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So oder so ist das Leben

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Der große Anton Lobmeier raucht eigentlich nur noch aus einem Grund. Er raucht, damit er weiß, was er als Nächstes tut. Wenn sich seine Freundin von ihm getrennt hat. Wenn sein Vater anruft, um ihm zu sagen, dass seine Mutter gestorben ist. Wenn die Polizei ihm mitteilt, dass seine beste Freundin verschwunden ist. Er raucht, damit er dann nicht verloren ist. Er zündet die krumme Zigarette an. Er zieht und inhaliert tief. Anton Lobmeier weiß, was er tut, wenn seine Welt Risse bekommt.

288 pages, Hardcover

Published January 1, 2019

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About the author

Benedikt Feiten

8 books2 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Fiona.
691 reviews81 followers
May 12, 2020
"Was willste machen?" -"Da kannste nix machen." -"Genau."
So einfach ist es manchmal. Oder zumindest machen wir es uns so einfach. Dinge passieren, das muss man hinnehmen, aber manchmal klappt das einfach nicht so gut. Manchmal muss man trotzdem drüber reden, oder sich betrinken, zum Schlund der Hölle reisen, einen Pfeiler verprügeln, alles aufgeben und loslassen.
Anton berichtet davon, wie er die Kontrolle über sein Leben verlor, die er eigentlich nie wirklich hatte. Immer bemüht, immer am scheitern. Warum weitermachen? Irgendwann bricht alles zusammen und Anton schmeisst hin, verliert sich selbst um sich dann endlich - zum ersten Mal im Leben selbst zu finden.
Mir hat die Geschichte und vor allem der Schreibstil sehr gut gefallen. Das Buch lässt einen nachdenklich und ein bisschen deprimiert zurück, dabei ist es gar kein deprimierender Roman, eher eine echt reelle Geschichte mit Höhen, Tiefen, Belanglosigkeiten und WTF-Momenten - und das macht es so nachvollziehbar.
Profile Image for Tasha.
Author 7 books17 followers
June 11, 2019
"So oder so ist das Leben" lässt mich ein wenig ratlos zurück. Es gab vieles in dem Roman, das mir gefallen hat und mich zum Nachdenken gebracht hat. Dann wiederum gab es Passagen, die mir banal vorkamen, in denen ich mir gewünscht hätte, dass mehr passiert, ob an äußer Handlung oder in den Charakteren.

Anton Lobmeier, der Ich-Erzähler ist auf der einen Seite sehr sensibel und grübelt sehr viel über seine Situation und seine Mitmenschen nach. Auf der anderen Seite reflektiert er aber auch wenig, so dass es zu keinem wirklichen persönlichen Wachstum kommen kann. Auf sein Scheitern im Job reagiert er damit, dass er seine Karriere hinwirft und fortan als Ausfahrer einer Pizzeria arbeitet. Zwar empfindet er diesen Schritt als Erleichterung und Ausbruch aus den Erwartungen, doch zufriedener scheint er nicht. Auf den Tod seiner Mutter regiert er mit einem Absturz und einer überstürzten Flucht zum "Tor zur Hölle" in Turkmenistan. Mit dem Verlust setzt er sich jedoch kaum auseinander.

Insgesamt schienen mir die Handlungen des Ich-Erzählers zu wenig von ihm selbst gesteuert, um wirklich mein Interesse zu wecken. Seine Freundin Doro verlässt ihn, aber man hat sowieso das Gefühl, dass er nur mit ihr zusammen war, weil sie seinem Leben Stabilität gab. Als sich eine neue Beziehung aufbaut fehlt wiederum das Gefühl, dass der Erzähler diese Frau wirklich für sich erwählt hat.

Interessant fand ich hingegen seinen Vater, einen Schauspieler, der durch eine Rolle im TV eine gewisse Bekanntheit erlangt hat und am Ende wieder auf der Bühne steht. Ehrlich gesagt hätte ich lieber die Geschichte dieses Mannes gelesen.

Am besten hat mir Sophia gefallen, beste Freundin des Ich-Erzählers, die ein Talent hat Menschen und Situationen zu durchschauen und fast schmerzlich genau auf den Punkt zu bringen, was sich in zwischenmenschlichen Beziehungen und Interaktionen abspielt. Ich bin mir sicher, dass mich ihre Theorien über den Anstandstrippler oder den Verlegenheitsweggucker ab jetzt begleiten werden. Hier zeigt sich meiner Meinung nach auch das Talent des Autors am besten, alltägliche Situationen in ihrer Besonderheit zu erkennen und zu beschreiben. Leider konnte ich die Entwicklung dieser Figur nicht nachvollziehen.

Insgesamt war es auf jeden Fall sehr interessant den Roman zu lesen, ich tat mich jedoch sehr schwer mit der Hauptfigur.
Profile Image for Mark Read.
Author 10 books1 follower
May 6, 2019
Ein großartig inszenierter Roman über das Scheitern als Kunstform und den Umgang mit den Erwartungshaltungen der "modernen Arbeitswelt". Im Vergleich zum direkten Vorgänger "Hubsi Dax" ist Benedikt Feitens neues Werk vielleicht etwas weniger lustig - dafür findet "So oder so ist das Leben" aber die perfekte Balance zwischen philosophisch und unterhaltsam, zwischen makaber und herzerwärmend. Hinzu kommt noch eine ganze Riege an herrlich verschrobenen Charakteren hinter der an sich schon großartig komponierten Hauptfigur Anton Lobmeier. Und spätestens mit der fiktiven Kultserie "Alarm für Ramersdorf 81" samt genialem Ermittlerduo hat sich das Buch alle Sympathien verdient.
Profile Image for Jennifer [LeseninLeipzig].
129 reviews11 followers
April 7, 2019
Schönes Sinnbild des Scheiterns. Humor traf leider nicht meinen.

Thematisch aber gelungen und sehr viele nachdenklich machende Stellen. Und die Rückblicke haben alles nochmal abgerundet....
Displaying 1 - 5 of 5 reviews