Als Christine Thürmer gekündigt wird, beschließt sie, sich eine Auszeit zu nehmen und auf dem Pacific Crest Trail von Mexiko nach Kanada zu wandern – 4277 Kilometer. Eigentlich unsportlich und ohne Erfahrung bricht sie zu ihrem Abenteuer auf und schafft es tatsächlich bis ans Ziel. Und sie wandert weiter, läuft 2007 den Continental Divide Trail und 2008 den Appalachian Trail. Aus der gewissenhaften Geschäftsfrau wird eine Langstreckenwanderin, die fast ununterbrochen draußen unterwegs ist – zu Fuß, per Fahrrad oder Boot. Anschaulich und humorvoll beschreibt Christine Thürmer die Geschichte ihrer inneren Suche, ihre Erlebnisse und landschaftlichen Eindrücke auf den drei großen Trails und wie es ist, als Frau allein unterwegs zu sein.
Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Als Vorbereitung für meine erste Trekkingwoche (nur 120km) war es ein purer Genuss die Geschichte von Christine Thürmer zu lesen. Nicht nur gibt es viele gute Tipps sondern es steigert die Vorfreude enorm. Am liebsten würde ich heute noch loslaufen. Top!
Ich gebe zu, dass ich dieses Buch mit einigen Vorurteilen in die Hand genommen habe. Der Klappentext ließ mich vermuten, dass es sich um eine ehrgeizige Karrierefrau handelt, die ihre Geltungssucht lediglich vom Büro ins Outdoor verlegt hat. Ganz so unsympathisch war es dann doch nicht!
Viele Dinge, die Christine Thürmer hier beschreibt, sind gut formuliert und sehr interessant dargestellt. Es ist ganz offensichtlich, dass es sich bei der Autorin um eine intelligente Geschäftsfrau handelt. Die leider, so finde ich, viele Momente trotz ihrer unbestreitbaren Naturverbundenheit hier rein aus dem Kopf und nicht dem Bauch heraus erinnert und aufschreibt, und dabei die vielfältigen Emotionen eines solchen Abenteuers in meinen Augen oft viel zu kurz kommen.
Sehr stark fiel mir das vor allem bei ihrem ersten Trail, dem PCT, auf. Keine einzige Stelle hat sich mir als herausragend, persönlich, erinnerungswürdig eingeprägt. Der Titel des Buches ist tatsächlich Programm „Laufen. Essen. Schlafen.“ – und darüber hinaus wenig. Der Moment, den ich aus diesem Buch als den intensivsten emotionalen Moment in Erinnerung habe, ist die Zusage auf den Job als Geschäftsführer nach dem PCT und nur einem einzigen Bewerbungsgespräch, gegen 80 männliche Mitbewerber. Irgendwie unpassend… Der Wanderbericht über den CDT besticht vor allem durch die Trailbeziehung zu Bob. Diese beginnt, verläuft und endet gefühlskalt. Zwar macht sich Christine Thürmer zu sehr abhängig von Bob, als dass es sich um eine rein zweckdienliche Beziehung handeln könnte, doch bleibt es für mich beim Lesen auf einer recht kopflastigen, kalkulierten und gefühlsreduzierten Ebene. Die mir weder die Person Christine Thürmer sympathischer machte noch mir beim literarischen Erleben des Trail hilfreich war. Lediglich bei dem letzten Trail dieses Buch, dem AT, kochen Gefühle hoch. Und auch wenn diese über viele Seite ziemlich negativ waren, zeigen sie doch endlich, dass hinter Christine Thürmer ein Mensch mit Zweifeln und eigenen Grenzen steckt. Der sich leider auch so manche Meinung über seine Mitmenschen auf dem Trail erlaubt, die ich persönlich nicht zwingend in Schriftform gefasst hätte.
Ich lese gerne und relativ viele Reise- und Wanderberichte (die Liste für Interessierte hier). Und unweigerlich habe ich Christine Thürmers Buch als erstes mit Wild: From Lost to Found on the Pacific Crest Trail von Cheryl Strayed verglichen. Natürlich hinkt dieser Vergleich: Cheryl Strayed ist den PCT Jahre vor Christine Thürmer gegangen, war wesentlich jünger und körperlich, Material-bezogen und finanziell absolut unvorbereitet. Doch ihr Bericht strotzt förmlich von Lebenskraft und starken Momenten, sowohl Glücksmomenten als auch tiefster Verzweiflung und Wut. Gefühlsausbrüche dieser Art gab es kaum bei Christine Thürmer, die mit professionellem Material, einem angenehmen Finanzpolster, einer präzisen Vorbereitung und einem guten Maß an Lebenserfahrung gestartet ist. Das Lesevergnügen war aber eindeutig bei Cheryl Strayed größer. Am Ende kam ich nicht umher, ihren Bericht des AT mit A Walk in the Woods: Rediscovering America on the Appalachian Trail von Bill Bryson zu vergleichen. Und da fehlt es ihr klar an Humor und der Selbstironie in schwierigen Momenten.
Zusammengefasst möchte ich sagen, dass es ein durchaus lesenswerter Bericht von Christine Thürmers Einstieg in das Outdoorleben ist, das sie seitdem tatsächlich ausschließlich lebt. Ich habe auch einiges gelernt, z. B. wie man aus dem wenigen Material, das man als Wanderer so dabei hat, eine Wärmflasche basteln kann. Und vor allem ihre Erkenntnis: „Meine knappste Ressource ist Zeit, meine eigene Lebenszeit.“ wird mir in Erinnerung bleiben. Doch hat es dieses Buch bei weitem nicht unter die TopTen meiner Reiseberichte geschafft.
Eigentlich ist Christine Thürmer erfolgreiche Managerin. Doch nach ihrer Kündigung beschließt sie, den Pacific Crest Trail (PCT), ca. 4.500 Kilometer von Mexiko nach Kanada zu wandern - komplett und in etwa fünf Monaten. Sie nimmt dabei nur ein Minimum an Gepäck mit und wandert meist alleine. Und das scheinbar unmögliche gelingt ihr tatsächlich: als eine von wenigen erreicht sie das Ende des Trails. Doch damit nicht genug: nach einiger Zeit im neuen Job möchte sie auch die beiden anderen Langwanderwege in den USA, den Continental Divide Trail (CDT) und den Appalachian Trail (AT) bewältigen und somit die Triple Crown erhalten, eine Auszeichnung für Bezwinger aller drei Pfade, die zum damaligen Zeitpunkt noch weniger als 100 Personen erreicht hatten.
Das Buch liest sich sehr gut, schnell und oft auch sehr spannend. Christine Thürmer schreibt lebendig und die Bilder im Anhang veranschaulichen das ganz zusätzlich. Besonders im Teil über den PCT ist mir das Laufen, das ja so groß im Titel steht, aber ein wenig zu kurz gekommen; hier standen mir die einzelnen Rastplätze zu sehr im Fokus. Bei den anderen beiden Trails fand ich dies gelungener. Da sie sich als sehr unsportlich beschreibt, wäre es sehr interessant gewesen zu erfahren, wie es ihr v.a. am allerersten Tag der Wanderung geht. Zuerst beschreibt sie noch ihre Ängste und dann ist sie schon beim Thruhiker Kick-Off. Das ging mir ein wenig zu schnell. Andererseits bin ich froh, dass sie nicht zuviel über Selbstreflexion und dergleichen schreibt. Ihre Sorgen sind alle sehr realistischer Natur. Ich hätte mir auch noch mehr Hintergrundinformationen zu den Trails gewünscht. Es wäre gar nicht nötig gewesen besonders weit auszuholen, hätte das Buch aber noch anschaulicher gemacht.
Vor Christine Thürmers Leistung kann man nur den Hut ziehen, denn sie ist wirklich unglaublich. Für mich persönlich wäre so eine Wanderung nichts, die Entbehrungen sind doch zu groß. Ein bisschen verrückt ist das ganze schon, allerdings nicht so sehr wie z.B. ein dreifacher Ironman, bei dem das Schwimmen oft in einem Schwimmbecken stattfindet oder das Laufen auf einer Aschebahn. Hier ist immer der Weg das Ziel und die Natur und Landschaft, die für viele Strapazen entschädigen.
Interessant fand ich auch, wie verkommen der Appalachian Trail, der ja durch Bill Bryson sehr bekannt ist, bereits ist. Bei ihm handelt es sich um den Weg, der mich aufgrund der vielen Bäume am meisten anspricht, da ich niemals durch die Wüste wandern möchte. Ich finde es sehr schade, dass ein solcher Weg nun häufig für Saufgelage missbraucht wird.
Die Autorin kommt bei einer Reise in die USA in Berührung mit Wanderen, die einen der unglaublich langen Trails wandern, die von der kanadischen bis zur mexikanischen Grenze führen und in ihr keimt der Wunsch selbst einen dieser 3 Wege zu wandern. Als ein Freund von ihr einen Schlaganfall erleidet und schließlich stirbt, beschließt sie, nicht länger zu warten, sondern sich möglichst bald auf den Weg zu machen. Dann wird ihr auch noch gekündigt und sie sieht es als DIE Gelegenheit, ihr Vorhaben gleich in die Tat umzusetzen. Etwas blauäugig stürzt sie sich ins Abenteuer und macht sie auf den Weg, der mehrere Monate dauern wird. Schließlich wandert sie auch noch die anderen beiden der 3 Trails entlang. Dabei gibt es deben dem großen Abenteuer viele kleine Herausforderungen zu bestehen und neben Freundschaften gibt es auch sterbende oder keimende Beziehungen. Die eigentliche Reise für die erfolgreiche Geschäftsfrau wird jedoch wird in ihr Inneres stattfinden.
Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, die Autorin beschreibt auf anschauliche und sympathische Weise Landschaft und Menschen. Es wird nie langweilig, eher fand ich einige Abschnitte etwas zu schnell erzählt. Dass sich die Passagen über Planung und die Zwischenphasen, in denen sie wieder zu Hause ist, in Grenzen halten fand ich dagegen sehr angenehm.
Das Buch hatte es nicht soo leicht bei mir, denn ich hatte Brysons Frühstück mit Bären (das von der Wanderung des Autors auf einem der 3 großen Trails erzählt) selbst jetzt nach Jahren noch sehr deutlich vor Augen. Er hatte mehr Trailgeschichte erzählt und hatte weiter ausgeholt, um die Orte vorzustellen, an denen er vorbeikam. Das hatte mir hier etwas gefehlt.
Insgesamt definitiv eine Leseempfehlung, ein spannendes und interessantes Buch, das ich kaum zur Seite legen konnte, wenn ich mich einmal festgelesen hatte.
Leider war der Bildteil im Anhang, ich hätte mir gewünscht, dass die Bilder an den jeweiligen Stellen im Buch auftauchen würden.
(Der Verlag hat mir freundlicherweise eine digitale Kopie dieses Buches über Netgalley zur Verfügung gestellt.)
Wer sich für persönliche Outdoor-Berichte über lange Wanderwege interessiert, für den ist Thürmers Buch gut leserlich und unterhaltsam. Wenn man aber wirklich etwas oder sogar viel über die drei Trails, die sie hier läuft und beschreibt, interessiert, so lernt man wenig. Am ehesten hatte ich noch das Gefühl mir den Pacific Crest Trail nach dem Lesen etwas besser vorstellen zu können. Die Beschreibung des zweiten Trails beschränkt sich vor allem auf eine im vornherein offensichtlich zum Scheitern verurteilte Liebesbeziehung zu einem unterkühlten Mithiker. Der Appalachian Trail wird eher negativ dargestellt. Wenn ich vorher nicht davon gehört hätte, würde ich da sicher nicht hin wollen.
Obwohl das Buch insgesamt gut zu lesen ist, ist die Autorin leider so unsympathisch und unreflektiert, dass man manchmal nur den Kopf schütteln kann. Ihre Selbstdarstellung als knallharte Geschäftsfrau ist nur peinlich (wie oft genau denkt sie, muss man lesen, wie gut sie doch verdient hat, bevor man es verstehen soll?). Außerdem sind ihre Allgemeinplätze und Vorurteile über alles mögliche nur irritierend und haben nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun (Amerikaner sind alle dick dank Maissyrup etc). Da hätte ich mir eher gewünscht, dass entweder mehr Praktisches - wie schafft man so viele Kilometer von anfang an, wie geht man mit körperlichen Beschweden um, etc - oder mehr Eindrücke der Natur und der Trails vorkommen. Insgesamt als Buch eher unter "leichte Unterhaltung" als tolle Tipps.
War schon spannend, da mitzulesen. Leider haben mich einige Stellen sehr gestört. Obwohl anfangs ein Witz kam, dass zwischen Obdachlosen und trailhikern die Unterschiede verschwimmen (und die Autorin am Ende selber ihre Wohnung aufgab), wurden erstere dennoch nur im Zusammenhang mit Brutalität und Mord erwähnt. Die einzigen Native Americans, die sie erwähnte, waren natürlich Trinker, von denen sie sich bedroht fühlte (und das Klischee über die bestätigt sah), Alle anderen auf dem Trail.waren anscheinend weiß, weil da nie erwähnt wurde welcher Angehörigkeit sie waren und was ihr Verhalten über ihre Herkunft bestätigte - außer natürlich 'haha' sie als 'German Tourist'. Die Szene an der mexikanischen Grenze, wo sie erst über die border patrol redet (ungenannt auch alle Migrant*innen denen verwehrt wird, über diese zu wandern) und dann nackt dort posiert, um ihre neue Schlankheit zu bewundern, hat schon sehr deutlich gezeigt, was Wanderschaft für die einen bedeutet, die die richtigen Pässe haben.
Das Buch hat mir gut gefallen und solche Bücher lese ich auch ganz gerne. Was etwas zu kurz kam, waren die Beschreibungen der Trails an sich. Hier hätte ich mir mehr Tiefe und ausführlichere Beschreibungen gewünscht. Oft sind auch mal mehrere hundert Kilometer zwischen den "Kapiteln" vergangen. Womit ich mich deswegen auch schwer getan habe, es kam zum Beispiel kein Wort zum Start des Trails und der Schwierigkeit, von jetzt auf gleich pro Tag ca. 30 km zu Laufen. Eine starke Leistung, ja, aber ohne irgendwelche körperlichen Beschwerden? Kann ich mir nicht vorstellen. Oder: was macht Frau, wenn sie unterwegs mal muss? Oder ihre Periode bekommt? Muss nicht breitgetreten werden, aber gehört doch auch dazu... Im Gegensatz zu den letzten beiden Trails war der erste noch am "ausführlichsten" beschrieben, die anderen beiden wirkten teilweise wie schnell abgehandelt. Trotz allem war es schön zu lesen und ich war recht schnell fertig.
Das Buch war sehr unterhaltsam und fesselnd geschrieben. Ich habe es gleich in einem Rutsch durchgelesen. Sehr viele kleine interessante Begebenheiten, die sich auf den Langstreckenwanderungen ergeben haben. Was ich allerdings ein wenig vermisst habe, waren die alltaeglichen Schwierigkeiten, mit denen man auf einer solchen Tour kaempfen muss. Die einzige Art in der dieses erwaehnt ist, ist dass es hauptsaechlich mentale Staerke ist, die einem ermoeglicht diese einmalige und wunderbare Tour mit ihren Strapazen durchzustehen.
Mir hat das Buch gut gefallen und ich hab direkt Lust bekommen mir Wanderschuhe zu besorgen und wandern zu gehen. :)
Die Landschaftsbeschreibungen und vor allem die Beschreibungen der Menschen die man unterwegs trifft (andere Hiker, Trail Angels, Postbeamte, etc.), waren interessant und manchmal hab ich beim Lesen ziemlich schmunzeln müssen.
Allerdings muss ich auch sagen, dass gewisse Aspekte des Langstreckenwanderns ein wenig zu kurz kommen. Es wird zwar der Hunger/Proviant/Wasser sowie das spärliche Duschen/Wäsche waschen erwähnt, aber was ist mit mit Dingen wie Klo gehen und, da es im Klappentext so betont wird, dass es sich um eine Frau auf dem Trail handelt, mit der Periode, PMS und ähnlichem? Selbst wenn Frau Thürmer sich aus welchen Gründen auch immer nicht damit herum schlagen hat müssen - ein kurzer Beisatz a la "Zum Glück muss ich mir nicht auch noch Gedanken über meinen Zyklus machen." wäre toll gewesen.
Auch wenn bei den Erzählungen vom AT klar wird, dass Motivation und einiges anderes mal nicht so vorhanden sein können - auf den anderen Trails gibt's in den Erzählungen davon (fast) keine Spur. Was, meiner Meinung nach, ein wenig unrealistisch ist.
Im Großen und Ganzen hat mir jedoch das Buch gut gefallen.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Eine Wahnsinsreise, auf die die Autorin uns hier mitnimmt. 3 ganz verschiedene Trails ist sie wirklich komplett gelaufen und hat sich damit meinen größten Respekt verdient. Als Reisebericht funktioniert es als Hörbuch nur bedingt, weil Karten und Fotos fehlen (ich hoffe, das gibt es in der physischen Ausgabe). Als Roman ist es ebenfalls etwas dürftig, da die Autorin leider nicht ganz so viel von sich preisgibt und mir dadurch immer fremd und unsympathisch blieb. Zur Nachahmung hat es mich deshalb keinesfalls angeregt, dennoch fand ich es interessant und informativ.
Das Buch macht Lust selber die Schuhe zu schnüren und bei sternenklarer Nacht auf den Trails dieser Welt zu übernachten. Es macht Lust auszusteigen und alles liegen zu lassen. Es ist schön flüssig geschrieben und man kann es locker weglesen. Einzig erwähnenswert finde ich, dass ich nicht sonderlich gut mit der Autorin zu connecten, da sie selten bist gar nicht reflektiert wie privilegiert sie ist.
Zunächst ein herzliches Dankeschön an NetGalley und den Verlag für die Bereitstellung des digitalen Leseexemplars!
Auf die Existenz der Trails und die Bewegung der sogenannten "thruhikers" bin ich erstmals durch Cheryl Strayeds großartiges Buch "Wild" aufmerksam geworden - und auch gewissermaßen davon angefixt, weil diese monatelangen Mammut-Wanderungen durch die weite Natur der USA schnell eine gewisse Faszination auf mich ausübten. Auch wenn so etwas für mich selbst nicht in Frage käme, lese ich mit Begeisterung darüber und war neugierig auf mehr solcher Erlebnisberichte.
Im Vergleich zu Strayeds Buch geht es hier allerdings nicht um Selbstheilung und Reflektion. Christine Thürmers Bericht spielt sich ganz und gar in der Gegenwart der drei Trail-Wanderungen ab. Sie schildert dem Leser lediglich zu Beginn des Buchs und zwischen den Wanderungen, wie sie zunächst auf die Idee kam, den PCT zu wandern und schließlich, ihre Sesshaftigkeit und ihr bürgerliches Leben in Deutschland ganz und gar zugunsten des Wanderlebens aufzugeben. Den Hauptanteil ihrer Geschichte aber machen die Wanderungen selbst aus. Die Autorin lässt uns teilhaben an ihrer Entwicklung vom noch etwas ängstlichen Trail-Neuling zum Wanderprofi, dem Versuch einer Trail-Beziehung und zahlreichen spannenden, skurrilen, rührenden und manchmal sogar gruseligen Begebenheiten und Begegnungen.
Thürmers Schilderungen sind flüssig zu lesen und auf den Punkt, eingeteilt in Kapitel in angenehmer Leselänge, so dass es für mich ein kurzweiliges und abwechslungsreiches Lesevergnügen war. Abgerundet wird das Ganze durch einen Bildteil am Schluss bzw. in der gedruckten Ausgabe in der Mitte des Buchs. Hat mir etwas gefehlt? Ich muss gestehen, dass mich an einer Stelle tatsächlich noch mehr Details interessiert hätten: Nämlich die Reaktionen ihrer Familie und Freunde, als die Autorin ihr bisheriges Leben ganz aufgibt. Hier wird nur relativ knapp auf das Unverständnis, welches wohl vereinzelt geäußert wurde, eingegangen.
Allen, die authentische Reiseberichte mögen und die gerne mal eintauchen möchten in das ganz besondere, freie Lebensgefühl einer Vollzeitwandererin, kann ich dieses Buch empfehlen.
Mir bis zu dem Buch von Christine Thürmer auch völlig unbekannte Abkürzungen und Begriffe 🤷🏼♂️
Als eine der wenigen Frauen erhielt sie die Triple Crown of Hiking. Wofür der Pacific Crest Trail (PCT), Continental Divide Trail (CDT) und Appalachian Trail (AT) mit insgesamt 12.700 km gewandert werden müssen.
Frau Thürmer nimmt uns in ihrem Tagebuch mit auf ihren Weg zum Thruhiker.
Laufen, Essen, Schlafen ist dabei kein Reiseführer, wenn es auch bei mir definitiv Interesse an den besagten Trails geweckt hat. Vielmehr beschreibt die Autorin hier ihren Weg der innern Transformation. Von der Geschäftsführerin mit zwölf Stunden Tag zur modernen Nomadin.
Der Trail gibt, der Trail nimmt!
Christine Thürmer, Laufen.Essen.Schlafen, Piper, 2016. Selbst geliehen.
Ein unglaubliches Buch über Freiheit, Natur und Entbehrungen.
Wandern ist nicht gleich Wandern. Mir reichen die normalen Wanderrouten auf Berge hinauf und abends dann wieder ins Bett oder in den Schlafsack, aber mit vollem Magen, und zwar einer warmen Mahlzeit und nicht nur Schokolade. Ich werde daher nie zu einer solchen Langstrecken-Wanderin werden. Aber das Lesen hat mir Spaß gemacht, ich habe eine Menge erfahren und bewundere die Autorin für ihren Mut.
Also! Ich hab es super gerne gelesen. Es ist weit nüchterner (man könnte sagen: weniger Hollywood-Drama) als das Buch, das Cheryl Strayed über ihren "Großen Trip" auf dem Pacific Crest Trail geschrieben hat. Das darf man wohl nicht vergleichen. Mir gefallen beide Arten und wo kein Drama ist, da muss man auch keins erfinden. Allerdings hätte ich mir dieses Buch doch manchmal etwas ausführlicher gewünscht. Alle drei Trails - besonders die beiden späteren "erlebt" man gefühlt nur im Schnelldurchlauf. Trotzdem ein wirklich lesenswertes Buch.
Was Christine Thürmer auf ihren 12700 km erlebt und leistet, ist unfassbar beeindruckend. Sie wächst über sich hinaus, körperlich wie psychisch und trifft dabei immer wieder mutige Entscheidungen.
Sprachlich wirkte ihr Buch für mich allerdings lediglich wie ein privates Tagebuch und ich hatte nicht das Gefühl, dass sie im Vergleich zu einem Wanderblog eines x-beliebigen anderen Wanderers mehr zu erzählen hatte. Auch die Landschaftsbeschreibungen kommen mir persönlich etwas zu kurz.
Insgesamt war das Buch dennoch interessant, kurzweilig und recht unterhaltsam.
Sehr interessanter Reise- und Erfahrungsbericht über die drei großen Trails in den USA. Die Autorin wird nach ihrer plötzlichen Kündigung vom Workaholic zur Langstreckenwanderin und nimmt uns mit auf ihre langen Wege zu Fuß von Kanada bis nach Mexico und zurück. Ihre Wanderungen schildert Thürmer sehr unterhaltsam. Sie erzählt von schmerzenden Füßen, von knallhart kalkuliertem Proviant, von netten (und nicht so netten) Wanderbekanntschaften, von den trail angels, den Helfern entlang des Wanderweges. Thürmer erzählt, wie die Einfachheit des Lebens auf dem Trail ihr die Wertschätzung für die kleinen Dinge zurückgegeben hat und ihr neue Perspektiven ermöglicht hat. Sie setzt neue Werte und Ziele für ihr Leben und verändert sich und ihren Alltag radikal. Ganz nebenbei macht sie mir auch total Lust aufs Wandern. Auch wenn so ein Langstreckentrail mitten durch die Wildnis eher nichts für mich wäre.
Ich habe einen Stern abgezogen, weil mir detaillierte Beschreibungen der Landschaft fehlten und viel zu viel Augenmerk auf andere Wanderer gerichtet wurde. Das ist für die Autorin natürlich extrem wichtig, weil es zu ihren positiven Erfahrungen gehört. Dennoch hätte ich mir etwas mehr Ausgeglichenheit gewünscht. Interessant und sehr informativ fand ich das Thema Logistik.
Insgesamt betrachtet, hat es mir gut gefallen: ⭐️⭐️⭐️⭐️
Sehr beeindruckende Frau und sehr beeindruckende Reise ohne Zweifel - leider kann es mit anderen Reiseberichten im emotionalen Character development nicht mithalten und das fehlt mir irgendwie...
Keine Weltliteratur, aber gut geschrieben, liest sich sehr flüssig. Empfehlenswerte Lektüre, wenn man sich für Fernwandern oder generell Outdoor-Erlebnisse interessiert. Die Autorin verliert sich nicht zu sehr in Details, schafft es aber dennoch, den Charakter jedes der drei großen Trails rüberzubringen.
Auch wenn ich selbst niemals einen solchen Weg gehen wuerde, liebe ich solche Geschichten. Das Buch ist schoen geschrieben und ich habe es in einem Rutsch als Hörbuch gehört.
Christine Thürmer ist so durch und durch deutsch, wie ihr Trail Name es schon vermuten lässt. Die Maßstäbe an denen sie Orte, Menschen und Umstände misst (gerade zu Anfang) machten sie mir erst eher unsympathisch, doch je mehr sie erlebte, je mehr sie sich gewöhnte, desto mehr konnte ich mich mit ihrer Sichtweise anfreunden.
Insgesamt hat mir dieses Buch Lust aufs Wandern gemacht und war ein netter Zeitvertreib.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Christine Thürmer ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Nachdem ihre Firma sie entlässt hat sie plötzlich Zeit, den PCT (Pacific Crest Trail) zu wandern. Sie leckt Blut, geht später auch den Continental Divide Trail (CDT) und schließlich den Appalachian Trail (AT).
"Laufen. Essen. Schlafen" ist kein ausführlicher Reisebericht oder eine Anleitung, wie man die 3 Trails am besten wandert. Man erfährt stattdessen so einiges über die Motivation der Autorin, überhaupt mit den Wanderungen zu beginnen - und diese auch zu beenden. Viele Thruhiker brechen unterwegs ab, wobei das Hauptproblem mentaler Natur ist und nicht so sehr die körperliche Fitness.
Wenn man bedenkt, dass 12700km in dieses Buch gepackt wurden, dann kann man bereits erahnen, dass es eine sehr persönliche Auswahl ist, mit der uns die Autorin ein Bild von sich und den Trails geben möchte. Auf dem PCT ist sie ein absoluter Anfänger, der Mittelteil ist geprägt von ihrer Beziehung zu Bob, mit dem sie bis zum bitteren Ende den CDT wandert, und der AT ist z.T. desillusionierend nach den vorherigen Erfahrungen. Diese Auswahl ist einerseits die große Stärke weil es keinen Leerlauf gibt und sich das Buch sehr flott liest, andererseits fehlt natürlich ein Stück von dem, was Reiseliteratur sonst ausmacht: die kleinen und großen Momente, alltägliche Schwierigkeiten, die nur in der Wildnis auftreten, usw. Es gibt sie, nur eben viel weniger als in anderen Berichten. Dafür bekommt man besser mit, was eine beruflich erfolgreiche Frau dazu bringt, ihr altes Leben hinter sich zu lassen und sich in die Trail-Abenteuer zu stürzen.
Bevor ich auf das Buch aufmerksam geworden bin, hatte ich den Namen "Pacific Crest Trail" zwar schon mal gehört, darunter vorstellen konnte ich mir aber nicht viel. Die Geschichte von Frau Thürmer hat mich aber sehr interessiert und neugierig gemacht. Im Buch beschreibt sie ihre drei Wanderungen in den USA, zunächst den PCT, dann den "Continental Divide Trail" und zum Schluss den "Appalachian Trail". Von ihrer ersten Wanderungen erzählt sie aber mehr als zu den anderen beiden Touren.
Am Anfang beschreibt sie auch, was vorgefallen ist in ihrem Leben und warum sie sich entschlossen hat eine Langstreckenwanderung zu machen, ohne vorherige Erfahrung. Sie startet im April 2004 an der Grenze zu Mexiko und beginnt ihre Wanderung. Direkt am Anfang erfährt man einige interessante Anekdoten über die Wanderer und noch einige andere Begrifflichkeiten, die unter den "Thru-Hikern" benutzt werden.
Sie erzählt dann meistens von ihren Erlebnissen an markanten Punkten entlang der Wanderwege und von ihren Begegnungen mit anderen Wanderern. Hier hätte ich mir noch ein paar mehr Beschreibungen zu ihren Strecken und ihrer Wanderung an sich gewünscht.
Die Gestaltung des Buches ist sehr hochwertig, es gibt viele Farbfotos und Kartenmaterial, um die Wege von Christine Thürmer nachverfolgen zu können.
Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, wenn man bedenkt, dass es das erste Buch der Autorin ist. Das Buch ist auch mit weniger als 300 Seiten sehr schnell zu lesen und stellenweise konnte ich es nicht weglegen, da ich wissen wollte was sie als nächstes erlebt hat. Die letzte Wanderung war leider nur sehr kurz beschrieben, hier hätte ich gerne noch mehr zu erfahren.
Am Ende hat mich dieses Buch aber sehr beeindruckt zurückgelassen und obwohl ich mich nie sehr fürs Wandern als Kind begeistern konnte, merke ich doch, dass das Buch mich sehr inspiriert hat und ich habe Lust selbst eine Wanderung zu machen!
Fazit: Ein sehr inspirierendes Buch, das an manchen Stellen etwas zu schnell erzählt war. Ich hätte gerne noch mehr über die einzelnen Trails erfahren. Trotzdem konnte mich das Buch überzeugen und es hat mich sehr gut unterhalten. Ein klare Empfehlung auch für Leute, die (noch) nicht viel fürs Wandern übrig haben!
04.09.2016 Schon wenige Seiten gelesen und eine Feststellung kann ich schon machen. Nach dem Buch von E. Schlag wird eine gröbere Umstellung erforderlich sein. Schriftstellerin ist die Frau Thürmer eher nicht - so weit bin ich schon. 06.09.2016 Jetzt habe diese Frau auf 12700 km Wanderschaft begleitet, und weiß wenig bis nichts von ihr. Situationen, Empfindungen und Geschehnisse auf diesen Wanderungen werden nicht so richtig erzählt - nach dem Motto ich erzähle vom Wasser aber erwähne nicht dass es nass, kalt, warm, tief seicht, salzig usw. usw. sein kann. Es wird keine erzählerische Abkürzung ausgelassen, wenn es eine sprachliche Phrase für einen Vorgang gibt, dann wird die auch genommen. Nein, dieses Buch weckt nicht in mir die Sehnsucht nach Abenteuer und dem Unbekannten. Im Gegenteil - es zeigt eine Parallelleistungsgesellschaft die aber von sich ganz anderes annimmt und behauptet - zumindest in diesem Buch.
Ich ziehe meinen unsichtbaren Hut vor Frau Thürmer, die 3 große Trails hinter sich gebracht hat und immer noch gewillt ist, weiter und weiter zu wandern. Welche Abenteuerlust muss in dieser Frau stecken!
Mein erstes Buch übers Laufen, Wandern, "Truhiken"...Grenzen überwinden und Loslassen. Mir hat es gut gefallen und so ein ganz kleines bißchen konnte mich die Autorin auch mit dem Wander-Virus anstecken!
Die Autorin wandert durch fast jeden Staat der Vereinigten Staaten und kämpft mit Hitzewellen, reißenden Flüssen und nicht befestigten Wanderwegen. Sie lernt auf Ihren Trails neue Freunde kennen, verliebt sich und kommt in manchen ausweglosen Momenten an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit.
Mein Fazit Für Wander- und Outdoor-Fans bestimmt eine interessante Lektüre. Wer nicht gerne wandert, kann sich vielleicht mit diesem Buch sportliche Inspirationen holen...