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Der Judas-Schrein

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Wo Exorzismus und Ritualmorde an der Tagesordnung sind … Kommissar Alex Körner wird mit seinem Ermittlerteam in das abgeschiedene Dorf Grein geschickt. Dort wurde eine verstümmelte Mädchenleiche entdeckt, der mehrere Rückenwirbel fehlen. Schon bald stoßen die Ermittler auf weitere vergleichbare Fälle. Doch ehe die schreckliche Wahrheit ans Licht kommen kann, droht der naheliegende, dank Dauerregen stark angeschwollene Fluss das Dorf von der Außenwelt abzuschneiden. Und das Morden geht weiter...

464 pages, Hardcover

First published January 1, 2008

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About the author

Andreas Gruber

79 books484 followers
Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und lebt als freier Schriftsteller mit seiner Frau in Grillenberg, Niederösterreich. Er hat bereits mehrere erfolgreiche und preisgekrönte Erzählungen und Romane verfasst. Die aktuelle Reihe um den knallharten, aber brillanten Ermittler Maarten S. Sneijder schockiert und fasziniert seine Fans gleichermaßen. Nach Todesfrist und Todesurteil erschien am 15. August 2016 Todesmärchen , der dritte Band der Reihe. Neben der „Todes-Reihe“ um Maarten S. Sneijder erscheint im Goldmann Verlag unter anderem auch die „Rache-Reihe“ um den asthmakranken Leipziger Ermittler Walter Pulaski.

„Schriftstellerei bedeutet für mich, dass ich interessante Figuren erfinden darf, ohne in der Psychiatrie zu landen – und Menschen auf originelle Weise ermorden kann, ohne im Gefängnis zu landen. Aber sonst bin ich ein netter Kerl“, so der Autor Andreas Gruber.

Andreas Gruber begann 1996 mit dem Schreiben und war 1999 mit einer Kurzgeschichte Preisträger des NÖ Donaufestivals. Mittlerweile sind seine Kurzgeschichten in über hundert Anthologien erschienen, liegen als Hörspiel vor oder wurden als Theaterstücke adaptiert. Seine Romane wurden bisher als Übersetzungen in Frankreich, Italien, der Türkei, Brasilien, Japan und Korea veröffentlicht. Der Autor wurde bereits für den Friedrich Glauser Krimi-Preis und zweimal für den Leo Perutz Krimi-Preis der Stadt Wien nominiert. Außerdem ist er Preisträger der Herzogenrather Handschelle und mehrfacher Gewinner des Vincent Preises und des Deutschen Phantastik Preises.

In seiner Freizeit gibt Andreas Gruber Schreibworkshops, ist begeisterter Kinogeher, reist viel mit seiner Frau, spielt leidenschaftlich gern Schlagzeug und wartet bis heute vergebens auf einen Anruf der Rolling Stones.

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28 (13%)
1 star
10 (4%)
Displaying 1 - 29 of 29 reviews
Profile Image for Aleshanee.
1,722 reviews127 followers
April 21, 2020
Beim Stöbern im Luzifer Verlag bin ich auf dieses geniale Cover gestoßen! Die Beschreibung klang richtig spannend und natürlich hat mich die Verbindung zu Lovecrafts Cthulhu Mythos gereizt. Außerdem kenne ich von Andreas Gruber schon die "Rache" Trilogie, die mir sehr gefallen hat, deshalb war ich umso gespannter auf diese überarbeitete Neuauflage.

Gleich vorneweg: mich konnte es sehr begeistern!
Von Anfang an herrscht eine düstere Stimmung, den Alexander Körner, Chefinspektor beim LKA Wien, hat seinen letzten Fall vergeigt und wartet auf eine gerichtliche Anhörung. Um ihn aus der Schusslinie zu bringen schickt ihn seine Vorgesetzte zu einem neuen Mordfall nach Grein im Rosaliengebirge. Obwohl Körner dort aufgewachsen ist, sind das keine guten Vorzeichen, denn er war 27 Jahre nicht mehr dort - seine letzten Erinnerungen prägen ein schreckliches Erlebnis...

Der Mord selbst weist mysteriöse Eigenheiten auf und so beginnt Körner mit seinem Team die Ermittlungen, die ihn immer tiefer in die Geheimnisse des Dorfes treiben.
Die Atmosphäre ist, wie gesagt, von grundauf trist: der ständige Regen, die Kälte, die misstrauischen Dörfler, die Gerüchte über Inzucht und Krankheiten, das alles prägt das Bild eines bedrohlichen Hintergrunds, der Körner zunehmend belastet.

Es beginnt als typischer Krimi mit umfangreicher Ermittlungsarbeit, Details zum Mord und vielen zweifelhaften Erklärungen - bis eine Untersuchung plötzlich alles bisherige in Frage stellt. Auf einmal schleicht sich ein unheimliches Gefühl ein, ein mysteriöses Grauen, das sich immer mehr steigert. Auch wenn das Team immer mehr Hinweise entdeckt und ich als Leser Zusammenhänge erahne, bleibt eine unterschwellige Spannung vorhanden, die mich nicht losgelassen hat.
Vor allem auch durch die kurzen Rückblicke in Ereignisse aus der Vergangenheit schlüsseln das Grauen nach und nach auf, dass das Dorf schon seit längerem heimsucht.

Das Tempo ist ruhig, dafür aber sehr intensiv und zieht einen damit umso tiefer in das Geschehen.

Auch die Charaktere passen sehr gut ins Bild: Alex Körner, der verzweifelt versucht, den Fall zu lösen, um einen positiven Einfluss auf seine Anhörung zu nehmen - gleichzeitig aber mit seiner Verbindung zu diesem Dorf aus seiner Jugend hadert. Auch die anderen Mitglieder aus seinem Team sind interessant skizziert, genauso wie die einzelnen Dorfbewohner, die teilweise ein verstörendes und fragwürdiges Bild hinterlassen. Man weiß nicht, welche Intention sie haben und wer etwas verbirgt, bis am Ende das ganze Ausmaß des Rätsels ans Licht kommt.

Ein dramatisches Finale schließt das ganze perfekt ab und auch das Ende im Epilog ist das Tüpfelchen auf dem I.

Für Fans seiner Krimireihen ist es nur bedingt zu empfehlen, da der Mystery/Horror Anteil hier im Fokus liegt und das ja nicht jedermanns Sache ist.

Weltenwanderer
Profile Image for Tinstamp.
1,100 reviews
July 18, 2020
Wie die meisten von euch wissen, bin ich absoluter Andreas Gruber Fan. Nun habe ich mich erstmals an seinen aus dem Jahr 2005 neu aufgelegten Horrorroman "Der Judasschrein" gewagt und bin genauso begeistert.
In die Stimmung, die in Grein am Gebirge herrscht, brauchte ich mich nicht wirklich einzustimmen, denn kurz bevor ich das Buch zu lesen begann, wurden auch unser Ort überflutet. Und wenn ich aus dem Fenster blickte, sah ich genau dasselbe regnerische und düstere Wetter, wie im Buch beschrieben. Die Stimmung war also schon mal gegeben!

Gemeinsam mit dem Wiener Kommissar Alex Körner, der mit knapp 14 Jahren seinen Geburtsort Grein am Gebirge verlassen hat, kehre ich das niederösterreichische Dorf zurück. Ein spektakulärer Mordfall an einem jungen Mädchen führt ihn und sein Team zurück an dem Ort, den er nie mehr betreten wollte. Vor 27 Jahren hat er ihn nach einem furchtbaren Vorfall verlassen. Zur selben Zeit tritt der Fluss über die Ufer und die Brücke, die aus Grein hinausführt, ist nicht mehr passierbar. Die Lage beginnt sich immer mehr zuzuspitzen....

Es beginnt als typischer Krimi mit Ermtittlungsarbeiten, während die düsteren und rätselhaften Anteile immer mehr zunehmen. Spannung und Mystik gehen Hand in Hand. Körner und seine Kollegen stoßen bei den Dorfbewohnern auf eine Mauer des Schweigens. Diese scheinen ein Geheimnis zu haben, denn sie stellen sich gegen die ermittelnden Polizisten. Zusätzlich fallen Körner und seinem Team einige verstörende Merkmale bei einigenBewohnern auf.

Die außergewöhnliche Verstümmelung weiterer Todesopfer hinterlassen bei Körner und seinem Team immer mehr Rätsel, aber auch ein sehr unheimliches Gefühl. Als Leser rätselt man mit den Ermittlern mit. Seltsame Tagebucheinträge eines Messdieners aus dem Jahre 1864 und weitere Rückblenden ins Jahr 1937 über ein großes Grubenunglück verdichten die gruselige Atmosphäre. Der Spannungsbogen steigt kontinuerlich an. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Diese Stimmung im Dorf und unter den Einheimischen ist die ganze Zeit über greifbar und vom Autor perfekt insziniert. Viele Eigenheiten zeigen aber auch ganz normale Züge. Jeder, der je in ein kleines Dorf zugezogen ist, weiß wie schwierig es ist, dort angenommen zu werden.

Zum Ende legt Gruber noch ein Schäufelchen nach und zieht den Leser in einen Sog des Grauens.

In Anlehnung an H.P. Lovecraft und seinen Cthulhu-Mythos hat Andreas Gruber eine grandiose Geschichte geschrieben, die mich, die eigentlich keinen Horror liest, vollkommen überzeugen konnte.

Fazit:
Mein Ausflug ins Horror-Genre, allerdings mit einem wohlbekannten Autor, hat mir spannende Stunden bereitet. "Der Judasschrein" konnte mich mit düsterer Stimmung, seltsamen Dorfbewohnern, die vor nichts zurückschrecken und einem Vorfall in der Vergangenheit, der das Böse erweckt, überzeugen...einfach grandios!
Profile Image for Marina.
113 reviews137 followers
September 13, 2021
Fantastisch! Wenn ihr mysteriöse Horror-Krimis mögt, bei denen man durchweg ein flaues Gefühl im Magen hat, weil jederzeit ein unerwartetes Grauen um die Ecke kömmen könnte, dann seid ihr hier richtig!
Profile Image for Sabine Kaczinski.
153 reviews3 followers
July 22, 2020
War nicht so meins, obwohl ich die anderen Bücher von Andreas Gruber mag.
Profile Image for SusanneH.
515 reviews38 followers
November 16, 2024
Das hat mich richtig gefesselt. Spannend und gruselig.
Profile Image for Circlestones Books Blog.
1,146 reviews34 followers
June 12, 2020
„Die Tagebucheinträge waren genauso verrückt wie der Fall, in dem sie ermittelten. Womöglich passten die Ereignisse gerade deshalb zusammen.“ (Zitat Seite 328)

Inhalt
Er ist knapp vierzehn Jahre alt, als er seinen Geburtsort Grein am Gebirge verlässt, nun kehrt Kommissar Alex Körner aus Wien nach siebenundzwanzig Jahren als Ermittler in einem Mordfall zurück. Ein Reporterteam hat einen anonymen Hinweis erhalten und entdeckt den brutal zerfetzten Körper eines toten Mädchens. In dem kleinen Dorf stoßen Körner und sein Team auf eine Mauer des feindseligen Schweigens. Gleichzeitig macht ein starkes Hochwasser es ihnen unmöglich, den Ort zu verlassen. Was sie dann im Zuge der Ermittlungen in alten Dokumenten aus dem Jahr 1864 entdecken, widerspricht jeder kriminalistischen Logik und Vorstellungskraft.

Thema und Genre
Dieser Roman ist ein packender Thriller, der gleichzeitig der phantastisch-mystischen Horrorliteratur in der Tradition von H.P. Lovecraft zuzuordnen ist, wobei der Schwerpunkt der Geschichte im Bereich des dunklen, gefährlichen Übernatürlichen liegt. Ein Thema ist auch das Leben der Menschen in einer kleinen, abgeschiedenen Dorfgemeinschaft.

Charaktere
Das Wiener Ermittlerteam unter der Leitung von Chefinspektor Alex Körner kennt einander lange, nur die Kriminalpsychologin Sonja Berger ist erst seit drei Wochen in seinem Team. Die einzelnen Charaktere mit ihren speziellen Eigenheiten sind sehr sympathisch und stimmig geschildert, auch die zwischenmenschliche Komponente fehlt nicht.

Handlung und Schreibstil
Die Geschichte wird in fünf übergeordneten Teilen erzählt, die in Kapitel eingeteilt sind. Zwischen den einzelnen Teilen wird abschnittsweise ein Ereignis erzählt, das im Jahr 1937 stattgefunden hat. Auch ein altes Tagebuch aus dem Jahr 1864, im passenden Schriftbild klar abgegrenzt, spielt eine wichtige Rolle und führt langsam zum Hintergrund der aktuellen Handlung, die im knappen Zeitrahmen von Montag bis Freitag innerhalb einer Woche stattfindet. Dieser Aufbau vertieft die Spannung und ist eine hervorragende Lösung, die den Leser zuerst langsam, dann in einem immer schneller werdenden Tempo vom Thriller direkt in die dunklen Abgründe des atemberaubenden Horrors führt. Die Sprache der Tagebucheinträge passt perfekt in die damalige Zeit und hebt sich im Ausdruck von der aktuellen Handlung ab. Sehr beklemmend sind die sehr anschaulichen, atmosphärisch dichten Beschreibungen der Ereignisse, des Dorflebens und der einzelnen Dorfbewohner, und der Situation vor und während eines starken Hochwassers.

Fazit
Eine packende, beklemmende Mischung aus Thriller und Horror, wobei die düstere, geheimnisvolle Schauer-Komponente deutlich überwiegt. Überraschende Wendungen sorgen für Spannung und intensive Lesestunden bis zur letzten Seite.

Profile Image for JosefineS.
136 reviews6 followers
August 17, 2020
Grubers Ausflug in H.P. Lovercrafts Universum
In einem abgeschiedenen Bergdorf wird eine verstümmelte Mädchenleiche entdeckt. Kommissar Körner und sein Team stellen am sehr merkwürdigen Tatort fest, dass dem Mädchen fasst alle Rückenwirbel fehlen. Irgendetwas passt hier ganz und gar nicht zusammen. Während der Ermittlungen passiert ein weiterer Mord und Kommissar Körner wird klar, dass irgendjemand über Leichen geht um sein Geheimnis zu wahren. Vom Starkregen, dem anschwellenden Fluss und den Bergen im Rücken eingeschlossen, macht Alex Körner sich auf, das Geheimnis zu lüften. Doch diese Grauen übersteigt den menschlichen Verstand bei weitem.
Judasschrein ist die Neuauflage des gleichnamigen, bereits 2005, von Andreas Grubers veröffentlichten Werkes. Die neue Optik macht auf den ersten Blick klar, wo der Autor in dieser Geschichte mit dem Leser hinmöchte. Dass Gruber im Thriller Genre eine Nummer ist, ist oft bekannt. Doch hin und wieder tunkt er seine Feder gern in Horrortinte und versucht sich auch an anderen Geschichten. Judasschrein zählt zu seinen frühen Werken und möglicherweise ist Alex Körner die Urfassung, auf der spätere Protagonisten (Sneijder, Hogart und Polaski) basieren. Trotz der frühen schriftstellerischen Phase, merkt man deutlich, dass Gruber am Werk war. Nur wenige Autoren verstehen sich auf das subtile streuen von relevanten Informationen. Auch das Spiel mit Atmosphäre war ihm damals schon zu eigen. Die düstere Dorfgemeinde, unheilschwangere Stimmung und eine Bedrohung deren Ausmaße kaum jemand begreifen kann. Natürlich schimmern trotz des Talentes die ersten Versuche durch. Die Charaktere hatten alle so einen typischen „Zweck“, der Protagonist wirkt manchmal nicht ganz ausgereift und die glückliche Fügung durfte auch hier und da mal ran, um den Helden zu retten. Alles in allem hat Gruber hier aber mehr Geschick an den Tag gelegt als so manch anderer Autor. Wie er Stück für Stück dem Leser den Background offenbart ließ den Spannungsbogen stetig anschwellen. Der Mix aus Ermittlungen, Rückblicken und geheimnisvollen Tagebucheinträgen war eine sehr gelungene Kombination. Der Schreibstil wie gewohnt angenehm zu lesen. Wenn man den Einstig, bei dem alles zunächst nach 0815 Krimi aussieht, geschafft hat, legt Gruber los und man will das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Man sollte sich jedoch von vorn herein über die Horrorelemente á la H.P. Lovecraft im Klaren sein und sich darauf einlassen können. Wer hier einen typischen Krimi (Bulle- Ermittlungen- Mörder) erwartet, dem könnte Judasschrein too much sein. Wer sich allerdings auf Kreaturen aus dunklen Welten einlassen kann wird an Judasschrein schnell Geschmack finden.
Fazit: Für mich, trotz frühem Werk, ein gelungenes Buch. Man sollte sich allerding auf Mythen von beängstigende Geschöpfe einzulassen bereit sein.
Profile Image for Jürgen Seibold.
101 reviews9 followers
July 18, 2020
Es ist immer wieder erstaunlich, welche Tragkraft der damals nicht gerade als erfolgreich zu betrachtende Autor namens Lovecraft bis in unsere aktuelle Zeit hat. Erneut hat sich mit dem vorliegenden Buch ein Schriftsteller diesem Erbe gewidmet und einen mit lovecraftschen Elementen angereicherten Kriminalroman geschrieben. Dabei handelt es sich um den österreichischen Krimi-Export Andreas Gruber, der mir selbst bis dato eher durch gewisse, frühe Kurzgeschichten ein dezenter Begriff war. Mir ist aber bewusst, dass Gruber mittlerweile bei Krimifans ein sehr hoch angesehener Name geworden ist.
Nun also ein Versuch, Ermittlungsmaßnahmen in einem abgeschiedenen Dorf darzulegen und dabei auch noch die Kurve zu einem Meister der phantastischen Horror-Literatur zu bekommen. Ein hehrer Ansatz, da üblicherweise Krimifans eher die Finger von allzu brutalen Erzählungen und gleichzeitig Grusel- oder gar Horrorfans die Finger von zu brav erzählten Fällen weglassen.
Andreas Gruber versucht dennoch diesen schwierigen Brückenschlag und erzählt im Großen und Ganzen eine interessante Geschichte mit einem geschickt aufgebauten Plot. Zum Ende hin zusätzlich gewürzt mit einem dezenten Twist, der einem Lovecraft gerecht wird und der gesamten Geschichte noch ein kleines i-Tüpfelchen aufsetzt.
So positiv dies alles klingt, schaffte es der Autor dennoch nicht, mich gänzlich von seiner Geschichte und deren Darbietung zu überzeugen.
Insbesondere der lange und recht spannungsbefreite Kriminalplot bis weit über die Hälfte des Buches hinaus ließ mich immer wieder überlegen, ob ich das Buch nicht einfach für beendet erkläre. In diesem Fall interessierte mich jedoch stark die weitere Entwicklung und ganz besonders wollte ich wissen, wann denn nun die Welt Lovecrafts ihren Auftritt findet.
Sehr spät zeigt sich das Grauen und viel zu rasant wurde das Ende der Geschichte eingeläutet und abgehakt. Trotz dem kommenden Grauen im Fahrwasser von H.P. Lovecraft konnte mich die Geschichte durch ihren langen Vorlauf und dem intensiven Festhalten am Krimigenre nicht mehr überzeugen. Darüber hinaus könnte es in meinen Augen für reine Genreleser etwas schwierig werden: Den einen wird es zu starker und zu fantastischer Tobak - den anderen ist der Plot zu sanft. Somit nicht Fisch, nicht Fleisch, was ich außerordentlich schade finde, da Andreas Gruber sehr gut erzählen kann und man merkt, dass er sich auch in der Welt des Lovecraft ausreichend auskennt.
In meinen Augen war es eine nette Unterhaltung mit leider zu viel Längen, dafür einem zu rasant abgespulten Ende - im Gegenzug dazu ein sehr interessantes Setting und eine grundsätzlich gute Idee.
hysterika.de/18.07.2020
Profile Image for Stella Delaney.
Author 9 books7 followers
May 10, 2020
Die Kombination aus düsterem Krimi und Grusel-/Horrorelementen ist etwas, das ich wahnsinnig gerne lese - aber kaum finde (wenn jemand Tipps hat, sehr gerne).

Daher habe ich dieses Buch natürlich sofort bestellt (und war überrascht über seine Existenz, kannte ich doch Andreas Gruber bis jetzt in erster Linie als Krimiautor).

Auf den ersten Seiten dachte ich noch "Oh je ...", da es mir schwerfiel, in die Geschichte hineinzukommen (der Protagonist macht es einem am Anfang nicht ganz leicht) und ich zudem eine "Arbeitskollegen-Romanze" befürchtete.

Doch nach einer Weile war ich völlig in der Geschichte - dank der speziellen, sehr beklemmenden Atmosphäre.

Ja, die Geschichte hat ihre Längen (ich finde aber z.B. die Rückblicke, die manche als negativ erähnen, durchaus als passend - sie tragen vor allem zu Atmosphäre bei), und ja, maches ist zum Ende hin nicht mehr so ganz logisch oder gut aufgebaut wie am Anfang.
Und das Ende selbst ist definitiv Geschmackssache. Meins ist es leider nicht so ganz - obwohl ich grundsätzlich nichts gegen diese Art von Ende habe (ja, ich formuliere spoilerfrei!), passt diese spezifische Gestaltung für mich nicht zur Geschichte. Ich hätte mir mehr Details, mehr Erklärung gewünscht. Aber das ist natürlich eine persönliche Ansicht.

Auch die Bezeichnung "Horror" mag für eingeleischte Fans des Genres nicht ganz zutreffen. Ja, es hat gewisse Elemente der klassischen Horrorgeschichte (Lovecraft), aber in der heutigen Zeit wäre "Grusel" wohl eine treffendere Bezeichnung. Oder düsterer, übernatürlicher Krimi.

Trotz meiner Kritikpunkte habe ich die Geschichte gerne und mit Spannung gelesen, und kann sie jedem Fan von düsterem Krimi-Grusel nur empfehlen!
Profile Image for Bernhard Neubacher.
58 reviews13 followers
June 11, 2020
Das war unerwarteterweise ziemlich knapp am DNF vorbeigeschrammt...

Das Buch ist ein bisschen so als würde man sich Paranormal Activity ansehen: spannungstechnisch könnte man sich mehr als die Hälfte des Filmes sparen und nachdem sich dann die in der Küche hängende Bratpfanne auf ominöse Weise von selbst bewegt hat, ist es auch fast schon wieder vorbei mit dem Spuk.

Genau so fühlt es sich hier auch an - es passiert in den ersten 250 Seiten des Buches so dermaßen wenig, dass es mir schwergefallen ist überhaupt weiterzulesen - sicher, die Atmosphäre ist gut und stimmig beschrieben, aber mit Ausnahme von ein paar wenigen spannenden Abschnitten herrscht gähnende Leere, wenn es darum geht dem Leser Grauen einzuflößen oder die Nackenhaare aufstellen zu lassen, schließlich versteht sich das Buch als Horror/Mystery-Krimi, Spannung und Fahrt will die dahinplätschernde Handlung erst gegen Ende aufnehmen.

Hinzu kommt noch, dass ich mit dem Protagnoisten in keinster Weise mitfühlen kann, da aufgrund seines Wesens einfach keine Sympathie aufkommen will - ganz schlimm sind die im Buch auch so dargestellten alten Schriften - Ja, es streut ein bisschen Flair in die Handlung, die Schrift ist aber viel zu anstrengend zu lesen - Nein, ich bin keine 85 Jahre alt.



Fazit:

Weniger ist oft mehr, wie auch in diesem Fall - der äußerst zähe und schleppende Anfang nimmt der durchaus interessanten Geschichte den Wind aus den Segeln und hinterlässt, zumindest bei mir, keine Gänsehaut - Schade, ich hatte mir wirklich sehr viel erwartet!


Profile Image for Simon.
127 reviews
September 4, 2018
Überraschend gute Mischung aus Kriminalstory und übernatürlichem Horror. Bisweilen ein wenig vorhersehbar, und ein paar Stellen sind auch nicht so gut gelungen, aber die Geschichte fängt sich jedesmal wieder. Ich hatte mir nicht viel davon erwartet, insbesondere nach dem Hörbuch "Das Eulentor" von Gruber, fand mich aber so gefesselt und gut unterhalten, dass ich das Buch trotz seiner Länge in nur wenigen Tagen durchgehört habe.
Sicherlich nicht die innovativste Story, aber sie hat ein paar schöne Twists. Außerdem ist sie stylistisch recht gut gemacht, und insgesamt gut geschrieben. Daher durchaus zu empfehlen.
Ich würde sie sowohl als Text als auch als Hörbuch empfehlen (der Sprecher macht seine Sache ziemlich gut).
Profile Image for NiWa.
526 reviews9 followers
June 19, 2020
FEINER ÖSTERREICHISCHER HORROR-ROMAN

Im kleinen Ort Grein am Gebirge wird ein junges Mädchen tot aufgefunden. Die Leiche ist grausamst zugerichtet, und die Ermittlungen für Kommissar Körner und sein Team gestalten sich schwieriger als geahnt.

Obwohl Autor Andreas Gruber eher für seine Krimis und Thriller bekannt ist, hat man mit "Der Judas-Schrein" einen exzellenten Horror-Roman in der Hand.

Ich liebe Horror-Literatur und ich mag die Bücher von Andreas Gruber. Außerdem hat mich das Setting um das Dorf Grein am Gebirge sofort angesprochen. Die Ortschaft klingt für mich als Österreicherin vertraut und die regnerische Atmosphäre verspricht eine düstere Lesezeit.

Es beginnt wie ein normaler Krimi. Eine Leiche wird gefunden, die Kripo gerufen und Ermittlungen aufgenommen. Allerdings wendet sich das Blatt rasch, wenn man gemeinsam mit der Polizei den Tatort betritt. Das Mädchen ist arg verstümmelt, sodass sogar mehrere Rückenwirbel fehlen.

Es liegt an Körner und seinem Team, den Mord aufzuklären. Jedoch wehrt sich die hiesige Bevölkerung gegen Einmischung von außen und die Menschen sehen sich vom bevorstehenden Hochwasser bedroht.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Greins Dorfgemeinschaft und wie sie sich gegen Eingriffe von außerhalb stellt. Meiner Meinung nach hat Andreas Gruber den ländlichen Zusammenhalt, die Sturheit und die rohe Skepsis der hiesigen Bevölkerung perfekt in Szene gesetzt. Es wirkt wie aus dem Leben gegriffen, wenn jeder Fremde zweifelnd beäugt und als Eindringling betrachtet wird.

Kommissar Körner sind ländliches Gebaren und die Ortschaft Grein am Gebirge nicht fremd. Er selbst hat hier seine Kindheit verbracht. Deshalb kennt er die Strukturen und die Verhältnisse. Dennoch fällt es ihm schwer, in dem Dorf zu ermitteln, weil er seither jeden Gedanken daran vermied.
Körner und sein Ermittlungsteam haben mir ausgezeichnet gefallen. Allesamt wirken sie real, zwischen den Kollegen läuft der österreichische Schmäh und sie versuchen, den Mord aufzuklären, auch wenn sie dabei an ihre Grenzen stoßen.

Nach und nach ergeben sich merkwürdige Details, die nicht ins Bild passen. Abgesehen von der Todesursache erregt eine seltsame Vorrichtung am Tatort das Interesse, dabei ist der Tathergang selbst äußerst mysteriös, weil bisher keine Theorie Sinn ergibt.

Dadurch sind Spannung und Rätselcharakter gegeben, die von weiteren Perspektiven ergänzt werden. Der Leser taucht im Jahr 1937 ins Bergwerk ab, wo man die Kumpel in den Untergrund begleitet, und es wird ein Tagebuch entdeckt, das die furchteinflößenden Erfahrungen eines Mesners beschreibt. Doch wie hängt das alles zusammen?

Die Atmosphäre verströmt Weltuntergangsstimmung. Es regnet, und regnet, und regnet. Das Wasser bahnt sich seinen Weg, es ist dunkel, düster, feucht. Die Greiner arbeiten auf Hochtouren, um dem Hochwasser die Stirn zu bieten. Dennoch ist das Dorf bald von der Außenwelt abgeschnitten und die Beamten sind auf sich gestellt.

"Der Judas-Schrein" ist allein durch Lokalkolorit und düsteres Ambiente exzellent erzählt. Diese nass-triste Stimmung schwappt auf den Leser über, man fühlt die Feuchtigkeit in der Kleidung, wischt sich Tropfen aus dem Gesicht, und wickelt sich in eine Decke, damit man das Zittern unter Kontrolle hält.

Dabei verwendet Gruber bekannte Horror-Elemente und platziert sie in einem unschuldigen Dörfchen, wo das Grauen aus dem Boden kriecht und die Angst vom Himmel fällt. Das ist meiner Meinung nach ganz großartig eingefädelt, weil so manche ländliche Ortschaft von sich aus Schaueratmosphäre verströmt. Gruber hat amerikanischen Southern Gothic nach Österreich geholt, und daraus ein famoses Horror-Werk - in Anlehnung an den monströsen Lovecraft - kreiert. Herr Gruber, ich hätte bitte gern mehr davon!

Abschließend bleibt zu sagen, dass mich „Der Judas-Schrein“ gefesselt und gegruselt hat. Authentische Figuren, düstere Regenatmosphäre und beklemmendes Dorfambiente sorgen für schaurig-geniale Lesestunden, die ich jedem Horror-Leser nur wünschen kann.
Profile Image for anna-lena.
155 reviews2 followers
July 20, 2025
it probably does not help my rating that i have listened to the audiobook in the evenings to fall asleep, i missed some scenes as well as other parts just being confusing.
i loved the chapters that happened in the past, but at the same time the epilogue felt like such a disappointment and the big bad evil/plot twist being what it was, was just... mediocre? i probably would've liked a supernatural cult issue more than what it actually was. the narration was fun but at the same time the characters were so unlikeable
5 reviews
June 9, 2020
Gleich ob Krimi, Thriller, Science Fiction oder Horror, Andreas Gruber kann toll erzählen und hat auch gute Ideen. So auch hier bei seinem älteren Werk, das er für eine Neuveröffentlichung nochmal gründlich überarbeitet hat. Er kreiert hier eine äußerst düstere und depressive Stimmung und ein mal mehr, mal weniger deutliches Grauen, das eines Lovecraft würdig ist.
Profile Image for Judith E.
90 reviews
April 29, 2021
Das war wohl nix! Der Anfang war ja noch recht vielversprechend, aber dann zog es sich so unendlich. Zwei verschiedene Rückblende, in denen nicht wirklich etwas passier, ziehen die Geschichte so, dass es nur noch nervt. Den Schluss hab ich nur noch überflogen. War mir einfach alles zu viel an Geschehnissen.
Profile Image for Marc M..
13 reviews1 follower
February 27, 2022
Sehr schöne Homage an den kosmischen Horror von H.P. Lovecraft in einem halbwegs modernen Setting (Österreich halt…) was dennoch den herrlich düsteren, siffigen Insmouth-Charme transportiert (Österreich halt…) und bis auf ein etwas holpriges Ende hin ein reinstes Lesevergnügen bietet.

Ich hatte viel Spaß beim Lesen!
Profile Image for Ken.
460 reviews11 followers
November 27, 2024
Das Buch hatte Potential, aber die Umsetzung war mäßig. Vor allem die Charaktere waren sehr schwach. Komplett überzeichnet und irrational. Dabei gefiel mir die Geschichte wirklich gut und man hätte so viel mehr daraus machen können.
51 reviews
October 18, 2025
Ich habe einige Thriller von Andreas Gruber gelesen. Dieser Roman ist ein Buch zwischen Krimi, Fantasie und Horror. Da musste ich dann öfters mal durchatmen und die letzten ca. 150 Seiten in einem Rutsch lesen. Jetzt muss ich mich von diesem Buch erholen!!@@, hoffentlich ohne Alpträume.....☆☆☆
Profile Image for David Patzke.
19 reviews
July 29, 2020
Schöner langsamer Aufbau, bis zum Finale. Lovecraftische Stimmung wurde gut eingefangen.
Profile Image for Michaela.
26 reviews2 followers
January 11, 2021
Ich mag Andreas Gruber sehr, aber das Buch ist so gar nicht meins gewesen
Profile Image for Frederick Elter.
15 reviews
January 5, 2015
Nachdem ich von "Rachesommer" und "Herzgrab" begeistert war, hab ich dann den "Judas-Schein" gelesen! Leider hat mich dieses Buch gar nicht überzeugt. Die Mischung aus Fantasy-Roman und Krimi war irgendwie nichts für mich.
Ganz abgesehen davon fand ich diese langatmigen Rückblicke auf das Jahr 1937 ziemlich überflüssig!
Displaying 1 - 29 of 29 reviews

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