Der achtjährige Nikolas überlebt wie durch ein Wunder einen schweren Verkehrsunfall, bei dem seine Eltern ums Leben kommen. Er müsse einen Schutzengel gehabt haben, sagen die Retter. Und als er eine geheimnisvolle, wispernde Stimme hört, glaubt Nikolas selbst bald daran, dass da jemand, oder etwas, ist, um ihn zu beschützen. Er gerät an ein mysteriöses Institut in der Schweiz, in dem Kinder mit besonderen Begabungen erforscht werden. Da lernt er die junge Sonja kennen und gemeinsam schmieden sie Fluchtpläne. Doch als die Forscher den unsichtbaren Begleiter Nikolas' mit aller Macht ins Licht zwingen wollen, kommt es zur Katastrophe. Und Nikolas muss sich einer furchtbaren Wahrheit stellen ...
Nikolas überlebt einen schweren Unfall, bei dem allerdings seine Eltern ums Leben kommen. Alle Retter und Ärzte sind verblüfft, dass Nikolas nicht einen Kratzer abbekommen hat - er muss wohl einen echt guten Schutzengel haben. Nikolas hört selbst oftmals eine seltsam flüsternde Stimme, ist das sein Schutzengel? Nikolas hat außerdem auch andere Begabungen wie z.B. ein unglaubliches Gespür für Zahlen und Farben, die auf einer Privatschule besser gefördert werden sollen. Richtig wohl fühlt er sich dort nicht, doch es wird besser als er Sonja kennen lernt. Fortan schlagen sie sich gemeinsam durch den Alltag im Institut.
Dieses Buch zusammen zu fassen ist wirklich recht schwierig, da ich eigentlich finde, dass selbst der Klappentext schon ein wenig zu viel verrät. Dadurch jedoch kann man sich als Leser aber schon mal ableiten, dass dies kein gewöhnlicher Thriller ist, sondern eben in eine Mystery oder vielmehr übernatürliche Richtung geht. Generell finde ich "Thriller" hier nicht wirklich passend. Mich hat die gesamte Grundidee der Story ein wenig an das Playstation Spiel "Beyond Two Souls" erinnert.
Nikolas fand ich recht sympathisch, er ist einfach ein grundehrlicher Junge, der für sein Alter schon einen ziemlichen Durchblick hat. Ich weiß gar nicht mehr, ob es nun so richtig mal ausgesprochen wurde im Buch, aber im wesentlichen hatte er einige autistische Züge an sich. Sein Umfeld hat sich manchmal etwas schwer mit ihm getan, insbesondere seine Tante, die ihn immer "liebevoll" Dussel nannte. Einzig sein Onkel schien ihn einfach so nehmen wie er eben ist.
Das Buch fing recht spannend an und blieb dies auch bis etwa zur Mitte, dann flaute die Story ab und wurde zum Ende hin sogar noch ganz komisch. Nein, ich mochte das Ende gar nicht und ich fand es auch nicht passend zur Story und zu dem was ich vorher gelesen hatte. Schade drum, denn die Grundidee finde ich wirklich sehr spannend.
In diesem Buch geht es um Nikolas. Wir begleiten ihn durch sein gesamtes Leben. Nikolas ist ein sehr spannender und verwirrender Charakter. Im Buch wird er immer wieder als autistisch bezeichnet, aber gleichzeitig wird immer betont, dass sich die Ärzte da nicht so sicher sind. Was auf jeden Fall wichtig ist, ist, dass Nikolas Probleme hat, Menschen zu verstehen und alles anders wahrnimmt, als viele andere das tun würden. Dazu kommt noch, dass er Synästhesie hat. Für alle, die davon noch nie etwas gehört haben: Bei einer Synästhesie sind die Sinne eines Menschen verknüpft. Nikolas sieht Farben, wenn er einen Menschen sprechen hört. Dadurch lernt er unter anderem, die Intention von seinen Mitmenschen zu entschlüsseln. Das fand ich super spannend und total gut dargestellt. Meist schaffte der Autor es auch, dass diese besondere Wahrnehmungen nachvollziehbar wurden. Nikolas scheint fast unsterblich zu sein. Der Grund dafür, ist sein "Schutzengel". Dieser taucht immer dann auf, wenn Nikolas in großer Gefahr ist. Meist endet das dann in einem Blutbad. Und nein, das war kein Spoiler, denn das wird schon innerhalb der ersten paar Seiten erwähnt. Ich wusste nicht so wirklich, was ich von diesem Schutzengel halten soll. Auf der einen Seite war ich mir zumindest zu Beginn sehr sicher, dass das halt einfach die Wunschvorstellung eines kleinen Jungen ist, der alles verloren hat und sich in seiner neuen Umgebung nicht zurechtfinden kann. Auf der anderen Seite hat der Schutzengel durchaus reale Auswirkungen, die ich mir so nicht erklären konnte. Bis zum Ende nicht.
Insgesamt spielen paranomale Fähigkeiten eine wichtige Rolle. Der Schutzengel, Wahrsager, Leute, die Dinge allein mit ihren Gedanken anzünden können. All das spielt eine Rolle. Stellenweise war das wirklich sehr, sehr spannend, an anderen Stellen war es aber schon fast zu viel. Gerade, weil viele Stellen sehr realistisch beschrieben wurden, war dann der Kontrast sehr stark. Auf der einen Seite sind da eben durchaus realistische Themen: Autismus, Synästhesie, die Mafia und und und. Und auf der anderen Seite eben das Übernatürliche. Ich persönlich muss sagen, dass mir die Beschreibung der realistischen Themen um einiges besser gefallen haben, als die Beschreibung des Übernatürlichen.
Den Schreibstil fand ich super. Den fand ich echt gelungen. Wie oben erwähnt, fand ich vor allem die Beschreibung der realistischen Themen sehr gut und sehr spannend. Wirklich schwache Stellen, gab es nicht.
Mein Fazit? Lesenswert und spannend. Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben
Der Anfang war bezaubernd. Die Mitte war sehr spannend. Das Ende dann ziemlich unerwartet und nicht zum Rest des Buches passend, auch wenn solche"plot twists" ja sehr modern sind. Schade!
Nikolas ist acht Jahre alt, als er einen schlimmen Autounfall überlebt. Seine Eltern sind tot, und der Junge muss einen Schutzengel gehabt haben, weil er den Unfall wohlbehalten überstanden hat. Als Nikolas im Dunkeln ein Flüstern hört, weiß er sofort, dass genau dieser Schutzengel zu ihm spricht. Danach gerät er an ein geheimnisvolles Institut, wo sein Schutzengel ans Licht geholt werden soll. Es entwickelt sich eine Katastrophe und Nikolas kommt einer schrecklichen Wahrheit auf den Grund.
Ich weiß gar nicht so recht, wie ich mit dieser Rezension anfangen soll. Mir hat "Das Flüstern" aus mehreren Gründen gar nicht gefallen.
Zuerst einmal fehlt es am roten Faden. Brandhorst bedient sich mehrerer Zugänge zu diesem Thriller, und arbeitet - meiner Ansicht nach - nicht einen davon konsequent aus:
Es beginnt mit der Kulisse um die italienische Mafia. Nikolas ist der Sprössling eines Mafioso und im Verlauf der Handlung in die Geschäfte des organisierten Verbrechens verstrickt. Auf mich hat das eher wie Mafia-Kitsch gewirkt, den der Autor in seinem Roman auf Biegen und Brechen einbindet. Denn der Handlung, sofern eine vorhanden ist, hilft dieser mafiöse Rahmen absolut nicht weiter. Nikolas Eltern werden am Anfang getötet, höchstwahrscheinlich weil sein Vater diesem exklusiven Verein angehört. Danach folgen Ermittlungen, die ins Leere laufen, und zu einem späteren Zeitpunkt wird der Mafia-Strang erneut aufgenommen, was auch hier keinen tiefgreifenden Sinn ergibt.
Zudem gibt es eine weltumspannende Verschwörung, die mit diesem ominösen Institut in Verbindung steht. Weder die Verschwörung noch die Schule für besondere Kinder und Jugendliche kommen über einen nebulösen Rahmen hinaus. Nikolas ist eben dort, und macht da seine Erfahrungen. Manches gefällt ihm, anderes nicht. Der Gesamtzusammenhang wird ziemlich lose in den Raum gestellt, was wohl an der Perspektive liegt.
Denn die gesamte Handlung wird aus Nikolas' Perspektive erzählt. Zwar hat sich der Autor für die dritte Person entschieden, lässt dennoch nur die Sicht seiner Hauptfigur zu. Der Junge ist ein merkwürdiger Typ, und offensichtlich leidet er am Asperger Syndrom oder etwas ähnlichem. Jedenfalls ist er hochintelligent, tut sich hingegen im zwischenmenschlichen Bereich auffallend schwer. Mich hat irrsinnig gestört, dass ich oft das Gefühl hatte, einem Kleinkind bei seinen Gedankengängen zu lauschen. Nikolas verbindet zum Beispiel direkte Rede mit Farben. Wenn ihm Gesagtes in Türkis erscheint, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit gelogen. Und so bewundert man als Leser beziehungsweise Hörer ein prächtiges Farbenmeer, das sich im Lauf der Handlung soweit abnutzt, dass man es nur mehr schwer erträgt.
Hinzu kommt Nikolas Jugendliebe Sonja. Diese Sonja ist von Anfang bis Ende überaus präsent. Obwohl Brandhorst versucht, die emotionale Verbindung zwischen den Figuren zu vermitteln, ist es ihm meiner Meinung nach nicht gelungen. Weder die Gefühle für Sonja noch Nikolas Besessenheit von ihr sind für mich nachvollziehbar. Je länger ich in dem Roman verweilte, desto penetranter habe ich Nikolas Faible für seine Sonja empfunden, weil er meiner Meinung nach nicht fundiert erarbeitet ist.
Der Mystery-Aspekt um Nikolas Schutzengel war schon fein. Besonders zum Ende hin, hätte dieser Part für Gänsehaut gesorgt, wenn nicht der gesamte Roman thematisch derart überladen gewesen wäre.
Einerseits ist die Handlung über mehrere Jahre hinweg angelegt, andrerseits erfährt man sie nur aus Nikolas kindlich-naiver, dafür farbenfroher Sicht, was dem Ganzen die Faszination nimmt.
Die einzelnen Elemente greifen nicht ineinander. Es entsteht weder Spannung noch Schwung, sondern es wirkt wie lieblos auf einen Haufen geworfen. Ich glaube, für mich hätte dieser Thriller besser funktioniert, wenn Mafia- und Verschwörungs-Gedöns gar nicht vorkommen, sondern Nikolas als normaler Junge in einem alltäglichen Rahmen mit dem mysteriösen Schutzengel agiert.
Zu guter Letzt bleibt zu sagen, dass mir "Das Flüstern" nicht gefallen hat, was andere Leser aber nicht abschrecken soll, weil Geschmäcker eben verschieden sind. Für mich sind zu viele Elemente zu einem undefinierbaren Schmarrn vermengt, womit ich leider nichts angefangen habe.
Wie durch ein Wunder überlebt der kleine Nikolas den schweren Autounfall, bei dem seine beiden Eltern ums Leben kamen. Wie durch ein Wunder wird er bei einer Schießerei, der mehrere erwachsene Männer der Mafia zum Opfer fallen, nicht verletzt. Es ist, als hätte Nikolas mehr Glück als jeder andere Mensch. Doch er weiß es besser. Denn Nikolas hat einen Schutzengel, verborgen in der Dunkelheit, doch immer bei ihm, um ihn vor den Gefahren des Lebens zu schützen – und um diese wenn nötig auch aus dem Weg zu räumen.
Nikolas ist ein Autist. Ich muss zugeben, dass ich mich mit dieser Störung, wenn man sie denn so nennen darf, nicht besonders gut auskenne, daher ist es mir nicht möglich, die Authentizität des Protagonisten zu bewerten, doch was ich bewerten kann ist die Sympathie, die ich ihm entgegen brachte – denn diese war sehr gering. Nikolas bleibt aufgrund des Autismus‘ häufig sehr kühl und reagiert nicht, wie es andere Menschen – wie ich es tun würde. Dadurch fiel es mir unglaublich schwer, mit ihm mitzufühlen. Was traurig ist, denn Nikolas hat es nicht leicht – gequält von einer Tante, die in ihm nur eine Missgeburt sieht und von Ärzten aufgrund seiner Affinität und Genialität in Bezug auf Zahlen als Versuchsobjekt missbraucht, erfährt Nikolas nur an wenigen Stellen Zuneigung. Doch trotzdem – bewegt hat mich sein Schicksal nicht.
Ein übriges tat die Geschichte, denn meine Erwartungen gingen in eine Art Mutanten-Horror: Versuche, Entführungen, Ärzte und nicht zu kontrollierende und vor allem gefährliche Kräfte – doch lange Zeit über nutzt Nikolas – so wie auch die anderen – seine Kräfte nicht stark. Und das dauerte mir einfach zu lange. Als nächstes ist Nikolas der Sohn eines Mafia-Bosses, wodurch die Atmosphäre des Unheimlichen aufgrund der Waffengewalt irgendwie verloren ging. Ein letztes taten die Figuren, denn mit der bösen Stieftante, dem Onkel, der zum „Familien“-Geschäft gezwungen wird und den Ärzten als Schreckensfiguren werden viele Klischees bedient, die aufgrund des äußerst zähen Spannungsbogens für mich einfach zu viel waren.
Letztendlich muss ich daher sagen, dass mich das Buch enttäuscht hat. Wahrscheinlich liegt die Schuld nicht einmal beim Roman selbst, sondern einfach an einer falschen Erwartungshaltung.
In der Welt, in der diese Geschichte möglich ist möchte ich nicht leben. Der Schutzengel von Nicolas ist mir von Anfang an suspekt gewesen. Aber das Ende beweist, dass manche " Guten Geister " doch eher besitzergreifende Dämonen sind. Das Buch war, bei dem Autor fast selbstverständlich, spannend bis zum Schluss, hinterlässt aber einen bitteren Nachgeschmack. 4,5 * aufgerundet auf 5
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Der Anfang der Geschichte war sehr spannend und man hatte mit dem Hauptdarsteller mitgefiebert. Allerdings wurde die Gesamtgeschichte zum Ende hin immer seltsamer und ließ einen am Ende mit zahlreichen offenen Fragen zurück.
Bisher das schwächste Buch von Brandhorst, das ich bisher gelesen habe. Auf einen spannenden Einstieg folgen zu viele Handlungsbrüche, zu viele abstruse Verkettungen, in denen Hauptfigur und Leser ohnmächtig von Plotpoint zu Plotpoint geschoben werden. Nahezu keiner der interessanten Ansätze nach dem ersten Teil des Buches wird ausgearbeitet oder richtig zu Ende verfolgt.. schade.