What do you think?
Rate this book


250 pages, Perfect Paperback
First published March 1, 2020
"Überlebensstrategie fürs Hundeessen Nummer eins: mit möglichst wenig Zungenberührung kauen, um vom Geschmack verschont zu bleiben. Erfolg: mäßig.
Die nächsten Stücke sind keine Innereien, enthalten aber viel Knochen und manchmal große Teile Fett. Der arme Xiao Bai schmeckt wie eine Mischung aus Rind und Schwein, nur etwas deftiger. [...]
Überlebensstrategie fürs Hundeessen Nummer zwei: Portion zwischen Stäbchen länger als nötig abkühlen lassen, nach dem Runterschlucken einfach weiterkauen, um Zeit zu gewinnen. Erfolg: 'Iss mehr', verlangt Charley." (p. 87)
" 'Es geht darum, was du online gepostet hast oder was deine Freunde gesagt haben', sagt Simone. 'Wenn du verheiratet bist, giltst du als relativ 'stabil'. Mit Kindern noch mehr. Wenn ein Freund hingegen bei Weibo die Regierung kritisiert, wird das in Zukunft auch meine Punktzahl beeinflussen.' " (p. 40)
"Im Jahr 2008 erklärte China als erstes Land der Erde die Computerspielsucht zu einer psychologischen Störung, die es zu behandeln gilt. " (p. 160)
"Ein wackliger Aufzug bringt uns in den elften Stock eines verwitterten Hochhauses, und in der Wohnung lerne ich Mitzi, Munchi, Alba, Pickwick und Pumpkin kennen, die vierbeinigen Mitbewohner, mit denen ich das Wohnzimmer teilen werde. Jede Sitzgelegenheit ist derart mit Katzenhaaren übersät, dass mein Merinopullover beim Hinsetzen erfährt, wie sich ein Schnitzel im Paniermehl fühlt." (p. 38)
"Zu Hause klappe ich mit Diego eine Pritsche auseinander, in der Mitte des Wohnzimmers ist gerade genug Platz dafür. Bald bin ich allein mit fünf aufgekratzten Katzen, denen der Zusammenhang zwischen 'Licht aus' und 'schlafen' nicht bekannt zu sein scheint. Sie klettern am Vorhang hoch, springen über Sofa und Pritsche, rasen am Kratzbaum in der Ecke und an meinem Rucksack auf und ab, maunzen und fauchen und keifen und kämpfen." (p. 42)
" 'Ich war in Serbien. Weil es dort mit dem Visum einfach war. Niemand lächelt in Europa. Ich hatte ständig Angst, dass jemand eine Waffe zieht und mich erschießt. Ihr seid so kühl. Und faul. Besonders faul sind die Italiener, hat mir ein Freund erzählt. Aber dafür etwas weniger kühl.' [...]
'Wie macht man einen Europäer glücklich? Man gibt ihm ein Bier und setzt ihn an den Strand!' [...] 'Crazy. Was findet ihr an Stränden so toll? Ist doch total langweilig." (p. 58)
" 'Warum machen sich die Chinesen so wenig Gedanken wegen der Überwachung?'
' Es ist doch schön, wenn sich dadurch die Qualität der Menschen verbessert. Und wir kennen es nicht anders, schon von Kindheit an.' [...] Sie deutet auf die halbkugelförmige Kamera an der Decke des Busses. 'Und die sind hauptsächlich dazu da, uns zu schützen.' " (p. 176)