In die unbekannten Weiten des Universums vorzustoßen – das ist der Job der Kartografen bei Interkosmika, dem Konzern, der die interstellaren Reisen zwischen den Sternen kontrolliert. Tess ist eine solche Kartografin, doch nicht freiwillig, denn sie muss bei Interkosmika die Schulden ihrer Familie abarbeiten. Und sie weiß, dass ihre Mission alles andere als einfach wird. Denn ihr Auftrag führt sie in eine Region, aus der noch keiner lebend zurückgekehrt ist … Mit »Das Netz der Sterne« stößt Andreas Brandhorst das Tor zu einer neuen Welt auf – ideal für Brandhorst-Fans und Neueinsteiger!
Ich habe etwas anderes erwartet, als mir die Buchrückseite versprochen hat. Der Plot vesteht weniger Weltraum-Kartographieren und dreht sich mehr um ... ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht genau. Die Hauptfigur Tess wird für den Großteil des Buches von anderen Personen hin und her gezerrt, fast immer unfreiwillig. Aktiv wird sie fast nie - und wenn, dann wird ihre Aktivität meist schnell vereitelt. Ob man das jetzt gut oder schlecht findet, kommt sicher stark auf den Leser an. Für mich war es in Ordnung, in sofern dass es auch irgendwie thematisch gepasst hat, aber ich hätte mir trotzdem mehr gewünscht. Trotzdem hat mich das Buch mit seinen kreativen Planeten und anderen Welten fasziniert. Die Schriftsprache hat mie ganz gut gefallen. Es waren einige sehr poetische, schöne Passagen darin, der Großteil war flüssig und einfach zu lesen. Nur die Dialoge waren nicht so meins, es wurden dort viel Informationen und Gedankengänge wiederholt, was aber bei einem Buch von diesem Umfang sicher für langsamere Leser ganz praktisch sein kann.
JETZT RICHTIGE SPOILER:
Tess als Charakter hatte mir zu wenige oder unnachvollziehbare Emotionen: Ihr Verlobter verschwunden? Ihre Familie tot? Ihr Verlobter am Leben aber auf der "bösen" Seite? Keine Träne vergossen, kein erkennbares Trauern. Nur die KI weißt uns manchmal darauf hin, dass Tess gerade emotional statt rational sei. Zwei Rebellen, die sie seit keinem Monat kennt (von der eine (Zara) sie quasi zweimal entführt hat, ihr jede Wahl nimmt und Tess dann immer wieder beteuert, sie sei doch frei) sterben, nachdem sie wieder nicht auf Tess hören? Sie scheint über nichts anderes mehr nachzudenken und nennt Zara sogar mehrmals ihre Freundin.
Das Ende fand ich wiederrum ungewöhnlich kreativ, ich hatte nicht damit gerechnet und war nach all dem positiv überrascht. Auch wenn Tess wieder nicht viel dazu beitrug, außer anwesend zu sein.
Wie gewohnt ein spannendes und kreatives Buch von Andreas Brandhorst. Am besten gefiel mir die Protagonistin Tess, welche am Anfang wie eine Schachfigur hin-und hergeschoben ist, sich dieses jedoch nicht lange gefallen lässt und für ihre Freiheit kämpft. Auch sehr gelungen fand ich die Einbindung ihrer besonderen Fähigkeit, des Esprit, den Gesang und die Sprünge durch das All.
Eine durch und durch böse Firma dominiert Politik und Wirtschaft. Ein simpler Bösewicht steuert Horden von namenlosen Konzerndronen. Vereinzelte Rebellen leisten verzweifelten Widerstand. Eine Außenseiterin wird in alles hineingezogen, ist eigentlich zu cool um sich für eine Seite vereinnahmen zu lassen, aber nunmal die Einzige mit wichtigen Fähigkeiten...
Das ist nicht Star Wars, sondern der neue Brandhorst. Nicht so flach wie die letzten, aber leider wird auch hier die Beschreibung der Personen und des Universums geopfert zugunsten plumper Action und einfacher Dialoge. Die Handlung ist geradlinig, es gibt eine einzige Perspektive, kaum Wendungen. So hat das Buch sehr wenig mit dem Klappentext zu tun und das ist schade, denn nur wenige Autoren können Welten entwerfen wie Andreas Brandhorst.
Eigentlich ist Andreas Brandhorst ein richtig guter SciFi-Autor, und so viele gibt es davon nun einmal in Deutschland nicht. Es sei denn, es geht bei ihm um Zeitverschlingungen, dann wird er vom Chaos überrollt. So auch hier. Schade.
Tess größter Traum ist es, eines Tages Sängerin auf dem Planeten Harmonie zu werden. Sie hat die Einladung schon erhalten und soll bald mit ihrem Studium beginnen. Allerdings werden ihre Träume jäh zerschlagen… Ihre Familie ist schwer verschuldet bei dem Raumfahrtunternehmen Interkosmika, welches praktisch den ganzen Kosmos und das Reisen dort kontrolliert. Da ihre Schwester abtrünnig geworden ist, wird sie nun vom Schuldeneintreiber Tirell Wayfare zwangsverpflichtet. Um ihre Arbeitszeit zu verkürzen, schließt sich ihr Tess‘ Freund Sinclair an. Zusammen sollen sie für 5 Jahre neue Empfangsstationen im Kosmos errichten, die Reisen in bisher unbekannte Gebiete ermöglichen. Allerdings geht schon bei der ersten Mission etwas schief. Horace Addison, ein erfahrener Begleiter stirbt und Sinclair geht bei der Erkundung eines ominösen Raumschiffs verloren. Zu Beginn der zweiten Mission lernt Tess die Aufständische Zara Wunca Eridanus kennen, die Tess zu ihrer Schwester zu den Aufständischen mitnehmen möchte. Daraus entpuppt sich ein Kampf gegen das verbrecherische Regime von Interkosmika und deren Tyrannei.
Leider gibt es nur wenig Gutes, das ich zu diesem Buch sagen kann… Die Idee einer großen Firma, die den Kosmos dominiert, das dystopische Setting und das Worldbuilding sind phänomenal. Anfangs hatte ich das Gefühl, das Buch würde sich zu etwas großem weiterentwickeln, es hatte wirklich extrem viel Potential. Im Laufe des Buches wurde ich allerdings schwer enttäuscht.
Der Plot ist nicht schlecht und das Buch ist auch absolut nicht schlecht geschrieben, jedoch kommt es mir so vor, als ob der Autor krampfhaft versucht hätte, unbedingt alles in ein Buch reinzustopfen. Zunächst hat der Klappentext sehr wenig mit dem eigentlichen Buch zu tun, sondern beschreibt viel mehr die ersten hundert Seiten, lässt aber den wesentlichen Teil der Geschichte völlig aus. Dazu kommen noch Kleinigkeiten, wie die falsche Umrechnung der Strafzeit (47 Millionen Schuldenpunkte mit einem Gehalt von zwei Millionen pro Jahr sind 23 1/2, nicht 24 1/2 Jahre), sowie die erfundenen „Fachbegriffe“ mit denen der Leser vor allem am Anfang bombardiert wird. Klar, es gibt ein Glossar, trotzdem sind die Begriffe etwas überfordert. Auch das Ende ist etwas fragwürdig und fühlt sich an, als hätte Brandhorst versucht, unbedingt ein poetisches Ende in die 493 Seiten des Buches mit einzubauen, was ihm zwar teilweise gelingt, indem er einen Kreis zu Tess angeborener Fähigkeit, dem Esprit schließt, allerdings kommt es mir doch etwas weit hergeholt vor.
Vor allem mit der ganzen Vorgeschichte des Aufstands hätte ich mir etwas actionreicheres und aufschlussreicheres Ende gewünscht, notfalls mit einem weiteren Buch.
Am schlimmsten war jedoch die Emotionslosigkeit und den Egoismus, den Tess an den Tag legt. Nach dem Tod ihres Vorgesetzen Horace verschwendet sie kaum einen Gedanken an ihn und das gleiche gilt für ihren Lebensgefährten Sinclair mit dem sie „gebunden“ ist. Ihr Freund, der bereit ist, fünf Jahre seines Lebens für sie zu Opfern, der bereit ist, für sie in die unbekannten Tiefen des Weltraums vorzustoßen, der praktisch alles für sie tun würde, wurde einfach vergessen. Nachdem er auf dem Planeten „Zuflucht“ verschwindet und höchstwahrscheinlich tot ist, gibt es so gut wie keine und nur sehr kurze sentimentale Passagen, in denen Tess über ihn nachdenkt. Sie verschüttet keine einzige Träne für ihn. Für mich hat das das Buch praktisch unlesbar gemacht. Die Unnahbarkeit von Tess war kaum auszuhalten und hat das Buch für mich ununterhaltsam gemacht
Leider hatte ich mir mehr von diesem Buch erwartet, vor allem am Anfang war dessen Potential riesig, die anfänglich gute Idee wurde leider aber wirklich schlecht umgesetzt.
Das Netz der Sterne von Andreas Brandhorst gelesen dank Netgalley im Januar 2020 Genre: Science Fiction Gelungener Roman über ???? Begegnung mit Außerirdischen, Verantwortung, Unendlichkeit, Macht Tess möchte eine musikalische Ausbildung auf Harmony beginnen, doch kurz vor der geplanten Abreise wird sie zwangsverpflichtet, die Schulden ihrer Familie statt ihrer abtrünnigen Schwester abzuarbeiten. Ihr Verlobter/Gebundener übernimmt einen Teil der Schuld und begleitet sie. Sie entscheiden sich für eine möglichst kurze Dienstverpflichtung als Kartographen das Netz über das sich Raumschiffe bewegen weiter zu kartieren. Der erste Auftrag findet mit einem erfahrenen Kartographen statt, doch es geht alles schief und sie entdecken ein Raumschiff voller Leichen. Die Geschichte wandert zwischen mehreren Zeitebenen und Realitäten und hat einen deutlichen philosophischen Einschlag. Trotzdem gibt es Action und Überraschung. Für mich ein sehr gelungenes Leseerlebnis. #Netgalleyde #DasNetzderSterne #AndreasBrandhorst #Rezension #KathrinliebtLesen #Bookstagram