DER BEGINN EINER UNENDLICHEN ERFOLGSGESCHICHTE: WILLIBALD ADRIAN METZGERS ERSTER FALL!
Der Metzger - ein Original Der Metzger, das ist einer, der alte Dinge liebt. Als Restaurator kennt er die Schönheit eines Gegenstands, wenn dessen abgenutzte Oberfläche eine Geschichte erzählt. Er ist einer, der gerne allein ist, manchmal allerdings ist er auch einsam. Er ist einer, der in der Schule gemobbt wurde, weil er zu klug und zu weich war für die wilden Bubenspiele am Pausenhof. Einer, der gerne Rotwein trinkt, mitunter viel zu viel, und dann fantasiert von den üppigen Rundungen seiner ehemaligen Schulwartin. Denn auch, wenn mit dem Wein manchmal die Melancholie kommt, weiß er um die schönen Seiten des Lebens. Und um die lustigen. Vor allem aber ist der Metzger einer, dem das Verbrechen immer wieder vor die Füße fällt - und ihn zu seinem Leidwesen, aber zur Freude einer großen Leserschaft, zwingt, die gemütliche Werkstatt zu verlassen und Nachforschungen anzustellen.
Der Raab - ein Kultautor Der Raab, das ist einer, der einen unverwechselbaren Stil hat. Schräger Humor, authentische Charaktere, Wortwitz, feine Gesellschaftskritik; vor allem eine extrem gute Beobachtungsgabe und zugleich die Fähigkeit, die Beobachtungen treffend-komisch aufs Papier zu bannen, das ist die Mischung, die ihn so erfolgreich gemacht hat. Beim Lesen ist es zuweilen schwer zu entscheiden, ob man gespannt der Auflösung entgegenfiebern oder sich lieber doch möglichst viel Zeit lassen möchte, um das Lesevergnügen voll auszukosten. Und vielseitig ist er, der Raab - er schreibt nicht nur sehr verschiedene Kriminalromane, sondern auch Drehbücher. Man munkelt außerdem, dass er seine Lesungen zuweilen selbst musikalisch untermalt. Und gerne auch eine Kostprobe von seinem kabarettistischen Potential gibt …
Der erste Metzger-Krimi - ein fulminanter Auftakt Der erste Metzger-Krimi ist einer, der österreichische Krimigeschichte geschrieben hat. Fünfundzwanzig Jahre nach seiner Matura stolpert Restaurator Willibald Adrian Metzger erst in Hundstrümmerl, dann über einen toten ehemaligen Klassenkameraden. Als die Polizei den Hinweisen des Metzgers folgt, ist die Leiche verschwunden. War alles nur ein Produkt von rotweingeschwängerter Fantasie? Nein! Denn am nächsten Tag lässt jemand dem Metzger einen Schuh des Opfers zukommen. Irgendjemand möchte offensichtlich, dass der Metzger eine Spur aufnimmt. Als er das tut, begibt er sich auf eine Reise in seine schulische Vergangenheit. Und dort tauchen noch mehr Leichen auf. Der Metzger muss also nachsitzen. Damit kennt sich der Raab - als ehemaliger Lehrer - schließlich aus.
**************************************************************************** "Mit diesem Buch wurde ich zum absoluten Thomas-Raab-Fan - und bin es bis heute geblieben. Ich kennen keinen anderen Autor, der so genial klugen Humor und düstere Krimispannung miteinander vereinen kann. "
"Ach, der Metzger. Am liebsten möchte man ihn besuchen, einfach an die Tür der Werkstatt von diesem sympathischen Kauz klopfen, und bei einem Glas Rotwein ein Weilchen gemeinsam schweigen. "
Nach seinem abgeschlossenem Studium der Mathematik und Sportwissenschaften unterrichtet Thomas Raab an einem Wiener Gymnasium.
Wird als Quereinsteiger im Literaturbetrieb 2007 mit seinem Debüt-Kriminalroman „Der Metzger muss nachsitzen“ bekannt und für seinen witzig philosophischen Sprachstil sowie seine Lese-Performances geschätzt. Raab lebt als freischaffender Buchautor und Musiker in Wien.
Thomas Raab ist verliebt. Verliebt in Worte und deren Bedeutung.
Vor allem die Bedeutung so ganz im Wienerischen Sinn, die sich dann schon mal über einen kurzen Absatz hermacht und diese Bedeutung ausbreitet vorm werten Leser.
Das Buch habe ich gekauft, nachdem ich irgendwann den Film gesehen hatte, und da hab ich mir gedacht, vielleicht ist das auch ganz witzig, und das war es, und somit kann ich nun die ganze Metzger-Reihe lesen, denn verfilmt wurde ja nicht alles.
Ein sehr guter österreichischer Krimi vollgepackt mit guten Ideen und Humor, ausgedrückt durch die hohe Kunst der excellenten Sprachfabulierung.
In diesem Roman - übrigens der erste Krimi des Autors - ermittelt der Restaurator Willibald Adrian Metzger in seiner Vergangenheit, als er zufällig über die Leiche seines größten Peinigers aus der Schulzeit stolpert. Wunderbar fast wie in einem schwedischen Nesser Roman wird hier erstens die Figur des "Metzgers" entwickelt und gleichzeitig eine traumatische Schulzeit aufgearbeitet, in der der kleine Willibald als Prügelknabe der 8B regelmäßig von allen "Schnitzel geklopft" wurde. Bei der Konfrontation mit der Vergangenheit im Rahmen der Ermittlungen findet Metzger neben neuen Freunden, eine alte Liebe, Verrat, Vertuschung, verkorkste Lebensgeschichten, den Mörder, letztendlich sogar eine sehr wohlwollende Abrechnung mit der Vergangenheit und damit ein völlig neues Selbstbewußtsein. Auch die Auflösung des Kriminalfalls ist wieder wie schon beim zweiten Metzger Roman etwas ungewöhnlich.
Wer von uns denkt nicht gerne daran, im Rahmen eines Klassentreffens alljene wiederzusehen, die uns in grauer Vorzeit gepiesackt haben und als souveräner Sieger vom Feld zu gehen.
Der Protagonist ist Restaurator, das ist mal etwas anderes als die üblichen Polizisten oder Journalisten. Die Story ist durchschnittlich, würde ich sagen. Allerdings ist der Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig.
Sehr verwirrend durch die ganzen Rückblicken und man wird regelrecht überhäuft mit Charakteren. Dies erschwert nur alles und man verliert einfach die Übersicht. Dennoch war die Geschichte selbst ganz gut.
Erstaunlich gut - obwohl das Setup sehr abgedroschen scheint. Hätte ich tatsächlich eigentlich so nicht angefangen zu lesen, aber "Walter muss weg" fand ich ja sehr schön. Hat sich gelohnt. Schöne Charaktere & schöne Schreibe. Plot auch okay. Ich werde den nächsten Teil auch lesen ...
RAAB, Thomas: „Der Metzger muss nachsitzen“, Graz 2007 Ein Kriminalroman, der sich als Hintergrundrahmen ein Klassentreffen ausgesucht hat. Ein Klassentreffen, wie es fast jeder Leser auch im eigenen Leben erlebt hat. Es ist auch nicht übertrieben erzählt. Jeder Leser würde es auch so schreiben. Und in diesem Rahmen wird der Klassenschwächste, der auf den alle eingedroschen haben, den alle verprügelt haben zum Aufklärer, zum Romankommissar. Von Beruf ist er Restaurator – ein sehr genauer Mensch – und durch die Organisation eines Klassentreffens kommt er – mit Unterstützung eines Schulkollegens, der Polizist wurde – in die Rolle des Aufklärers von Morden. Als schon alles geklärt scheint werden die beiden „Kommissare“ selbst noch zu Opfern und das Buch erhält weitere Seiten Verlängerung. Einige der Sprüche aus dem Buch: „ … war die Turnnote mit Abstand die schlechteste in seinem Zeugnis. Wenn die Brutalität des Lebens Zeugnisse schreibt, bleiben nur die Arschlöcher und die Schleimer über, darum geht der Metzger auch nie wählen, weil was soll er sich da aussuchen!“ (Seite 53) „Rotweintrinker sind grundsätzlich gemütlich, solange sie diesen nicht aus einer Dopplerflasche in einen Plastikbecher füllen oder aus einer Tetrapackung saugen.“ (Seite 161) „… dass es beim Siegen nicht darauf ankommt, ob der Gegner gleich stark ist. Es geht ausschließlich ums Siegen! Da würde manch erwachsener Mann auch gegen Kleinkinder Armdrücken, gegen Übergewichtige einen Wettlauf veranstalten und gegen Nichtschwimmer auf Zeit schwimmen.“ (Seite 165) Zum Verhältnis der Männer zu den Frauen sagt er „… so wie die meisten Männer, lässt sich subtil genauso leicht und berechenbar dirigieren, sozusagen ein ferngesteuertes Auto auf zwei Beinen.“ (Seite 174) Zum Verhältnis der Rechtsradikalen zu den Ausländern: „.. ewiggestrigen Rechten … die sich momentan in Mitteleuropa epidemieartig ausbreiten und dabei übersehen, dass ihre eigene Ausbreitung viel lebensbedrohlicher ist als die von ihnen verurteilte Einwanderung so genannter Ausländer,“ (Seite 219/220) „So gut kann ein Wein gar nicht sein, dass er sich nach der dritten Bouteille wahrscheinlich auf Grund akuten Platzmangels im Magen nicht auf den Kopf und aufs Gemüt schlägt.“ (Seite 244) Auf der letzten Seite wird der Autor sehr nachdenklich: „Es gibt Dinge, die weiß man einfach. Auch wenn sie noch gar nicht geschehen sind. Dass wir alle einmal gehen müssen zum Beispiel, nicht nur zur Schule.“ (Seite 286) (Buraimi, 07.01.2011)
Bereits mitte Vierzig ist Willibald Adrian Metzger, man könnte also meinen, er habe die Schulzeit lange hinter sich gelassen. Diese war nicht gerade lustig für den damals dicklichen Metzger, der derjenige war, der in jede Mannschaft als Letzter erwählt wurde. Seltsam, dass ihn sein Arbeitsweg an seiner Schule vorbeiführt und als wollte sich die Zeit in Erinnerung bringen, stolpert der Metzger eines Abends über einen ehemaligen Klassenkameraden. Einen derer, die ihn am meisten drangsalierten. Doch damit ist es nun vorbei, denn der Dobermann ist tot. Entsetzt läuft der Metzger zur Polizei, um gleich die nächste unheimliche Begegnung zu erleben, ihm gegenüber steht sein alter Klassenkamerad Eduard Pospischill.
Nach einigen der Folgebände nun auch zum ersten Band der Reihe vorgedrungen, der bereits verfilmt und im Fernsehen ausgestrahlt wurde, könnte man einige Überraschung empfinden, ob der Schwermut, die die Lektüre verbreitet. Hat der Metzger insgeheim doch unter seiner Schulzeit gelitten, wird er nun in der Mitte des Lebens nochmals mit ihr konfrontiert. Im Guten sowie im Schlechten so scheint es, doch auf jeden Fall muss er sich damit beschäftigen. Mit seiner eigenen Herangehensweise lädt er seine ehemaligen Mitschüler zu einem Klassentreffen ein, anonym natürlich, denn würde er seinen Namen nennen, bestünde doch die nicht unerhebliche Gefahr, dass niemand den Termin wahrnimmt. Erst nach und nach weichen Schwermut und unangenehme Erinnerungen der intensiven Denkarbeit und der Hoffnung auf eine freundlichere Zukunft. Denn bei der Rückkehr in die Schulhallen begegnet er seine fast Jugendliebe Danjela wieder. Als junger Abiturient erschien sie ihm unerreichbar, verheiratet mit dem alten Hausmeister, doch nun verwitwet putzt sie immer noch getreu die alte Schule. Als habe sie dort auf den Metzger gewartet, dass er erscheint, um seiner Vergangenheit zu begegnen.
Es bleibt das Fazit, dass wer den neueren Metzger mit großer Freude und Vergnügen auf sein Lesesofa holt, möglicherweise den Älteren, der eigentlich der Jüngere ist, als etwas träge und gehemmt empfinden wird. Anderen, die die früheren Erlebnisse des Metzgers ergriffen haben, werden die Späteren vielleicht als zu leicht und humorig vorkommen.
Wer bringt einen gelähmten und sprachunfähigen Mann im Rollstuhl um? Kann eine Kommode helfen, einen Mord aufzuklären? Was hat der fast kahle Papagei damit zu tun? Das sind Fragen mit denen sich der Metzger in seinem ersten 'Kriminalfall' zu beschäftigen hat. Wie er nun so durch die Welt torkelt (der Mann hat ein ernstes Alkoholproblem!), ganze Beziehungsknäuels entwirrt, selbst die (platonische) Liebe seines Lebens (wieder-)findet, nach 25 Jahren seine persönlichen Traumata aus der Schulzeit überwindet und darüber mehrfach in ernste Lebensgefahr gerät, ist Lesevergnügen pur. Da mag es Kritiker geben, die eine zu große Nähe zu Wolf Haas monieren, und vielleicht ist der Metzger auch ein klein bisschen zu political correct, um wahr zu sein. Ein Original ist er allemal. Ein Mann mit Ecken und Kanten, dabei gleichzeitig rund und liebenswert. Einer, der anderen Menschen am liebsten aus dem Weg geht, um seine Zeit mit Stilmöbeln zu verbringen. Einer, der aber über sich hinauswachsen kann, um der Gerechtigkeit auf die Sprünge zu helfen. Mehr Metzger braucht die Welt. Ich persönlich freue mich schon auf die anderen Bände. Der neueste erscheint übrigens am 27. Februar.
Willibald Adrian Metzger, a pretty successful restorer who's also rather fond of his daily bottle(s) of wine, quite literally stumbles across a dead body. It being a former classmate of his and gone by the time the police arrive, Metzger is inclined to start digging for the truth himself - even if it means revisiting a past he'd rather not think about.
"Der Metzger muss nachsitzen" is VERY Austrian. The way it's told doesn't leave any doubt as to where it takes place and I think translators would have a very hard time reproducing the exact vibe of this novel. Despite it being a crime story, it isn't graphic or frightening at all, but rather suspenseful and, interestingly, pretty laid-back. It's also almost philosophical at times and offers some social commentary that's both hilarious and on point. Metzger, to me, isn't a particularly likable MC, but a very authentic one and I appreciate it. The story, or rather the relationships within it, are pretty intricate and even though you can kind of guess where things are going at times, there are enough surprises to keep you on your toes.
auf dem heimweg kommt dem metzger ein dobermann in die quere. und der wird nicht der letzte krumme hund aus der vergangenheit sein, der ihm begegnet... inklusive klassentreffen der besonderen art.
thomas raabs metzger kann es durchaus mit dem brenner von wolf haas aufnehmen - feinsinnig, wortwitzig, spannend und gewürzt mit kleinen und größeren philosophischen betrachtungen des alltags. ein liebenswerter außenseiter mit dem gewissen etwas. und dabei mag ich eigentlich gar keine krimis ;)
Irgendwie ein typischer österreichischer Krimi. Ein „komischer Kauz“ stolpert zufällig in einen Mordfall. Noch dazu kennt er die Leiche aus seiner Schulzeit. Die Ermittlungen spielen sich wie ein Klassentreffen ab. Ich fand das Buch recht unterhaltsam. Zu der Reihe gehören noch sechs weitere Bücher. Ich bin gespannt, ob die mit dem Buch mithalten können.