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Ein Maler aus Deutschland: Gerhard Richter. Das Drama einer Familie

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Gerhard Richter est un immense artiste. C'est surtout un grand peintre d'Histoire dont l'œuvre, déjà si accomplie, sort régénérée de la lecture de ce livre. Soit une enquête au cœur du système nazi de stérilisation et d'euthanasie des « faibles d'esprit » : une entreprise criminelle épouvantable dont sera victime la jeune tante du peintre. Celle-là même avec qui il figure, à l'âge de quatre mois, dans son célèbre tableau Tante Marianne peint en 1965 à partir d'une photographie prise en juin 1932, déclarée schizophrène et à l'élimination de laquelle participera comme médecin accoucheur et SS-Obersturmbannfürher le futur beau-père de Richter, Heinrich Eufinger, dont il épousera la fille Ema en 1957 – sans conscience ou connaissance de l'extraordinaire entrelacement des faits que relate l'ouvrage.
Voilà Richter rattrapé aussi par l'histoire : songeons à l'exil forcé de David ou à la fuite économique contrainte de Courbet, l'homme des allégories réelles, à qui l'on facture abusivement le rétablissement de la colonne Vendôme. Le premier est déclaré régicide, le second est un actif sympathisant de la Commune : c'est leur personne et la fin de leur carrière artistique qui sont concernées. Alors qu'avec Richter, à qui l'on doit en 1988 le fulgurant cycle pictural chroniquant à distance la fin des chefs de la Fraction Armée Rouge à la prison de Stammheim, c'est sa production de tableaux du milieu des années 1960 qui se voit reprise, obligeant salutairement à revoir l'approche de la totalité d'un travail qui n'est sûrement pas réductible à un discours conceptuel sur les styles ou à la seule délectation formelle.

304 pages, Paperback

First published January 1, 2005

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Jürgen Schreiber

22 books1 follower

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Community Reviews

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4 stars
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9 (29%)
2 stars
4 (12%)
1 star
1 (3%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Horst.
16 reviews
September 2, 2020
Eigentlich besteht das Buch aus drei Teilen, wie es im Titel schon deutlich wird: Gerhard Richter - Ein Maler aus Deutschland - Das Drama einer Familie. Natürlich ist das Buch eine Biographie über Richter, das ist die Klammer, die die drei Teile zusammenhält. Seine Anfänge, Republikflucht, späte Anerkennung. Teil 2: Ein Maler aus Deutschland legt den Akzent auf Deutschland. Deutschland wie in Paul Celans Todesauge, der Tod ist ein Meister aus Deutschland. Im Zentrum Richters Bild von seiner Tante Marianne, ihr Leben und ihr Sterben als Schizophrener. Ein Buch über die Euthanasie in der Nazizeit, über das mitleidlose Ermorden von Psychiatriepatienten, über die Brutalität der Mörder, überzeugte SS-Ärzte (der Schwiegervater!), auch über die wenigen Prozesse nach dem zweiten Weltkrieg, auch über das Weiterleben vieler Täter, ihr biedermeierliches, oft sehr langes Leben! Und das dritte Buch über die Familie Richters in der Nazizeit, im zweiten Weltkrieg, Mitläufer, Söhne, die als Soldaten sterben, eine Tochter als „Unwertes“ Leben, die Hilflosigkeit und Trauer der Mutter, die Zerstörung Dresdens. Natürlich alles wichtig für Richters Malerei, aber erst spät, ab Seite 235 im Kapitel „Erinnerungsprojekt“, stehen wirklich Richters Bilder im Mittelpunkt, warum sie so sind, wie sie sind. Vorher eher Wandschmuck über eine Ausstellung über die deutsche Geschichte von 1933 bis 1961. Deshalb nur vier Sterne!
Profile Image for Hannah.
10 reviews
March 8, 2026
Obwohl die geschichte von marianne schönfelder (der tante von gerhard richter) eine sehr erzählenswerte und wichtige ist, konnte ich das buch echt nur sehr schwer zu ende bringen.

Marianne schönfelder wurde als schizophren diagnostiziert und war opfer der tausenden zwangssterilisationen und der sogenannten „euthanasie“- morde der nationalsozialisten.

Während des ganzen buches wurde diskriminierende täter*innensprache verwendet, ohne dies nur 1 mal kritisch einzuordnen. „Irrenhaus“ ist nur eines von vielen beispielen, das gefühlt auf jeder seite reproduziert wird.

Jürgen schreiber porträtiert marianne beispielsweise so:
„Welche Gewalt die Tante besetzt hielt, was sie um den Verstand brachte und behext hatte (ohne dass ein Gegenzauber half), darüber findet sich seit dem entscheidenden Gutachten eines Dr. Oppe vom 30. Oktober 1937 nichts.“
Ich fand die beschreibungen teilweise so dämonisierend und vorurteilsbehaftet, dass ich mich gefragt hab, wie man als journalist auf die idee kommen kann, ein buch über ein so sensibles thema zu schreiben und dann worte und beschreibungen zu reproduzieren, die das stigma erst recht verfestigen.

Außerdem bezeichnet er marianne schönfelder im buch hauptsächtlich als „tante marianne“, also als die tante des berühmten malers gerhard richter. Ist ihre geschichte nur aufgrund der nähe zu dem maler erzählenswert?

I wasn‘t a fan. 2 sterne gibts trotzdem, weil der autor einen wichtigen beitrag zur aufarbeitung der „euthanasie-verbrechen“ geleistet hat. Trotzdem hätte ich mir einen deutlich sensibleren umgang mit marianne schönfelders geschichte gewünscht.
Profile Image for Bennett Stolze.
2 reviews
March 21, 2026
Schreiber schafft mit dieser Recherche ein wahres Meisterwerk. Zur Kausa bereiste er hierfür gefühlt die gesamte Bundesrepublik und durchsuchte jeden Aktenordner nach jeder kleinsten Information. Er präsentiert diese in diesem Werk interessant, packend und schockierend. Ihm ist hier großes Gelungen, den grauenvollen Umgang bis hin zum Mord der Nazis an Menschen aus Psychiatrischen Einrichtungen in ihrer Breite darzustellen und auch, wie viele Täter von ihnen anschließend wieder „normale“ Bürger wurden.
Profile Image for Hannah (auri.winter).
95 reviews
December 5, 2020
Das Buch ist gut, wenn auch etwas altmodisch geschrieben. Aber wer über Gerhard Richters Leben lesen will wird enttäuscht werden. Ein großer Teil des Buches handelt nämlich von Richters Tante Marianne und ihrer Behandlung unter Hitler und dem folgenden Wahn 'das Erbgut rein zu halten'. Marianne war Schizophren und in dem Buch wird sehr nachvollziehbar der ganze Umfang der Grausamkeit beschrieben mit denen Menschen behandelt wurden, welche nicht dem arischen Ideal entsprachen. Das Leben von Tante Marianne zu beschreiben macht insofern Sinn, da sie anscheinend einen großen Einfluss auf Richters hatte und ihre Leidensgeschichte natürlich auch die gesamte Familie mit beeinflusste.

Dieses Buch ist wirklich nichts für jemanden, den nur Gerhard Richter interessiert. Sein Leben wird kaum beschrieben. Einzelne Details werden zwar erwähnt, aber diese sind nicht ausreichend um sie ein ganzen Bild von Richter zu machen.
45 reviews
May 8, 2026
Der Autor Jürgen Schreiber dokumentiert anhand von original Dokumenten das Leben von Gerhard Richter und deckt leider ein paar traurige Parallele in dessen leben auf. So zum Beispiel, dass seine Tante Marianne der Euthanasie der SS zum Opfer fiel und das durch den Gynäkologen und SS-Obersturmbannführer Heinrich Eufinger, der später ohne sein Wissen sein Schwiegervater wird, oder dass seine Ehefrau denselben Vornamen trägt wie genau diese Tante. Wie gesagt wird vieles durch original Dokumente belegt, dennoch hat sich Gerhard Richter von diesem Buch distanziert.

Dieses Buch diente auch zur Vorlage für den Film 'Werk ohne Autor' den ich unheimlich gut finde.
Profile Image for Christel.
593 reviews18 followers
December 3, 2025
Ein wichtiges Buch, zweifellos, Aber auch sehr mäandernd, der Autor macht seinem Namen alle Ehre; schreibt und schraubt seinen Texte sehr in die eigene Befindlichkeit hinein.
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