Mit Sarah Kirsch habe ich eine bis dahin für mich unbekannte, neue Dichterin ausprobiert. Die Sammlung war jedoch nicht 100% meins. Ich mochte die Naturbeschreibungen, einige der Momentaufnahmen und ein paar melancholische Gedichte, bei denen es um Liebe und Trauer ging. Doch es gab auch viele Gedichte, mit denen ich gar nichts anfangen konnte. Andere Gedichte ließen mich unschlüssig zurück, weil sie zwar interessant waren durch einen Twist / eine fast zufällige Bemerkung am Ende, jedoch so wenig Information gaben, dass der Interpretationsspielraum schon fast zu groß war für meinen Geschmack.
sarah kirsch hat mich in der neunten klasse für lyrik begeistert, deshalb war ich etwas enttäuscht von diesem band. mich fesselt immer noch, wie wenig worte sie braucht, um atmosphären heraufzubeschwören. ich mag den beunruhigenden ton ihrer gedichte und die einsamkeit und verlassenheit darin. die meisten gedichte waren sich sehr ähnlich und dabei hat sich keins ganz vollständig angefühlt (bis auf Wiepersdorf).
Still stürzen Wände ein
Still stürzen Wände ein, der Apfelbaum fällt Mit roten Früchten ins Gras Auf verbeulten Rädern jagen Kinder die Felder ab und die Postfrau Wäscht ihre Hände in Unschuld.