Die Geschichte Irlands war von ihren Anfängen an nicht nur mit der englischen Geschichte, sondern auch mit dem übrigen Europa und später mit der außereuropäischen Welt eng verflochten. Invasionen verschiedener Völker, Englands Kampf um die Herrschaft in Irland und große Auswanderungswellen prägten die Insel in besonderem Maße. Benedikt Stuchtey gibt in diesem Buch einen kompakten Überblick über die Geschichte Irlands, die von langen und blutigen Konflikten, aber auch von einer blühenden Kultur gekennzeichnet ist und in der jüngsten Zeit den Weg zu einem stabileren Frieden eingeschlagen hat.
Gefühlt hab ich für diese 120 Seiten ewig gebraucht…was vor allem daran lag, wie unglaublich komplex die irische Geschichte ist.
Ein super super spannendes Buch, das erklärt, wieso man zum Verständnis des Nordirlandkonflikts nicht nur ins 20. Jahrhundert schauen sollte. Muss ehrlicherweise sagen, zumindest nach Lesen dieses Buches habe ich das Gefühl, dass sicher „schreckliche Taten auf beiden Seiten geschahen“ aber das Verhältnis irgendwie weniger 50/50 als eher so 90/10 zugunsten Großbritanniens liegt- vielleicht wird die Geschichte da von Siegern geschrieben.
Gut gefallen hat mir, wie breit das Buch aufgestellt ist, es wird nicht nur auf (politische) Ereignisse eingegangen sondern auch auf die Entwicklung von Wirtschaftszweigen, Presse, Bevölkerungswachstum usw. Eher schwierig fand ich die Einteilung der Kapitel in größere Überthemen, weil das dazu führte, dass teils große zeitliche Sprünge erfolgten. Ich weiß nicht, wie man das hätte weniger verwirrend gestalten können, aber ich musste echt ständig googeln, warum die Katholiken zur Zeit Cromwells die Monarchie unterstützen etc.
Insgesamt steigt aber die Vorfreude auf mein Auslandsjahr durch das Lesen definitiv!!
Angenehm zu lesen und nicht nur ein politischer und gesellschaftlicher Überblick, sondern geht auch auf Literatur und Theater verstärkt ein. Schade nur, dass es erst im 7. Jhd. beginnt - selbst St. Patrick im 5. Jhd. wird nur in einem Satz erwähnt. Die keltische Zeit, die im Verlauf der irischen Geschichte als Rückgriff so richtig wird, bleibt also komplett außen vor. Außerdem ist das Buch von 2012, es endet also mit der EU und den nordirischen Sitzen im EU-Parlament, was einem heute ein trauriges Schmunzeln abringen kann.
Mh, war mir wie viel zu trocken und auch zu.... zu schnell zu viel Zeiträume abgehandelt. Da blieb wenig hängen vor lauter Jahreszahlen und Namen. Schade!