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Lieber Papa, bist du jetzt verrückt?: Mein Vater, seine Depression und ich

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In Deutschland wachsen ca. drei Millionen Kinder mit psychisch kranken Eltern auf. Sie brauchen Hilfe, um seelischen Schaden zu verhindern, doch werden nicht selten allein gelassen. Auch Katja Hauck wurde eines morgens plötzlich aus der Schule gerissen und mit der traurigen Nachricht konfrontiert, dass ihr Vater, Uwe Hauck, einen Suizid-Versuch unternommen hat. Er überlebt, aber das Leben der damals 14jährigen verändert sich. Nun schreibt Katja, heute 16 Jahre alt, Briefe an ihren Vater, in denen sie die Möglichkeit hat, ihm ihre Ängste, Sorgen und Gedanken mitzuteilen. Und ihr Vater antwortet ihr, versucht seine Krankheit, seine Unsicherheiten und seinen Suizid, ja sich zu erklären. Authentisch, emotional und absolut ehrlich.

225 pages, Kindle Edition

Published March 29, 2019

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Profile Image for Mina.
54 reviews3 followers
June 30, 2019
In Deutschland wachsen ca. drei Millionen Kinder mit psychisch kranken Eltern auf. Sie brauchen Hilfe, um seelischen Schaden zu verhindern, doch werden nicht selten allein gelassen. Auch Katja Hauck wurde eines morgens plötzlich aus der Schule gerissen und mit der traurigen Nachricht konfrontiert, dass ihr Vater, Uwe Hauck, einen Suizid-Versuch unternommen hat. Er überlebt, aber das Leben der damals 14jährigen verändert sich. Nun schreibt Katja, heute 16 Jahre alt, Briefe an ihren Vater, in denen sie die Möglichkeit hat, ihm ihre Ängste, Sorgen und Gedanken mitzuteilen. Und ihr Vater antwortet ihr, versucht seine Krankheit, seine Unsicherheiten und seinen Suizid, ja sich zu erklären. Authentisch, emotional und absolut ehrlich.

Meine Meinung:

Das Thema Depressionen spielt heutzutage eine größere Rolle und dennoch wird es noch nicht von allen ganz ernst genommen. Mich hat das Buch sehr angesprochen, weil ich mich mehr über das Thema informieren wollte, denn die Briefe in diesem Buch sind echt geschriebene Briefe. Von daher hat man als Leser einen noch besseren Einblick in die Gefühlslage einer betreffenden Person, so dass man davon ausgehen kann, dass alles wahr ist.

Zunächst möchte ich auf das Cover eingehen. Es ist wirklich sehr schlicht gehalten. Der Schriftzug nimmt auf dem orangen Hintergrund sehr viel Platz ein. Nur oben befindet sich eine kleine Illustration, die ich aber sehr gelungen finde, weil es diesen Streueffekt hat. Da orange nicht wirklich meins ist, trifft das Cover nicht so meinen Geschmack, aber es gibt bestimmte einige, denen es gefällt.

Das ganze Buch ist in Briefform geschrieben. Vater Uwe und Tochter Katja schreiben sich gegenseitig Briefe und teilen jeweils dem anderen ihre Gefühle mit. Dieser Austausch findet aber erst zwei Jahre nach Uwes Suizidversuch statt. Der wohl entschiedenste Grund warum Katja nicht ihrem Vater nicht Angesicht zu Angesicht die Dinge, die ihr auf dem Herzen liegen, erzählt ist, dass sie erstmal Zeit zum Nachdenken und Verarbeiten braucht und das kann ich sehr gut nachvollziehen. In solchen Momenten schreibe ich am liebsten auch erst mal meine Gedanken nieder, denn das fällt mir oftmals einfacher.

Mir hat das Buch die Gründe sehr gut vermittelt, wieso man sein Leben beenden möchte, warum einem irgendwann alles zu viel wird und obwohl ich wahrscheinlich nicht in der Lage bin zu sagen, dass ich diese Gefühle nachvollziehen kann, da ich nicht unter Depressionen leide, kann ich sagen, dass ich einige Ansatzpunkte verstehen könnte. Wir erfahren wieso Uwe Suizid begehen wollte, aber auch warum er jetzt der Meinung ist, dass das der falsche Weg war und was er jetzt für eine Ansicht gegenüber dem Leben hat.

Natürlich teilen sich die beiden die Gefühle bezüglich der Krankheit mit, aber sie sprechen auch über andere wichtige Themen, die heutzutage auftreten. Zum Beispiel geht es auch um das Thema Schule. Katja hat es wie auch ihr Bruder auf das Gymnasium geschafft, doch sie merkt, dass sie damit nicht so recht klar kommt. Anstatt sich da weiter durch zu quälen, spricht sie offen mit ihren Eltern darüber und diese reagieren auch verständnisvoll. So hat sie sich schlussendlich dazu entschieden auf die Realschule zu wechseln und man merkt auch wie erleichtert ihr Vater ist, dass seine Tochter dort besser zu recht kommt. Diese Möglichkeit wird vielen anderen Kindern ja nicht gegen, da manche Eltern ihre Kinder um jeden Preis auf dem Gymnasium haben wollen, um das Abitur zu erreichen.

Obwohl das Buch die Gefühle und alles Weitere gut vermittelt, fiel es mir schwer mehrere Seiten am Stück zu lesen. Mir war von Anfang klar, dass dieses Buch anders ist als die Bücher, die ich normalerweise lese, aber nichtsdestotrotz konnte es mich nicht so richtig packen. Dies ist der entscheidende Grund wieso ich so lange gebraucht habe das Buch zu lesen. Nach mehr als zwei Monaten habe ich es endlich geschafft diese Buch fertig zu lesen. Es lag nicht daran, dass es uminformativ bzw. uninteressant war, sondern daran, dass es keine Spannungsbögen wie bei den Büchern, die ich normalerweise lese, gab.

Fazit:

Das Buch ist sehr informativ und leicht zu lesen. Jedoch bekommt es von mir nur drei Sterne, weil ich Schwierigkeiten hatte, mehrere Seiten am Stück zu lesen. Ich denke aber, dass das Buch für viele interessant sein kann, vor allem für die, die mehr über Depressionen wissen wollen und nach einem authentischen Roman über dieses Thema suchen.
Profile Image for L'existence Et le Silence.
71 reviews
December 13, 2021
Holprig. Ich mochte den Schreibstil von Uwe Hauck, dieses Buch war anfangs mehr als Holprig, so dass ich nicht einmal über 15 Seiten hinaus kam. Das legte sich später wieder, schwierig war es trotzdem - wenn auch interessant, auch die Hintergründe in der Familie zu erfahren. Wobei ich mir tatsächlich mehr von seiner Frau/ihrer Mama erhofft habe.
Dennoch ein wichtiges Buch!
Profile Image for Lesewunsch.
50 reviews20 followers
September 17, 2019
Ich finde es wirklich großartig, dass Katja Hauck und ihr Vater Uwe Hauck, den Mut hatten ihren Briefwechsel öffentlich zu machen und damit in einen großen Teil ihres Familienlebens Einblicke zuzulassen. Hierdurch klären die beiden so nah wie nie über Depressionen, Angstörungen und das Zusammenleben mit einem psychisch Kranken auf.

Katja hat als Tochter nicht nur den Suizidversuch ihres Vaters selbst verarbeiten müssen, sondern auch miterlebt, wie der Prozess zu dieser fast endgültigen Entscheidung ihres Vaters langsam fortgeschritten ist. Sie beschreibt in ihren eigenen Briefen, dass sie vieles erst im Nachhinein realisiert hat, aber auch schon sehr früh im Alltag spüren konnte, dass die Krankheit ihres Vaters irgendwo im Verborgenen schon da war. So erzählt sie von vielen für sie prägenden Erlebnissen aus ihrer Kindheit, welche sie dazu gebracht haben, sehr rücksichtsvoll oder auch einfach vorsichtig und ängstlich im Umgang mit ihrem Vater zu werden. Und nun erklärt sie ihrem Vater in Briefen, wie es sich für sie angefühlt hat, das alles zu erleben.
Durch die Antwortbriefe ihres Vaters wird dann häufig klar, dass man durch das Verheimlichen bestimmter Probleme vor anderen die Situation häufig weder einfacher noch entspannter macht. Oft war Uwe Hauck überrascht davon, dass sich seine Tochter an bestimmte Dinge im Detail erinnern konnte, von denen er dachte, dass er sie sehr gut vor seiner Außenwelt verborgen hätte. Dieser Dialog ist denke ich von großer Bedeutung für die gemeinsame Aufarbeitung psychischer Probleme innerhalb einer Familie.

Es wird jedoch auch allgemeiner von psychischen Krankheiten erzählt und Vater und Tochter diskutieren aus einer objektiveren Perspektive über den Umgang der Gesellschaft mit dieser Thematik. Dabei fiel mir immer wieder auf, was mich auch schon vor dem Lesen dieses Buches selbst beschäftigt hat: Als Angehöriger wird man im Therapie-Prozess ab und zu vergessen und man hat nur selten ein angemessenes Forum dafür, sich darüber zu äußern, dass man auch selbst betroffen ist. Wenn man mit einem psychisch Kranken zusammen lebt spürt man das fast täglich. Das heißt aber weder, dass alles schlecht ist in der Beziehung mit der Person, noch, dass man die Rolle des großen Retter spielen muss. Man macht ab und zu Fehler im Umgang mit der Person, aber man gibt auch Hilfestellung und insgesamt kann am Ende alles gut werden, wenn man miteinander so offen wie möglich geduldig zusammenarbeitet.

Da ich selbst Angehörige bin, war es stellenweise sehr belastend das Buch zu lesen und ich musste unterbrechen, da es teilweise schwierige Erinnerungen bei mir wieder geweckt hat. Deswegen muss ich schon eine Warnung davor aussprechen. Aber am Ende war es auch gut für mich, dass ich mich wieder damit befasst habe, damit ich daraus lernen konnte: Was ich selbst erlebt habe, betrifft auch andere und das bedeutet, dass wir uns gegenseitig helfen können.

Ich würde das Buch daher jeden empfehlen, nicht nur Menschen, die von Depressionen oder auch anderen psychischen Krankheiten selbst betroffen sind, nicht nur Angehörigen von psychisch Kranken, auch wenn diese vielleicht am meisten Bestätigung im Buch dafür finden können, dass man sich nicht selbst aufgeben muss, um für andere stark sein zu können. Jeder hat in unserer Gesellschaft die Verantwortung sich mit den Problemen zu Befassen, damit wir die Thematik enttabuisieren können und am Ende jedem mittelbar oder unmittelbar Betroffenen besser geholfen werden kann.
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