Nach langer Reise kehrt das Raumschiff Eklipse zur Erde zurück. Dort findet die Crew eine völlig veränderte Welt vor, von der fast alle Menschen verschwunden sind. Außerdem stellt sich heraus, dass sich ein blinder Passagier an Bord ein Spike, die gefährlichste bekannte Lebensform der Galaxis, die die Biosphäre eines ganzen Planeten innerhalb weniger Tage infizieren kann. So muss die Crew der Eklipse nicht nur das Geheimnis lüften, was mit den Menschen auf der Erde geschehen ist. Sie muss auch zu einer unmöglichen Mission aufbrechen und das Spike vernichten, bevor es Gelegenheit bekommt, seine Saat auszubringen ... Das mitreißende Science-Fiction-Epos von Andreas Brandhorst!
Dieser "neue" Brandhorst ist wieder mal eine typisch mystisch-esoterische Space Opera Brandhorster Prägung, von der ich schon (zu)viele gelesen habe. Es beginnt mit dem Raumschiff Eklipse. Nach einer fünfzigjährigen Mission kann es endlich zur Erde zurückkehren. Die Aufgabe der Crew lag in der Bergung seltener Artefakte. Sie stammen von Aliens, welche vor über eintausend Jahren verschwunden sind. Ein Institut erforscht seit vielen Jahren diese Artefakte und konnte damit unter anderem den Antrieb der Eklipse bauen, um noch tiefer in den Weltraum vorzudringen. Ein anderer Handlungstrang erzählt von einem jungen Mädchen, welches sich auf der Flucht befindet. Was oder wer unter welchen Gründen hinter ihr her ist, wird erst im Laufe der Lektüre klar. Während des Fluges der Eklipse zur Erde kommt es an Bord zu mysteriösen Vorkommnissen, vermutlich befindet sich unter den vielen Artefakten eine unheimliche Kreatur, die schon bei der kleinsten Berührung den Menschen verändern kann. Als das Schiff sich der Erde nähert wird es vollkommen mysteriös, erst antwortet die Erde nicht und später finden sie heraus, dass sich auf der Erde alles verändert hat... Portale, Zeitreisen, mächtige Artefakte, unheimliche Wesen, Raumschiffe und Printer, welches alles herstellen gehören zum Inventar dieses Romans, wobei für mich sich der Sense of Wonder so nicht einstellt, weil bei Brandhorst alles mystisch-esoterisch verklärt ist, mit wirklicher Hard Science hat dieser Roman nichts zu tun. Die Charaktere des Romans fand ich auch ziemlich "Brandhorst-Like" stereotyp, obwohl er mit "Kralle", einem katzenähnlichen Wesen welches mit den Menschen unterwegs ist, um mehr über die verschwundenen Aliens zu erfahren, eine duchaus interessante Figur erschaffen hat. Aber auch das riß mich nicht aus dem Hocker, trotzdem habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Andreas Brandhorst irgendwann mal wieder an seine Vergangenheit der 80er Jahre angknüpft, als er zu den damals hoffnungsvollsten, jungen SF-Autoren in Deutschland gehörte...
Von diesem Buch hatte ich mir tatsächlich mehr erhofft. Generell hatte ich etwas anderes erwartet, zu Beginn war es auch ziemlich verwirrend. Einerseits gibt es die Raumschiffcrew, die nach 50 Jahren auf dem Rückweg zur Erde ist und eine gefährliche Kreatur an Bord entdeckt, und die Erde, wo ein junges Mädchen auf der Flucht ist und generell alles total seltsam mit Portalen und anfangs mysteriösen Veränderungen. Bis wirklich eine Verbindung zwischen den beiden Strängen entsteht, dauert es eine Weile, doch ab da wird es dann auch richtig spannend. Vielleicht sollte man vor der Lektüre einen kurzen Blick in den Glossar werfen, denn manches wird am Anfang nicht wirklich erklärt und einfach so dahingestellt. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das Ende übertrieben finde oder nicht. Die ganze Sache mit den SPOILER gesplitterten Realitäten in denen die Zeit unterschiedlich verläuft und generell das Ganze mit der zerstörten Raum und Zeit kam zwar ziemlich überraschend, irgendwie konnte es mich jedoch nicht ganz überzeugen. Vielleicht liegt es wirklich daran, dass ich etwas anderes erwartete. Für Science-Fiction-Fans auf jeden Fall einen Blick wert, als ersten Brandhorst oder generell ersten SciFi-Titel würde ich es vielleicht nicht unbedingt empfehlen.
Mit diesem Buch von Andreas Brandhorst bin ich nicht so richtig warmgeworden. Die Handlung war zeitweise zäh, die Charaktere austauschbar und blass. Zusätzlich kam ich mit dem Inhalt nicht so ganz klar. Brandhorst bedient sich hier zweier zentraler Themen: Überbleibsel (Artefakte genannt) einer hochintelligenten, weit entwickelten Spezies im All sowie Anomalien in den Raum-Zeit Dimensionen.
Klingt ja erstmal nach viel spannendem Potential - das leider nicht nachvollziehbar verknüpft wird. Ich hab nicht nur offene Fragen (damit kann ich ja noch leben), sondern auch ungeklärte Ungereimtheiten, Logikfehler, eventuell auch schreiberische Freiheiten, die nicht im Konsens mit der Wissenschaft stehen. Das hat mich dann an einigen Stellen sehr gestört, sodass ich letztlich dem Buch nicht mehr als 2 Sterne geben kann. Auch das Ende driftete mir in eine überzogene Richtung ab, die ich als unpassend und fast schon zu esoterisch empfand.
Spannend und stelleweise sehr temporeich, weswegen ich das Buch oft kaum weglegen konnte. Ich weiß nicht, wie Herr Brandhorst das macht, aber durch seine Beschreibungen fühlte ich mich, als befinde ich mich mitten im Geschehen. Wie andere Rezensenten bereits erwähnten, ist die Logik an einigen Stellen nicht ganz wasserdicht. Aber darüber kann man hinwegsehen, wenn einem spannende Handlung wichtiger ist.