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Wasteland #1

Wasteland

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Ein tödliches Virus – ein mutiges Mädchen – ein grauenvolles Geheimnis –
eine Dystopie mit packendem Endzeit-Setting:

Die alten Regeln gelten nicht mehr, seit die furchtbare Wasteland-Krankheit die Menschheit beinahe ausgelöscht hat. Marodierende Banden beherrschen das Land, und auf dem einzig sicheren Mark gibt es Waren nur gegen Gefallen. Für Laylay, die als Einzige gegen die Krankheit immun zu sein scheint, bedeutet das einen gefährlichen Auftrag: Sie soll Zeeto, den Enkel einer alten Händlerin, aus dem Ödland retten – jenem Gebiet, in dem das Wasteland-Virus seinen Ursprung hat, und das niemand freiwillig betritt, der noch bei klarem Verstand ist.
Als Laylay Zeeto endlich findet, ist er bereits infiziert. Und er berichtet von einem merkwürdigen Fund in einer geheimen Bunker-Analge …

Fesselnde Action mit einer Prise Romantik: Judith und Christian Vogt haben mit »Wasteland« eine post-apokalyptische Welt erschaffen, die nicht nur Fans von Dystopien begeistern wird. Die Zukunft gehört den Heldinnen!

400 pages, Paperback

First published September 26, 2019

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About the author

Judith C. Vogt

89 books39 followers

Ratings & Reviews

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Community Reviews

5 stars
28 (28%)
4 stars
39 (39%)
3 stars
24 (24%)
2 stars
8 (8%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 29 of 29 reviews
Profile Image for Nils Krebber.
Author 7 books5 followers
December 28, 2019
Mad Max in Europa

Den Vögten (Judit und Christian Vogt) gelingt hier eine stimmungsvoll Postapokalypse in ungewohntem, weil heimischen Setting. Die Gründe für den Untergang werden vage gehalten, basieren aber auf nicht abwegigen Projektionen der heutigen Situation.
Wirklich fesselnd sind die beiden Protagonisten, LayLay und Zeeto, die zwei Varianten des Lebens nach dem großen Knall darstellen. Beide haben eine interessante Vorgeschichte und sind eher gebrochene Helden, wobei Zeetos Auseinandersetzung mit seinen manisch-depressiven Phasen mehr untersucht wird als LayLays Leben als ewige Nomadin mit ihrem Vater.
Die Beziehung zwischen den beiden ist auch das stärkste Element des Buches – ansonsten gilt es noch, die Herkunft eines mysteriösen Babies aus einer Todeszone zu klären und das ganze gegen den Widerstand verschiedener Gangs und Endzeitkulte, aber tatsächlich fand ich die Story nicht ganz so spannend.
Ab der Mitte des Buches gibt es dann einen thematischen Wechsel – ohne Spoilern zu wollen bewegen wir uns hier ein wenig weiter in das phantastische, als ich es erwartet hatte. Ich fand den Wechsel unglücklich, da hier dann nochmal Worldbuilding nachgeschoben werden muss und ich es nicht unbedingt mag, von Genrewechseln überrascht zu werden. Darunter leider dann auch das finale ein wenig, da sehr viele Handlungsstränge sehr schnell hintereinander abgearbeitet werden müssen – aber immerhin werden sie das.
Sehr unglücklich fand ich den Epilog, der dann nochmal für mich ungewollt eine Extraportion Drama aufmacht – die Offenbarungen darin hätten gerne auf einen eventuell zweiten Teil warten können.

Ungeachtet dessen weist der Roman einige wirkliche Highlights auf. Meine Top 5
1. Zum einen wurde sehr konsequent auf eine genderneutrale Sprache geachtet und eine gute Ausgewogenheit der Figuren – selten gab es ein so gutes Abbild der realen Gesellschaft (oder was von ihr übrig ist)
2. Obwohl wir nach dem Knall sind, wird gezeigt, wie gut eine inklusive Sprache funktionieren kann und wie eine Gesellschaft mit Enbys (schöne Wortschöpfung für nicht binäre Gender) unproblematisch umgehen könnte. Und zwar sowohl auf Seiten der „Guten“ und der „Bösen“
3. Eine interessante Mikrostudie verschiedener Gesellschaftsansätze, eine kleine anarchistische Marktkommune vs. streng hierarchische Gangs und Kulte. Die Unterscheidung von „Hopern“ und „Toxxern“ in dieser Welt wird nie klar ausgesprochen, regt aber zu vielen Geankenspielen an.
4. Eine Stadt auf einem Schaufelradbagger! Take that, Fury Road!
5. Eine Liebesgeschichte, in der das Drama nicht aus dem ewigen „Ob er mich liebt“ oder „unsere Familien würden es nie erlauben“ besteht, sondern aus den wirklich unglücklichen Umständen. Zeeto und LayLay gehen sehr erwachsen mit ihren komplexen Gefühlen um. Hier gab es seit langem mal Sexszenen, die kein Fanservice sind sondern sinnvolle Einblicke in die Entwicklung der Beziehunggeben.

Ansonsten noch ein Lob für eine unaufdringlich angebrachte Inhaltswarnung. Für mich ist dieser Roman nicht nur eine spannende Endzeitgeschichte, sondern ein echtes Template wie phantastische Literatur inklusiv gestaltet werden kann, ohne den Finger zu heben und in politisches Traktat abzuschweifen.
Ihr habt mich zum Hoper gemacht :)
Profile Image for Alle Bücher müssen gelesen werden.
434 reviews54 followers
December 5, 2019
Um genau zu sein: die meisten Zeit über ist der Roman ein ziemlich druchschnittlicher YA Roman, mit recht generischen Setting und holpriger Schreibweise. Er hat ein paar gute Momente die sowas wie Hoffnung wecken am Anfang, aber in letzen Drittel baut die Geschichte so massiv ab das man Weinen möchte.

Dabei hätte wenig gereicht um das Buch besser zu machen: ein gutes Lektorat, das zumindest die gröbsten Fehler ausbessert, eine weniger infantilie Sprache und eine leicht geänderte Plotline am Ende hätten schon gereicht.
Profile Image for Dana.
287 reviews25 followers
February 6, 2020
Ich fand dieses Buch objektiv ziemlich cool, vor allem in Bezug auf das Konzept, auf das ich gleich noch näher eingehen werde, auf einer ganz subjektiven Ebene war die Geschichte nicht so ganz mein Fall, was ich auch nicht so ganz in Worte fassen kann. Dabei ist es nicht so, dass ich keinen Spaß beim Lesen hatte. Im Gegenteil, die Geschichte erweist sich als sehr fesselnd. Und auch die Idee ist an sich cool - es hat nur nicht hundertprozentig meinen persönlichen Geschmack getroffen.

Dieses Buch bietet meiner Meinung nach ein Beispiel dafür, wie man verschiedenste Menschen ganz selbstverständlich repräsentieren kann - BIPoC, trans Personen, andere Sexualitäten und Geschlechter, polyamouröse Beziehungen und so weiter - zudem in einem deutschen Setting, was ich ziemlich cool fand.

Besonders interessant ist dabei, dass eben nicht von einem binären Geschlechtermodell als Norm ausgegangen wird - in diesem Buch gibt es non-binäre Charaktere, für die ganz selbstverständlich das Pronomen "ser" verwendet wird.
Das zeichnet sich natürlich auch in der gendergerechten Sprache ab. Und nein, es werden keine Gender-Sternchen, Binnen-I's etc. verwendet, tatsächlich fällt es sogar nicht mal auf, wenn man nicht darauf achtet. Es wird lediglich darin deutlich, dass nur Ausdrücke wie z.B. Mitglieder verwendet werden, die eben kein Geschlecht implizieren. Gerade dadurch, dass das funktioniert, ohne den Lesefluss zu stören, zeigt es, dass gendergerechte Sprache an sich möglich ist.

Davon abgesehen bietet allein schon das Setting ein sehr spannendes Szenario. Einerseits, weil nicht-binäre Geschlechter nicht nur bei den "Guten" selbstverständlich sind, sondern auch bei den Antagonist*innen. Andererseits, weil der Handgebunden-Markt, auf dem Teile der Handlung spielen, im Prinzip ein anarchisches Gesellschaftsmodell darstellt, was ich super faszinierend fand.
Die Autor*innen ordnen dieses Buch übrigens dem Genre Hope Punk zu - es soll bewusst um eine hoffnungsvolle Weltsicht und eine Bereitschaft, dafür zu kämpfen, gehen. Das ist insofern interessant, als dass die Zukunftsversion eigentlich ziemlich düster ist. Nach Kriegen und dem Einsatz von Biowaffen ist der Großteil der Welt verseucht, und die Gebiete, in denen man noch leben kann, werden von brutalen Banden beherrscht, die töten, versklaven und/oder sexualisierte Gewalt anwenden und oftmals eine sehr gewaltvolle und sexualisierte Sprache benutzen.
Das zeichnet sich auch in der doch eher düsteren und vor allem brutalen Atmosphäre ab. Gerade die Banden wirken dabei teilweise total durchgeknallt, einige von ihnen beten zum Beispiel Wifi als übernatürliche Macht an. Für meinen Geschmack war es zwischendurch ein wenig überzogen und sehr exzentrisch, gleichzeitig macht das aber natürlich auch den ganz eigenen Charme dieser Geschichte aus.

Herausheben sollte man vielleicht auch den Stil, der ebenfalls sehr ungewöhnlich ist und dadurch vermutlich auch nicht jeden Geschmack trifft (hier hilft, wie immer, ein Blick in die Leseprobe). Die Geschichte wird abwechselnd aus Laylays Sicht im Präteritum und aus Zeetos Sicht im Präsens erzählt, was von den Autor*innen bewusst so gewählt wurde. Mich persönlich hat das beim Lesen nicht gestört.
Der Stil ist sehr umgangssprachlich, besonders in Zeetos Fall teilweise auch ein wenig flapsig und ein bisschen ruppig, so, als würde man seine Gedanken ungefiltert mitbekommen, unterlegt meist mit einem zynischen Unterton oder schwarzem Humor.

Zeetos Charakter ist auch davon geprägt, dass er eine bipolare Neurodivergenz hat und immer mal wieder zwischen manischen und depressiven Phasen wechselt, was seine Handlungen und Denkweisen beeinflusst. Auf der anderen Seite haben wir Laylay, die mit ihrem Vater durch Europa fährt. Sie tritt sehr stark und bestimmend auf, wobei ich zugeben muss, dass ich nicht so wirklich an die Charaktere herangekommen bin.
Die beiden kennen sich schon vorher und die Liebesgeschichte zwischen den beiden (die allerdings nicht bei Null startet, sondern schon vor der Handlung ihre Anfänge hat) ist vor allem anfangs auf zwischenmenschlicher Ebene extrem unkompliziert und offen, auch wenn es mir teilweise schwerfiel, die Gefühle nachzuempfinden. Dennoch fand ich auch hier den Umgang relativ lebensecht, ihr fehlt die romantische Verklärung, was sie authentischer macht.

Teilweise hatte ich das Gefühl, dass bei dem Fokus auf das Setting, die Charaktere und die Diversität der Plot in den Hintergrund rückte, was ich schade fand. Zwischendurch passiert nicht wirklich viel, gerade im Mittelteil. Im letzten Drittel kommt die Handlung dann wieder in Fahrt und es gibt einen Plottwist, mit dem ich nicht erwartet habe, weil er ein bisschen mit dem Genre und den Erwartungen bricht und Aspekte einbringt, mit denen ich nicht gerechnet habe und bei denen ich mir nicht sicher bin, wie ich dazu stehe. Insgesamt ist es aber auf jeden Fall eine außergewöhnliche Geschichte!

Fazit: Fesselnde und düstere Zukunftsversion, die sich vor allem durch die Diversität und Repräsentation auszeichnet, in dem diverse Charaktere wie zum Beispiel non-binäre oder nicht-weiße Personen selbstverständlich eingebunden werden und gendergerechte Sprache verwendet wird, die nicht im Geringsten den Lesefluss stört. Das Setting fasziniert mit einem anarchischen Gesellschaftsentwurf auf der einen und sehr gewaltvollen Banden auf der anderen Seite.
Im Zentrum der Handlung stehen die zwei Hauptcharaktere, von denen der eine eine bipolare Neurodivergenz hat. Die Beziehung der beiden wird zumindest auf zwischenmenschlicher Ebene vergleichsweise unkompliziert dargestellt. Der außergewöhnliche und umgangssprachliche Stil vermittelt das Gefühl, dass die Gedanken der Protagonist*innen ungefiltert wiedergegeben werden. Auf ganz subjektiver Ebene bin ich allerdings nicht immer an die Charaktere herangekommen, die Handlung traf nicht hundertprozentig meinen persönlichen Geschmack und an einigen Stellen hatte ich das Gefühl, bei dem Fokus auf das Setting und die Charaktere sei der Plot etwas in den Hintergrund geraten.

Profile Image for Elea Brandt.
Author 17 books51 followers
December 28, 2020
Erstmal nur ein kurzer Eindruck, vielleicht habe ich später noch Zeit und Muße für eine längere Rezension.

Tolle, divers gestaltete Figuren, ein spannendes Setting und vor allem die Beschäftigung mit Neurodivergenz, Toxizität (in allen Facetten) und Gesellschaftsstrukturen jenseits kapitalistischer Systeme hat mich sehr abgeholt. Ein erfrischend anderer Endzeitroman, der ganz neue Akzente setzt.

Das Ende lässt mich trotzdem etwas unbefriedigt zurück, auch wenn es voll und ganz Sinn ergibt und ohne unrealistische Twists auskommt. Wahrscheinlich liegt es an der aktuellen Situation, dass ich mir ein weniger düsteres Ende gewünscht hätte. Ich hätte den Roman vielleicht doch schon letztes Jahr lesen sollen. Insgesamt hätte das letzte Drittel durchaus mehr Raum einnehmen können, vieles wirkte etwas gestaucht.

Alles in allem hat mir "Wasteland" aber sehr gut gefallen, gerade mit den Figuren habe ich mich sehr verbunden gefühlt. Auch mit denen, die keine Hauptrolle in der Geschichte spielen. Leseempfehlung.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for ˙⋆✮ Anny ✮⋆˙.
582 reviews299 followers
July 7, 2022
Irgendwie zwischen 3,5 und 4 Sterne. Hat mir insgesamt ganz gut gefallen, aber manche Kapitel waren einfach nur weird. Die positiven Aspekte haben aber überwogen.

Story: 4 Sterne
Spannendes Zukunftsszenario, das endlich mal in Europa und nicht in den USA spielt! Die Welt hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn nichts bahnbrechend Neues dabei war.

Charaktere: 4 Sterne mit Aufwärts-Tendenz
Was ich besonders hervorheben möchte ist hier die Diversität! Es wird ganz besonders auf Gender und Pronomen geachtet, einer der Hauptcharaktere ist Bipolar und homosexuelle Beziehungen sind ganz normal. Ich würde mir wünschen, dass unsere Welt sich wirklich in diese Richtung entwickelt. Die Charaktere wirkten meistens gut ausgearbeitet und ich mochte die verschiedenen "Stimmen" von Laylay und Zeeto!

Schreibstil: 3 Sterne
Insgesamt flüssig, aber es gab immer mal wieder so eine Art Zwischenkapitel, die sich mir so gar nicht erschlossen haben, und die Erzählstimme dieses Wifi-Typen hat mich einfach nur genervt.

Insgesamt kein schlechtes Buch, aber auch sehr speziell. Die Story war nicht schlecht und vor allem gegen Ende gab es einige unerwartete Wendungen, am besten gefallen haben mir aber die Charaktere und ihre Entwicklung.
Profile Image for Schokigirl.
387 reviews35 followers
November 28, 2019
German Review: 2,5 Stars

Anmerkung: Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar vom Verlag bekommen. Danke dafür. Die volle Videorezension findet ihr auf meinem YouTube Kanal namens schokigirl.

Meinung:
Pro Argumente:
1. Ich fand die Leseprobe wirklich gut. Besonders die männliche Sicht war lustig und die Atmosphäre erschien mir dicht.
2. Es ist toll, dass es mal wieder eine postapokalyptische Geschichte gibt, die in Deutschland spielt. Das hat auch gut funktioniert und schien durchdacht.
3. Das Worldbuilding hat auch funktioniert und bei mir blieben keine Fragen offen. Die Idee mit den Gangs und Kommunen etc. ist zwar nichts neues, aber logisch und gut umgesetzt.
4. Ich habe das Buch bis zu den Ereignissen am Ende, bis ich realisiert habe was mir nicht gefällt, gern gelesen.

Kontra Argumente:
1. Erst später habe ich gemerkt, dass in der Mitte nichts plotmäßig wichtiges passiert ist. Nicht, dass es charakterlich keine Entwicklungen gab, aber es wurde alles wirklich lang erzählt, ohne das es den Plot weiter gebracht hat. An sich gebe es damit auch kein Problem, wenn nicht das Ende so wäre, wie es war.
2. Denn für das Ende blieb dann einfach keine Zeit mehr. Es ging viel zu schnell und wirkte einfach nur rein gequetscht. Das hätte alles einfach viel mehr Zeit und Erklärungen gebraucht. So kam ich von den Entwicklungen und auch emotional nicht immer mit.
3. Die Nebencharaktere vom Markt konnte ich nicht auseinander halten. Sie kamen zu selten vor und schienen auch nicht so wichtig. Die wichtigsten Charaktere waren aber gut charakterisiert.
4. Für mich waren Themen wie psychische Krankheiten und komplizierte Vater-Tochter-Beziehungen zu viel in diesem Buch. Solche komplizierten Sachen sollten, meiner Meinung nach, entweder ausführlich behandelt oder einfach weg gelassen werden, aber nicht so zwischen Tür und Angel mal erwähnt werden. Aber das ist absolute Geschmackssache. Andere werden sicher die Repräsentation gut finden.
5. Auch absolute Geschmackssache ist das Fantasyelement, dass gegen Ende dazu kommt. Für mich war das jedoch gar nichts. Es hat nicht rein gepasst, wurde wie gesagt rein gequetscht und hat die Logik durcheinander gebracht. Ich wollte aber auch einfach keinen Fantasyroman lesen, sondern einen möglichst realistischen postapokalyptischen Roman.

Fazit:
Dieses Buch ist Geschmackssache. Viele Dinge, die mir nicht gefallen haben, werden anderen sicher besser gefallen. Es war eine solide Geschichte, aber ich habe mir was anderes von diesem Buch versprochen. Daher habe ich 2,5 Sterne vergeben.
Profile Image for Jennifer.
105 reviews8 followers
March 18, 2021
Das Überausführen von Gedanken und Motiven der Charaktere hätte ich überall anders komisch gefunden, aber hier passt es wunderbar, da sie eben über sich selbst reflektieren. Ich habs an ein par Abenden verschlungen und hätte jetzt eigentlich gerne eine Fortsetzung!🥺
Fakk Toxxers!
97 reviews4 followers
May 19, 2021
Okay, also... Eine etwas kitschige Liebesgeschichte, eine tödliche Seuche, eine Entführung, Gangkriege, eine komplizierte Vater-Tochter-Beziehung, ein Findelkind, eine bipolare Störung, ein seltsames Fantasy-Element, von dem ich nicht weiß, wie ich es finde... Habe ich alle Handlungsstränge erwischt? Ich bin mir nicht ganz sicher.

Es ist einfach so unglaublich viel Plot, der hier in ein einziges Buch gequetscht wurde. Alles davon hätte es verdient, genauer unter die Lupe genommen zu werden, das einzige, was wirklich zur Genüge und vielleicht etwas über Gebühr beschrieben wurde, ist die depressive Phase von Zeetos bipolarer Störung. Die ist aber anständig getroffen.

Anfang und Ende sind wirklich vollgeproppt mit Action. Dafür passiert im Mittelteil … nichts. Zumindest nichts, was den Plot irgendwie vorantreibt, und das Ende ist dann unglaublich überhetzt und auch ein bisschen zusammengestückelt. Der ewige Wechsel zwischen den Erzählzeiten hat mich auch irre gemacht.

Und trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Weil weder Laylay noch Zeeto sich ernst nehmen, weil das ganze Buch nicht das Gefühl vermittelt, sich allzu ernst zu nehmen. Es ist witzige Unterhaltung im Endzeit-Stil, eine abgedrehte Idee nach der nächsten, das Buch liest sich angenehm schnell weg und hat mich öfters zum Grinsen gebracht. Erwähnenswert ist hier vielleicht noch die absolut gendergerechte Sprache, vom Autorenpaar wunderbar unkompliziert und selbstverständlich verwendet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, es war witzig, auch wenn’s zu viel grobe Ideen und zu wenig Details waren.
Profile Image for Thomas Rippert.
44 reviews1 follower
April 21, 2020
Wenn die Fiktion zur Realität wird, wird das lesen zur ungewollten mentalen Mutprobe. Ich habe „Wasteland“ gerade erst gelesen und befinde mich im Nichtweltenfluchtmodus weiterhin unter dem Eindruck von Sars-Covid-2 oder Covid 19 oder Corona, dem Virus, dass gerade auf unserem Planeten wütet und bereits tausende von Todesopfern gefordert hat.

Ich möchte hier den Autoren des Buches, Judith C. Vogt und Christian Vogt, keine prophetischen Fähigkeiten unterstellen, doch ist ihre „Wastelandkrankheit“ sehr nahe an dem dran, was Covid 19 den Menschen antut, die mit ihm infiziert sind.

Man mag mir diesen kleinen Jetztzeitexkurs nachsehen, doch es drängte sich regelrecht auf, diese Anmerkungen zu machen. Nun zum Buch an sich…

Die Inhaltswarnung am Ende des Buches – auf die aber schon zu Beginn des Buches hingewiesen wird – besagt folgendes:

Gewalt, explizite Schilderung von Sex, Depression und bipolarer Neurodivergenz, Kontrollverlust, verbale Androhung sexueller Gewalt, Erwähnung von Sklaverei und sexuellem Missbrauch

Dem ist auch nichts mehr hinzuzufügen, denn all das genannte kommt im Buch vor. Wem das nun sehr hart und ziemlich brutal erscheint, der sei beruhigt, denn die Schilderungen sind nicht so ausufernd und überdeutlich, dass man sie nicht ertragen könnte. Freunden von weichgespülten Jugend-Love-Dystopien sei allerdings empfohlen, dieses Buch weit zu umfahren, denn für eine saubere Teeny-Opera in apokalyptischen Zeiten ist „Wasteland“ definitiv zu realistisch und zu dreckig.

Die Welt ist kaputt, denn 2024 bricht alles irgendwie zusammen und bis 2064, dem Jahr in dem die Geschichte spielt, hat man bereits drei Kriege hinter sich und ist in zivilisatorisches Hinterland zurückgefallen.

Die Lebensräume teilen sich in zwei Gebiete auf: Die Wastelands und die Ödlande. In den Ödlanden fristet der Rest der verbliebenen Menschheit sein Dasein, währen die Wastelands verseuchte Gebiete sind, die nur in Schutzausrüstung kurzfristig betreten werden können. In ihnen holt man sich ohne Schutzkleidung unweigerlich die oben bereits erwähnte „Wastelandkrankheit“, welche nach und nach die Lunge zersetzt und zu einem unschönen Tod führt.

In dieser Welt leben Laylay und Zeeto, zwei junge Menschen deren Schicksal miteinander verbunden ist, ohne dass sie es auf diese Art und Weise zuerst überhaupt wollen. Laylay reist mit ihrem Vater auf einem Motorrad mit Beiwagen durch die Ödlande, während Zeeto im „Handgebunden-Markt“ lebt, einer Konklave die Handel betreibt. Laylay und Zeeto treffen sich, als Laylays Vater wieder einmal das Medikament für seine Tochter besorgen muss, und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Ich will von der Story nicht zu viel offenbaren, aber ein paar Hinweise zum allgemeinen Setting können nicht schaden.

Die Menschheit besteht aus mehreren Fraktionen. Da sind die „Hoper“, welche versuchen das Beste aus den Gegebenheiten zu machen und die Menschheit wieder auf die Füße zu stellen – siehe auch die Bewohner des „Handgebunden-Markt“. Dann gibt es die „Toxxer“, anarchistische Gruppierungen, denen es nur darum geht das Beste für sich selbst zu sichern und Macht über andere auszuüben. Und es gibt religiöse Sekten, die versuchen beide Fraktionen zu ihren Glauben zu bekehren und sich so zu vergrößern.

Die verschiedenen Settings erinnerten mich an Teile aus MAD MAX. Der „Handgebunden-Markt“ erschien mir wie eine Hommage an „Bartertown“ mit seiner „Donnerkuppel“ und die Gangs der „Toxxer“ schienen aus MAD MAX 2 entsprungen zu sein, an die dort marodierenden Motorradbanden angelehnt.

Es gibt keine Trennungen zwischen männlich und weiblich mehr, denn jeder kann dort das sein, was er gerne sein möchte. Festgelegt wird dies allerdings an den Pronomen „sie“, „er“ und „ser“, was teilweise für recht skurrile Bezeichnungen im Erzähltext sorgt.

Erzählt wird alles von Zeeto und Laylay, welche die vierte Mauer schon von Anfang an durchbrechen und auch gerne einmal monologische Zwiesprache mit dem Leser halten. Die dritte Ebene ist die eines Toxxers, welcher sich der Technik der alten Welt bedient – die Ebene nennt sich das „No WiFi“.

Klingt nach einer sehr umfangreichen Welt? Ja – das kann man mit Fug und Recht behaupten.

Und nicht nur die Gegebenheiten sind interessant. Die Sprache der kompletten Erzählung trieft nur so von Sarkasmus und auch wenn manchmal das lachen im Halse stecken bleibt, so ist der Balanceakt zwischen den dunklen Teilen der Geschichte und den Hoffnungsschimmern sehr ausgewogen getaktet.

Tiefgang findet man ebenfalls in den Erkrankungen der beiden Hauptprotagonisten, denn Zeeto leidet unter einer bipolaren Störung, welche sehr anschaulich und verständlich erklärt wird. Wenn man selbst unter Depression leidet, so wie der Verfasser dieser Zeilen, so kann man viel von sich selbst in Zeeto wiederfinden. Und die manischen Anteile seiner bipolaren Störung sind so gut nachvollziehbar, dass man sich dem fiktiven Burschen teilweise sehr nahe fühlt.

Nun habe ich immer Schwierigkeiten damit, bei einem so gelungenen Buch einen zweiten Teil zu akzeptieren, da man damit oft sehr viel verschlimmert. Nach der ungefähren Hälfte des Buches kam mir jedoch die Frage wie man diese ganzen Erzählstränge einfach so zusammenfügen und beenden wolle, denn dafür erschien mir der Rest der Seiten ein wenig zu dünn. Doch nach Seite 370 war mir klar, dass sich eine Quest für Laylay und Zeeto, inklusive Mtoto ( einem Baby aus dem Wasteland), ankündigte, welche dann in „Wasteland 2 – Auf der Suche nach XYZ“ (oder so) nachzulesen sein wird, vermute ich.

Sehr umfangreiche Dystopie aus deutschen Landen, die im Jugenddystopiegewand daherkommt, aber durch ihren Tiefgang definitiv keine ist.
Profile Image for Meggies Fussnoten.
953 reviews12 followers
November 17, 2019
Laylay reist mit ihrem Vater Azmi durch die nicht verseuchten Passagen, die durch die vielen Klimakatastrophen und Kriege auf der Erde entstanden sind. Ihr jetziges Ziel ist der Handgebunden-Markt, um dort eben Handel zu treiben. Laylay freut sich auf den Markt, denn dort sieht sie endlich Zeeto wieder, den sie vor einem Jahr dort kennengelernt hat.
Dort angekommen, ist Zeeto jedoch im sog. Wasteland, im Ödland verschwunden. Nur Laylay kann ihn finden, denn sie ist immun gegen die Wasteland-Krankheit. Zeeto jedoch nicht, wenn er sich dort zu lange aufhält.
Laylay macht sich auf die Suche, findet Zeeto und ein geheimnisvolles Baby, welches - wie Laylay - immun zu sein scheint. Doch Zeeto hat sich infiziert.
Und dann sind da noch die Brokes, die sich ebenfalls für das Baby interessieren und so ihre ganz eigenen Mittel haben, um den Bewohnern des Handgebunden-Marktes das Leben schwer zu machen.

Die Erde in 50 Jahren ist trostlos, verseucht und ein Ödland. Zumindest weite Teile davon. Insekten sind ausgestorben, Menschen rotten sich zu Gangs oder Sekten zusammen und bekämpfen einander.
Mittendrin reisen Laylay und ihr Vater Azmi. Er ist Arzt und sichert sein Überleben sowie das seiner Tochter durch Gefälligkeiten, in dem er seine Heilkunst anwendet.

Die Zukunft, die die Autoren geschaffen haben, verspricht nichts Gutes. Kriege haben die Erde verwüstet und Gifte, die sich in bestimmten Teilen in der Wildnis eingenistet haben, töten jeden, der sich ihnen zu lange aussetzt. Nur Laylay ist dagegen immun. Sie kann in Wasteland umherstreifen und so die nötigen Dinge zum Tauschen finden.

Auf dem Handgebunden-Markt, auf welchem mit allen möglichen Dingen Handel betrieben wird, hofft Laylay Zeeto wiederzusehen. Doch muss sie erfahren, dass er verschwunden ist, gerade im Wasteland. Laylay macht sich sofort auf die Suche und bringt ihn zurück, samt einem Baby, welches - wie Laylay - immun gegen die Krankheit zu sein scheint.

Und dann sind da noch die Brokes, eine Gang, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, nur Ärger zu bringen. Sie werden auf das Baby aufmerksam und wollen es mit aller Macht.

Laylay und Zeeto machen sich daran, herauszufinden, wieso plötzlich alles aus den Fugen gerät.

Die Autoren haben mich positiv überrascht, nicht mit der Geschichte, ich weiß, dass die beiden spannende Storys schreiben können. sondern mit der Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird Abwechselnd schildern uns Laylay und Zeeto aus ihrer Sicht der Dinge, unregelmäßig unterbrochen von der Erzählung aus Sicht einer dritten Person über einen Broke namens Root.

Das besondere an der neuen Welt ist die gendergerechte Erzählung. Hier ist es egal, wer mit wem und wie er sich fühlt. Es passt alles und ist völlig normal. So, wie es eben auch jetzt schon sein sollte.

Die geschaffene Zukunft ist sehr düster, weist einige Sciencefiction-Elemente auf und verspricht ein stürmisches Ende. Aber auch ein Ende mit vielen offenen Fragen, so dass ich mir sehr sicher bin, dass ein zweiter Teil folgen muss.

Die Schreibweise war flüssig, packend und teilweise sehr - ich drück es mal harmlos aus - forsch. Die Autoren halten nicht hintern Berg und lassen gerade Laylay manches sagen, was für Kinderohren nicht geeignet ist. Dies direkte Art passt jedoch zu der Geschichte und auch zu Laylay, die einiges einstecken muss.

Zeeto ist mir sehr ans Herz gewachsen, denn sein Schicksal ist nicht gerade leicht. Er hat mit allerhand inneren Dämonen zu kämpfen und ich hatte mehr als einmal das Verlangen, in die Geschichte zu tauchen und ihn in den Arm zu nehmen.

Gegen Ende war ich dann doch überrascht, was die Autoren noch für eine Wendung eingebaut haben. Erst war ich nicht so damit einverstanden, doch je mehr ich gelesen habe, umso mehr konnte ich mich auch damit anfreunden.

Meggies Fussnote:
Eine ungewöhnliche, packende Dystopie mit überraschenden Wendungen und unerwarteten Ereignissen.
Profile Image for Larakaa.
1,076 reviews17 followers
January 24, 2021
Even better than I hoped it would be. This is so much more than just a Mad Max variation!
Profile Image for Anne.
86 reviews2 followers
Read
October 31, 2019
Somewhere between a 2 and a 3, more towards a 3, but I need to think about it some more. Many awsome aspects, but also a few things I didn't really enjoy.
26 reviews
August 9, 2022
Ein Trollversuch getarnt als dystopischer Roman!
Wie genial ist das denn?

Hut ab vor den Autoren, fast hättet ihr mich auf's Glatteis geführt.
Ich hatte schon eine fast relative lange Rezension über das Buch fertig.
Wie schlecht der Titel gewählt wurde,
der langweilige bis anmaßende Plot,
die blutleeren Protagonisten,
die Anzahl der bedienten Klischees.
Ganz abgesehen von der kindlich-naiven bis passiv-aggressiven Schreibweise sowie den unzähligen Rechtschreib- und Grammatikfehlern.
Immer wieder ging mir Georg Zaal's (besser bekannt als Barlow) Ausspruch durch den Kopf: "Eine Nachricht an den Erfinder des Vakuum's: Herzlichen Dank für Nichts".

Der Groschen fiel, als ich mir beim Analysieren der letzten Seiten des Buches dachte: "Wenn jetzt 500 Jahre alte Vampiere urplötzlich aus dem Nichts auftauchen, auf's College gehen und sich verlieben, würde das dem Plot nachhaltig guttun".

Welcher professionelle Verlag, welche professionelle Autoren veröffentlichen denn Ende 2019 ein ernstgemeintes Werk mit dem Titel Wasteland? Richtig, keiner!
Und natürlich ist der Inhalt ein Sammelsurium aus den verschiedenen angestaubten und zigmal durchgekauten dystopischen Plotlinien. Natürlich!

Asche auf mein Haupt: Beim anmaßenden Schreibstil hätte ich es merken müssen. Da war mein inneres Auge aber durch die einfach unglaublich intelligent gesetzten Rechtschreib- und Grammatikfehler vernebelt. Eine solch vollendete Sinfonie der Ablenkung habe ich noch in keinem anderen Werk gesehen.
Allein dafür: Meine Hochachtung.

Welches Genre wird wohl als nächstes Ziel eurer genialen Vertrollung? Ich kann es kaum erwarten!
Mein Vorschlag: Nehmt euch doch mal der SF oder SciFi an.

Nochmals: Meine Hochachtung vor diesem Werk!


645 reviews9 followers
October 25, 2019
In einer durch Kriege zerstörten und mit Strahlung und Giftstoffen verseuchten Welt lebt Laylay. Gemeinsam mit ihrem Vater zieht Sie kreuz und quer durch Europa, ohne sich einer festen Gemeinschaft anzuschließen. Immer wieder besuchen Sie die Gemeinschaft, in der Zeeto lebt um zu Handeln.
Dort ist sowohl gleichgeschlechtliche Liebe als auch Transexualität etwas völlig Normales. Niemand bekommt dort aufgrund seines Names oder seines Aussehens ein Geschlecht zugewiesen. In Anbetracht der Tatsache, dass Unglücke/ Naturkatastrophen ja sonst eher dazu führen, dass sich die Menschen auf „vergangene Werte“ konzentrieren finde ich diese Lebensweise dort sehr fortschrittlich. Im Verlauf des Buches werden für nicht-binäre Personen auch ganz selbstverständlich die entsprechenden Pronomen verwendet. Das habe ich in dieser Form bisher noch nicht gelesen. Es ist mir nicht schwergefallen, mich daran zu gewöhnen.
Zeeto, der sich mit dem Wasteland-Virus infiziert hat, und Laylay, der das Virus nichts anhaben kann, brechen gemeinsam auf, um die in der Nähe gelegene Bunkeranlage zu erkunden und Antworten auf die Frage zu finden, warum Laylay beginnt sich zu verändern.
Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben und wird im Wechsel aus Jayjays und Zeetos Sicht erzählt. Zeeto wendet sich immer wieder direkt an den Leser. Es ist also mehr ein „Eine Geschichte erzählt bekommen“ als ein „Sich in eine Person hineinversetzen zu können“.
Eigentlich mag ich das nicht wirklich gerne. Ich bevorzuge zwar den „Ich-Erzähler“, aber so, dass ich eins mit der Hauptperson werden kann. In Zeetos Fall scheint mir diese Lösung tatsächlich gelungen. Er ist manisch-depressiv und je nachdem in welcher Phase er sich befindet rasen die Gedanken nur so durch seinen Kopf. Ich glaube, ihn diese selbst in Worte fassen zu lassen ist die einzige Möglichkeit Sie wirklich verständlich auszudrücken.
Etwas Probleme hatte ich mit der Darstellung der „Brokes“, da ihr Verhalten/ ihr Auftreten mich immer wieder sehr an die „Mad Max“Filme erinnert hat.
Insgesamt ist die Geschichte spannend, voller Rätzel und Gefahren. Die Romanze zwischen Laylay und Zeeto spielt eher eine untergeordnete Rolle, auch wenn es die gegenseitige Liebe ist, die Beide dazu bringt alles zu riskieren und gemeinsam in ihr Abenteuer aufzubrechen.
„Wasteland“ ist ein in der Tat etwas anderer dystopischer Roman, der mich gut unterhalten hat und den ich sehr gerne weiterempfehle.
Profile Image for Jacqueline Oestringer.
487 reviews5 followers
October 28, 2019
Im Jahr 2064 ist nichts mehr so, wie wir es heute kennen. Die Erde ist nur stellenweise bewohnbar, drum herum verseuchtes Land, das über kurz oder lang den Tod bringt.
Und wer nicht an der tödlichen Wastelandkrankheit krepiert, hat ein schweres Leben mit Gefahren durch Gangs, Sekten, usw. vor sich.

In dieser Welt treffen wir auf Zeeto, der durch sein gutes Herz sein Leben riskiert, und Laylay, die mit ihrem Vater umherzieht und zwar immun gegen die Wastelandkrankheit ist, dafür aber gegen andere Dämonen kämpft.
Wir ihr euch denken könnt, besteht die Geschichte natürlich zum Teil aus dem Aufeinandertreffen der beiden und ihrem weiteren gemeinsamen Weg. Hierzu möchte ich jedoch nicht wirklich mehr schreiben, denn ich würde zu schnell spoilern - und das will ja keiner.
Jedoch sei zumindest so viel gesagt: diese Begegnung legt eine Menge an Grundsteinen für mannigfaltige Themen. Natürlich spielen dabei Emotionen eine Rolle, aber auch Themen wie Bipolarität, Depressionen, Gewalt - Dinge, die man stellenweise im Rahmen einer solchen Dystopie erwartet, aber auch ernste Themen, die mit Fiktion leider nicht das geringste zu tun haben.

Intensiviert wird diese Erfahrung noch durch das Erzählen aus drei unterschiedlichen Perspektiven, die das Ganze mit Leben fühlen. Emotionen, Ängste und Geschehen aus erster Hand erschaffen eine fesselnde, wenn auch oftmals beklemmende Atmosphäre.

Mir persönlich hat neben den Charakteren auch das Setting sehr gut gefallen, das eigentlich an alles gedacht hat. Gesellschaftsformen, alternative Nahrungsmittel, Hierarchien - alles Nötige, um ein rundes Gesamtkonstrukt zu erschaffen, war dabei. Dieses konnte mich letzten Endes nicht nur durch seine Durchdachtheit, sondern vor allem durch seine Unberechenbarkeit überzeugen.

Jedoch bekommt der Leser es auch noch mit einer zusätzlichen „Partei“ zu tun, bei der ich gestehen muss, dass sie mich manchmal echt angestrengt hat. Ein junger Mann mit einer etwas -sagen wir mal- „ausufernden“ Grammatik sowie erfundenen Wörtern, die an heutige angelehnt sind (z.B. HaiRes, Alek-Za oder Wewewe) haben mich - wenn ich ehrlich bin - beim Lesen ein bisschen gequält.
Aber nun gut, zum Glück gingen diese Kapitel auch nicht so lange, dass es nicht auszuhalten gewesen wäre. Dennoch hätte ich mich über weniger gefreut.

Für mich war „Wasteland“ eine gut durchdachte und vor allem fesselnde Dystopie, die durch eine gute Portion Realismus besticht, ohne abgedroschen zu sein. Gerne mehr!
Profile Image for Katrin.
132 reviews21 followers
November 8, 2019
Im Ödland lauern schlimmere Gefahren, als marodierende Banden. Das Wasteland-Virus hat einst die Menschheit beinahe ausgelöscht und lauert nun dort immer noch im Boden und der Luft. Das Betreten der Gegend ist nur mit Atemmaske möglich. Nicht für Laylay. Aus irgendwelchen Gründen ist sie gegen das Virus immun. Deshalb ist es auch sie, die Zeeto aufspüren soll, als der junge Mann nicht aus dem Ödland zurückkehrt. Da ist er allerdings bereits infiziert und auch Laylay stellt nach ihrer Rückkehr fest, dass irgendwas an ihr anders ist.

Post-apokalyptische Welten wie in „Wasteland“ liefern spannenden Erzählstoff. Gerade, weil die gesellschaftliche Ordnung nicht mehr gilt und die Regeln für das Zusammenleben auf Null gesetzt werden. Mit Laylay und Zeeto haben Judith und Christian Vogt zwei völlig gegensätzliche Charaktere erschaffen, die entsprechend ihres unterschiedlichen Wesens auch mit verschiedenen Erzählstimmen sprechen. Während Laylay ihre Sicht der Ereignisse als typische Ich-Erzählerin vermittelt, wendet sich Zeeto zwischendurch auch direkt an die Leser. Die Sprache der beiden ist von Kraftausdrücken geprägt, was angesichts des Zerfalls der erzählten Welt aber absolut passend ist. Das Schimpfworte wie „verfakkt“ so geschrieben werden, wie man sie spricht, passt ebenfalls in diesen Kontext.

Eine weitere Besonderheit der Sprache sind die gendergerechten Formulierungen. So wird beispielsweise die Anführerin einer Motorradband zu „die Boss“. Am Anfang der Geschichte stolpert man noch ein wenig darüber, allerdings gewöhnt man sich bereits nach ein paar Seiten daran. Ebenso wie die Verwendung von Worten, Namen oder auch Sätzen aus verschiedenen Sprachen. So bekommt ein Baby einen kiswahelischen Namen und Laylay wechselt mit ihrem Vater ab und an Sätze auf Türkisch. Die Multilingualität trägt zusätzlich zu dem Eindruck bei, dass die Menschen aufgrund des Virus zusammengerückt sind. Und dann wiederum auch nicht. Hinten im Buch befindet sich eine Inhaltswarnung, die darauf hinweist, dass in der Geschichte auch sensible Themen bzw. Themen, die als Auslösereize funktionieren können, behandelt werden. Eine raue Welt, die ihrem Kontext in Inhalt und Sprache absolut treu bleibt, dem Leser aber auch was abverlangt.
Profile Image for Anna (Themiscyra Library).
40 reviews6 followers
November 3, 2019
CNs von mir: Suizid (Szene, die sich so liest, dass das erwartet wird), Nennung von Vergewaltigungen, sexueller und anderer Sklaverei und Drohung damit, Depressionen, Sex ohne Verhütung.
CNs nach dem Buch: Gewalt, explizite Schilderung von Sex, Depression und bipolarer Neurodivergenz, Kontrollverlust, verbale Androhung sexueller Gewalt, Erwähnung von Sklaverei und sexuellem Missbrauch.

Der Klappentext trügt etwas: Die beiden Hauptfiguren, die hier durch das postapokalyptische Rheinland erzählen, kennen sich bereits. Die gemeinsame Geschichte macht es ihnen allerdings nicht einfacher, auch wenn sie sehr gut mit ihren Gefühlen umgehen und wie ihr Umfeld reflektieren und über Dinge reden (sehr angenehm!). Dass nebenbei die Welt beinahe untergegangen und kaum wiederzuerkennen ist, ist da beinahe Nebensache - Immerhin sind andere Probleme in der neuen Welt Realität, und dann bahnen sich auch noch Spannungen mit den Gangs an, die an so antiquierte Dinge wie die alleinige Macht von Waffen oder ein Zweigeschlechtersystem glauben.

Die Figuren sind toll, einige Konzepte geben Hoffnung - andere sind leider eine Erinnerung daran, wie sich die meisten konservativen Menschen nach der Apokalypse verhalten würden. Aber die Konzepte der Geschichtsschreibung, aktive neue Gegenmodelle zum Eurozentrismus der meisten Apokalypsen und sprachliche Ausarbeitungen machen die Welt um diese ständigen kleineren Antagonist*innen herum sehr lebendig, und auch generell erstaunlich hoffnungsvoll.
Cool, dass die queerfeministischen Held*innen und ihr Umfeld über antiquierte konservative Konzepte auch mal sehr aktiv den Kopf schütteln und darauf herabschauen, und gleichzeitig Einblick in andere Utopien geben - und das alles über den spannenden Hauptplot hinaus!

Ich freue mich jetzt schon darauf, die ausführliche Rezension für den Blog zu schreiben! Dieses Buch ist klar ein Highlight dieses Jahres.
Profile Image for Dr. Eva-Maria Obermann.
Author 12 books23 followers
November 29, 2019
Wie schreibt man eine Rezension, die mit jedem Wort schreibt, dass ich begeistert bin, denn dieser Roman hat mich regelrecht umgehauen. Nicht nur, dass im Roman wie versprochen gendergerecht jegliche uns bekannten geschlechtsabhängigen Strukturen abgelegt wurden, es treten auch Enbys und trans Personen auf, verschiedene Gesellschaftsentwürfe und soziale Konzepte. Durchaus lässt sich eine im Roman als ideal erscheinende Lebensweise herauslesen. Der handgebundene Markt, auf dem Zeeto lebt, ist eine Art Polyamouröse Großfamilie mit drei Matriarchinnen, die durchaus mehr zu sagen haben, obwohl auf dem Markt theoretisch jede Stimme gleich gewertet wird. Ihr merkt, auch dort sind alle gleich, aber manche noch ein bisschen gleicher.
Auch andere Gesellschaften kommen vor. Strikte Hierarchien, ominöse Sekten, Kleinfamilien, wobei „Monarchien“, Demokratien, Kommunismus und andere nahezu den gleichen Raum im Roman einnehmen. Diese Vielfalt finde ich für eine Postapokalypse sehr logisch und auch die Art und Weise, wie sie dargestellt werden, ist absolut durchdacht und wirklich grandios. Genauso genial sind die Ausarbeitungen der Figuren. Keinesfalls werden hier einfach nur typische Frauen- und Männerrollen zu vertauscht. Stattdessen wird gerade das „Typische“ komplett aufgebrochen und absolut geschlechtsunabhängig verteilt.
Faszinierend finde ich auch, wie sehr mich das Buch zum Nachdenken und Umdenken angeregt hat. Wie oft ich etwas für selbstverständlich angenommen habe und danach erkannt habe, dass gerade darin ein Problem besteht, kann ich nicht erzählen, ohne zu spoilern. Doch ich finde es erschreckend, wie oft ich toxisches Verhalten als „normal“ empfunden habe. Übergriffigkeiten und anscheinende Erhabenheiten werden als solche enttarnt und das Buch hat das beste gemacht, was ein Buch machen kann: mich als Mensch zum Besseren verändert.
Profile Image for Linda in Utopia.
316 reviews9 followers
June 17, 2020
Wow. Ich fühle mich regelrecht überfahren von diesem Buch, aber im besten Sinne!
Was haben Judith und Christian Vogt da nur geschaffen?! Und warum habe ich vorher noch nichts von ihnen gelesen???
description
Wenn alle ihre Bücher eine derartig heiße Mischung aus Sprachwitz und In-your-face-Attitude sind, will ich das wissen! WIESO SAGT MIR DAS NIEMAND! (Wen schreie ich eigentlich gerade an? Wer hört mich schon hier im WeWeWe...)

Ok ganz ruhig. Erstmal runter kommen, ganz Zen werden, wie Zeeto das immer macht.
Wasteland ist schon seit Monaten auf der Phantastik Bestenliste und ich dachte lange, ich wills nicht lesen. Ehrlich gesagt finde ich das Cover furchtbar unattraktiv und es hat mich einfach nicht angesprochen. Dieses Buch hätte wirklich Farbe verdient! Spraypaint wie die Brokers es tragen!
Schließlich lese ich also doch, um zu verstehen, warum es von der Liste nicht wegzukriegen ist und jetzt bin ich endlich erleuchtet.

Laylay reist mit ihrem Vater auf einem Motorrad durch ein postapokalyptisches Europa. Sie bleiben nie lange an einem Ort, weil schäbige Banden überall ihr Unwesen treiben. Azmi (the Dad) hat jedoch nützliche Fähigkeiten, fast wie ein Arzt quasi, deshalb kommen die beiden meist unbehelligt von A nach B. Fast jedes Jahr halten sie beim Handgebundenen Markt, eine Art Hippie-Gemeindschaft, die Handel mit allerhand nützlichem Kram betreibt. Laylay freut sich besonders auf Zeeto, mit den sie im Vorjahr einen kleinen Flirt begonnen hatte. Der jedoch ist verschwunden, als sie ankommen. Tags zuvor hat er sich aufgemacht ins Ödland, eine Art verseuchte Zone, die für jeden mit einer tödlichen Atemwegserkrankung endet, wenn er keine Atemmaske trägt. Allerdings sind im Ödland natürlich noch diverse Schätze zu bergen, Zeeto stolpert an diesem Tag aber nur über eine Leiche und ein noch lebendes Baby. Er nimmt es mit, stürzt, verliert seine Maske und verirrt sich fast, wird jedoch von Laylay, die aus unbekannten Gründen gegen das Wasteland-Gift immun ist, gerettet. Zurück bei den Hippies ist schnell klar, dass hier irgendwo ein großes Geheimnis verborgen liegt. Wo kommt das Baby auf einmal her? Wer hat seine Mutter getötet? Und warum muss Laylay schon ihr Leben lang ein bestimmtes Medikament nehmen? Was verschweigt Azmi? Das haarsträubende Abenteuer voller verrückter Charaktere nimmt seinen Lauf.

Das Buch ist abwechselnd aus Laylays und Zeetos Perspektive geschrieben. Zwischendrin kommt auch noch Root, der Schamanen-Spinner des Broker-Clans. Das funktioniert ziemlich gut, Root nervt zwar eigentlich wirklich übel, aber Laylay und Zeeto sind wunderbar zu lesen.
Ich bin baff und habe viele Fragen!

1. Die Lovestory
I'm here for it! Sehr erfrischend einmal ganz "echte" Sex-Szenen zu lesen und Szenen wie auf Seite. 52, als es darum geht, dass Laylay den geretteten, halb bewusstlosen Zeeto entkleiden soll:
Kurz zögerte ich, aber Azmi hob nur die Augenbrauen, und deshalb zog ich möglichst rasch und so, als ginge mich das alles nichts an, auch Zeetos Unterhose herab. Falls ihr da jetzt einen Kommentar erwartet: Es war ein Schwanz darunter.

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2. Die Diversity
Ich bin mir nicht sicher ob Zeetos Hautfarbe vor Seite 200irgendwas überhaupt erwähnt wurde, jedenfalls war er in meinem Kopf ziemlich schnell a black man. Die Autoren machen einen großartigen Job, das zu beschreiben, ohne dass es tatsächlich "benannt" wird. Das finde ich fantastisch, weil das einfach zu selten in Büchern passiert!
In dieser Welt im Jahre 2064 gibt es aber scheinbar immerhin keinen Rassismus mehr aufgrund der Hauptfarbe. Das ist ja trotz aller Spannungen zwischen Gruppierungen doch sehr erfreulich.
Dann bin ich mehrmals über "ser" gestolpert. (z.B. Ser war recht unscheinbar.) Zuerst dachte ich, das ist ein Tippfehler. Als es dann immer häufiger vorkam und schließlich auch irgendwann erklärt wird, als Pronomen für jemanden, der sein Geschlecht nicht als weiblich oder männlich festlegen will, ich dann auch noch gegoogelt habe, dass das tatsächlich in LGBTQ Kreisen eine von mehreren Varianten der Pronomens-Findung ist, war ich umso mehr baff. Danke für die Weiterbildung, Herr und Frau Vogt!

3. The fakking world
Ich liebe Mad Max. Ich bin ein riesen Fan von Battle Angel Alita. Diese Welt ist eine Art Mischung aus beidem. Nach Benzin dürstende Wasteland-Toxxers (Eine Bezeichnung für alle Clans und Sekten, die noch Hirachien haben und eigentlich nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind), deren Heiligtum die Maschine ist, dazu die dreckige Sprache einer BAA-Welt. Natürlich kommt da noch allerhand anderes hinzu. Das Autorenteam hat wirklich etwas einzigartiges Geschaffen.

So, und wie soll ich jetzt weitermachen ohne Laylay? Ohne meinen bipolaren Zeeto-Schnucki?
Da muss eine Fortsetzung her, das ist euch schon klar, oder?
Ich war schon immer ein Hoper, aber jetzt erst recht!

Danke an den Heyne Verlag für das fabelhafte Leseexemplar!
Profile Image for Buchdrache.
335 reviews19 followers
July 12, 2021
„Wasteland“ besticht vor allem durch gute Repräsentation psychischer Erkrankungen und eine angenehm gegenderte Sprache. Da beides jedoch keine Handlung trägt, ist der Roman dennoch eher Durchschnitt. Wer generell dystopische Erzählungen mag, wird den Roman sicher als angenehmen Happen empfinden, für alle anderen wird er eventuell etwas fad sein.
Profile Image for R.M. Amerein.
Author 7 books3 followers
May 20, 2020
Wow, was für ein Buch! Eine nicht ganz so ferne Zukunftswelt, welche sich außerdem durchaus so entwickeln könnte. Überzeugende Charaktere, die ich jetzt schon vermisse (Zeeto 😍). Wasteland lässt mich begeistert und auch ein wenig zerstört zurück 😅
Also eine ganz klare Leseempfehlung.
Profile Image for Ingrid.
844 reviews6 followers
January 18, 2024
Eine Geschichte, die erschreckend nah an einer möglichen Zukunft ist.
Das einzige, dass mich ein wenig stört, sind die türkischen Flüche, aber das ist vielleicht dieser nach allen Seiten offen Gesellschaft im handgebundenen Markt geschuldet.
4,5 Sterne aufgerundet
Profile Image for Lihim.
37 reviews1 follower
March 28, 2022
I really liked the plot, but the political correctness feels forced instead of natural. Also I'm not a fan of a character explaining their thoughts in such detail.
Profile Image for Ralf Schneider.
60 reviews1 follower
October 23, 2021
Es passt irgendwie in unsere Zeit, wenn wir darüber nachdenken, wie es wohl werden würde, wenn sich die Menschheit an den Rand der Auslöschung brächte. Auch wenn der Plot von Wasteland so aussieht, als ob er zur Coronakrise geschrieben worden wäre, so entstand er in der Prä-Coronazeit, als uns eine globale Pandemie nur aus der Science-Fiction mit oder ohne Zombieanteilen bekannt und reine Fiktion war.

Wasteland ist ein Roman, bei dem es aber nicht nur um eine hausgemachte Apokalypse geht, sondern um das Überleben in einer Welt und das Mit- bzw. Gegeneinander von unterschiedlichen Ausprägungen neuer Proto-Gesellschaften. Gerade die inselhaft überlebenden Gruppen, die sich nach dem Zusammenbruch voneinander unabhängig entwickelten haben, bieten einem die Möglichkeit, sich in einer Erzählung mehrere Lebensweisen vorstellen zu können.

Die Vögte nutzen geschickt zur Vermittlung der Handlungsstränge die Fortbewegung per Motorrad. Das weckt einerseits Assoziationen zu naheliegenden Endzeit-Vorgängern wie Mad Max oder Terminator, andererseits spiegelt es auch die Unabhängigkeit der Protagonistin Laylay wider. Die Bilder, die man durch andere apokalyptischen Erzählungen in die vielschichtige und spannend erzählte Handlung mitnimmt, halfen zumindest mir, mich topografisch schnell in die Umgebung einzufinden. Sicher, die Anlehnung an Mad Max ist manchmal etwas sehr deutlich, aber gerade in den aufgezeigten Unterschieden wiederum auch sehr hilfreich, eine neue postapokalypische Welt in seiner Fantasie zu erbauen.

Die Vögte spielen auch in diesem Roman mit den Übergängen von Geschlechtern und Sexualität, und tun dies in einer sehr intimen und sensiblen Art, so dass es sich völlig natürlich anfühlt, den Begierden und Gefühlen der Charaktere ohne zu urteilen zu folgen und sich dort mit ihnen zu identifizieren, wo man sich selbst verortet.

Auf der anderen Seite handelt es sich auch um einen Entwicklungsroman, bei dem nicht nur die Überwindung räumlicher Distanz, sondern auch die Überwindung von Grenzen im Kopf eine wichtige Rolle spielen. Die weltumspannende Katastrophe ist zwar schon eine Generation her, nicht aber die Konsequenzen. Noch sind Ressourcen der alten Welt auffindbar, dennoch so rar, dass klar ist: so kann es nicht mehr lange weitergehen. Gerade die Proto-Gesellschaft der Toxxers, die an alten Hierarchien und Modellen festhalten will, zeigt auf, wie wenig zukunftsfähig eine protektionistisch-egoistische Weltsicht ist. Anders die Hopers, deren Mit- und Füreinander, bei denen vermeintliche Außenseiter, die nicht ins „normale“ Schema passen, wichtig sind und ihre Stärke ausmachen. Damit stellen die Vögte unterschwellig die/den Leser*in vor die Wahl, welche Zukunft man sich selbst bauen möchte.

Natürlich ist die Einteilung in Toxxer und Hoper eine binäre Sicht der Dinge, die den Vögten eigentlich so gar nicht eigen ist. Aber durch die elementare Funktion von Außenseitern und vermittelnden Charakteren wird schnell deutlich, dass es auch hier fließende Übergänge gibt, deren Ausarbeitung wir vielleicht bald in der Fortsetzung lesen dürfen.
Profile Image for Elena Knödler.
Author 4 books2 followers
September 27, 2020
Unsichere drei Sterne ... die ersten 150 Seiten hab ich verschlungen. Das Worldbuilding hat mir wirklich gut gefallen und ich fand die Charaktere spannend und nachvollziehbar. Dann verlief der Plot sich für ein paar Kapitel so ein bisschen, was aber in Ordnung war.
Und dann kam ein Twist, den ich persönlich leider einfach nicht so gelungen fand. Es fehlte mir an Foreshadowing dafür. Zumindest hat das den Plot definitiv wieder angezogen.
Ich wäre bei 4 Sternen gelandet ...
Aber das Ende war für mich vor allem thematisch enttäuschend.

JETZT RICHTIGE SPOILER

Dass mir das Buch all die Zeit lang erzählt, dass Hoper zu sein das Richtige ist - und dann die Hoper alle draufgehen, weil sie sich ihrem moralischen Kompass entsprechend verhalten ... Hätte man das nicht anders lösen können? Wieso wird das Buch als Hopepunk verkauft, wenn Hopepunk am Ende für den Untergang der lokalen Bevölkerung verantwortlich ist?!
Es hat mich hart enttäuscht, muss ich zugeben.
Wäre das Ende nicht ... wäre Wasteland jetzt vielleicht eines meiner Lieblingsbücher, unabhängig von den kleinen anderen Problemen. Weil es vieles Großartiges gemacht hat. Aber das Ende kann ich leider nicht ignorieren ...
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Kat.
50 reviews18 followers
January 5, 2021
Wasteland hat mich in vielerlei Hinsicht begeistert. Das Setting ist eine wilde Mischung von Mad Max und Resident Evil. Dabei spielt Sprache eine zentrale Rolle, es kommen viele non-binäre Menschen vor, sowie die Verwendung von neutralen Pronomen ist so selbstverständlich (zumindest auf Seiten der Hopers), dass Wasteland da eine wirklich tolle Vorreiterrolle im Science-Fiction-Bereich übernimmt.

Auch die Darstellung wie eine der Hauptfiguren mit ihrer bipolarer Störung lebt, hat mich in der Umsetzung beeindruckt und dazu gebracht mich genauer damit zu befassen.
Profile Image for Jorogarn.
98 reviews2 followers
June 5, 2023
Wasteland hat mich im zweiten Teil des Buches echt mitgerissen und in den dystrophischen Abgrund gestürzt. Echt genial!
Zeitgleich habe ich Charles Stross Laundry Files gelesen und mich gefragt ob ich auf das deutsche Pendant gestoßen bin. Bin mir nicht sicher muss wohl von beiden noch mehr lesen....
Also lasst euch von Wasteland erst so richtig einlullen und dann geht’s auf die Achterbahn.
Und nochmal: Echt genial!

2023: Auch beim zweiten Mal hatte ich wieder richtig Spaß und habe sogar noch ein paar Extras entdeckt/wiederentdeckt. Bin direkt zum zweiten Buch „LayLay Land“ übergegangen und was soll ich sagen, der wilde Ritt geht weiter.
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