Es ist eine E-Mail mit nur einer Zeile, die Hannas Welt ins Wanken bringt: Von ihrem Bruder Jan erfährt sie vom Tod ihrer besten Jugendfreundin Fido. Die Nachricht erreicht Hanna ausgerechnet während einer wichtigen Antarktisexpedition, von der die Glaziologin neue Erkenntnisse über das Klima der Vergangenheit erwartet. Seit Fido vor zwanzig Jahren ohne Erklärung den Kontakt abbrach und damit alle gemeinsamen Zukunftspläne verriet, hat Hanna versucht, die einst so Vertraute aus ihrem Kopf zu verbannen. Doch jetzt, in der endlosen Weite des Eises, lassen die Erinnerungen und ungeklärten Fragen sie immer mehr die Kontrolle verlieren. Als die Spannungen in Hannas kleinem Forscherteam zunehmen und dann auch noch ein Schneesturm den Erfolg ihres Projektes gefährdet, wird die Zeit im Eis endgültig zur Zerreißprobe.
Anne von Canal, geboren 1973, war nach dem Studium der Skandinavistik und Germanistik zehn Jahre lang im Verlagswesen tätig, bevor sie sich selbst dem Schreiben widmete. Heute lebt sie auf einem Weingut an der Mosel und zeitweise in Hamburg. Der Grund ist ihr literarisches Debüt.
Ein sehr atmosphärisches Buch , sprachgewaltig und fesselnd. Es steht sehr viel zwischen den Zeilen und ich wäre gern noch länger bei Hanna und ihren Vergangenheitsgeistern geblieben. Es endet zu schnell.
Was bleibt wenn ein Mensch wortlos geht? In diesem Fall eine frustrierte, unsichere, dominante und leicht psychotische Wissenschaftlerin, die ausgerechnet während einer wichtigen Expedition die Fäden ihres Lebens zu verlieren scheint. Obwohl beruflich auf der aufsteigenden Karriereleiter, scheint Hannah zwischenmenschlich eher schwierig und unsympathisch zu sein. Privat scheint ihr Leben eine Leere, die hauptsächlich auf Kindheits- und Jugenderinnerungen aufbaut. Erinnerungen, die aufgrund einer einzeiligen Email, die sie während der Expedition erreicht, aufplatzen und ihre Fassung zum Wanken bringen.
Schon als Kind schien sie lieber zu kommandieren als sich auf gleichberechtigte Gruppenspiele einzulassen. Umso überraschender, dass ausgerechnet die scheinbar so unabhängige und überaus coole Fido aus ihrer Schule in die kleine Gemeinschaft von Hannah und ihrem Bruder Jan aufgenommen wird und werden möchte. Ein Jahrzehnt scheint diese kleine Clique untrennbar zu sein und zumindest Hannah schmiedet Pläne für die Zukunft aller drei. Doch Fido entscheidet eines Tages, nach Abschluss der Schule, ohne Absprache oder Mitteilung, sich von der Gruppe zu trennen und ihren eigenen Weg zu gehen. An diesem Schock scheitert dann wohl auch die geschwisterliche Beziehung zwischen Hannah und Jan.
Viele Themen kommen in Hannahs Kindheitserinnerungen hoch, und noch viel mehr Fragen bleiben dabei offen. Es geht vor allem um Freundschaft, um Kindheitsträume und was aus ihnen wird, aber auch um Abschied und was er mit Menschen machen kann. Es geht um Erinnerungen, die man nicht vergessen kann, und eigentlich auch nicht vergessen möchte. Gerne hätte ich aber vor allem gewusst, ob alle drei Freunde dasselbe Alter hatten, denn ein eventueller Altersvorsprung könnte zumindest ansatzweise Hannahs Dominanzstellung in der Clique erklären. Hatte Fido mehr als eine freundschaftliche Beziehung zu Jan, zu Hannah oder gar zu beiden? Welchen Einfluss hatte Fidos furchtbar distanzierte aber strenge Familie vielleicht doch auf sie? Was ist aus Fido geworden? Warum hat weder sie noch Hannah in über 20 Jahren jemals wieder den Kontakt zur anderen gesucht, Jahre in denen Internet und soziale Netzwerke diese Suche ohne weiteres ermöglicht hätten? Und das obwohl Hannah Fido offensichtlich nie vergessen konnte. Parallel dazu steht der frühe Tod von Hannahs Vater irgendwo in diesem Beziehungsgeflecht, der wohl auch ohne Abschied gegangen ist. Woran er gestorben ist und wann bleibt wie so vieles ungesagt.
An manchen Stellen fand ich das Buch toll. Die Beschreibungen der Expedition in der Kälte und im Schneesturm waren mir während diesem viel zu warmen europäischen Winter eine willkommene Vorstellung, die sich dank der intensiven Beschreibung großartig real anfühlte. Die Beziehungen im Expeditionsteam fand ich zwar teilweise schwierig nachzuvollziehen, doch sind wahrscheinlich die meisten Menschen, die sich auf solche Expeditionen einlassen, etwas verschrobene Käuze. Hingegen fand ich viele der Erinnerungen, die Hannah heimsuchen, zu unscharf. Wahrscheinlich ist das Ziel des Buches nicht wirklich die Beantwortung der Frage, die sein Klappentext stellt, doch ich hätte sie gerne wenigstens ein bisschen mehr behandelt gewusst.
„Alles, an das wir uns erinnern, ist erfunden. Und trotzdem wahr.“
WhiteOut" von Anne von Canal entführt in die raue Welt der Antarktis, wo Hannah während einer wichtigen Expedition die Kontrolle über ihr Leben verliert. Beruflich erfolgreich, wirkt Hannah zwischenmenschlich auf mich schwierig und unsympathisch. Ihre private Seite ist geprägt von einer Leere, die auf Kindheits- und Jugenderinnerungen basiert. Eine einzeilige Email während der Expedition löst Erinnerungen aus und bringt Hannah aus der Fassung.
Als Leserin erfahre ich in vielen Zeitsprüngen, wie es auf den Bruch mit der Freundin Fido zuläuft, was auch zum Scheitern der Geschwisterbeziehung zwischen Hannah und Jan führt. Die Kindheitserinnerungen thematisieren Freundschaft, Träume und schmerzhaften Abschiede. Am Rande werden auch die unterschiedlichen Erziehungsmethoden der Familien deutlich. Doch alles endet ohne Fragen zu beantworten und lässt mich als Leserin unbefriedigt zurück. Trotz der langen Zeit von 20 Jahren kann Hannah Fido nicht vergessen; ihr Werdegang und der Grund für den Kontaktabbruch bleiben leider komplett unklar. Viele andere Aspekte werden auch nur angerissen, aber nicht näher beleuchtet, so dass es sich wie eine Kurzgeschichte liest, welche darauf vorbereitet, dass vielleicht noch ein großer Roman kommt, der dann aber nie erschien. Für mich waren die Vergangenheits-Szenen viel zu lose und unzusammenhängend erzählt. Wir springen in Hannahs unscharfen Erinnerungen herum, so dass man aufpassen muss zu verstehen wo & wann wir gerade sind.
Die Beschreibung der Expedition in der Gegenwart empfand ich in weiten Teilen interessant, jedoch sind die Beziehungen im Expeditionsteam schwer nachvollziehbar. Die Kälte und die Antarktis habe ich dagegen gespürt, dieser Teil hat mir Spaß gemacht, war aber zu gering, um dem Buch mehr als 2* zu geben.
Der eloquente Schreibstil ist schön und die detailreichen Beschreibung gut gewählt, um sich alles bestens vorzustellen. Trotzdem bleibt die charakterbasierte Geschichte für mich trotz des faszinierenden Antarktis-Settings absolut nicht greifbar. Die Kinder-/Jugendfreundschaft zwischen Hannah, Fido & Jan hat mir keinen Mehrwert geliefert und wird sicherlich schnell vergessen sein. Schade!
whiteout hat mich gefesselt mit seiner dichten Atmosphäre und seiner besonderen Sprache. Ich war mit in der Antarktis und #annevoncanal konnte die Stimmung mit ihren Worten richtig gut in mein Wohnzimmer transportieren! Zeitweise war ich so tief in dieser Geschichte drin und musste mich erstmal wieder daheim orientieren. Ein wirklich sehr gutes Buch und eine direkte Leseempfehlung!
Just couldn't get into it. Too many unanswered questions, too many inexplicable actions and feelings. The nostalgia about childhood and youth, the author's eloquence and sure description is all that saved this book from a single star rating. You can read what you like into the juxtaposition with the arctic (antarctic?) exploration - I just found it one more random happenstance. If that was the point of the book, don't expect me to walk away feeling anything other than confusion.
Hanna hat ihren Traum endlich wahr gemacht: Sie ist als Expeditionsleiterin in der Antarktis. Doch als sie von ihrem Bruder eine Mail erhält mit der Nachricht 'Scott ist tot.', bricht sie beinahe zusammen. Scott war ihre beste Jugendfreundin, die kurz vor ihrem gemeinsam geplanten Studium einfach verschwand und nie mehr auftauchte. Den Schmerz und die Enttäuschung darüber hat Hanna nie überwunden, nur tief in sich vergraben wie das Eis, nach dem sie und ihre KollegInnen suchen. Plötzlich stürzen all die Erinnerungen wieder über sie herein und Hanna ist kaum noch in der Lage, ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Doch die Antarktis verzeiht keine Fehler. Es ist ein krasser Gegensatz zwischen der unwirtlichen und auch gefährlichen Umgebung, in der die Geschichte spielt und dem Stil, in dem Anne von Canal sie geschrieben hat. Voller Gefühl, Poesie und Sanftheit beschreibt sie das Vergangene, das so plötzlich Hannas Denken und Fühlen fast vollständig in Anspruch nimmt. Und das in einer Situation, in der sie sich als Expeditionsleiterin keine Fehler erlauben kann. Wunderschöne Sätze bringen einem die Lage, in der sich Hanna befindet, so nahe, dass man ihre Anspannung und Zerrissenheit förmlich mitfühlen kann. "Vielleicht findet der Schlaf mich vor den Gedanken, dann müssen sie sich ein anderes Opfer suchen." Oder "Am Morgen sitze ich in einem Haufen loser Knochen, die irgendjemand über mir ausgeschüttet hat. Die Arme und Beine, die ich finde, scheinen nicht zu mir zu passen, jedenfalls kann ich sie kaum bewegen. Das bin doch nicht ich." Chronologisch erzählt wird lediglich die Expedition; die Erinnerungen an Scott sind hingegen zeitlich ungeordnet und springen stellenweise willkürlich auch innerhalb eines Rückblicks. Doch ich fand es weder störend noch verwirrend, sondern eher normal. Wer denkt schon an längst Vergangenes, das einem zudem wichtig war, in streng chronologischer Reihenfolge? Es ist ein Buch, das viele Fragen offen lässt. Während der ersten 20 bis 40 Seiten wollte ich diese unbedingt gelöst wissen, doch Hannas Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit ist so eindringlich geschildert, dass all meine Fragen weitestgehend in den Hintergrund rückten - wo sie auch geblieben sind ;-)
Anne Von Canal nous propose avec ce roman une cartographie mélancolique de l'âme humaine lorsque l'on perd un être cher, perdu de vue pendant de nombreuses années, sans avoir pu tout se dire.
Comme décors nous sommes transportés en Antarctique lors d'une expédition scientifique, au milieu d'un froid extrême, sur un camps isolé de tout, propice à une plongée intérieure vers des souvenirs lointains, des souvenirs d'enfance et de jeunesse, de quoi entamer un deuil de manière fort sombre. Je vous le dis tout de suite, c'est un livre dur et qui peut vous toucher fortement.
La chef d'expédition, personnage principal, a une personnalité assez rude, passionnée par son métier mais blasée par les années. Elle à un caractère complexe et le fait d'y placer la mort d'un proche donne la gravité du récit.
Visuellement les décors sont superbes, on passe de l'Antarctique à l'Allemagne selon les moments, le présent ou les souvenirs du passé.
Ce fût un beau moment de lecture grâce à la plume d'Anne Von Canal, simple et belle, servant une histoire sincère.
Ein Roman für einen kurzen, klaren Wintertag, an dem man für einige Stunden intensiv in literarisches Eis einbrechen möchte. Es geht um Erinnerungen, um Freundschaft, um Lebenswege. Um Abbruch, Erklärungslosigkeit, um Abschied. Das fühlt sich erst intensiv an, in den Vergangenheitspassagen warm und reichhaltig, in der Gegenwart dann zunehmend desorientierend und nicht sehr nachvollziehbar. Am Schluss: Fragen, keine Antworten. Für Hauptfigur Hanna vielleicht ein Abschluss. Für den Leser? Der Durchblick bleibt verschneit.
Es gibt Bücher, die erzählen eine spannende Geschichte. Es gibt Bücher, die haben sprachlich dieses gewisse Etwas.
Dieses hat nur die schöne Sprache, ein bisschen Geschichte drumherum, aber für meinen Geschmack eben nicht genug. Schade, denn das Setting und die Geschichte waren beide vielversprechend - verloren sich aber in um sich selbst kreisender Schönsprache. Und wieder die Erkenntnis: Das ist nix für mich. Damit kann ich einfach nix anfangen.
Ein Buch, das mir extrem gut gefallen und mich noch lange darüber nachdenken liess. Eigentlich ist es ein Schreibstil, der mir sonst nicht unbedingt zusagt. Die kurzen, knappen Sätze sind in diesem Buch aber voll Bedeutung, voll Gefühl, so dass die Spannung mit jeder Seite steigt. Erinnerung und Gegenwart wechseln ab. Das Ende ist so, wie ich sie sonst hasse, hier aber passt es. Ein wirklich tolles Buch!
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, ich war sozusagen bei der Expedition ins Eis dabei und habe mitgefroren. Leider fehlt der Geschichte aber ein schlüssiges Ende. Das Buch fühlt sich an wie der Einstieg in eine lange Geschichte, aber leider geht es dann eben nicht weiter und der Leser ist mit vielen unbeantworteten Fragen alleine. Trotzdem dank der Eloquenz der Autorin schön zu lesen und zum Träumen vom Ewigen Eis..
Ich bin bis zum Ende des Buches nicht in die Geschichte reingekommen. Der Schreibstil hat mir leider nicht zugesagt und das Ende lässt mich mit unfassbar vielen Fragezeichen im Kopf zurück.
Scott est mort c’est l’histoire d’une amitié. D’une vie. De l’amitié d’une vie. Disparue. Envolée. Morte...
À quel moment une amitié meurt-elle ? Quand l’une des deux personnes disparaît soudainement de la vie de l’autre, sans laisser ni traces ni explications ? Ou quand l’une des deux quitte réellement ce monde ?
Meurt-elle seulement vraiment un jour ?
Comme faire le deuil d’une amitié si forte, rompue sans un mot ? Et surtout, comment faire le deuil de l’amie qui nous l’a inspirée, puisque justement tout n’a pas été dit ?
C’est un peu à toutes ces questions qu’Anna Von Canal nous confronte avec ce roman.
Hanna est glaciologue. Un rêve d’enfant devenue réalité, et qui est sur le point d’attendre son apothéose avec l’expédition qu’elle est en train d’entreprendre.
Mais c’était un rêve qu’elle partageait avec Jan, son frère, et Fred, leur meilleur amie.
Combien de fois ont-ils tous trois rejoué ces scènes d’explorateurs ébahis, reprenant les rôles d’illustres prédécesseurs... Hanna était Amundsen, Jan était Wilson et Fred tenait le rôle de Scott. Réunis par une amitié sans faille et une passion commune.
Jusqu’à ce que Scott disparaisse de leur vie, du jour au lendemain.
Et aujourd’hui, tant d’années après, enfin arrivée dans ce désert de glace tant espéré, Hanna reçoit un mail de son frère : « Scott est mort ».
La tempête de neige qui se prépare à l’extérieur laisse toute latitude au raz-de-marée émotionnel qu’Hanna ressent à la lecture de cette simple phrase.
Sa mission et ses souvenirs vont s’entremêler dans son esprit et sous nos yeux, sans jamais nous perdre.
Grâce à l’utilisation du « Tu », l’auteure nous place non seulement comme le réceptacle des souvenirs d’Hanna mais également comme le pendant de Scott, puisque c’est à elle qu’elle s’adresse lorsque ses pensées se tourne vers ses jeunes années.
Tout en délicatesse et en poésie, ce roman ne prétend pas répondre à toutes les questions, mais il a l’immense mérite de nous permettre de nous les poser. Et pour certaines d’entre elles, d’y apporter nos propres réponses.
Un livre lumineux, qui souligne avec élégance l’importance des rêves, des amitiés et des deuils, sans jamais tomber dans le pathos.
Un très beau livre qui nous parle, d’amitié, de mort, d’explorateurs et de l’Antarctique. Une immersion complète dans le grand nord, dans une petite tente qui protège à peine de la chute des températures. J’ai été engloutie par le blanc de la neige, une atmosphère froide et dangereuse parfaitement rendue par l’auteur. Le personnage principal de ce récit est Hannah, une scientifique glaciologue qui semble perdre pied au beau milieu d’une expédition importante. J’ai sentie chez Hannah, un grand professionnalisme avec un côté cheftaine dominante, elle peut paraître parfois désagréable et pénible à suivre. Ses relations avec les autres membres de l’équipe sont distantes et grincheuses ce qui fait apparaître une certaine vulnérabilité dès le départ de l’aventure. De sa vie privée on ne sait que peu de chose, elle apparaît bien vide pourtant dès qu’elle reçoit un courrier électronique de son frère lui annonçant le décès de sa meilleur amie, elle va être submergée par les souvenirs de son enfance. On navigue ainsi entre les souvenirs écrits comme des flashes et la réalité de son travail de glaciologue. Lorsqu’une tempête se prépare et menace la poursuite de leur étude, c’est aussi bien valable dans sa tête que climatiquement parlant. Le flot incessant des réminiscences va-t-il prendre le pas sur la raison ? Trop de questions restent sans réponse et la perte de contrôle semble inéluctable d’autant plus que l’ambiance entre les chercheurs se dégrade au fur et à mesure que la tension monte. J’ai apprécié ma lecture même si je n’ai pas trouvé de réponse à mes questionnements, cela à au moins le mérite de laisser au lecteur le choix des solutions à trouver dans son imaginaire. Mais j’ai attendu longtemps une explication qui n’est jamais venue de quoi rester légèrement frustrée, ceci dit cette histoire nous est contée avec tant de sincérité et une certaine poésie que je ne peux que vous en recommander sa lecture.