Ein selbstbewusstes Plädoyer für die neue linke Erzählung, die wir jetzt so dringend brauchen
Aus der bedrängenden Gegenwart schlagen vor allem die Rechten Kapital – dabei sind es linke Themen, die zentral für eine bessere Gesellschaft sind, und sie werden längst angepackt. Julia Fritzsche trägt sie zusammen: Elemente zu einer verführerischen, begeisternden linken Erzählung, die einerseits die soziale Frage völlig neu und den Kapitalismus wieder in Frage stellt, andererseits keinen Rückschritt in Sachen "diversity" macht. Anhand der großen Themen Care, Ökologie, Wohnen, Migration und Queerness geht die Autorin auf Spurensuche: bei streikenden Pflegekräften, bei Indigenen in den Anden, die gegen Ölförderung auf ihrem Land kämpfen, bei Stadtnetzwerken und Flüchtlingshelferinnen, beim Slut Walk. Sie hat die Menschen in ihrem Alltag begleitet und mit ihnen gemeinsam weitergesucht. Überall findet sie Geschichten, die von einem anderen, besseren Leben erzählen, und Menschen, die es schon umsetzen: Ein Leben und Arbeiten, das an den Bedürfnissen der Menschen und nicht an ihrer Verwertbarkeit ausgerichtet ist. Wirkliche soziale Gerechtigkeit statt nur ein bisschen Umverteilung – Klassenfrage und Minderheitenschutz zusammengedacht. Julia Fritzsche zeigt, was die verschiedenen Ansätze gemeinsam haben und wie sich alte und neue linke Ideen, feministische, ökologische, soziale und migrationspolitische Entwürfe zu einer Erzählung zusammenführen lassen, die das Potenzial hat, die Welt zu verändern.
Prinzipiell ein gutes Buch, würde es aber eher Einsteiger:innen empfehlen, bzw. solchen die sich mit linken Ideen noch nicht allzu sehr beschäftigt haben.
Vieles mag nicht vollkommen neu sein, aber der Autorin gelingt es, unterschiedliche Gedanken und Aspekte schlüssig miteinander zu verbinden. Die Sprache bleibt klar und leicht zugänglich, sodass man ihr mühelos folgen kann. Und abstrakte Überlegungen werden durch anschauliche Beispiele greifbar. Insgesamt a good read. Es lässt mich mit "was wäre wenn?"-Fragen zurück, die Hoffnung machen :)
Ein wunderbares Buch um kurz einen Überblick des linken Diskurses in Deutschland zu bekommen. Das Buch ist vor allem für Einsteiger zu empfehlen oder wenn man in der letzten Zeit zu beschäftigt war, um aufmerksam dem Nachrichtengeschehen zu folgen.
Links lesen hat auch nochmal eine schöne Kritik zu dem Buch erstellt, die bestimmt hilft das Buch einzuschätzen (hier klicken)
Was mir persönlich gefehlt hat, war die stärkere Problematisierung einiger Begriffe: Ich denke, es ist problematisch einfach den Begriff Fairtrade zu benutzen ohne auf die rassistische Geschichte und Verwendung des Begriffes Fair hinzuweisen. Ansonsten hätte ich gerne noch etwas zu den Phänomenen der Digitalisierung im Kapitalismus gelesen. Was ist mit grundsätzlichen Problemen von Optimierungssystemen im gesellschaftlichen Kontext? Wie kann ich der Diskriminierung durch Algorithmen bzw. künstlicher Intelligenz entgegentreten?
Im Titel ist das Buch griffig verdichtet. Julia Fritzsche führt klassenkämpferische Überlegungen und identitätspolitische Diskurse zusammen und will zeigen, dass eine neue Linke Erzählung beides braucht. Anhand von sinnvollen Beispielen arbeitet sie ihre These dann in verschiedenen Bereichen durch. Gerade auch wegen der weiteren Literaturhinweise und Fritzsches zugänglichem Stil eine gute Einstiegslektüre.
Ein wunderbares Buch um kurz einen Überblick des linken Diskurses in Deutschland zu bekommen. Das Buch ist vor allem für Einsteiger zu empfehlen oder wenn man in der letzten Zeit zu beschäftigt war, um aufmerksam dem Nachrichtengeschehen zu folgen.
Was mir persönlich gefehlt hat, war die stärkere Problematisierung einiger Begriffe: Ich denke, es ist problematisch einfach den Begriff Fairtrade zu benutzen ohne auf die rassistische Geschichte und Verwendung des Begriffes Fair hinzuweisen. Ansonsten hätte ich gerne noch etwas zu den Phänomenen der Digitalisierung im Kapitalismus gelesen. Was ist mit grundsätzlichen Problemen von Optimierungssystemen im gesellschaftlichen Kontext? Wie kann ich der Diskriminierung durch Algorithmen bzw. künstlicher Intelligenz entgegentreten?
Super nices Buch! Ich denke man sollte schon etwas in der Materie sein, um den Thesen der Autorin zu folgen. Julia Fritzsche spricht genau die richtigen Brennpunkte an und gibt meist auch konkrete Handlungsalternativen bzw. bereits bestehende Bewegungen an. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter