Jens Balzer, einer der profiliertesten deutschen Kulturjournalisten, zeichnet ein farbiges Panorama der Siebziger, von der Mondlandung und Woodstock über die Ölkrise und den Deutschen Herbst bis hin zum Nihilismus des Punk. Ein Jahrzehnt, in dem sich so ziemlich alles ändert: Die Hippies erproben unerhörte Lebensweisen, die antiautoritäre Erziehung und die Emanzipationsbewegung ordnen die Familien- und Geschlechterverhältnisse neu, weltumspannender Idealismus trifft auf apokalyptische Weltuntergangsängste, und spätestens als Hacker den ersten „Personal Computer“ bauen, wird deutlich: Genau hier beginnt unsere Gegenwart. Jens Balzer zeigt überraschende Verbindungen, erzählt anschaulich und spannend und versetzt uns ganz in diese aufregende Zeit.
Jens Balzer (Alemania, 1969) es escritor y periodista. Doctorado en la Universidad de Hamburgo, ahora enseña crítica pop en la Universidad de las Artes de Berlín. Ha trabajado como columnista y redactor en distintos medios de comunicación, entre los que se encuentran Die Zeit, Berliner Zeitung, Rolling Stone y radioeins. Además, codirige el Popsalon del Deutsches Theatre y es asesor artístico del Donaufestival Krems. Es autor de una extensa bibliografía sobre crítica pop.
Viele interessante Gedanken und Verbindungen, ein schonungsloser Blick auf David Bowie, viel Fachkenntnis über Science-fiction und Disco, aber sprachlich leider sehr onkelhaft und mit einer Reihe seltsamer Stilblüten (wie kommt man auf die Idee, Miss Piggy aus der Muppet Show als "notgeile Sau" zu bezeichnen?).
Trinkspiel: 1 Jägermeister (gute Passage darüber) für jedes "ich werde/wir werden in Kapitel XY darauf zurückkommen", allerdings droht dann bei schneller Lektüre Vollrausch.
Habe das Buch sehr rasch durchgelesen, was bei mir ein gutes Zeichen ist. Klar, einige Aspekte fand ich interessanter als andere, aber unterm Strich überzeugt das Buch als eine interessante Rückschau auf ein ganzes Jahrzehnt, zu dem ich bisher nicht so eine Bindung hatte wie beispielsweise zu den 80ern und vor allem 90er Jahren.
Einzig die Perspektive der DDR fehlt hier nahezu völlig. Auch politische Aspekte werden eher als Randnotiz abgehandelt, ebenso die Schwulen- und Lesbenbewegung; das Augenmerk liegt auf anderen popkulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen wie Punk, Hippies, aber auch mainstreamige Erfolge und Trends wie „Ein Herz und eine Seele“, die „Muppet Show“ und Sex-Filmchen a la Schulmädchenreport. Der Autor schafft es auch immer wieder, Verbindungen zwischen Ereignissen herzustellen, und schafft so ein wirklich gutes Abbild der damaligen Verhältnisse in Westdeutschland, den Vereinigten Staaten und in UK. Die Kapitel sind schlüssig aufgebaut, kurzweilig, ohne Längen. Hat Spaß gemacht!
Kurzweilige Reise durch die Popkultur der 70er Jahre, jedoch mit eindeutigem Linksdrall. Die unkritische Aufnahme der kruden, familienfeindlichen und Pädosexualität befürwortenden Thesen von Shulamith Firestone, sowie das Überspringen der mit den Kinderladen-Projekten in Zusammenhang stehenden Kindesmissbrauchsskandalen trüben den Eindruck. Dass die linksterroristischen Gewaltexzesse der RAF dann auch noch dem Rechtsradikalismus zugeschoben werden, wirkt einfach nur noch weltfremd. Aber anders ist man es vom Kulturbetrieb im deutschsprachigen Raum auch nicht gewohnt.