"Es geht um eine Erbschaftssache", sagt Robert Sternberg. Er beauftragt den Privatermittler Georg Dengler, Licht in eine merkwürdige Familienangelegenheit zu bringen. In den Unterlagen seiner verstorbenen Mutter hat er einen Vertrag von 1947 gefunden, in dem sein Großvater das alte Schlosshotel in Gündlingen an die Familie Roth überschreibt. Ohne erkennbare Gegenleistung. "Vielleicht können wir den Kontrakt rückgängig machen", sagt Sternberg. Der Notar, der den Vertrag damals beurkundete, lebt noch. Er rät Georg Dengler von weiteren Nachforschungen ab. "Lassen Sie die Dinge auf sich beruhen", sagt er, "es bringt kein Glück, alles wieder ans Tageslicht zu zerren". Dengler befragt mögliche Zeugen in dem kleinen Ort - und stößt auf eine undurchdringliche Mauer des Schweigens. Schicht für Schicht enthüllt er die Lügen um ein unfassbares Verbrechen in den letzten Tagen des Krieges. Und als er der Wahrheit ganz nahe ist, eröffnen Unbekannte die Jagd auf ihn ...
Wolfgang Schorlau (b. March 1951) is a German writer and author of political crime novels in which he combines criticism of social and political conditions and background research with exciting narrative elements. Several novels have been made into films. Schorlau lives as a freelance writer in Stuttgart.
Wieder ein sehr netter Roman von Schorlau mit Dengler als Hauptcharakter. Wie in Teil 1 hat mir auch hier die Verstrickung und Erzählung von historischen und gegenwärtigen Ereignissen gefallen. Immer noch finde ich einige von Denglers Methoden befremdlich und natürlich wirkt es alles ein bisschen sehr passend, dass man in Chicago natürlich random jemandem begegnet, der mit dem Fall in der Heimat zutun hat. Aber darüber kann man gut hinweg sehen und sich einfach berieseln lassen von der Geschichte.
Zwei Dinge jedoch: ich hoffe inständig, dass die Repräsentation von Frauen in der Reihe sich im Lauf der Bücher noch etwas ändert. Es ginge auf jeden Fall noch schlimmer, aber sehr berauschend finde ich es dann doch nicht. Und in diesem Buch wurde für meinen Geschmack deutlich zu häufig das N-Wort benutzt.
Der zweite Dengler-Roman. Mir gefiel er viel besser als der erste, denn er kommt schneller in Fahrt und Schorlau beschränkt sich diesmal auf zwei Haupthandlungsstränge. Immer noch sind es mehrere "Fälle", die ineinandergreifen, aber dies funktioniert meines Erachtens hier schon viel besser als in "Die blaue Liste". Und es ist wirklich spannend!
Guter, solider Krimi, der durchaus fesselt. Der erste Dengler-Fall hat mir dennoch besser gefallen. Bei diesen zweiten Fall hatte ich oft das Gefühl, dass Schorlau zu krampfhaft versucht, an den ersten Fall anzuknüpfen/beim Leser Erinnerungen an das erste Buch zu wecken. Außerdem hat mich der Wechsel von Gegenwarts- zu Vergangenheitsform (oft mitten im Paragraphen) gestört. Auch die Überschriften der einzelnen Kapitel, die einfach der erste (Teil-)Satz des Kapitels waren, fand ich etwas lieblos. Trotzdem habe ich das Buch innerhalb kurzer Zeit gelesen und kann es als guten Krimi mit interessanter Idee empfehlen.
Türkiye'de yeni basılan Dengler serisinin ikinci kitabı. Yazarın acemilik dönemine denk geldiği çok açık belli oluyor, serinin sonraki kitapları çok daha iyi. Bu kitaptaysa hikayeler pek birbirine bağlanmamış bir halde dururken sayfalarca yazarın blues ilgisine alakasız bir şekilde ortak olmak zorunda kalıyorsunuz.
Ein gut gemachter Krimi, der gut zu lesen ist und wunderbar fließt. Der Autor verbindet gekonnt Geschichte und Gegenwart, auch die Rückblenden störten mich nicht (habe ich sonst nicht so gern, dass der Erzählfluss in der "Gegenwart" gestoppt wird). Auch dass das Privatleben des Ermittlers eine große Rolle gespielt hat, störte mich hier nicht, denn es passte. Aber das ist eine persönliche Hassliebe mit dem Privatleben der Ermittler im Krimi. Schorlau erzählt und beschreibt gut / natürlich, nichts wirkt aufgesetzt und man muss sich nicht einlesen, so wie ich es bei Elisabeth Herrmann immer tun muss, weil sie eigentümliche Metaphern etc. verwendet. Ein gutes Buch und wenn ich mal wieder Lust auf einen deutschen Krimi habe, werde ich durchaus zu wieder zu einem Buch dieser Reihe greifen.
Wolfgang Schorlau schafft es immer wieder politisch aktuelle - und brisante - Themen aufzugreifen und spannend in seinen Krimis zu verarbeiten. So auch hier wieder.
Diesmal musste die braune Vergangenheit der Deutschen wieder einmal herhalten. Nach einer sehr intensiven Phase als Leserin im Teenageralter ist es eigentlich schon lange kein Thema mehr, das ich zum 938. Male in einem Buch sehen will. Doch hier wird tatsächlich eine Perspektive beschrieben, die mir noch recht unbekannt war und unbedingt ans Licht kommen sollte. Und mehr will ich an dieser Stelle auch nicht verraten und es dem Leser selber überlassen mehr zu erfahren. Ich will hier nicht die Spannung kaputt machen, die Schorlau so wunderbar aufgebaut hat.