, ihn zurückzugewinnen, ist es bereits zu spät und Cliff hat sich für eine gefährliche Reise entschieden.
Ein Jahr des Bangens, des Trauerns und der Verzweiflung scheint für die beiden in Deutschland zurückgebliebenen Freunde nicht zu vergehen. Zu der selben Zeit hat man mit Cliff im Nahen Osten Großes vor. Er ist zu nützlich, um als Kanonenfutter zu enden.
Als er zurückkehrt, scheint er sich verändert und verbessert zu haben. Aber wie oft hat sein Umfeld schon daran geglaubt und wurde enttäuscht. Und so sind Margarete und besonders Alain, der Cliff doch schließlich ein Schutzendel sein muss, auf der Hut. Egal wie verlockend seine Beteuerungen, er habe mit dem IS nichts mehr zu tun, auch sein mögen, Misstrauen ist gefragt.
Aber können sie einem so geliebten Menschen hinterherspionieren? Um was zu finden? Und würden sie ihn verraten, wenn sie etwas fänden? Könnten sie ihn retten? Würde alles gut werden?
Dass Cliff in einer WG mit merkwürdigen Gestalten wohnt, ist noch kein Beweis für irgendetwas. Dass er in Berlin umherschleicht, als müsse er Verfolger abschütteln, auch nicht. Oder doch?
Irgendetwas hat er vor. Auch wenn er anders geworden ist. Warum ist er zurück gekehrt? Warum nicht gestorben? Alains und Margaretes Fragen häufen sich und werden - wenn überhaupt - nur sehr gemach beantwortet; ob sie die Antworten hören wollen, ist eine andere Frage.
Doch bald ist die Ahnung greifbar, dass die Berliner Plastikglitzerwelt des Westens gefährdet ist. Es ist Weihnachten. Zeit der Wunder, des Konsums, der Engel und vielleicht auch der Vergebung.

Wieder einmal ist es Antonia Michaelis gelungen, ein schwieriges und überaus ernstes Thema aufzugreifen und viele Handlungsstränge zu einem großen Gebilde zu verweben. Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht Alains, Cliffs und Margaretes geschrieben, wobei man meistens erst nach und nach bemerkt, wen man gerade begleitet. Dies ist aber keineswegs verwirrend oder störend, sondern macht einem vielmehr bewusst, wie eng die Protagonisten doch mit einander verbunden sind und wie sehr sie sich ähneln. Häufig wird einem dies auch dadurch bewusst, dass zwischendurch die gleichen Begebenheiten von verschiedenen Charakteren beschrieben werden und es dann einige Überschneidungen in der Sichtweise gibt, die nahe gehen.
Überhaupt sind die Charaktere - wie bereits in jedem Buch, welches ich von Antonia Michaelis gelesen habe - etwas ganz Besonderes. Da man sie von ihrer ersten Begegnung im Kinderalter an begleitet, bei wichtigen Ereignissen dabei ist und so Zusammenhange besser nachvollziehen kann, wirken sie auf erschreckende aber auch beeindruckende Weise real. Wie sonst auch ist es der Autorin gelungen, Figuren zu zeichnen, bei denen die Frage nach gut und böse nicht wirklich beantwortet werden kann. Ist Alain, der in den Augen Cliffs einem strahlendem Engel gleicht, immer nur der Unschuldige? Und vor allem: Ist Cliff von klein auf böse - ist er es überhaupt? Oder was hat ihn zu dem gemacht, was er jetzt ist? Leider erfährt der Leser hierzu erschreckend viele denkbare Antworten, die es schwer machen, die Schuld einfach auf Cliff abzuwälzen.
Die Lebensgeschichten von Alain, Cliff und Margarete sind so eng miteinander verknüpft, dass es mich beeindruckt hat. Antonia Michaelis ist es bemerkenswert gut gelungen, ganze Leben voller Tragik, Angst, Wut, Liebe und noch so zahlreichen anderen Gefühlen niederzuschreiben.
Manchmal erschaudert man vor den Charakteren, manchmal kann man sie nicht mögen, manchmal muss man es aber. Antonia Michaelis versteht es auf einmalige Weise auf diese Art den Leser zu verwirren und ihn dazu anzuregen, auch lange nachdem das Buch ausgelesen ist, noch über das Gelesene - über die Figuren und ihre Taten - nachzudenken.
Darüber hinaus zog mich der poetische Schreibstil schon von dem Beginn des Buches in seinen Bann und die Geschichte hinein. Diese Erzählweise lässt einen erahnen, was die Charaktere bereits durchgemacht haben, erweckt sie zum Leben, haucht den Augen von der Farbe Wassers, welches zu tief ist um ungefährlich zu sein, ihr dunkles Leuchten und Leben ein und lässt einen nicht los. So ist auch "Die Attentäter" in dieser besonderen Art und Weise geschrieben, die mir außerordentlich gefällt und für Antonia Michaelis so typisch ist.
Was außerdem zu erwähnen ist, ist Michaelis' Händchen für Symbole, Anspielungen und Vergleiche. Durch das ganze 488 Seiten umfassende Werk schlängeln diese sich und stellen weitere Verbindungen her, was zu dem Gefühl beiträgt, dass dieses Werk aufs Genauste geplant und ausgearbeitet worden ist.
Ein schönes Detail, welches ich noch erwähnen möchte ist das Cover. Auch, wenn ich noch immer der Auffassung bin, dass dieses kaum in eine Rezension gehört, lohnt es sich wie schon bei "Niemand liebt November" einen Blick unter den Schutzumschlag zu wagen.

Meiner Meinung nach ist "Die Attentäter" ein erschütterndes aber bezauberndes Werk. Mit poetischer und packender Sprache entführt es einen in eine einzigartige Geschichte, welche so verschlungen und verwoben ist, dass sie erschreckend echt wirkt und den Leser lange nicht mehr loslässt. Auch wenn das Ende in einigen Aspekten schon abzusehen war, ist es doch äußerst gelungen und stellt einen weiteren explosionsartigen Höhepunkt des Buches dar. Antonia Michaelis gelingt es in diesem Werk die Erfahrungen eines Attentäters, seine Gedanken greifbar zu machen und den Leser zum Nachdenken zu bewegen. Dennoch sollten einem, wie schon bei den vorangegangenen Büchern, Gewaltszenen - wie bereits der Titel erahnen lässt - nicht allzusehr mitnehmen.

Ich vergebe 5 über den Wirren einer Stadt feurig funkelnde Sterne, die ihr Leuchten in alle Richtungen verbreiten!
Profile Image for DrunkenCherry.
785 reviews134 followers
September 10, 2019
Ich habe das Buch am Erscheinungstag gekauft und tatsächlich drei Jahre gebraucht, um es zur Hand zu nehmen, so schwierig fand ich das verarbeitete Thema. Doch Antonia Michaelis hat mich bisher nie enttäuscht und so habe ich es schließlich doch gewagt.
Nun muss ich sagen, ich bin doch recht zwiegespalten, was „Die Attentäter“ angeht.
Die Beschreibung Berlins mit seinen Mietshäusern und den darin lebenden, so gänzlich verschiedenen, Menschen fand ich sehr gelungen. Trotzdem fiel mir der Einstieg in die Geschichte ziemlich schwer. Das liegt wohl auch daran, dass Michaelis hier keinen gleichmäßigen roten Faden gewebt hat. Viel zu oft ändern sich Erzählperspektive und Zeitstrang. Die Autorin spring wie sie es will von Erzählperspektive zum Ich-Erzähler. Das war sehr ungewohnt von ihr und echt verwirrend.
Die Geschichte an sich war ab dem zweiten Drittel nicht unspannend. Aber durchzogen von unnötigen Längen. Man hatte oft das Gefühl, dass sich dieselben Szenen immer wieder wiederholen.
Viel zu spät erfährt man, wie sich die Sache mit dem IS entwickelt hat und was einer der Protagonisten vorhat.
Okay, das Ende ist dann unheimlich spannend und ich habe sogar eine Nachtschicht eingelegt, weil ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, bevor ich wusste, wie es nun ausgeht, aber der Weg dahin war einfach nicht optimal.
Die Protagonisten Cliff und Alain fand ich gut gezeichnet, aber die dritte im Bunde, Margarete, war im Grunde überflüssig. Sie bekam am Ende von Michaelis noch eine bedeutungsschwangere Schlussszene, aber man hätte den ganzen Charakter weg lassen können und es hätte sich nichts an der Story geändert.
Ich muss auch sagen, dass ich den Schreibstil der Autorin schon mal besser fand. Hier finden sich nicht diese bildgewaltigen und poetischen Umschreibungen, die ich sonst so von ihr liebe.
Im Fazit behandelt das Buch ein sehr aktuelles und krasses Thema – aber mir ging die Erzählung einfach zu schleppend. Für mich leider nicht das beste Buch der Autorin.
98 reviews
December 23, 2022
Oh! Mein! Gott!
Dieses Buch hat mich umgehauen.
Ich habe dieses Buch aus einem wanderpaket vor ziemlich genau einem Jahr herausgesucht und seitdem stand es herum und ich hab mich nie so richtig ran getraut. Ich hatte ehrlich gesagt ein wenig Angst vor dem Thema.
Und dann war ich kurz davor es einfach auszusortieren. Hab mich dann aber gezwungen mal reinzulesen und habs nicht mehr weglegen können.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie ich es beschreiben soll. Denn ja - es geht um einen Anschlag - aber hauptsächlich geht es um Leben, Freundschaft, Liebe,...es hat mich mit seiner poetischen Sprache in eine wunderschöne, melancholische Stimmung gebracht. Dieses Buch ist so viel und Antonia Michaelis ist damit etwas ganz besonderes geschaffen.
Ich habe auf jeder Seite mitgefiebert, es war spannend und aufregend, bedrückend und erschreckend. Es hat einfach alles und es war auf keinen Fall mein letztes Buch der Autorin.
243 reviews
Read
September 10, 2024
Ein ganz, ganz schwieriges Buch, von dem ich nicht weiß, wie viele Sterne es verdient. Michaelis' Stil ist unverkennbar und eindringlich, die Geschichte packemd und grausam. Ein sehr intensives Lese-Erlebnis, aber ein schwieriges.
Profile Image for Lizzy Curse.
298 reviews10 followers
September 12, 2016
Drei Junge Menschen, die miteinander aufgewachsen sind, durchleben die Zeit der Flüchtlingsströme in Berlin. Die einen verteilen Decken, die anderen ziehen in den Krieg.

Unwissend schlug ich dieses Buch auf, unwissend, was mich erwarten würde oder was ich davon erwarten sollte. Ich habe es mir hauptsächlich wegen der Autorin angeschafft. Einen bildgewaltigen Schreibstil soll sie haben, ernste Themen behandeln. Das ist so manches Mal genau mein Beuteschema.

Schon nach wenigen Seiten verschlang mich der Roman, ohne das ich etwas dagegen tun konnte. Ich hätte vieles erwartet, aber nicht das, was mich in den Seiten erwartete.
Wer hofft, auf jeder Seite Granaten und Maschinenpistolen zu finden, der sollte zu einem anderen Buch greifen. Doch jene, die ein glaubhaftes, tiefgreifendes Beziehungsgeflecht erwarten, dass sie mitreißt und mitleiden lässt, dem rate ich, mir zu folgen und das Buch aufzuschlagen.
Denn genau darum geht es. Um die Beziehung zwischen Alain, dem Freigeist, dem Künstler; Cliff, der sich das Malen und das Lieben verbietet und krampfhaft nach Regeln sucht, nach denen er leben kann und Margereth, die die beiden erdet und am Boden hält. Dieses Dreigestirn geleitet uns durch das gesamte Buch, und ihre Freundschaft und ihre Liebe zueinander bildet die Säulen, auf der die Geschichte ruht. Ich sage gleich, man muss diese Beziehung zueinander mögen. Sie weder einfach, noch klar definiert. Doch ich mag solche komplizierten Beziehungskonstrukte, die weit über die üblichen Dreiecksgeschichten hinausgehen. Antonia Michaelis hat hier etwas abgeliefert, das einer Milieustudie nahe kommt, so tief dringt sie in die erschütterten Seelen von Cliff, Alain und Margereth ein.
Cliff sieht Alain und sich selbst immer als das Licht und das Dunkel an. Er ist das Dunkel, derjenige, der versucht Anschluss und ein Ziel im Leben zu finden, und immer wieder scheitert. Auch in dem Versuch, von Alain loszukommen, weil er sich seine eigenen Gefühle verbietet. Er hat nie gelernt, dass es viele Arten von Liebe gibt, nie wirklich Liebe erfahren. Und so sucht er Zuflucht in den Regeln und Gesetzen des IS. Seinen Charakter durchdringt man nicht so leicht. Am Ende dieses aufrüttelnden Buches wird sich der Leser immer noch fragen, ob Cliff oder Alain nun aus diesem oder jenem Grund gehandelt haben. Die Charaktere sind so vielschichtig. Keinen ich als blass oder unscharf wahrgenommen.
Das Buch ist voller Metaphern, die man nur am Rande wahrnimmt und erst später begreift. Wie zum Beispiel das immer wiederkehrende Motiv der Flügel.
Ehrlich, das Buch ist schwierig und hart, nicht zuletzt durch die Gewaltdarstellungen, die immer wieder auftauchen und durch seine Aktualität. Jedoch entwickelt es genauso eine Sogwirkung, der man sich nicht so einfach entziehen kann. Ich konnte es jedenfalls nicht.
Antonia Michaelis hat wirklich einen außergewöhnlichen Schreibstil, dem man mögen muss, um das Buch wirklich zu mögen. Für mich persönlich war weder der Aufbau des Buches wirr, noch der Stil an sich. Es wird wiederholt aus verschiedenen Perspektiven geschildert, in die Margereths Berichte miteinfließen.

„Die Attentäter“ haben mich erschüttert und tief berührt zurückgelassen. Und genau das sollte ein gutes Buch vollbringen. Aus diesem Grund vergebe ich fünf Sterne.
Profile Image for DoReenchen.
34 reviews1 follower
September 12, 2016
Brandaktuelles Thema sensibel verarbeitet...

Da dieses Buch ein Thema aufgreift, das aktueller nicht sein könnte und ich mich intensiv damit beschäftige, wollte ich „Die Attentäter“ von Antonia Michaelis unbedingt lesen und herausfinden, wie die Autorin mit solch einem sensiblen Thema umgeht und es verarbeitet. Bisher habe ich leider noch nichts von Antonia Michaelis gelesen, obwohl ich zwei weitere Bücher von ihr auf meinem SuB habe. Ich habe jedoch sehr viel Gutes über die Autorin und ihrem Schreibstil gehört, sodass ich wahnsinnig gespannt war, wie man solch ein heikles Thema in einem Jugendbuch behandelt. Nach der Lektüre dieses Buches kann ich sagen, dass ich nicht enttäuscht worden bin und das Buch eines meiner Highlights aus 2016 sein wird.

In der Geschichte geht es um die drei Freunde Alain, Cliff und Magarete, die sich mit 4 Jahren kennenlernen, als Alain mit seinen Eltern von Frankreich nach Deutschland in das gleiche Haus zieht in dem auch Cliff und Magarete wohnen. Sie freunden sich an, doch besonders Alain und Cliff haben eine Freundschaft, die irgendwie tiefer geht und manchmal schwer verständlich ist. Alain und Magarete wachsen in behüteten Verhältnissen auf, während Cliff bei seinem Vater wohnt, nachdem seine Mutter weggegangen ist und ihn verlassen hat. Cliff kommt sein Leben lang nicht darüber hinweg, dass seine Mutter lieber Karriere machen wollte anstatt bei ihrem Sohn zu bleiben. Dadurch bilden sich auch erste Konflikte zwischen den drei Freunden. Cliff, der von Michaelis immer als das Dunkle oder der Schatten beschrieben wird, gerät als Jugendlicher auf die schiefe Bahn und Alain, das Licht oder der Engel, versucht, Cliff vor der dunklen Seite zu retten. Cliff ist auf der Suche nach sich selbst, schließt sich erst einer Gruppe von Nazis an, konvertiert später zum Islam und sympathisiert letztendlich mit dem radikalen Islam. Als Cliff dann mit 19 für ein Jahr verschwindet und plötzlich wieder in Berlin auftaucht, ahnen seine Freunde wo er gewesen ist und versuchen nun alles um Cliff von seinen Plänen abzubringen. Oder war Cliff tatsächlich nur in Neuseeland und sie bilden sich alles nur ein?

Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, dass so unter die Haut geht wie dieses hier. Antonia Michaelis hat einen einfühlsamen, bildgewaltigen und poetischen Schreibstil. Es gibt grausame Szenen und welche, die mich tief berührt haben. Die Charaktere haben allesamt Tiefe und man kann sich in jeden hineinversetzen. Die eindringliche Sprache lässt einen das Buch nicht aus der Hand legen obwohl ich bei manchen Szenen die Geschichte doch erst mal weglegen und durchatmen musste. Das Buch ist sicherlich ziemlich starker Tobak und kein leichter Lesestoff für zwischendurch, trotzdem möchte ich es jedem empfehlen, schon allein aufgrund der aktuellen Lage in der ganzen Welt.
10 reviews
October 5, 2016
Cliff, Alain und Margarete sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht, Alain wird immer wieder in Bezug auf Flügel erwähnt und somit als engelsgleich beschrieben. Cliffs Charakter wird immer dunkel, düster und böse dargestellt. Margarete bildet das Bindeglied zwischen Beiden. Und da sie im gleichen Wohnhaus in Berlin aufwachsen, freunden sich die Drei an. Während Margarete das liebe, nette Mädchen von Nebenan ist und bleibt und Alain sich auf sein Kunststudium konzentriert und in seiner Freizeit Bedürftigen und Flüchtlingen hilft, scheint Cliff seinen Platz in dieser Welt einfach nicht finden zu können. Cliff lebt bei seinem Vater, seine Mutter hat sich abgesetzt und führt ihr eigenes Leben und Cliff scheint immer wieder an die falschen Leute zu geraten. Alain und Margarete behalten ihn aber immer im Auge und versuchen, ihn auf den richtigen Weg zurück zu führen, was ihnen zeitweise auch zu gelingen scheint. Aber Cliff rutscht immer weiter ab und immer tiefer. Eines Tages schließt er sich einer Gruppe Radikaler an und konvertiert schließlich sogar zum Islam. Während er vorgibt, auf einem Work-and-Travel-Jahr gewesen zu sein, war er stattdessen in Syrien und plant für den IS einen „Tag des Blutes“. Alain versucht auch diesmal wieder seinen Freund davor zu retten und ihn davon abzuhalten, ein riesiges Blutbad anzurichten.
Auch wenn die Thematik sehr aktuell und interessant ist, kann ich dieses Buch nur mit 3 Punkten bewerten. Ich habe sehr lange gebraucht, um dieses Buch zu lesen und habe mich teilweise durch das Buch quälen müssen, weil einige Passagen sehr langatmig waren und immer wiederkehrende Rückblenden den Fluss der Geschichte unterbrachen und hinauszögerten.
Das Buch wird aus verschiedenen Sichtweisen wiedergegeben und der Leser bekommt somit einen guten Einblick in die gesamte Handlung und auf Details. Aber genau dieser Wechsel war teilweise sehr verwirrend. Auch die Sprache, sehr kunstvoll und bildhaft, in der die Handlung wiedergegeben wurde war teilweise recht schwierig zu lesen. Man musste sich wirklich gut auf die Handlung konzentrieren, um alles zeitlich zuordnen zu können. Hier wären vielleicht Datumsangaben am Anfang jedes Kapitels sehr hilfreich gewesen.
Dieses Buch habe ich als tief verstörend empfunden, da ich mich immer gefragt habe, was einen Menschen dazu treibt, solche Bluttaten zu begehen. Hier bekommt man nun Einblick in die Gedankenwelt eines solchen Attentäters. Die Autorin beleuchtet diese Gedankenwelt und Hintergründe sehr neutral ohne zu verurteilen.
Dieses Buch zeigt, wie mächtig und wichtig Freundschaft ist und wie bedingungslos sie sein kann. Es zeigt aber auch, wie gefährlich es ist, wenn ein Mensch seit Kindheit an seinen Platz im Leben nicht findet und auch keinerlei Leitung und Zuneigung durch die Eltern erfährt und dann auch noch an die falschen Leute gerät.
Profile Image for Jane Kleppisch.
18 reviews
September 20, 2016
Cliff und Alain waren schon seit Kindheitstagen an Freunde. Mal mehr mal weniger. Denn ihre Charakterzüge waren von Grund auf verschieden. Cliff war schon immer das Dunkle. Er hatte sich regelmäßig mit seinem Vater angelegt, meist war der Grund seine Mutter, die ihn einfach hat sitzen lassen. Er war ein Raufbold und Störenfried. Alain hingegen war das Licht. Er war immer gut zu allen, hat immer als erstes an andere gedacht, vor allem zuerst an Cliff. Zwischen den beiden stand Margarete und versuchte sie auf dem Boden zu halten und zu erden.
Mit 19 verschwand Cliff, nachdem er zum Islam konvertiert war. Nach einem Jahr tauchte er wieder mitten in Berlin auf. Durch Zufall, oder Anziehungskraft, trafen sich er und Alain immer wieder, obwohl Cliff ihm aus dem Weg zu gehen versuchte.
Denn Cliff kam mit einer Aufgabe zurück, er soll einen "Tag des Blutes" in Berlin planen und durchführen. Irgendwie fand das Alain heraus und hatte nur noch ein Ziel. Cliff retten.


Dieses Thema beschäftigt uns nun schon eine ganze Weile und jetzt gibt es ein Buch dazu. Man, man, man, es ist heftig. Irgendwie dachte man die ganze Zeit das Cliff was im Schilde führt und Alain alles in seiner Macht stehende tun würde um ihm zu helfen. Den so war es schon seit ihrer Kindheit. Doch manchmal sollte man den anderen einfach machen lassen und ihn gehen lassen. Sonst zerstört es nur beide Menschen.

Mehr sage ich jetzt zum Inhalt nicht. Denn genau bei diesem Thema könnte es da schnell Missverständnisse geben und darauf habe ich keine Lust. Aber zum Rest kann ich mich auslassen.
Also der Schreibstil. Ja gut, für mich war es jetzt nicht so schlimm, aber als Jugendbuch fand ich es etwas zu schwer. Ich könnte mir gut vorstellen das einige Jugendliche schnell die Lust verlieren könnten, obwohl sie das Thema vielleicht interessiert. Das zweite ist das hin und her springen zwischen den einzelnen Charaktern. Jeder hat eine andere Sicht und es ist ziemlich schwierig sich von jetzt auf gleich von Alain auf Cliff, oder anderes herum, einzustellen. Margarete ihre Parts waren wie Briefe gestaltet, die sie an Cliff oder Alain schrieb und das war wieder eine andere Schreibweise. Und dann kam noch die Vergangenheit der drei dazu, die auch in Alain und Cliff gespalten war. Sehr verwirrend aber trotzdem gut.
Also jeder der sich mit dem Thema Terrorismus auseinander setzten möchte, sollte zu diesem Buch greifen, denn hier wurde alles sehr gut dargestellt, vor allem wie Beziehungen, jeglicher Art, darunter leiden.
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Profile Image for anschaso.
20 reviews4 followers
September 30, 2016
Inhaltsangabe: „Obwohl sie aus grundverschiedenen Verhältnissen stammen, sind Cliff und Alain fasziniert voneinander. Zwischen ihnen steht Margarete, die beide von klein auf kennen. Dann konvertiert Cliff zum Islam und verschwindet. Als er zurückkehrt, wird klar: Er soll für den IS einen „Tag des Blutes“ planen. Alain will seinen Freund retten – doch wie lange kann er noch zu ihm halten?“

Cliff, Alain und Margarete werden in ihrer Kindheit/Kennlernphase, als Jugendliche und junge Erwachsene begleitet. Dabei springt die Erzählperspektive sowohl zwischen den Dreien als auch zwischen den Zeiten. Manchmal musste ich nochmal ein paar Zeilen nach oben springen, um mir in Erinnerung zu rufen wer gerade erzählt.

Das heikle, aktuelle Thema hat mich so neugierig gemacht und über das Buch hinweg gefesselt. Ich war überrascht, dass dieses neue Buch so schnell nach den Pariser Anschlägen auf den Markt kommen konnte – und damit quasi genau jetzt spielt, was mir etwas Angst macht.
Das Buch enthält "typische" Element von Antonia Michaelis, die schon aus ihren anderen Jugendbüchern bekannt sind z. B. zerrüttete Familien, Armut, Liebe, Sex, kein Schwarz-Weiß-Denken. Außerdem gibt es hier im Besonderen noch das Motiv des Engels / Engelsflügel / gefallener Engel. Es zieht sich durch das ganze Buch und ist sogar – wie mir erst sehr spät auffiel – auf dem Cover abgebildet.

Im Vergleich mit den anderen Jugendbüchern von Antonia Michaelis muss ich sagen, dass das Thema hier besonders interessant war, aber noch mehr hergegeben hätte, wenn man mehr in ihre Gedankenwelt und das „Warum“ hineintauchen könnte. Die Protagonisten waren hier für mich leider eher unsympathisch und lagen mir nicht am Herzen. Deshalb war ich nicht völlig gefesselt und vergebe 4 / 5 Sterne.
Profile Image for annapher.
128 reviews1 follower
September 9, 2024
Ich habe das Buch jetzt zum dritten Mal gelesen und schaffe es vielleicht endlich einmal in Worte zu fassen, wie sehr ich dieses Buch liebe. Die Geschichte an sich ist geprägt von Abgründen, Gewalt, Terrorismus, aber eigentlich geht es immer wieder um die Suche nach sich selbst, nach Akzeptanz und Liebe, die Suche nach Sinn in der Welt. Absolut poetisch und packend schreibt Michaelis über die drei Hauptcharaktere, die einem sofort ans Herz wachsen und einem später das Herz zerreißen.
Profile Image for reading_joelle.
198 reviews7 followers
August 18, 2016
4.5
Danke an den Oetinger Verlag für das Rezensiosxemplar.

Wieder eine düstere und poetische Geschichte von Antonia Michaelis.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Profile Image for Katharina Kaufmann.
8 reviews2 followers
August 19, 2016
Ein unglaublich erschreckendes und beängstigendes Buch, denn es könnte genauso passieren! Spannend bis zur letzten Seite!
Profile Image for Ayanea.
269 reviews1 follower
April 6, 2017
*EIN GEFÜHLVOLLES BUCH ÜBER EIN SEHR ERNSTES THEMA*

Lange habe ich überlegt, ob ich dieses Buch eigentlich lesen möchte. Es hat ganz klar ein sehr schwieriges Kernthema rund um den IS und generell darüber was Menschen dazu veranlasst ein Attentäter zu werden. Mein erster Impuls: das lese ich nicht. Nachdem ich aber gesehen habe, das es von Antonia Michaelis geschrieben wurde, gab ich dem Buch eine Chance. Zurecht, wie ich rückblickend finde.

Hauptfiguren im Roman sind 3 Personen. Alain, Margarete und Cliff. Alle 3 Figuren wachsen zusammen in einem Haus in Berlin auf. Alle drei spielen immer zusammen, werden zusammen erwachsen und schlagen doch ganz andere Richtungen ein, wobei sie sich doch immer wieder begegnen. Alain will Künstler werden, Margarete Tischlerin und Cliff... ja Cliff hat es schwer. Seine Eltern sind getrennt. Er lebt bei seinem Vater und lechzt doch immer wieder nach der Liebe seiner Mutter. Cliff ist derjenige aus dem Buch der eine Dunkelheit in sich birgt und zusehends in die Fänge des IS rutscht.

Die Geschichte wird abwechselnd mal aus Cliff, Margarets und Alains Sicht erzählt. Mitunter fiel es erstmal schwer immer zu begreifen, aus welcher Sicht man nun wieder alles mitgeteilt bekommt. Es wäre hilfreich gewesen, wenn die Namen der Personen oben immer gestanden hätten. So kriegt man das erst immer nach und nach aus dem geschriebenen Wort mit.

Das geschriebene Wort von Antonia Michaelis hat es wieder in sich. Sie begreift es wie kaum ein anderer Autor so gefühlvoll zu schreiben. So erscheinen unfassbar ernste Themen locker zu lesen. Man fliegt förmlich durch die Seiten und will immer wissen wie es weiter geht.
Alle drei Figuren mochte ich auf ihre Art sehr gerne. Mir tat es leid wie mit Cliff umgesprungen wurde und wie er selbst mit Personen umspringt.Er macht im Buch die krasseste Entwicklung durch und bleibt dabei doch immer authentisch. Man begreift, warum er handelt wie er handelt. Man begreift es und versteht es doch wieder nicht, wieso er das tut. Aber das spiegelt wohl am besten seine innere Zerrissenheit.
wieder.

Zwischen den Zeilen gibt es viel Symbolik. Alain ist immer der helle, der Engel, der Cliff auf den rechten Pfad zurück holen will. Margarete die Boden ständige, die mitunter zur unwichtigen Nebenfigur avanciert um am Ende doch wieder ein Comeback zu haben, einfach weil sie für das Leben an sich steht. Und Cliff? Ganz klar, er verkörpert das Böse und man fragt sich ständig: ist er wirklich böse?

Das Ende, wie es kam, musste passieren. Ich empfand es als sehr stimmig. Zugeschlagen habe ich das Buch mit einen inneren Frieden und auch mit Fassungslosigkeit. Frau Michaelis hat es mal wieder verstanden mich zu bewegen, zu ernüchtern, zu schockieren. Keine leichte Kost. Aber sinnvoll.
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