Aram Mattioli racconta in modo vivido il lungo e violento processo di colonizzazione messo in atto dai coloni bianchi contro i nativi indiani, interpretando gli eventi globali sullo sfondo dei fenomeni centrali, dal Settecento alla prima decade del Novecento. Allo stesso tempo, prende in considerazione il punto di vista dei «vinti» su un piano di parità e mostra come i popoli indigeni reagirono in vari modi all’accaparramento delle terre. Gli indiani subirono un vero e proprio attacco etnocida, che comportò la perdita di gran parte dei territori ancestrali, delle risorse naturali, delle basi di sussistenza, e del diritto ad autodeterminarsi. Dei numerosi «primi popoli» l’autore evidenzia strutture sociali, caratteri culturali e modi di vivere. In scene ricche di pathos, Mattioli descrive le battaglie decisive e ritrae con efficacia sia le persone comuni sia gli importanti protagonisti della politica, mantenendosi sempre in perfetto equilibrio tra la comprensione empatica e la sobria analisi scientifica, decostruendo le leggende del mondo occidentale per affinare la comprensione degli eventi reali. Un libro affascinante e innovativo sulla trasformazione del mondo americano, che getta nuova luce non solo sul passato ma anche sul presente degli Stati Uniti.
Als Einführung in die Geschichte der unterschiedlichen Indianer-Nationen im Zeitraum 1700-1910 eignet sich dieses Buch ausgezeichnet. Es gewährt einen hilfreichen Überblick über die Folgen der Kolonialisierung und massiven West Expansion für die Ersten Amerikaner (First People).
Ich war erstaunt über die ursprüngliche Anzahl und Vielfalt von indigenen Nationen allein auf dem nordamerikanischen Kontinent. Deren Leben konnte verständlicherweise nur kurz angerissen werden, da der Autor seinen Hauptschwerpunkt in deren Vertreibung gesetzt hat. Stets passend dazu ließ er die Einstellung und Un-Taten des jeweiligen US-Präsidenten einfließen, wobei er stets eine objektive Schilderung anstrebte. So werden auch Grausamkeiten wie Skalpierungen, Leichenverstümmelung und Vergewaltigungen von beiden Seiten berichtet. Der Leser darf sich seine eigene Meinung bilden, obwohl natürlich allzu deutlich klar bleibt, wer Verursacher des Übels war. -
Mir lief es eiskalt den Rücken herunter als ich über die Vertreibungsmärsche las; wie systematisch indigene Dörfer zerstört und Pferdeherden niedergeschlachtet oder wie menschverachtend und größenwahnsinnig politische Reden geschwungen wurden. Ebenso grauenhaft lesen sich die Zustände in den sogenannten Boarding Schools, in denen ab den 1890er Jahren indigene Kinder und Jugendliche ihrer Kultur entfremdet und fragwürdige amerikanische Werte eingeimpft wurden.
Als verwunderlich und bedauerlich sehe ich übrigens das Fehlen von jeglichen Fotografien oder Abbildungen. Lediglich zwei Karten geben Auskunft über das indianische Nordamerika im Jahre 1700 und die folgenden Gebietsverluste bis 1890. Gerade Aufnahmen vom alltäglichen Leben im Reservat hätten meinem Empfinden nach das Unrecht, das an den First People begangen wurde, zusätzlich hervorgehoben. Nichtsdestotrotz gelang Aram Mattioli mit vergleichsweise wenigen Worten eine plastische Darstellung des Desasters, das für die First People begann, nachdem der erste Europäer seinen Fuß auf ihr Land gesetzt hatte.
Es ist ein erschütterndes Geschichtsbuch über koloniale Arroganz und Bigotterie, über Betrug und grausame Vertreibungen, - über einen Genozid und folgenden Ethnozid, der von den nordamerikanischen Regierungen mitunter bewusst betrieben oder toleriert wurde. Es sollte zur Pflichtlektüre insbesondere im US-amerikanischen Geschichtsunterricht werden, während ich zugleich bedauere, dass meine Geschichtslehrer nie dieses Thema durchgenommen haben. (Bewertung: 4,5)
The founding myths of the United States have almost become universal cultural knowledge: The pioneers at the frontier, fulfilling the nation's manifest destiny by building the new "city upon a hill"; the coolness of the cowboys; the constitution upholding that "all men are created equal". In "Lost Worlds", Swiss professor Aram Mattioli tells the story of those who paid the price: The Native American nations. From the colonial era and the gold rush to the submission of the indigenous people of the Great Plains and Canadian Prairies, the deportations, the reservations, the attempted ethnocide and the cultural output that, until today, contributes to covering up and glossing over what happened - Mattioli paints a cohesive picture of the history of the First Peoples.
What makes this book particularly interesting is that the author points out the differing attitudes of separate Native American nations, the conflicts between those nations, and the reasoning behind the choices they made. Why did some indigenous nations fight at the French and some at the British side during the French and Indian War? Why did many of them support Britain in the American Revolutionary War? How did the relationship between state, settlers and First Peoples develop as the westward expansion progressed? And how did Presidents like Lincoln, Jackson, and Grant contribute to the submission of indigenous peoples?
Mattioli succeeds in piecing together an intricate mosaic,detailing historic events and how they are interrelated, and tracing the connections between economic, political, and personal interests. His stories about individual chiefs and Native American men, women and children make the gruesome reality of the westward expansion apparent. A highly interesting read.
Ein grossartiges Buch! habe es regelrecht verschlungen... Was mit den Native Americans geschehen ist, ist wohl die grösste humanitäre Katastrophe der Weltgeschichte. Von den geschätzten 100 Millionen Bewohnern die den Kontinent Nord- und Südamerika vor der Entdeckung durch die Europäer bevölkert haben, sind heute kaum noch eine Million übrig. Dieses Buch beschränkt sich auf die untergegangene Welt der Ureinwohner in den heutigen USA, die Geschichte der Zerstörung der Lebenswelt der Bewohner von Kanada, Mittel- und Südamerika und der Karibischen Inseln muss aber erst aufgearbeitet werden. Daher: dieses Buch braucht ein Fortsetzung in mehreren Bänden. Und gerade diese Woche sehe ich in den Nachrichten einen Bericht, wie in Brasilien die Ureinwohner in Matto Grosso und Maranhao um ihre Lebensgrundlagen kämpfen... im Mai de Jahres 2017! An den Autor dieses Buches möchte ich ein herzliches Dankeschön ausrichten für die engagierte und aus der Sicht der betroffenen Ureinwohner geschriebene Aufarbeitung Ihrer tragischen Geschichte und ich hoffe, dass es noch weitere Bücher zum Thema "Verlorene Welten" geben wird. Allen Interessierten die jenseits der verklärten Abenteuer-, Western- und Indianerromantik verstehen wollen, was hier eigentlich verloren gegangen ist, kann ich dieses Buch nur empfehlen. Ganz klar eine 5-Sterne Bewertung von mir!
“MONDI PERDUTI. UNA STORIA DEI NATIVI NORDAMERICANI” è un libro di nicchia che, scevro da alcun tipo di retorica ma estremamente neutrale, espone in modo molto approfondito ed esauriente l’evoluzione storica e sociale delle popolazioni indigene del Nord America. Aram Mattioli, apportando in calce al volume una vasta bibliografia (impressionante davvero!), ha realizzato un saggio interessantissimo che, seppur scorrevole, non è comunque di immediata lettura. Ne ho comunque apprezzato vari aspetti: primo fra tutti la chiave interpretativa secondo cui «la politica statunitense nei confronti dei nativi è stata un doloroso percorso segnato da morte, trasferimenti forzati, intolleranza razzista e genocidio culturale», ridefinito con il termine di “etnocidio”. In secondo luogo ho trovato illuminante la contestualizzazione dei fatti “indiani” all’interno di un quadro storico-politico mondiale, che ha inoltre privilegiato, oltre ad una ben determinata scansione temporale, anche una precisa collocazione geografica. Ecco quindi che, grazie questa nuova narrazione di battaglie, scontri ed eventi e personaggi più o meno famosi, mi sono accorta di come la disinformazione su questa tematica sia dilagata per anni a livelli davvero imbarazzanti (basti pensare alla parzialità di quanto è sempre stato diffuso dai film western). Consigliatissimo!
Auf Aram Mattioli kann die Schweizer Historikerzunft stolz sein. Solche Bücher sollte sie verfassen. Verlorene Welten hat die nötige theoretische Tiefe, ohne dabei abgehoben und unverständlich zu werden. Die Lektüre ist berührend, aber nie rührselig. Mattioli zeigt, wie die Wahrheit über das Verschwinden der Indianer Nordamerikas zwischen zwei extremen Positionen liegt. Es sei weder eine unbeabsichtigte Nebenwirkung der Westexpansion noch ein geplanter Völkermord. Er führt aus, wie verschiedene Formen der Massengewalt zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten gewirkt haben. Beispielhaft dafür nenne ich das Kapitel über die Ausrotten der Bisons durch die entfesselte Macht des globalen Markts. Dies traf die First People nicht nur ökonomisch, sondern auch spirituell stark.
Zum Schluss ein Zitat von Mandan-Chief Mato Tope: Solange ich mich zurückerinnern kann, habe ich die Weissen geliebt. Ich habe mit ihnen gelebt, seit ich ein Knabe war und nach meiner besten Kenntnis habe ich nie einem weissen Mann ein Leid angetan; im Gegenteil, habe ich sie immer vor Beleidigungen anderer in Schutz genommen. [...] Niemals habe ich einen Weissen einen Hund genannt, aber heute bezeichne ich sie als ein Rudel Hunde mit schwarzen Herzen."
Ein sehr wichtiges aber auch ein sehr trauriges Buch. Erzählt wir die Geschichte der Indianer Amerikas von 1700 bis 1910. Millionen von Indianer starben an Vertreibung, Hunger, Krankheiten und Vernichtung durch den "weissen Mann".
So viel Ungerechtigkeit habe ich lange nicht mehr angetroffen. Und die Politik und die Präsidenten der USA haben dabei kräftig mitgewirkt...
Sehr berührend und leider auch sehr deprimierend. Gut geschrieben, sehr klar strukturiert. Es fehlt gänzlich der übliche Indianer-Schnickschnack, sondern Mattioli bemüht sich um objektive Geschichtsschreibung. Diese fällt nicht sehr zu Gunsten der Weißen aus....
Aram Mattioli ist ein schweizer Historiker, der hier eine Geschichte der Verdrängung der indigenen Völker der USA vorlegt. Dies geschehe lt. Klappentext aus der Perspektive der First Nations. Im Text schränkt der Autor diesen Anspruch selbst ein, da eine solche Darstellung aufgrund der fehlenden schriftlichen Zeugnisse aus der Perspektive der First Nations kaum zu erreichen ist. Aber obwohl der Autor in der Danksagung eine lange Reise durch die USA und Kontakte mit den heutigen First People erwähnt, greift er auch nicht auf Quellen der oral history zurück. Am Ende scheitert der Anspruch vor allem daran, dass es eine einheitliche Geschichte der First People nicht gibt, es handelte sich ja um eine Bevölkerung, die sich in mehreren Hunderten von sprachlich, kulturell und geographisch verschiedenen Gruppen organisierte, und zu ganz verschiedenen Zeiten und Umständen in den Fokus des europäischen Expansionshorizonts geriet. Diese Einschränkung vorausgeschickt, stellt Mattioli, den Widerstand der indigenen Bevölkerung gegen ihre Verdrängung durchaus spannend und mit einer großen Symphatie für die First People dar. Dabei bleibt aber die Professionalität des Historikers erhalten und er erwähnt ebenso die internen Konflikte der First People, die die Europäer wiederholt ausnutzen konnten um ihrer Expansion einen legalistischen Anstrich zu geben, wie er die US Administration vor dem globalen Vorwurf des Genozids in Schutz nimmt und statt dessen die einzelnen Akteure und Schritte der Verdrängung analisiert. Dabei benennt er durchaus die Versuche regionaler Genozide, vor allem während der Besiedelung Kaliforniens, und den versuchten Ethnozid an der indigenen Bevölkerung in der Zeit nach der Verdrängung in die Reservationen. Eine insgesamt detailierte und differenzierte Darstellung der us-amerikanischen Expansion, aber weniger eine Geschichte der First Nations. Für einen Einstieg in die Thematik sicher gut geeignet.
Un libro che ribalta la narrazione tradizionale sulla nascita degli Stati Uniti, mettendo al centro la tragica storia dei popoli nativi americani. Attraverso una narrazione ben documentata, racconta secoli di soprusi, inganni e tentativi sistematici di cancellazione culturale.
Una lettura utile per conoscere i diversi popoli indigeni, le loro origini e il modo in cui hanno affrontato l’inevitabile avanzata dei colonizzatori. Utile anche per comprendere il lato oscuro della colonizzazione.
"Un vento freddo si è alzato sulla prateria, quando è caduto l'ultimo bisonte: un vento di morte per il mio popolo." - Toro Seduto
In diesem Sachbuch wird die Geschichte Nordamerikas von 1700 bis 1900 erzählt. Die Besiedlung ging einher mit der Vernichtung der First People! Millionen fielen ihm zum Opfer, durch Gewalt, Hunger und Vertreibung. Als die USA 1776 gegründet wurde verschärfte sich der Genozid durch US-Präsidenten wie den Rassisten und Sklavenhalter George Washington und Thomas Jefferson noch einmal mehr. Das Leiden der Menschen über jahrhundertelange Verfolgung ist einfach nur grausam! Ein schauriges Buch aber sehr informativ.
In diesem wunderbaren historischem werk zeichnet der schweizer historiker aram mattioli die tragödie des indigenen nordamerika insbesondere auf dem gebiet der usa nach. Er lehrt uns, den rassistisch geformten stereotypen von wilden und zivilisierten abzusprechen und die geschichte der usa als das zu begreifen, was sie ist: die einer kolonisierenden republik, die in der größten landnahme der geschichte unzählige indianer enteignete und größtes leid unter ihnen hervorrief. Mit seiner empathischen schilderung der indigen geprägten historie schafft mattioli gleichsam auch ein porträt der sich formenden us-psyche, die sich teilweise bis heute kaum verändert hat. Ein standardwerk, durch das wir, um tarkowski zu paraphrasieren und wolfgang m schmitt zu referenzieren, nicht nur schauen, sondern sehen.
Mattioli nell'introduzione e nell'epilogo scrive che il genocidio degli Indiani d'America non può essere equiparato a quello degli Ebrei e degli Zingari perpetrato dalla Germania nazista perché manca, nello sterminio americano, la volontà statuale e organizzata dell'eliminazione fisica dei Nativi. Mattioli fa riferimento per questo alla convenzione sul genocidio del 9 dicembre 1948, una definizione coniata al processo di Norimberga per poter processare i criminali nazisti per una colpa che fino a quel momento non era stata definita. Ciò nonostante, Mattioli scrive (traduzione mia) "Per quanto lo sterminio del popolo (indiano), così come definito dalla convenzione sul genocidio del 9 dicembre 1948, secondo le nostre conoscenze odierne, non è mai stato programma di una amministrazione americana, le campagne vendicative e di pulizia (etnica) nelle regioni di frontiera sono degenerate in genocidi regionali." Io penso che la differenza, se c'è, è minima e molti sono i punti dove Mattioli scrive della volontà di questo o di quello (e anche di qualche Presidente) di levarsi di torno gli Indiani, in un modo o nell'altro. Il punto della convenzione del '49 è che è uno strumento creato per poter punire appropriatamente i nazisti, mentre pressoché nessun bianco fino agli anni '70 del XX secolo ha obiettato alcunché sullo sterminio dei Nativi Americani. Negli USA del XIX secolo non si è usata un'organizzazione statuale dedicata allo sterminio degli Indiani, questo è vero, ma il sentimento profondo della grandissima maggioranza di coloni e politici era di profondo disprezzo razzista nei confronti dei "Pellerossa". Questo substrato razzista differisce poco o nulla da quello su cui si basava il nazismo. Per sottolineare questo razzismo, Mattioli riporta che il famoso pittore Frederic Remington, uno dei principali artefici della creazione del mito del Selvaggio West, considerava i Pellerossa la più odiosa spazzatura della terra, insieme a Ebrei, Cinesi, Italiani e Unni. Nel corso del libro Mattioli fornisce un quadro molto partecipe dello sterminio dei Nativi Americani da parte degli Inglesi prima e degli Americani dopo, mettendo anche in luce le differenze con Francesi e Spagnoli. Non ci sono dubbi, dunque sul giudizio storico, e umano, che Mattioli fa dell'accaduto. La storia degli Indiani d'America tra il 1763 (fine della guerra dei sette anni) e il 1910 (fine della presidenza Roosvelt) è scritta con partecipazione, basandosi su una sterminata letteratura elencata con dovizia nella corposa bibliografia. Nell'introduzione Mattioli cita "Seppellite il mio cuore a Wounded Knee", di Dee Brown, come sua lettura giovanile e fonte di ispirazione, un libro che anch'io ho amato profondamente Bellissima e interessantissima lettura, anche per chi è già a conoscenza del tema. Esiste la traduzione italiana.
4.5 Somehow I had expected to learn more about the cultures and ways of life of the numerous indigenous peoples of North America, threatened by the white settlers; how they interacted in this most difficult time in their history. However, this book focuses on the atrocious crimes and the seemingly indelible racism of stupid white men. But Mattioli excels in his job. His book is brilliantly written and well-researched. It leaves you speechless and enraged, but I can't recommend it highly enough.
Die Geschichte der native americans ungeschönt, brutal und tieftraurig. Einmal angefangen gab es kein entrinnen, so fesselnd ist es geschrieben. Auch für Geschichte-Muffel geeignet, empfehle ich es jedem zu lesen. Hier wird eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der USA gezeigt.
Saggio scritto molto bene relativo alla storia dei nativi del Nord America e dei soprusi e violenze subite dai paesi coloniali e dagli stati uniti, nazione profondamente razzista non solo nei confronti degli africani. Da leggere assolutamente e meditare sulla crudeltà dei cosiddetti uomini civili.