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180 Grad Meer

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Nachdem ihr Vater die Familie verlassen hat, ist Jule mit ihrem Bruder und ihrer selbstmordgefährdeten Mutter aufgewachsen. Als Erwachsene hat sie sich einen Alltag geschaffen, in dem sie alles nur noch irgendwie erträgt: ihren Job als Sängerin, die unzähligen Anrufe ihrer Mutter, den ganzen Hass in ihr, der sie fast verschwinden lässt. Als auch ihre Beziehung zu bröckeln beginnt, flieht sie zu ihrem Bruder nach England, auf der Suche nach Ruhe und Anonymität.
Doch dort trifft sie auf ihren Vater, der im Sterben liegt. Zaghaft beginnt Jule einen letzten Versuch, sich dem Mann anzunähern, von dem sie sich ihr Leben lang im Stich gelassen gefühlt hat.

Eine tragikomische Road-Novel über das komplizierte Verhältnis zu den eigenen Eltern und den Wunsch, Urlaub von sich selber machen zu können.

270 pages, Paperback

Published April 1, 2017

17 people are currently reading
317 people want to read

About the author

Sarah Kuttner

12 books203 followers
Sarah Kuttner wurde 1979 in Berlin geboren und arbeitet als Moderatorin. Sie wurde vor allem mit ihren Sendungen "Sarah Kuttner – Die Show" (VIVA) und "Kuttner." (MTV) bekannt. Zuletzt war sie in der ARD mit "Kuttners Kleinanzeigen" zu sehen.
Ihre Kolumnen für die Süddeutsche Zeitung und den Musikexpress sind im Fischer Taschenbuch Verlag erschienen. Nach "Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens" und "Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart" hat sie nun ihren ersten Roman "Mängelexemplar" veröffentlicht. Ihr zweiter Roman "Wachstumsschmerz" erschien am 25.11.2011.

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Community Reviews

5 stars
212 (20%)
4 stars
429 (42%)
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294 (28%)
2 stars
62 (6%)
1 star
22 (2%)
Displaying 1 - 30 of 91 reviews
Profile Image for Booklunatic.
1,118 reviews
March 6, 2016
4 - 4,5 Sterne

Ich suche noch nach den richtigen Worten für einen Eindruck... Erster Versuch: Was mir wieder sehr gut gefallen hat, war, wie Sarah Kuttner Gefühle und Gedanken beschreibt, von denen ich bisher dachte, es wäre nicht möglich, sie zu beschreiben. Gefühle abseits von Freude, Fröhlichkeit, Trauer und Schmerz - Gefühle, die eben vielmehr irgendwo dazwischen liegen. Das hat sie in meinen Augen wieder ganz famos gemacht. Die Story ist eine sehr ruhige und die Protagonistin eine keineswegs gefällige, dennoch kommt keine Langeweile auf. Auch wenn Kuttner generell keine LilaLaune-Geschichten schreibt (...die ich in dem Fall wohl auch kaum lesen würde), empfand ich dieses Buch doch als ihr bisher düsterstes. Man wünscht sich ein bisschen das von ihr lakonisch beschriebene Indiefilm-Ende, andererseits ist es nur logisch, dass es eben dieses so nicht gibt. Der Schluss, so wie er war, hat mich auch berührt.
Profile Image for Patrizia.
349 reviews17 followers
January 10, 2016
Worum geht es?
Nachdem ihr Vater die Familie verlassen hat, ist Jule mit ihrem Bruder und ihrer selbstmordgefährdeten Mutter aufgewachsen. Als Erwachsene hat sie sich einen Alltag geschaffen, in dem sie alles nur noch irgendwie erträgt: ihren Job als Sängerin, die unzähligen Anrufe ihrer Mutter, den ganzen Hass in ihr, der sie fast verschwinden lässt. Als auch ihre Beziehung zu bröckeln beginnt, flieht sie zu ihrem Bruder nach England, auf der Suche nach Ruhe und Anonymität. Doch dort trifft sie auf ihren Vater, der im Sterben liegt. Zaghaft beginnt Jule einen letzten Versuch, sich dem Mann anzunähern, von dem sie sich ihr Leben lang im Stich gelassen gefühlt hat.
(via S. Fischer)
____________________
Wie hat es mir gefallen?
Ich mag Kuttner's Geschichten deshalb so gern, weil sie das ungeschönte Alltagsleben erzählen, in dem sich womöglich jeder Mensch meiner Generation wiederfinden kann und sich oftmals vielleicht auch denkt:"Das könnte locker ich sein!". Dabei wird in einem Stil erzählt, der sprachlich nicht näher an mir dran sein könnte. Die Worte sprudeln eben so, wie es gerade in den Kopf kommt, so als würde man sich mit seiner Leserschaft zum Zwiegespräch treffen.

Auf den Punkt genau und sehr bildhaft beschreibt Jule, wie es ihr gerade ergeht. Sie kann sich selbst nicht gut leiden, bezeichnet sich als einen unschönen Menschen und meint auch, dass ihr Umfeld ihre Anwesenheit zwar toleriert, sie aber eine dunkle Aura umgibt, die es schafft, dass sich andere in ihrer Gegenwart unwohl fühlen. Jule hasst sich selbst so sehr, dass sogar ihr Freund Tim keinen Ausweg mehr weiß, um an Jule heranzukommen. Zumal er jemand ist, der Disharmonien nicht gut händeln kann.

"Du bist so wütend. Es ist so schwer mit dir, weil du immer so wütend bist. Es ist nicht leicht, jemanden zu lieben, der sich selbst so unfassbar hasst." (S. 123)

Doch Jule hat viele gute Gründe, um so zu sein, wie sie ist. Denn mit einer selbstmordgefährdeten Mutter hatte Jule eigentlich nie die Möglichkeit, Kind zu sein. Ein besonders einprägendes Erlebnis verlangte schon früh von ihr ab, von jetzt auf gleich in die Erwachsenenrolle zu schlüpfen. Auch ihrem Vater konnte sie es nur selten recht machen.

"Nur war mein Vater eben auch recht eingeschränkt, was seinen Bewegungsradius anging. Es musste, wenn schon kein Fußball, zumindest immer Leistung sein. Messbare Leistung. [...] Michael wollte einen Gewinner, ganz gleich in welcher Kategorie. [...] Ich enttäuschte Michael permanent." (S. 81)

Eine Mutter, die nicht zuhört und ein Vater, der über alles, was eigentlich zählt, hinweg sieht und sich dann auch noch aus dem Staub macht. Und so versteht man den Hass, den Jule in sich trägt und kann auch ihr Handeln in jeder Situation nachvollziehen - ich jedenfalls. Denn auch, wenn Jule vielleicht erst auf der letzten Seite in nur einem Satz minimal mit sich ins Reine kommt, kommt sie dennoch niemals aus sich raus oder kann sich und ihr Sein ändern. Es geht eben nicht und wenn jemand Fragen stellt, dann flüchtet sie. Zum Beispiel vor Tim. Zum Beispiel in ein anderes Land.

"Tims Anruf macht mich nervös. Er stört ganz empfindlich mein Exil und zwingt mich, mich mit dem Grund meiner Auswanderung auseinanderzusetzen. Ich möchte mich aber gar nicht auseinandersetzen, ich möchte bloß weiterhin in diesem stinkenden Tümpel treiben, in dem ich einfach nur sein kann, aber eben nicht funktionieren muss." (S. 100)

Man meint vielleicht, dass Jule hätte geholfen werden können, wenn sie nur eine reichende Hand gepackt hätte. Hätte, hätte, Fahrradkette. Jule will es nicht und das will auch dieses Buch nicht. Manchmal helfen nichtmal 100 Hände, damit du aus deinem stinkenden Tümpel herauskommst! Eine weitere ungeschönte alltägliche Wahrheit...

... die vielen aber auch übel aufstoßen könnte. Ein Happyend bekommt man in 180° Meer von Sarah Kuttner jedenfalls nicht, das lässt auch schon das Cover mit der unruhigen See vermuten. Es wird ganz einfach eine düstere Geschichte erzählt, die ohne große Klischees auskommt und aus der wir bestenfalls auch noch etwas über uns selbst lernen könn(t)en. Mich hat die Geschichte auf jeder Seite, in jedem Satz, in jedem geschriebenen Bild bewegt. Fünf von fünf Sternen dafür!

Mehr Buchiges findest du auf http://maaraavillosa.blogspot.de
Profile Image for Lotte.
631 reviews1,134 followers
March 30, 2019
Das ist mittlerweile schon mein dritter Roman von Sarah Kuttner. Und obwohl ich ihre ersten beiden Bücher beide vor über sechs (sieben?) Jahren gelesen habe und ursprünglich ein bisschen Sorgen hatte, dass sich mein Lesegeschmack dann doch zu sehr geändert hat, hat mir auch dieser Roman wieder echt gut gefallen. Es ist eine recht ruhige Geschichte, die die Autorin hier erzählt, aber trotz dieser Unaufgeregtheit schafft Sarah Kuttner es immer wieder komplexe Gefühle und Gedanken so zu beschreiben, dass ich mich manchmal von ihrer extremen Treffsicherheit richtig eiskalt erwischt gefühlt habe. Gerade vom Ende des Buches hatte ich mir ein bisschen mehr erwartet, trotzdem merke ich, dass viel von dem, was in der Geschichte angesprochen wird, bei mir hängen geblieben ist und ich auch einige Wochen nach Beenden des Hörbuchs immer wieder mal über Jule nachdenke. Auf Sarah Kuttners aktuelle Neuerscheinung freue ich mich jetzt jedenfalls schon sehr.
Profile Image for Nils.
170 reviews7 followers
June 26, 2016
Ein typischer Kuttner halt. Die Protagonistin ist auf eine sympathische, nachvollziehbare Weise latent unsympathisch und dennoch liebenswürdig. Die Prosa ist auch typisch kuttnerisch. Die Handlung plätschert zwischenzeitlich so vor sich hin und verliert in der Mitte etwas an Dynamik. Im Großen und Ganzen ein unterhaltsames und schönes Buch, kommt jedoch nicht an Mängelexemplar und Wachstumsschmerz heran.
Profile Image for sina.liest.
333 reviews19 followers
November 2, 2020
*Hörbuch*

Sarah Kuttner könnte mir das Telefonbuch vorlesen und ich wäre vermutlich genau so begeistert. Ich liebe einfach ihre Art und Weise, wie sie Dinge beschreibt. Es ist einfach so herrlich unperfekt. Nicht zu drüber, nicht kitschig, einfach nur authentisch.

Die Geschichte hat mich trotz massiver Kuttner-Liebe aber nicht 100%ig überzeugen können. Sie hat mir schon gefallen, ich war allerdings nicht der größte Fan vom Setting.
Profile Image for Astrid.
197 reviews91 followers
January 2, 2016
ach, sarah kuttner. danke. für worte, die ich markieren möchte. für bücher, die anders sind.

gutes, gutes buch.
Profile Image for Petya.
300 reviews23 followers
August 5, 2017
Sätze, die nicht mit "ich, ich, ich!" beginnen und nicht "ich mag das, ich mag das nicht, ich bin so, ich bin nicht so" beinhalten (weil die Protagonistin angeblich nicht gerne über sich selbst nachdenkt, aber ganz genau weiß, wie sie selbst ist und warum), beschreiben übergenau, wie jemand anderes ist, was er gerne oder ungerne macht, und wie alle seine Handlungen aber übelst logisch sind und immer zu seinem Charakter passen, und außerdem wie gut oder wie schlecht dieser Jemand in seiner Umgebung hineinpasst. Dinge, die man sich in guten Büchern aus Storyline und Kontext selbst zusammenreimt.

In diesem Sinne: ein Buch, bei dem man sein Gehirn vollkommen ausschalten kann, weil man an keiner Stelle davon selbst nachzudenken braucht.
Profile Image for Fhina.
344 reviews83 followers
October 28, 2018
“Meer ist nichts wert, wenn es sich nicht um 180 Grad vor mir ersteckt”


Meine Meinung:

Ich habe dieses Buch als Hörbuch auf Spotify gehört. Bei 87 Titel hat es eine Spielzeit von 5 Stunden und 58 Minuten.

Ich glaube ja, dass Sarah Kuttner in ihrer Art und Weise jemand ist, den man entweder liebt oder hasst - für mehr ist zwischendrin einfach kein Platz, genau so ist es bei ihren Büchern. Ich gehöre aber eindeutig zu den Menschen, die sie lieben. Dadurch das Sarah selbst liest, wirkt alles viel authentischer und einfach näher.

180 Grad Meer ist ein wundervoller Roman. Ich mag die Verkorkstheit der Protagonistin und kann mich extrem gut in ihre Situation hineinversetzen. Sie weiß irgendwie nicht genau, was sie vom Leben will oder eher was das Leben eigentlich von ihr erwartet, zudem hat sie noch Stress mit ihrem Freund, Tim und so macht sie auf reiß-aus und begibt sich in Exile zu ihrem Bruder nach England.

Ich mag wie sehr Sarah dieses ganz normale Leben beschreibt. Unsere Protagonisten sagt von sich selbst, dass sie kein schöner Mensch sei und sich selbst hasst. Generell glaube ich ja, dass viele (junge) in ähnlichen Situationen sind und mit sich und ihrem Leben einfach nicht zufrieden sind, aber Jule hatte keine einfache Kindheit. Vater weg, Mutter selbstmordfährdet, also wirklich Kind sein konnte sie nie. Das erklärt auch irgendwie ihren Selbsthass und den Hass auf ihre Mutter und Vater. Und sogar ein bisschen den Hass, welchen sie auf gewisse Weise auch gegen das Leben und die Welt hat. All der Hass ist teilweise auch der Grund, warum ihre Beziehung jetzt vor die Hunde geht.

Sie hat Probleme zu lieben (wie denn auch, wenn man sich selbst hasst?) außer ihren Bruder Jakob. Den hat sie wirklich lieb und mit dem kommt sie auch gut klar, aber richtig offen ist sie am Anfang auch nicht und irgendwie druckst Jule immer wieder rum.

Trotz dass das eigentliche Thema des Buches ziemlich ernst ist, ist das Buch doch irgendwie komisch erzählt. Besonders die Abenteuer mit dem Leihhund und im Seniorenheim. Und dennoch sind es genau diese beiden Dinge, die Jule etwas mehr zu sich selbst finden lassen.

“Nur in seiner Weite und Unnahbarkeit berührt mich das Meer. Diese wunderbare, düstere Aussichtslosigkeit, die einen vor einem eingegoßener Ozean vermittelt, fasziniert mich.”

Wie Jule liebe ich das Meer. Wenn ich nicht die Möglichkeit habe, einfach mal schnell ans Meer zu fahren, geht es mir nicht gut. Das Meer ist glaube ich einer der Gründe, weshalb ich noch immer in Helsinki lebe und mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen kann, nicht nicht mehr am Meer zu leben. Allein schon deswegen habe ich diese beiden Zitate in meine Rezension eingebaut. Sie sind einfach viel zu passend, um sie nicht zu lieben.

Ein happy-end gibt es in dem Sinne leider nicht, aber das macht nichts, denn das Buch war einfach nur treffend und schön.
Profile Image for Sarah.
506 reviews5 followers
January 14, 2016
Sarah Kuttner Bücher. Lest Sarah Kuttner Bücher!
Ich liebe es, wie sie mit Worten umgeht und ich liebe ihre Hauptcharaktere. Hatte ein bisschen "Schiss" weil ich vorher so oft gelesen hatte, dass das Buch etwas anstrengend ist weil die Hauptcharakterin einen wütend mache. Das scheint zwar tatsächlich sogar so gewünscht zu sein, kann ich aber nicht bestätigen. Mich hat sie nicht genervt, mich hat sie berührt. Und ich mochte sie sehr. Vielleicht sollte mir das zu denken geben?!
Egal, ich fand das Buch toll und konnte es nicht mehr wirklich aus der Hand legen als ich einmal angefangen habe.

Frau Kuttner, Sie müssen mehr schreiben. Ein Buch, alle drei Jahre reicht einfach nicht!
Profile Image for Uralte  Morla.
370 reviews127 followers
February 23, 2020
Jule weiß nicht so richtig wohin mit sich. Irgendwie ist sie immer wütend: Auf ihre Eltern, auf ihren Job und vor allem auf sich selbst. Als ihr Freund - nicht ganz unberechtigt - eine Auszeit von der Beziehung möchte, flieht sie zu ihrem Bruder nach London. Dort ist sie allerdings auch ihrem sterbenskranken Vater räumlich näher, zu dem sie so gar kein Verhältnis hat.
Sarah Kuttner erzählt hier von einer höchst gestörten Kind-Elternbeziehung oder drastischer: von höchst unfähigen Eltern und einer geschädigten Tochter. Das ist hoch traurig und ich war irgendwie immer kurz vorm Weinen. Allerdings schreibt Kuttner das alles so locker und mit Alltagshumor auf, dass ich ständig lachen musste.
Das war genau das richtige Buch gerade für mich. Leicht zu lesen, trotzdem Tiefgang, einfach gut.
Da Kurt mich ja auch absolut begeistert hat, wird das nicht mein letztes Kuttner-Buch gewesen sein


"Ohne Wut wäre ich vielleicht ein schönerer Mensch, aber auch weniger Mensch." (Seite 124)

"Das ist ja grundsätzlich immer das Tolle an Feuer (und Meer): dass man notfalls einfach reinstarren kann und nie ohne Beschäftigung ist. (Seite 228)
Profile Image for Gordon Ambos.
Author 4 books79 followers
October 18, 2020
Ich bin schon lange Sarah Kuttner Fan. Ich liebe ihre Sendungen und vor allem auch ihren großartigen Podcast "Das kleine Fernsehballet". Allein deswegen war es höchste Zeit, eines ihrer Bücher zu lesen und was soll ich sagen? Ich bin begeistert.
Ich habe mich in so vielen Situationen selbst wiedererkannt. Sarah Kuttner schafft es einfach, mit wenig Blabla den Nagel auf den Kopf zu treffen. Am Ende kamen mir sogar ein bisschen die Tränen.
Liebe.
Profile Image for Ashleys Bücherkabinett .
225 reviews18 followers
April 17, 2020
4,5 ⭐
Ein wundervoller Roman, der mit Kuttners grandiosem Schreibstil zu was ganz besonderem wird - direkt, humorvoll und traurig mit einem gesunden Maß Wut auf sich selbst und die Welt ✌🏻Einfach so authentisch unperfekt! Ich liebe es! ❤️
Profile Image for Sus anna .
96 reviews20 followers
October 10, 2022
ich habe alle bücher von sarah gelesen und mochte alle bisher. dieses hat mich aber leider enttäuscht. schade!
Profile Image for Julia.
661 reviews
January 25, 2016
Sogar eher 4,5 Sterne...
Ich hab schon die ersten beiden Bücher von Sarah Kuttner sehr gerne gelesen und auch dieses fühlte sich für mich "richtig" an.
Vielleicht stolpert man über ein, zwei neudeutsche Formulierungen, die ich - ich muss es zugeben - aber auch manchmal benutze (ich finde gerade kein Beispiel), trotzdem oder gerade deshalb finde ich mich zum Teil darin wieder. Ich verachte die Welt nicht, weil ich mich selbst nicht leiden kann - wie die Buch-Jule - aber solche Tage kennt die Leser-Jule auch hin und wieder. Und dann ist da noch England, London und das Meer - auch deshalb hat das Buch bei mir angeschlagen. Lange Rede, fast kein Sinn: Ich mochte das Buch!
Profile Image for Miss Bookiverse.
2,236 reviews87 followers
March 4, 2016
3.5

Sarah Kuttner liest diesmal viel heiserer als sonst, aber ihren originellen, teils witzigen Stil und ihre Beobachtungsgabe hat sie sich erhalten. An sich mochte ich sowohl Jule als auch ihre Geschichte (vor allem Hund Bruno), obwohl sie nicht die sympathischste Protagonistin ist und ununterbrochen zu kiffen scheint, aber am Ende hatte ich das Gefühl, dass die Autorin nicht tief genug gegraben hat. In ihren anderen Romanen ist Sarah Kuttner mehr an die Substanz gegangen, das hat mir hier sehr gefehlt und macht den Roman in meinen Augen deshalb zu ihrem schwächsten.
329 reviews
September 15, 2023
Eine junge Frau wurde von ihren Eltern alleine gelassen und fühlt sich - wenn überhaupt - nur von ihrem Bruder verstanden. Sie wünscht sich nichts mehr, als elterliche Liebe, obwohl sie das nicht zugeben kann. Ich glaube mir hat dieses Buch besonders gut gefallen, weil es mir aus dem Herzen gesprochen hat. Die Charaktere sind meinen Eltern sehr ähnlich und ich konnte die Protagonistin so gut verstehen. Habe Tränen vergossen beim Lesen.
Profile Image for Claudia.
9 reviews
January 19, 2020
Eine Geschichte über eine Protagonistin mit gestörtem Verhältnis zu den Eltern auf Selbstfindungstrip läuft ja schnell mal Gefahr etwas abgedroschen zu sein (Der einen oder anderen Indiefilmreferenz nach zu urteilen, hat sich das wohl auch die Autorin gedacht...). Ist es aber nicht.
180° Meer ist ein Roman, den man herrlich weglesen kann und wunderbare Sätze hat, wie: "Alles will nichts von mir" oder "Ich möchte das gern nicht." Ich bin ja sonst eher auf Handlung, als auf Sprache fixiert, aber das "hat mich echt gekriegt"...und das Schöne ist: Am Ende hab ich noch - etwas unerwartert - ein bisschen Gänsehaut gekriegt...
Profile Image for Kerstin Gallas.
215 reviews7 followers
June 27, 2018
Ich mag dieses Kuttner Buch einfach. Zwar ist Jule recht anstrengend aber auch seltsam sympathisch und ich habe sehr oft mitgefühlt. Ich hätte mir ein schöneres Ende gewünscht, aber anderseits passt nur dieses zur Geschichte und zu Jule.
Profile Image for Lisa.
2 reviews
November 10, 2025
Joa, ne. Hat mir echt gar nichts gegeben. Allein der zwanghafte Teil in mir hat es mich nicht abbrechen lassen.
Profile Image for Nicola.
7 reviews
October 16, 2017
Ich hab mich an einigen Stellen so verstanden gefühlt, dass es schon fast gruselig war. Das Buch schreit, du bist nicht allein mit deinen verrückten Gedankengängen und das tut gut.
Profile Image for Steffi.
100 reviews2 followers
February 18, 2019
Jule ist in zerrütteten Verhältnissen aufgewachsen: Ihre Mutter ist hochgradig depressiv, der Vater hat sich aus dem Staub gemacht. Als Jules Leben in Berlin ins Wanken gerät, flieht sie zu ihrem Bruder nach London.

180 Grad Meer handelt vom Erwachsenwerden und Loslassen. Es geht darum, sich der Vergangeheit zu stellen, zu lernen mit dieser umzugehen und wie unglaublich schwer das alles sein kann.

Der Roman hat mir richtig gut gefallen!
Profile Image for Nanni Epp.
225 reviews8 followers
March 1, 2016
Sarah Kuttner mag ich. Ich mag ihre MTV Sendungen, ihre Twitter Posts, ihren Debütroman „Mängelexemplar“ (den zweiten Roman „Wachstumsschmerz“ fand ich extrem öde), ihr Auftreten und ihre rotzige Ironie. Nun hat sie einen dritten Roman veröffentlicht. Mit Meer und Hund und einer Protagonistin, die aus einem ziemlich verkorksten Elternhaus stammt. Klingt nicht wirklich besonders oder groß, ist aber von erstaunlichem Sog. Kuttner plappert nicht nur drauf los. Sie hat was zu sagen.

Jules Leben kann einfach nicht in geraden Bahnen verlaufen, denn dank der Schattierung ihrer Kindheit hat es bereits in Schieflage begonnen. Mutter und Vater sind getrennt, Mutter kommt mit ihrem Leben nicht klar, ist aber meisterlich darin die Schuld auf Jule abzuwälzen, der Tochter ihre negativen Gefühle aufzudrücken. Besonders die Wut auf den Erzeuger und den Frust über die misslungene Erziehung. Irgendwann hat Jule so oft gehört, dass sie Schuld sei, dass sie sich tatsächlich schuldig fühlt. Frust gegen sich selbst baut sich auf. Frust, dem sie Luft machen muss. Z.B. durch Sex mit ihrem Chef. Ohne Gefühle, denn für Liebe und Geborgenheit hat sie ja ihren Freund Tim.

„Und auch in Tim schlummert eigentlich Abneigung gegen Monika, denn Monika ist nicht nur eine arme Wurst, sondern eine arme Wurst, die ihre sechsjährige Tochter fest an der Hand hielt, als sie sich vor ein Taxi warf, weil sie es nicht mehr ausgehalten hat, eine arme Wurst zu sein. Jemand, der auch die anderen halbgaren Selbstmordversuche nicht ohne Kinderpublikum über die Bühne bringen konnte.“

Jule befindet sich in einer Spirale, die aus den Erwartungshaltungen der Eltern-Kind-Ebene entstanden sind, die von keiner Seite erfüllt werden können und zu Enttäuschungen führen. Die größte Enttäuschung ist Jule selbst. Das hat man ihr von frühen Kindesbeinen an so eingetrichtert und davon wegzukommen ist schwierig. Sie reitet sich immer tiefer hinein, in diese falsche Gefühlswelt, bis alles draufgeht. Ihr Alltag, ihre Beziehung, ihr Leben wie es bisher war. Ein Leben gefüllt mit Wut und Verachtung. Null Respekt für sich selbst. Ist es der große Knall, der ihr hilft den Dreh zu bekommen und von nun an besser zu leben? Besser mit sich selbst umzugehen?

Ein Besuch bei ihrem Bruder Jakob in England soll ihr Klarheit bringen. Einsicht. Vielleicht sogar Heilung. Was als Flucht beginnt ist Jules Möglichkeit ihr Schneckenhaus zu verlassen. Den schützenden Panzer, den sie in all den Jahren aus den Worten der Verachtung, dem aufladen aller Schuld, der fehlenden elterlichen Liebe, um sich herum aufgebaut hat. Negative Erfahrungen sind schon so sehr zu ihrem Alltag geworden, dass deren fehlen sie durcheinander wirbeln würde. Zu dem Zeitpunkt weiß sie noch nichts von der heilenden Wirkung eines Hundes und dem vom Meer ausgehenden Gefühl der Ruhe.

„Ich habe schon wieder kein Ziel, aber ein bisschen Bock auf einen Weg.“

„180° Meer“ ist das Psychogramm einer jungen Frau, die ihr Leben lang mit Schuld und falschen Erwartungen gekämpft hat. Die von ihren Eltern regelrecht dazu benutzt wurde, damit diese all ihre negativen Gefühle auf ihr abladen konnten, um sich selbst nicht damit auseinander setzen zu müssen. Es zeigt, wie sehr wir in der Schublade leben, in die unsere Kindheit uns hinein gedrängt hat, beeinflusst durch die Liebe und Zuneigung unserer Eltern oder eben fehlen derselbigen.

Sarah Kuttner erzählt diese Geschichte in einer Leichtigkeit, die von Hoffnung spricht. Die vermittelt, dass es nicht notwendig ist in unseren Schubladen zu verharren, sondern die Möglichkeit besteht, diese zu verlassen. Dies hat mit verzeihen zu tun und dem Wunsch nach vorn zu blicken. Ich finde es erstaunlich wie gut sie dieses Psychogramm zeichnet, wie klar Ursprung und Verlauf dargestellt werden.

„Aus diesem Gefühl konnte vermutlich nur Verachtung erwachsen, und das ist es eben, was aus all den Jahren übrig geblieben ist: Verachtung. Für mich, weil ich nie stark genug war, um auf meine eigene Persönlichkeit zu bestehen, und für ihn, weil er es zugelassen hat.“

Sprachlich bleibt sie sich treu. Ist direkt, ehrlich, haut raus, was sie denkt. Erzählt eine interessante Geschichte, ohne um den heißen Brei herum zu reden.

Und das Ende des Romans? Ja das ist so, wie es sein sollte. Glaubwürdig, echt, realistisch. Gibt Raum zum Denken und der Frage in welcher Schublade wir vielleicht schon viel zu lange verharren und wann wir uns zum letzten Mal etwas Gutes getan haben. Zeit mit Hund. Oder eine Reise zum Meer.
3 reviews
October 23, 2017
Endlich mal wieder ein Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte. Was mir aber auch schon von vornherein klar war. Sarah Kuttners Schreibstil hat eine gewisse Leichtigkeit, die es erlaubt, aus seiner eigenen Welt für kurze Zeit zu verschwinden und in die kaputte Welt ihrer ‚fehlerhaften‘ Protagonisten einzutauchen.
Ich bin besonders von den von ihr beschriebenen zwischenmenschlichen Beziehung ergriffen. Ob es die gestörte Beziehung zu Jules Vater Michal ist, oder die hinreißende Beziehung zu ihrem Bruder Jakob, der Jule sein lässt, wie sie eben ist. Und ihr das besondere Gefühl von Vertrauen und Liebe schenkt, das sie nie wirklich in ihrer Kindheit vermittelt bekommen hatte, außer von ihrer Oma.
„Einen Mittagsschlaf lang war ich nicht ich, sondern meine Oma. Eine leise und warme Frau, die ihr Enkelkind liebt und tröstet und Kind sein lässt“ (S. 31).

Jakob hilft Jule nicht ihre Probleme zu lösen, aber dennoch erträglicher zu machen.
„Als ich nichts mehr sage, sagt er: „Dann lass uns rausfinden, was du willst. Möchtest du denn nach Hause?“ (S. 147)

Die Geschichte zeigt, wie Ereignisse aus unserer Kindheit ein Leben lang mit uns mitschwingen; Unsere Wahrnehmung, unser Denken, unser Handeln und unsere Mitmenschen beeinflussen. Und vor allen Dingen zeigt sie, wie solche Ereignisse uns davon abhalten zu reflektieren und versuchen die anderen zu verstehen.

„Du bist immer so wütend. Es ist so schwer mit dir, weil du immer so wütend bist. Es ist nicht leicht jemanden zu lieben, der sich selbst so unfassbar hasst“ (S. 123)

Jahre lang spürt Jule diesen Missmut gegenüber ihres Vaters. Ganz ehrlich, ich kann ihr das auch nicht wirklich verübeln, als eine wirklich herzliche Person wurde er nicht gerade dargestellt. Doch mit dem Ende der Geschichte wendet sich auch die Sichtweise.
Ich tendiere gerade zu viel zu verraten und werde deshalb jetzt hier stoppen, um Spoiler zu vermeiden.

Kuttner hat mit Sicherheit ihren eigenen Stil. Inwieweit man sich mit diesen anfreunden kann, ist jedem selbst überlassen.
Wie dem auch sei, ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der mutig genug ist, sich mit sich selbst und den Gefühlen der anderen auseinanderzusetzen.
Profile Image for Janko Meisel.
2 reviews2 followers
January 6, 2017
Meine Gedanken zu Sarah Kuttners aktuellstem Werk "180 Grad Meer" lassen sich nicht so einfach in Worte packen. Nach "Mängelexemplar" und "Wachstumsschmerz" ist es wohl ihr erwachsenstes jetzt - auch wenn es sich eindeutig an eine bestimme Leser(innen)-Gruppe richtet: 30-40 jährige Frauen, die immer noch ein bisschen hip sind, mit ihrem chicen, bärtigem Mann auf dem Markt einen Kaffee an dem kleinen Stand trinken und mit ihren ebenso süssen wie lauten Kindern flanieren, dabei aber trotzdem dem aktuellen Fashiontrends folgend gekleidet (in der flow und Co. gelesen) sind und sich von keinem was sagen lassen: laut und bratzig eben, aber trotzdem spießig und trendy.
Grundsätzlich ja nichts schlechtes, wenn Sarah Kuttner (ich weigere mich "Frau Kuttner" zu schreiben - das klingt direkt so negativ) nicht genau solche Klischees immer zu als verwerflich darstellen würde. Aber hey! - mann findet das ja auch scheiße, irgendwie, macht es aber trotzdem, irgendwie.
180 Grad Meer hat mich trotzdem gekriegt. Ich bin zwar keine endzwanziger Gören-Frau, aber die Protagonistin ist mir trotzdem nah - negativ und irgendwie kacke eben, aber nachvollziehbar, zumindest für mich. Das mag anderen nicht so gehen - bestimmt nicht sogar. Welcher normaler Mensch hasst den alles und jeden und grundsätzlich auch dafür, dass sie es eben nicht tun?
Was eben nicht so görige, aber dennoch hippe Frauen (meist blond mit Brille und teurem, aber simpel-chicem Stil) noch als "witzig" von "Frau Kuttner" beschreiben, aber insgeheim trotzdem nicht so ganz finden, empfand ich als sehr sympathisch. Jule bleibt bis zum Ende wie sie ist - mit viele Liebe für die, die sie gut findet und viel Hass für, ja, alle anderen eben. Nichts mit Versöhnung weil das ja so muss.
Danke Frau Kuttner!
Displaying 1 - 30 of 91 reviews

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