Inhalt:
Die gebrochene Sophie sehnt sich nichts sehnlicher, als endlich frei zu sein. Doch sie ist sich sicher, dass sie keine Chance auf ein besseres Leben hat. Sie hat zu große Angst davor alleine zu sein. Eine Begegnung und eine Postkarte tragen eines Tages entscheidend dazu bei, dass Sophie den Mut fasst, nur mit einer Reisetasche bepackt ins Ungewisse zu fliehen. Sie fängt ein neues Leben an. Das Schicksal ist für sie, denn als sie auf Erik trifft, scheint es, als wären sie Seelenverwandte. Leider holt die Vergangenheit einen immer wieder ein ...
Meinung:
Das Cover und der Titel "Irgendwo hinter den Wolken" passt perfekt zum Inhalt des Buches. Diese Phrase spiegelt sich im Buch sehr oft wieder und hat einen tieferen Hintergrund.
Auch der Schreibstil von Michelle Schrenk ist sehr flüssig und einfach zu lesen - Also auch besonders gut geeignet für Einsteiger! Die Wortwahl und der Ausdruck wurden sehr gut und passend gewählt, teilweise war es sogar sehr poetisch.
Der erste Eindruck von diesem Buch war daher positiv.
Es ist durchgehend aus Sophies Sicht geschrieben. Man erfährt also all ihre Gefühle. Daher erschüttern einige Stellen auch sehr, denn man bekommt Einblicke in das tragische Leben von Sophie. Das Thema an das Michelle Schrenk aneckt, ist überaus wichtig und sollte auch viel mehr Aufmerksamkeit bekommen! Ich bin sehr froh, dass dieses Thema in Büchern immer öfter behandelt wird und auch, dass es in "Irgendwo hinter den Wolken" thematisiert wird.
Allerdings - und das ist leider meiner Meinung nach ein großer Kritikpunkt - wurde Vieles nicht realistisch dargestellt. Das Thema wurde nicht genügend in den Blick genommen, denn leider geht das alles, wie es in dem Buch beschrieben wurde nicht immer so einfach. Des Weiteren bin ich der Meinung, dass ein Buch mit solch' einer Thematik immer eine Triggerwarnung haben sollte! Ich wüsste nicht, was ich von einigen Stellen halten oder wie ich reagieren würde, hätte ich mit diesem Umstand zutun gehabt. Die Handlungen waren meiner Meinung nach fern von jeglicher Realität. Entweder ist Sophie einfach nur ein riesen Glückspilz oder die Geschichte wurde nur nicht richtig bedacht, denn es wurde sehr viel beschönigt und einfach viel zu perfekt dargestellt. Ich befürchte eher Letzteres, denn ich bezweifele stark, dass so viel Gutes auf einmal passieren kann. *SPOILER IM NÄCHSTEN SATZ* Zuerst bekommt sie Geld und eine Wohnung von einer Frau, die sie seit 2 Wochen kennt, dann bekommt sie sofort am ersten Tag einen Job, ohne dass sie wirkliche Qualifikationen für den Job aufweist, dann lernt sie einen Mann kennen und die beiden werden in wenigen Wochen ein Paar, Seelenverwandte und planen bereits nach zwei Begegnungen Kinder. Und über das Ende und die weiteren "Zufälle", die in dem Buch als Schicksal dargestellt wurden, möchte ich nicht unbedingt sprechen, da ich einerseits zu sehr spoilern würde und andererseits war das meiner Meinung nach noch unrealistischer als die bereits erwähnten Tatsachen.
Michelle Schrenk hat wahrscheinlich ganz bewusst eine Geschichte geschrieben, die den Leser träumen lässt, die glücklich macht und zeigt, dass es sehr viel Positives im Leben gibt bzw. hinter den Wolken immer ein Licht scheint. Das finde ich auch wirklich toll! Die Geschichte konnte das super rüberbringen! Jede/r, die/der einfach eine vielleicht etwas unrealistische aber durchaus märchenhafte und träumerische Geschichte lesen möchte, ist da genau richtig! Allerdings wahr es für mich einfach zu viel des Guten, zu viel Friede-Freude-Eierkuchen!
Auch die Protagonisten und die Beziehungen derer zueinander wirkten für mich einfach viel zu blauäugig, treuherzig und irgendwie naiv. Hier fällt mir einfach wieder der Begriff "unrealistisch" ein. Die Dialoge zwischen den Protagonisten wiederholten sich ständig und wirkten ehrlich gesagt auch etwas unnötig. In dem Buch mit knapp 240 Seiten wurde fast jede Kleinigkeit beschrieben und der Fokus auf die nach meiner Meinung wichtigen Dinge eines Romans, zum Beispiel der Setting-Aufbau, die Entwicklung der Beziehung, insbesondere der romantischen Beziehungen wurden dabei einfach missachtet.
Die Kapitel wurden nicht wie üblich in Zahlen benannt, sondern mit Überschriften verseht, was durchaus sehr schön sein kann. Leider haben mich diese Überschriften sehr gespoilert. Dazu muss ich aber auch sagen, dass die Geschichte allgemein sehr durchschaubar war. Ich wusste immer schon einige Seiten vorher, was danach passieren würde und lag auch nie falsch in meinen Vermutungen.
Das Ende war zur Abwechslung eigentlich recht spannend und aufschlussreich. Es wurden einige Fragen aufgedeckt. Ich muss dabei auch erwähnen, dass ich auch hier eine Vorahnung hatte, doch nicht damit gerechnet habe, dass die Autorin so etwas unrealistisches und teilweise sogar weltfremdes aufs Papier bringt. Dies hat sie aber (leider) getan.
Fazit:
Leider konnte meine anfängliche Überzeugung des Buches nicht bis zum Ende Stand halten. Es tut mir wirklich sehr leid für die Autorin und die Agentur, die mir das Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zugeschickt haben. Ich möchte aber insbesondere für meine Follower aufrichtig sein und meine ehrliche Meinung dazu mitteilen! Das Buch konnte mich aufgrund der zahlreich genannten Kritikpunkte leider nicht überzeugen. Bis auf das wundervolle Cover, die schöne Aufmachung und der bildhafte Schreibstil der Autorin, hat mir das Buch und mitsamt der Inhalt und die Umsetzung dessen überhaupt nicht gefallen und mitreißen können. Es fehlte Spannung, Realität und Nervenkitzel. Von mir leider nur 2/5 Sterne.