Seit seinem 18. Lebensjahr steht Daniel Schmidt, 33, in Hamburg-St. Pauli als Wirt hinterm Tresen. Und zwar in zweiter Generation. Nichts anderes wollte er jemals werden.
Der Elbschlosskeller, direkt gegenüber vom „Goldenen Handschuh“, ist seit über 66 Jahren ununterbrochen geöffnet und gilt als härteste Kneipe Deutschlands. Hier gehen Obdachlose, Prostituierte, gestrandete Existenzen, aber auch Millionäre, Sozialpädagogen oder Anwälte ein und aus. Einzigartige Schicksale, Dramen und Tragödien spielen sich ab. Eine düstere, faszinierende Parallelwelt, in der sich nicht nur traurige, sondern auch viele schöne, weil zutiefst menschliche Momente abspielen.
„Die Menschen kommen zu uns, damit sie sie selbst sein können“, sagt Daniel Schmidt, der nahezu täglich Extremsituationen erlebt – oft, aber nicht immer wird er damit fertig. Von seinem unglaublichen Leben erzählt er brutal ehrlich, überraschend reflektiert und mit ganz viel Empathie.
Herrliches und ernstes Buch. Kein Roman sondern eine Reportage. Im Mittelpunkt steht der Elbschlosskeller (Kneipe auf St. Pauli) und sein Wirt Daniel Schmidt. Schmidt erzählt seine Geschichte und Geschichten von Gästen seiner Kneipe. Gestrandete, Kranke, Prostituierte, Obdachlose, alte Kiez-Größen... Das sind größtenteils traurige Geschichten. Keine Happy Ends, weil es hier um gescheiterte Existenzen geht, die den Anschluss verloren haben, nicht Teil der Gesellschaft sind. Der Elbschlosskeller scheint ein Ort zu sein an dem sich die Gescheiterten dieser Welt treffen. Dort finden Dinge statt, die in einer "heilen Welt" nicht vorkommen, weil sie nicht vorkommen sollen. Von diesen Dingen zu lesen hat etwas sehr faszinierendes und lehrt ganz viel über Nächstenliebe und Zufriedenheit. Hinzu kommt die bewegende, verrückte und upgefuckte Geschichte von Schmidt selbst, die hier ganz freizügig erzählt wird. Alles was hier beschrieben wird, ist real passiert. Den Elbschlosskeller und Schmidt gibt es wirklich.
Mitten aus dem (Kiez-)Leben ist dieses Buch authentisch, berührend, schockierend, realitätsnah und faszinieren. So persönlich wie es nur geht beschreibt Kiezwirt Daniel Schmidt den Alltag im Elbschlosskeller – oder anderes: seinen Alltag, seinen Lebensmittelpunkt. Vier Stufen sind es nur, die man herabgeht, um in den Keller zu kommen, doch für viele Verlorene, Verirrte und Vereinsamte sind es vier Stufen zur Hoffnung und Zutritt zu einen Zufluchtsort. Hier sind sie willkommen, egal wie weit abgerutscht oder wie tief gefallen sie sind. Der ständige Wechsel zwischen der autobiographischen Erzählung und der Schilderung verschiedener Schicksale zeigt eindrücklich, wie eng Daniel Schmidt und der Elbschlosskeller verbunden sind. Dabei nimmt Schmidt kein Blatt vor den Mund, erzählt direkt, unverfälscht, leicht und fließend.
Wer Hamburg mag oder kennt, schon mal auf dem Kiez und dem Berg war oder schon mal am Elbschlosskeller vorbeigekommen ist, sollte dieses Buch lesen und die Geschichte hinter dem dicken Vorhang kennenlernen.
Mein nächstes Buch, eher durch Zufall aufgrund einer Werbung im TV entdeckt, konnte ich es mir via Onleihe aus der Bibliothek ausleihen.
Hamburg ist und bleibt meine Lieblingsstadt. Ich will ehrlich sein, den Elbschlosskeller kenne ich nur aus dem TV.
Die Erzählungen und ungewöhnlichen Ereignisse, die hier geschildert werden, sind absolut kurzweilig und zeigen einen guten Einblick in das Kiezleben und wie es im Paralelluniversum Elbschlosskeller abgeht.
Vor Daniel, dem Autor und "Macher" des Elbschlosskellers habe ich riesigen Respekt. Er ist ein Mensch, wie ich sie mag.
Leider recht oberflächlich. Natürlich geht's in erster Linie um den Autoren und seine Biographie. Dennoch hätte ich mir einen deutlich weiter gefassten Blick über den Tellerrand gewünscht. In einigen Episoden schafft er es tatsächlich, mal den Winkel etwas zu erweitern (Wie hat sich der Kiez entwickelt; wie ist die Beziehung zu den Nachbarn; wie stellt sich die Rolle der Polizei dar). Gerade hier bekommt das Ganze für mich erheblich mehr Farbe und Kontur, weil hier klarer wird, wie die Rolle des Elbschlosskellers ist. Und damit auch Schmidts Selbstverständnis und seine Rolle "im System der Reeperbahn". Da fand ich die Beschreibungen aus "Große Freiheit" deutlich plastischer und eindrucksvoller. Und selbst "Der goldene Handschuh" hat in seiner Darstellung des Milieus mehr Gespür gehabt (bei allen ekeligen Elementen in der Geschichte).
Hiermit ist meine Reise ins düstere Hamburg hoffentlich vorbei.. Das Buch fand ich eigentlich okay, den Titel etwas irreführend, denn meiner Meinung nach ging es mehr um Daniel selbst als um den Elbschlosskeller. Sein Leben findet viel dort statt, deshalb spielt das eine große Rolle, aber ich empfand es trotzdem eher wie ne Biografie als ne Reportage über eine Kneipe. Inhaltlich interessant und gut, aber leider war ich extrem enttäuscht beim Kapitel mit dem Titel Gewalt. Sicherlich ein wichtiges Thema in allen Großstädten und auf dem Kiez, aber wieso müssen menschen immer erwähnen welche Nationalitäten besonders gefährlich und gewaltvoll sind und dann aber auch wieder davon abrücken und versuchen es durch ne positive Geschichte zu relativieren. Statt einfach die Umstände zu erläutern und nicht in diese rassistischen Stereotype zu spielen.
Sehr emotionale Geschichten. Es gibt einige Leute, die hier schreiben, dass er sich nur cool darstellen will im Sinne 'wer ist geil? Ich bin geil' Natürlich gab es einige Szenen, bei denen man es für ein bisschen übertrieben hält, aber in so einem Milieu trotzdem noch so freundlich und herzensgut zu sein, das ist schon was besonderes! Da darf man auch ein Ego haben.
Die Geschichten waren sehr interessant und ich freue mich auf meinen eigenen Besuch im Elbschlosskeller
abgebrochen bei ca der Hälfte. Ich wollte etwas über den Laden lesen über das Klientel, aber das hier ist eher wirklich nur aus dem Leben von Daniel Schmidt. Wie sehr er Rebell war und wie toll er sich entwickelt hat. Auch wenn ich ihn sehr sympathisch finde und toll finde was er macht hat mich das am Ende nur gelangweilt.
Ein Buch über die Personen rund zm Hamburgs härteste Kneipe. Die Geschichten sind alle wahr und interessant, dennoch bin ich mit dem Buch nur so halb warm geworden.