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Böse Delphine

Halina studiert Geschichte und arbeitet im Buchkiosk am Zürcher Flughafen. Im Transitbereich beobachtet sie die Schikanen der Vorgesetzten und die Solidarität unter Angestellten. Mit Freunden aus der Akademikerwelt besucht sie Konzerte, Partys und Vernissagen. Doch nirgends fühlt sie sich ganz zugehörig, überall entdeckt sie Absurditäten im scheinbar Normalen. Und auch in der Liebe läuft so einiges aus dem Ruder, dabei fängt es so gut an mit Elias, dem charmanten Archäologen und perfekten Schwiegersohn.

Julia Kohlis quirlige Milieusatire geht quer durch die Gesellschaft. Leichtfüssig vermittelt sie das Lebensgefühl einer Generation zwischen Coolness und Verlorenheit, zwischen Ironie und Intimität.
Julia Kohli erzählt nüchtern, genau und mit souveränem Witz. Sie verzichtet auf psychologische Erklärungen und vermittelt ohne jedes Pathos das Lebensgefühl einer Generation zwischen Coolness und Verlorenheit, zwischen Ironie und Intimität.
Der Roman wurde 2018 mit dem Studer/Ganz-Preis für das beste unveröffentlichte Prosadebüt ausgezeichnet.

190 pages, Kindle Edition

First published March 26, 2019

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About the author

Julia Kohli

5 books1 follower

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Community Reviews

5 stars
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6 (12%)
1 star
2 (4%)
Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for aiyanaurora.
21 reviews1 follower
June 4, 2019
Ein amüsanter, scharfsinniger Roman über bescheuerte Menschen.
Profile Image for Conny.
649 reviews89 followers
September 7, 2019
Halina lebt in Zürich, studiert Geschichte und jobbt im Bücherkiosk am Flughafen. «Böse Delphine» erzählt episodenhaft aus einem Sommer – von abstrakten Hipster-WG-Partys in Villen am See, von fragwürdigen Kunstevents (fleischige Geschlechtsteile sind ein Muss), dämlichen Kunden am Kiosk und ein paar Dates, denen zwar optimistisch entgegengeblickt wird, die sich aber als äusserst tiefer Griff ins Klo entpuppen. Das Ganze bleibt eher seicht, ist aber höchst unterhaltsam geschrieben – nicht nur einmal formuliert Halina Gedanken, die ich genau so auch immer mal wieder habe. Als kurzweilige Sommerlektüre also allemal empfehlenswert – und mit schönem Zürich-Touch!
Profile Image for vvn.
106 reviews2 followers
April 5, 2021
Ein Sommer in Zürich, eine orientierungslose Endzwanzigerin, die in ihren Semesterferien am Flughafen in einem Bücherkiosk jobbt - nicht arbeitet - und sich fragt, ob sie nicht eine falsche Entscheidung nach der anderen getroffen hat. Sie bewegt sich zwischen alternativen Künstlerkreisen (übergebildet und selbstgefällig) und Bünzlischweizern im Ferienstress (einfältig und rücksichtslos) und will so nirgends recht dazupassen. Viel lieber lässt sie sich darüber aus, was (und wen) sie alles nicht ausstehen kann. Das ist am Anfang so und das ist am Ende so, mit dem feinen Unterschied dass sie endlich damit beginnt, sich über die Autobiografie ihres Grossvaters mit ihrer eigenen Identität (ein Wort, an dem für sie etwas Ranziges haftet) auseinanderzusetzen. Julia Kohlis Schreibstil ist frisch und das Buch liest sich flüssig, doch der Nihilismus der Protagonistin ist schwer zu ertragen.
Profile Image for Anna.
630 reviews46 followers
January 23, 2020
Böse Delphine ist das erste Buch, das ich unmittelbar als klassische Erzählung der end-20er Akademikerin gelesen und genossen habe. Das liegt vermutlich auch daran, dass es an vielen Stellen genau über meine Lebenserfahrung passt, ohne dabei zu klischeehaft zu werden.

Von den langen Nächten der medialen Selbstoptimierung, einer plötzlichen Verknalltheit, die sich durchs Kennenlernen ebenso plötzlich verändert, über die fast träumerische Perspektivlosigkeit und gleichzeitige Ablehnung der Lebensentwürfe anderer bis hin zu der fast pathologischen Verkopftheit spiegeln sich Erfahrungen, die zu meiner Generation gehören. Der einzige Grund, keine 5 Sterne zu geben, ist dann auch, dass es zu gut in meinen Erfahrungshorizont passt - es fehlt das überraschende Element. Auf seine Weise ist das Buch fast seicht - aber das auf eine unheimlich treffende Art

Julia Kohli findet ansonsten die richtige Sprache und den richtig Ton, sodass man das Buch erst aus der Hand legt, wenn es ausgelesen ist.
Profile Image for Anna.
37 reviews7 followers
February 28, 2026
Zuallererst: Ich kann die kritischen Stimmen, die von einer misanthropischen Hauptfigur und von der grotesken Skizzierung privilegierter Elite Künstler berichten, absolut nachvollziehen, muss jedoch sagen, dass das auf der Metaebene des Romans stimmig ist.

Halina schreibt eine Seminararbeit über Autobiografie und Performance, und lebt gleichzeitig genau das, was sie theoretisch untersucht. Ihr eigenes Leben wird zur Inszenierung. Sie beobachtet sich beim Arbeiten im Buchkiosk, ihre Performance mit Elias und ihre romantischen Tagträume, beim Zweifeln, ohne wirklich einzugreifen. Diese permanente Selbstbeobachtung ist kein Nebenthema, sondern das strukturelle Prinzip des Buches.

Somit sind die überspitzten Darstellungen nicht bloße Abwertung, sondern vielmehr ein Abgrenzungsmechanismus. Halina erschafft ihre Identität, indem sie sich extrem von anderen distanziert und abhebt. Denn wenn man nicht weiß, wer man ist, definiert man sich über Negation, über extreme Abwertung, um klare Kategorien zu schaffen. Dieser Stabilisierungsakt wird somit ebenfalls Teil der Performance und Autobiografie.

Auch den privilegierten Schwebezustand kann man nicht ignorieren, und ich würde lügen, wenn ich mich darin nicht wiedererkennen würde: verloren genug, um an sich zu zweifeln, aber abgesichert genug, um sich dieses Verlorensein leisten zu können. Der Alltag meiner Generation wird realitätsnah nachgezeichnet, YouTube Doomscrolling und Tagträumen über die große Liebe, auf Events mehr gesehen werden als echte Aufmerksamkeit zu erfahren, chronische Leere und Langeweile, lieber zu Hause bleiben, als sich den Blicken anderer auszusetzen.

Was ich gar nicht mochte war, wie hier auch schon berichtet wurde, die Kriegsgeschichte des Großvaters, die viel zu spät und nahezu sinnfrei in das Buch eingefügt wurde, offenbar um möglichst viele politisch relevante Themen abzudecken. So zumindest wirkte es auf mich.

Am liebsten mochte ich die Dynamik zwischen ihr und Elias. Die anfängliche Romantisierung mündet in Entzauberung. Eine meiner Lieblingsszenen: sie versucht, ihn entzückt anzuschauen, und muss zugleich den Impuls unterdrücken, ihm gegen das Bein zu treten.
Oder: sie erkennt, dass Elias ein guter Fang ist, und fragt sich gleichzeitig, ob er vielleicht doch einfach nur ein Vollpfosten ist.

Performance par excellence, lieber Verliebtsein spielen, als es tatsächlich zu sein. In diesem Buch geht es nicht um große Dramen, sondern um Momente innerer Distanz durch maximale Selbstbeobachtung. Und ganz ehrlich, diesen Impuls hatte ich bei Männern auch schon oft, da bin ich ganz bei ihr.
Profile Image for Blitzsche.
99 reviews1 follower
August 1, 2019
Habe das gerne gelesen, wie ein Backflash in die eigene Studienzeit. Wie lernen wir die Liebe? Sehr gelungen ist die Phase des Kennenlernens und dann merken, dass es eben doch nichts ist (bis zu Hassgefühlen). Schön, wie Zürich eingebunden wird. Sympathische Hauptfigur, Halila, mit ihren schrägen Gedanken, ihrem doofen Nebenjob im Flughafenkiosk. Was etwas nervt: ihre queeren Kolleg*innen und das Gesülze untereinander. Aber, auch das gibt es genauso in Zürich. Insofern alles gut getroffen. Die Story des Grossvaters, der den Krieg als Akteur erlebt hat, im Gegensatz zum In-den-Tag-Leben im heutigen Zürich kommt etwas zu kurz. Das letzte Kapital hat mich dann leider enttäuscht, typischer Technoschuppen, Du-lebst-nur-einmal-Blabla. Sonst hätte ich gerne noch weiter gelesen, Teil 2, 3, 4, bis zur Sesshaftigkeit.
3 reviews
August 3, 2024
Böse Delphine ließt sich wie der Anfang eines Buches, der eine Ausgangslage schildert und wo dann aber noch etwas passiert. Nur, dass es hier bei der Ausgangslage bleibt. Die Beschreibungen sind toll, ein paar sehr schöne Sätze sind dabei, ansonsten bleibt die Geschochte in ihrer Dramaturgie ziemlich seicht. An Stellen, an denen man sich wünschen würde, dass es tiefer ginge, bleibt die Erzählung oberflächlich, wie zum Beispiel in den Neurotischen Momenten der Protagonistin. Manche Erzählstränge werden nicht aufgenommen, die ich interessanter gefunden hätte, als wieder einmal eine Frauengeschichte zu lesen in dem nur spannend ist, wen sie dated.
Profile Image for Majca.
265 reviews13 followers
January 14, 2025


Er musste schliesslich nicht gleich wissen, dass mich die Vorstellung, mit einem aus puddingartiger grauer Materie bestehenden Gehirn zu denken, jeden Tag von neuem erschaudern liess. Und dass es mich faszinierte, dass mein Schaudern über diesen Pudding aus dem Pudding selbst kam. Und dass ich jeden Tag über das Leben staunte, jeden Tag über mein Gesicht im Spiegel strauchelte. Nicht weil ich es hässlich fand, sondern nur weil es mit mir in dieser Welt existierte. Weil ich existierte.



3.5 ★
I'm literally just a privileged girl in Zurich
Profile Image for Gutenbuchclub.
23 reviews8 followers
January 9, 2021
So arglos die Lektüre von „Böse Delphine“ von Julia Kohli aufgrund der Abgeklärtheit des Textes zunächst erscheinen mag, so ernst ist doch der Kern der Erzählung. Den roten Faden strickt nicht weniger als die Frage danach, was auch von jungen Menschen in Beziehungen erwartet werden kann und was die Grenze zum Missbrauch überschreitet. Wenn das geschieht, stellt es der Text unmissverständlich klar und lässt keinen Raum für Zweifel.
Profile Image for Marina.
222 reviews5 followers
April 17, 2022
Man neigt sich der 30er Marke zu, und hat noch immer keinen Plan, was man mit seinem Leben anfangen soll. Genau so geht es Halina, der Protagonistin im Buch. Wird sie die Kurve kriegen? Oder dem lauten Rausch namens Zerstreuung nachgeben? Muss man einen genauen Lebensplan haben? Und ist es wirklich so schlimm, noch etwas "zu leben" bevor man erwachsen wird? Wieso nicht einfach noch ein bisschen länger bleiben und sich an der Langstrasse in Zürich verlieren?
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