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Islandsommer

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Sommerwohnung gesucht. Liebe gefunden?

Als Merit von ihrem Freund verlassen wird, muss die chaotische Lebenskünstlerin sich ein neues Zuhause suchen. Da kommt ihr das Angebot, den Sommer über ein Haus samt Kater zu hüten, gerade recht. Die Sache hat nur einen Das Haus steht in Reykjavík. Kurz entschlossen verlässt sie Berlin, um in Islands quirlige Hauptstadt zu reisen. Von der Liebe will die talentierte Künstlerin vorerst nichts mehr wissen. Kristján will das auch nicht, denn er hat mit einer anhänglichen Ex und den Dämonen seiner Vergangenheit genug zu tun. Doch nun wirbelt die neue Nachbarin aus Deutschland das ruhige Leben des ordnungsliebenden Piloten mit ihren eigenwilligen Ideen ziemlich durcheinander ...

385 pages, Kindle Edition

First published March 8, 2016

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About the author

Kiri Johansson

3 books2 followers

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Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Anja.
425 reviews3 followers
May 25, 2019
Als Merit von ihrem Freund Ferdinand verlassen wird, findet sie in Berlin keine neue Unterkunft. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, nimmt sie ein ungewöhnliches Angebot an. Denn in Reykjavík sucht jemand ganz dringend eine Mitbewohnerin, die auf den Hauskater aufpassen soll, während die Besitzerin auf Reisen gehen muss. Kurzentschlossen reist Merit in die isländische Hauptstadt, um dort neue Perspektiven zu finden. Dabei ist sie sehr mutig und aufgeschlossen, findet schnell Freunde, einen Job… Und vielleicht auch die große Liebe?

„Islandsommer“ ist der neuste Roman aus der Feder der isländischen Schriftstellerin Kiri Johansson, die in ihrem Werk der jungen Merit durch ihre Worte Leben einhaucht.

Natürlich steht hier der Sommer, Island und ein neues Land Vordergrund, doch diese Geschichte bietet so viel mehr…

Merit ist die Hauptperson, die kürzlich von ihrem Lebensgefährten praktisch vor die Tür gesetzt worden ist. Dieser mochte ihr unstrukturiertes Leben nicht, wollte dass Merit ihr Studium beendet und sich dann der Familienplanung widmet. Doch diese hatte einfach immer etwas anderes zu tun. Und nun steht Merit vor einem großen Scherbenhaufen.
Früh hat sie schon ihre Eltern verloren, und wurde praktisch von ihren beiden älteren Schwestern großgezogen. Sie hat schon in vielen Städten und Ländern gelebt, kennt sich also mit dem Reisen und dem Unbekannten sehr gut aus. Sie ist mutig, dynamisch und aufgeschlossen. Der Leser kann schnell einen idealen Bezug zu ihr aufbauen und sie ganz leicht ins Herz schließen.

Glücklicherweise gibt es auch einen männlichen Hauptakteur, der für Herzschmerz-Momente sorgen wird. Kristjan ist genau das Gegenteil von Merit, er ist ordnungsliebend und durchstrukturiert. Dennoch fühlt er sich von Beginn an zu Merit hingezogen, so dass auch der Leser die Funken spüren kann. Der Pilot ist zwar privat noch etwas eingebunden, doch nach und nach kommt er Merit immer näher. Vielleicht findet er auch endlich die große Liebe?

Island bietet natürlich viel Spielraum für große und kleine Augenblicke. Da die Autorin sich dort hervorragend auskennt, kann sie Reykjavík fantastisch beschreiben und lässt durch ihre Interpretation die Landschaft und Atmosphäre lebendig werden. Auch die Handlung ist gut durchdacht und baut sich herrlich auf. Besonders durch die schwungvolle Erzählweise und die ausdrucksstarken Dialoge, fällt es leicht, sich ganz auf die Erlebnisse einzulassen. Zusätzlich wurde die Geschichte durch eine kleine dramatische Einspielung aufgepeppt, weshalb sich bis zum Schluss hin ein wenig die Spannung steigert und in einem netten Finale gipfelt.

Islandsommer – Ein Roman für jede Jahreszeit!

Mein persönliches Fazit:
Dieses Buch hat mich richtig überrascht, denn ich habe es vorher gar nicht so richtig auf dem Schirm gehabt. Doch der Verlag hat mich vollkommen überzeugt, denn dieses Buch ist es einfach wert, gelesen zu werden. Verpackt in einem wunderschönen, verträumten Cover, lädt es geradewegs zum Verweilen ein. Schon nach wenigen Seiten hat mich die Geschichte ergriffen, denn Merits Erlebnisse wurden so hautnah und eindrucksvoll beschrieben, dass ich mir alles real vorstellen konnte. Ich bin praktisch mit Merit nach Island gereist und habe dort allen miterleben können. Die Autorin verfügt über einen tollen Erzählstil, denn sie verleiht der Handlung einen ganz besonderen Schliff, der durch Leichtigkeit und Gemütlichkeit besticht.
Ich habe mich durch diese Erzählung großartig unterhalten gefühlt und konnte mich perfekt durch Merits neuen Weg verzaubern lassen. Auch die Romanze passte perfekt in den herrlichen Sommerroman, der auch gerne zu jeder anderen Jahreszeit verschlungen werden darf. Von mir gibt es deshalb eine ganz klare Leseempfehlung.
Profile Image for Jamie Morgan.
145 reviews2 followers
June 9, 2019
Das Leben kann manchmal ungerecht sein, besonders dann, wenn man auf einmal vor vollendete Tatsachen gestellt wird und nur wenig Zeit hat, sich zurecht zu finden.
So ergeht es auch Merit, als ihr Freund ihr eröffnet in eine andere Frau verliebt zu sein und sie bittet, auszuziehen, bevor er auf Geschäftsreise verschwindet.
Merit ist am Boden zerstört und tut das, was sie anscheinend immer tut: Tapetenwechsel! Aber nicht nur einfach aus Berlin raus, sondern gleich mal aus ganz Deutschland und direkt mit dem Schiff nach Island, um dort als Catsitterin für einige Monate zu bleiben.
Dort muss sie sich nicht nur an eine neue Kultur gewöhnen und sich einleben, sondern auch damit klar kommen, dass sie in einem fremden Land mit einer fremden Sprache allein auf sich gestellt ist und der heiße Mitbewohner ihrer Vermieterin tut sein übriges, um sie durcheinander zu bringen.
Aber Merit war oft genug in fremden Ländern unterwegs gewesen, um sich einen Vorteil aus der Reise zu ziehen, so ein kompletter Tapetenwechsel hat schließlich auch sein Gutes.
Teilweise fand ich aber, dass sie ein bisschen zu naiv an die Sache heran ging, doch das macht ihren Charme aus und... sorry, wenn ich jetzt so dreist bin, aber ihr Verhalten spiegelt für mich auch eine Künstlerseele wider und sie ist immerhin Malerin und dazu eine begabte.
Während ihrem Aufenthalt in Island lernt sie nicht nur ihre Sorgen los zu lassen, sondern auch über sich selbst sehr viel, findet ihr Selbstvertrauen wieder und verliebt sich in die Landschaft Islands, sowie in ihre Bewohner. Und diese Liebe konnte man deutlich heraus lesen, zwischen den Zeilen oder mitten in den Beschreibungen.
Und die Landschaftsbeschreibungen erst! Oh gosh, ich wollte am liebsten selbst sofort dahin. Herrlich und atmosphärisch beschrieben.
Doch wer denkt, dass das ein leichter Sommerroman ist, irrt sich. Hier werden tiefgreifende Themen aufgenommen, wie eine posttraumatische Belastungsstörung, Fremdgehen, Depressionen und die Verarbeitung der Vergangenheit, die tiefe Narben hinterlassen kann und in diesem Fall auch hinterlassen hat.

Sehr spannend war dabei der Kontrast zwischen Merit als Charakter und Kristján, ihrem Mitbewohner, der ihr Herz so schnell schlagen lässt. Im Gegensatz zu Merit ist Kristján stets kontrolliert, hat immer den Überblick, ordentlich, duchstrukturiert und liebt die Routine.
Merit dagegen ist chaotisch, fröhlich, manchmal introvertiert, spontan und nimmt das Leben wie es ist und dann doch wieder nicht.
So ungleich die beiden sich im ersten Moment sind, so gleich sind sie doch in ihren Herzen und es war spannend die beiden auf ihrem Weg zu sich selbst und zueinander zu begleiten, mit all ihren Höhen und Tiefen. Und Tiefen gab es genug, das auf jeden Fall.

Der Roman an sich ist durchaus emotional, dabei hätte ich mir an manchen Stellen mehr Gefühl gewünscht. Zeitweise erschien es mir distanziert, als wolle man den Leser schützen, während die Ereignisse der Vergangenheit rekapituliert wurden oder es eher wie einen Film darstellen, rasant und spannend, aber nicht direkt bis ins Herz gehend.
An manchen Stellen sorgte Merit bei mir für ein "Hand gegen Stirn schlag" - Moment und ich habe die Frau verflucht. Wie bescheuert - tschuldigung - kann man eigentlich sein?
(Vorsicht, Spoiler)

Sie hat Glück, dass Kristján da gewesen war, sonst wäre das Haus wirklich abgebrannt.... Grrr...

Naja, gut, okay. Sei es drum. Das macht es ja menschlicher und authentischer. ;)

Mein größter Kritikpunkt ist tatsächlich, dass ich mir noch einen Epilog gewünscht hätte, ein paar Monate oder Jahre später, denn das Ende hat mich nicht wirklich befriedigt zurück gelassen, auch wenn ich mir denken kann, wie es weiter geht, dennoch wäre es schön gewesen, so einen runden Abschluss zu haben, zumindest nach meinem Empfinden war es nicht rund.

Der Schreibstil war flüssig und ich konnte direkt abtauchen. Die Nebencharaktere haben es nur umso schöner gemacht zu lesen, denn zum Glück ist Merit durchaus eine gesellige Frau und die Geschichten um Elfen und die Mythen Islands fand ich wunderschön. Es war gut auch ein bisschen von der Kultur zu lesen und dabei sich vorzustellen, man wäre dort.


Fazit:

4 Sterne für ein wunderschönes Buch mit Tiefgang, wo ein bisschen mehr nicht geschadet hätte. Es war super schön zum Lesen und abtauchen, direkt in ein anderes Land. Ich wäre jetzt wirklich gerne dort.
205 reviews2 followers
May 21, 2020
„Die Sonne lauerte bereits an der Wasseroberfläche und zauberte Pastelltöne in die feuchte Meeresluft.
… so kurz vor dem Ziel fühlte sie nun auch eine erwartungsvolle Freude, ein Kribbeln, als wüsste etwas in ihrem Unterbewusstsein mehr als sie selbst und hoffte auf ein grandioses Abenteuer.“ (Seite 9)

Merit wird von ihrem Freund Ferdinand für eine andere Frau verlassen. An sich passiert so etwas ja täglich, aber Merit ist völlig überrascht. Sie hat nun in Berlin keine Unterkunft mehr, wohnte sie doch bei Ferdinand. Spontan entscheidet sie sich, das Angebot anzunehmen, für einige Sommermonate als Katzensitterin auf Island nicht nur das Tier, sondern auch das Haus der Besitzerin Ísrún in beliebtesten Teil der Hauptstadt Reykjavík zu hüten. Außerdem knüpft sie eine weitere Hoffnung an den Aufenthalt: Vielleicht kann sie ihre in der Beziehung mit Ferdinand auf Eis gelegte Leidenschaft für die Malerei wieder beleben und Perspektiven für ihre Zukunft entdecken?

Es dauert nicht lange, und Merit findet Anschluss und neue Freunde. Sie beginnt, die Sprache zu lernen, bekommt sogar einen Job, um im teuren Reykjavík zu bestehen. In Ísrúns Haus trifft Merit nicht nur auf Kater Köttur, ein weiterer „Streuner“ wohnt hier: der Norweger Kristján, der als Hubschrauberpilot arbeitet und der jungen Frau zeigt, dass sich das Herz nicht so einfach abstellen lässt, wenn man es befiehlt, sein eigenes nicht ausgenommen. Aus einer anfänglichen „Bettgeschichte“ entwickelt sich langsam eine engere Bindung, bei der zwar die Narben auf Merits Körper keine Rolle spielen, sich allerdings ein paar Dämonen aus Kristjáns Vergangenheit bemerkbar machen...


Kiri Johanssons „Islandsommer“ ist die Geschichte von Merit und Kristján, die auf den ersten Blick alltäglich anmutet, es jedoch nicht ist. Sie erzählt von Liebe, Freundschaft, Leidenschaft, Selbstfindung und -verwirklichung und der Bewältigung von Traumata.

„Islandsommer“ versprüht einen ganz eigenen Zauber, was wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass wir im Land der magischen Wesen, der Elfen, Feen, Gnome und Trolle sind. Das Weltbild auf Island scheint ein bisschen anders zu sein, genau wie der Umgang der Insulaner mit ihrer Heimat. Die Autorin hat eine wunderbare, unglaublich bildschöne Art, die Einmaligkeit der Insel, die Vielfältigkeit der Natur, die Menschen und die besondere Atmosphäre darzustellen. Sie kennt sich aus, und es gelingt ihr mit wenigen Worten, uns einzuladen, um das Land in all seiner Pracht mit dem nötigen Respekt und rücksichtsvoll zu erkunden.

Kiri Johansson wählt für ihre Geschichte einen ruhigen Erzählton, der mit seinem ästhetischen, behaglichen Ausdruck überzeugt. Die Handlung folgt einer klaren Linie, wenngleich deren Verlauf nicht unbedingt überrascht. Aber mit einigen tiefgründigen Ereignissen und Geheimnissen versehen beansprucht sie durchaus eine Beschäftigung mit dem realistischen Geschehen.

Die Geschichte erfahren wir hauptsächlich aus der Sicht von Merit. Indes tragen die Kristján gewidmeten Kapitel dazu bei, seine innere Gefühlswelt offenzulegen und nachzuvollziehen. Überhaupt entfaltet Kiri Johansson sehr viel Einfühlsamkeit bei der Ausarbeitung und Entwicklung der Emotionen ihrer Protagonisten, dem Auf und Ab der Annäherung. Denn sowohl an Merit als auch an Kristján ist die Vergangenheit nicht spurlos vorbeigegangen.

Bei Merit sitzt der Schock über die unerwartete Trennung von Ferdinand anfangs tief, in Reykjavík kommt sie zur Ruhe, löst sich davon und lernt mit dem überwältigende Gefühl von Menschenscheu, das sie wie so oft aus dem Nichts überfällt, noch besser umzugehen. Nach dem Tod der Eltern hatte es eine Zeit bedrückender Dunkelheit gegeben, von dem ein kleiner Schatten geblieben war.

Kristján ist ein kontrollierter Mann, gradlinig und schnörkellos in seiner Kommunikation. Er schätzt Ordnung und Verlässlichkeit. Zwar ist er nicht immun gegen die Ausstrahlung interessanter Frauen, jedoch er hat sich vorgenommen, diesen Sommer einen deutlichen Abstand zwischen sich und allem Weiblichen zu wahren. Und die attraktive, aber unstrukturierte Merit passt so gar nicht in sein Beuteschema.

Letztlich erweist sich gerade sein „Elfenmädchen“ als absoluter Glücksgriff, als den jungen Mann ein Teil seiner Vergangenheit übermächtig einholt...

„Islandsommer“ ist einer jener warmherzigen Romane, der den Alltag versüßt und wunderbare Lesestunden bereitet.
Profile Image for Marion2505.
300 reviews5 followers
June 20, 2019
Inhalt:

Die leicht chaotische Künstlerin Merit wohnt mit ihrem Freund Ferdinand in Berlin. Als Ferdinand sich – für Merit völlig überraschend – von ihr trennt, sucht sie nach einem neuen Zuhause. Dieses findet sie in Reykjavik, in Island, denn dort soll sie für Ísrún für einen Sommer ihr Haus samt Kater hüten. Merit zögert nicht lange und stürzt sich ins Abenteuer. Schon bald trifft sie auf Kristján, der ihr sofort sympathisch ist. Aber nach ihrer gescheiterten Beziehung möchte Merit erstmal nichts mehr von der Liebe wissen. Ähnlich geht es auch Kristján. Doch irgendwie findet der ordnungsliebende Pilot die chaotische Künstlerin sehr anziehend, denn sie wirbelt sein Leben ganz schön durcheinander. Und auch Merit bekommt Kristján nicht mehr aus ihrem Kopf …

Meine Meinung:

ein wunderschönes Cover

Das Buchcover von „Islandsommer“ gefällt mir sehr, denn es nimmt mich beim Betrachten sofort wieder mit nach Island und zu Merit und Kristján. Auch den Kater Köttur entdecke ich wieder, was ich sehr schön finde.

ein leichter und flüssiger Schreibstil

Auch der Schreibstil von Kiri Johansson hat mir sehr gefallen, denn er ist wunderbar flüssig zu lesen. Ich hatte keinerlei Probleme, in der Geschichte anzukommen. Ganz im Gegenteil: schon nach den ersten gelesenen Seiten war ich mitten im Geschehen und habe Stück für Stück mehr über Merit, ihr Leben und auch ihre Trennung von ihrem Freund Ferdinand erfahren. Durch den lebhaften Schreibstil war ich eng mit Merit verbunden und konnte ihre Gedanken wunderbar nachvollziehen. Auch die wunderschönen Landschaften Islands und Ísrúns niedliches Häuschen konnte ich mir sehr bildlich vorstellen, was das Lesen zu einem tollen Erlebnis gemacht hat.

sympathische Protagonisten

Wie gesagt, Merit, aus deren Sicht der Hauptteil des Buches erzählt wird, war mir von Beginn an sehr sympathisch. Allerdings habe ich immer mal wieder auch echt den Kopf über sie geschüttelt, denn sie ist wirklich mehr als chaotisch und viele ihrer Entscheidungen und auch Handlungen waren mir oft etwas zu unrealistisch. Näher möchte ich darauf nicht eingehen, denn Merit sollte jeder Leser selbst erleben dürfen.

Auch aus Kristjáns Sicht wird ein Teil des Buches erzählt, was mir auch unheimlich gut gefallen hat. Er ist ein sehr lieber Kerl, allerdings wird schnell klar, dass unter der perfekten Fassade ein ganz anderer Mensch steckt.

Auch alle anderen Protagonisten, die ich in diesem Buch getroffen habe, waren interessante Persönlichkeiten. Bei dem ein oder anderen hätte ich mir allerdings ein wenig mehr Raum im Buch gewünscht, um sie näher kennenzulernen, denn so richtig warm bin ich mit ihnen nicht geworden.

verborgene Geheimnisse

Leider ist die Geschichte ein wenig vorhersehbar, so dass ich nach der Hälfte des Buches meine Theorien hatte, wie es wohl enden wird. Allerdings gab es dennoch spannende Lesemomente, denn es wird schon zu Beginn des Buches klar, dass sowohl Merit als auch Kristján in ihrer Vergangenheit schlimme Erlebnisse hatten, die ihr Leben geprägt haben. Nur sehr langsam werden diese Geheimnisse aufgedeckt, was mir gut gefallen hat.

Allerdings gab es zwischendurch ein paar Handlungsstränge, die für mich völlig unnötig waren oder auch ziemlich überraschend kamen und dann genauso schnell wieder beendet waren, was mich etwas irritiert hat. Dennoch habe ich bis zum Schluss die Geschichte um Merit und Kristján sehr gerne verfolgt und hatte wirklich jede Menge Spaß mit ihnen.

Mein Fazit:

„Islandsommer“ von Kiri Johansson ist eine toller Sommerroman, der den Leser ins wunderschöne Island entführt. Auch wenn die Handlung ein wenig vorhersehbar ist und ich das ein oder andere Mal den Kopf über Merit und Kristján geschüttelt habe, war es ein sehr schönes Leseerlebnis, das ich wirklich genossen habe. Denn langweilig war es absolut nie! Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
246 reviews1 follower
June 19, 2020
Merit wird von ihrem Freund verlassen und muss sich ein neues Zuhause suchen. Da kommt ihr das Angebot einen Sommer lang ein Haus samt Kater zu hüten, gerade recht. Nur dieses Haus befindet sich in Island. Kurzerhand zieht Merit von Berlin nach Reykjavík und fängt neu an. Von der Liebe und einem neuen Mann will sie vorerst nichts mehr wissen. Kristján, dem sie auf der Fähre begegnet, geht es ebenso. Den eine anhängliche Ex-Affäre lässt ihn nicht in Ruhe. Doch wie sich herausstellt wohnt Kristján ebenfalls in dem Haus, das Merit vorübergehend hütet und sie bringt sein Leben ordentlich durcheinander....

In diesem Buch bekommt man ein Gefühl für dieses tolle Land und lernt die Landschaft und die Herzlichkeit der Menschen zu lieben, auch wenn man noch nie selber da war. Und auch Merit findet sich schnell in Irland zurecht und lernt tolle Leute kennen. Die vielschichtigen und netten (es gibt auch unsympathische Charaktere in diesem Buch ;) ) Charaktere machen neben dem tollen Setting die Geschichte so lesenswert.

Vor allem weil wir es hier mit zwei Hauptprotagonisten zu tun haben, die im Laufe der Geschichte von ihrer Vergangenheit eingeholt und mit üblen Dämonen zu kämpfen haben. Das sowohl Merit wie auch Kristján Wunden der Vergangenheit tragen und beide sowohl mit ihren wie auch denen des anderen klar kommen müssen, hat mich tief berührt. Vor allem weil trotz allem eine tiefe Verbindungen zwischen den beiden entsteht.

Die Autorin hat hier eine ganz einfühlsame, aber auch leidenschaftliche Geschichte kreiert, die noch lange nach hallt. Und außerdem hat sie mir den Zauber Irland näher gebracht.
Profile Image for Papier.fliegerin.
297 reviews6 followers
February 9, 2020
„Islandsommer“ von Kiri Johansson

Darum geht es:
Merit wird von ihrem Freund verlassen und muss schnellst-möglich eine neue Wohnung finden. Gar nicht so einfach als freischaffende Künstlerin eine bezahlbare Wohnung in Berlin zu finden.
Spontan stimmt sie einen Haus- und Katzensitting zu – auf Island.
Und was nur als eine kurze Zwischenlösung gedacht ist, wird ein Lebensplan.

Eine Liebeserklärung an Island!
Islands Natur und Leute nehmen einen großen Platz im Roman ein. Durch die bildhafte Beschreibung der Autorin erlebt der Leser die Schönheit dieser magischen Insel und weckt den Wunsch den nächsten Urlaub dort zu verbringen.
So war es bei mir auf jeden Fall! Fernweh pur.

Dem Cover nach zu schließen, würde man eine seichte Liebesgeschichte erwarten.
Aber „Islandsommer“ ist alles andere als seicht.
Beide Protagonisten tragen ihr Päckchen mit sich, die sehr sensibel und einfühlsam von Kiri Johansson geschildert werden.
Beide haben schwere Traumata erlebt, die tiefe Narben in ihren Seelen hinterlassen haben.

Merit kämpft mit dunklen Tagen und Kristjan erlebt Flashbacks.
Beide bekommen genug Raum um ihre eigene Geschichte erzählen zu können.

Auch hat es mir sehr gut gefallen, dass Beide nicht den ganzen Roman um einander herumschleichen, sondern früh zueinander finden.

Von mir bekommt dieses Buch

5 von 5 Sternen

Ich kann diesen zauberhaften, tiefgründigen Roman jeden nur ans Herz legen!
Profile Image for Janine2610.
123 reviews9 followers
October 19, 2019
Ein Trauma kommt selten allein

»Islandsommer« wurde mir unangefragt vom Verlag zur Rezension zugeschickt. Das Cover ist zwar wunderschön (wenn auch ein bisschen kitschig) und soll wohl zeigen, worauf man sich kopfkinomäßig freuen kann, wenn man über Landschafts- und Naturbeschreibungen Islands liest. Aber der Klappentext klingt für mich leider sowas von nach Klischee und 0815-Liebesgeschichte, dass ich mir das Buch sehr wahrscheinlich eher nicht selbst zugelegt hätte.

Merit Fournier ist unsere Protagonistin. Sie startet ihr neues Leben in Island, lernt dort (unwahrscheinlich schnell) viele liebe neue Menschen/Freunde kennen und der Mann ihres Herzens lässt sich sogar schon auf den ersten Seiten blicken. Einen richtigen Job hat sie nicht, da sie sich der Malerei verschrieben hat und man in dem Bereich nur unregelmäßige Einkünfte hat, wenn überhaupt. Erst mal hütet sie den Kater Köttur und lernt Island von allen Seiten kennen (und lieben). Schnell wird klar, dass Merit eine unaufgearbeitete Vergangenheit mit sich herumschleppt - genauso wie ihr Lover. Diese "schwere" Vergangenheit" ist etwas, das die beiden miteinander verbindet und wahrscheinlich deswegen so reizvoll füreinander macht. Beide haben sie ein Geheimnis, das aufgearbeitet gehört. Da könnte man sich doch prima gegenseitig helfen ... Wenn das nur so einfach ginge!

Natürlich wird ewig lang ein Geheimnis um die schreckliche Vergangenheit der beiden gemacht. Erst gegen Ende wird die ganze Katastrophe dem Leser offenbart und dann ist der ganze Spuk auch schon wieder vorbei. Für meinen Geschmack ging's am Ende dann etwas zu schnell.
Wobei ich die Augen verdrehen musste, war die Darstellung von Merit: einerseits sehr unkonventionell, dann aber auch total verständnis- und liebevoll, freundlich, ein absoluter Gutmensch und scheinbar besessen von Sex. Die perfekte Frau für jeden Mann. Und das Aussehen einer Elfe soll sie obendrein noch haben. Inwiefern das realistisch sein soll, weiß ich nicht.

Der Schreibstil ist nicht schlecht, die Geschichte liest sich flüssig und man kann ihr gut folgen. Den Inhalt und auch die Darstellung der Protagonistin fand ich oft wenig realitätsnah und deswegen konnte ich all dem nur wenig abgewinnen. »Islandsommer« kann unterhaltsam sein, wenn man keine großen Erwartungen hegt. Für mehr als drei Sterne reicht das bei mir aber leider nicht.
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