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Heimat Los!: Aus Dem Leben Eines Jüdischen Emigranten

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German

183 pages, Paperback

First published November 30, 1997

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Gad Granach

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29 reviews8 followers
March 4, 2021
“Ich bin wirklich kein großer Zionist, denn ich lebe in Israel, da brauche ich kein Zionist zu sein, aber daß wir das Land bepflanzt haben, ist nunmal eine Tatsache“
So beschreibt Gad Cranach selbst seine pragmatische Beziehung zur Lebensrealität in Israel. Seine Aufzeichnungen bleiben in Heimat los! eher im Charakter eines losen, doch unterhaltsamen Gesprächs, statt dichte Autobiographie oder ideologische Ortsbestimmung zu sein. Der 2010 verstorbene Granach mag einschlägigen Kreisen am ehesten durch seinen Auftritt in Claude Lanzmann’s Film „Warum Israel“ bekannt sein. In den Eingangsszenen des Films singt Granach antifaschistische Lieder auf dem Akkordeon- auf deutsch. In diesem Auftritt manifestiert sich, was auch im Buch als roter Faden kenntlich wird: Granach kennt die Welt der „Jeckes“ und spielt mitunter sehr bewusst mit dem Cliché der schwerfälligen Bürgerlichkeit und Bildung deutscher Juden in der jungen israelischen Gesellschaft. Doch fällt er eigentlich selbst vollkommen aus diesem Stereotype heraus. Einerseits, weil er schlichtweg zu jung war, um sich der schweren deutsch-jüdischen Ordinarienidentität gemein zu machen. Stattdessen schloss sich Granach als Jugendlicher „zur rechten Zeit“ und wiederum vielmehr aus pragmatischen als ideologischen Gründen der zionistischen Bewegung an und erreichte nach Station in einer Hamburger Hachschara schon 1936 Mandatspalästina. Die Zeit des zweiten Weltkriegs verbrachte Granach als Kibbutznik und Plantagenarbeiter am Toten Meer und verschrieb sich dem Aufbau des zu gründenden jüdischen Staates- und seinen sehr eigenen weltlichen Interessen an Frauen und Abenteuern.
Andererseits ist auch seine Kindheit in Berlin, der im Werk viel Platz eingeräumt wird, ungewöhnlich und bestimmend. Nicht nur seine kommunistische, vegetarisch angehauchte Mutter mag großen Einfluss auf Granach’s Lebensweg gehabt haben. Besonders die über allem schwebende Figur des Vaters Alexander Granach gibt Aufschluss über den Ursprung seiner Individualität.
Galizianischer, also ostjüdischer Herkunft mauserte sich der Vater im Berlin der 20er Jahre vom Bewohner des yiddishsprachigen Scheunenviertel zum renommierten und vielgefragtem Theaterschauspieler. Wo Gad Granach seine Chuzpa her hat, wird schnell klar. Gleichzeitig geben die in schneller Abfolge geschilderten Anekdoten über den wilden Lebenswandel des Vaters, und seine Beziehung zum Sohn und Mitgliedern des (jüdischen) kulturellen Establishment einiges an Aufschluss über die Uneindeutigkeit jüdischer Identität am Vorabend von Hitlers Machtergreifung. Und das abseits von allzu folkloristischer Verklärung oder akademischer Abstraktion.
Leider ist der spätere Teil des Buches, in dem Granach seine Meinungen zur israelischen Situation nach dem 6 Tage Krieg kundtut nicht so gut gealtert. Etwas sehr lose und polternd wirken seine Ansichten hierzu heute. Sind sie doch nicht so scharf wie die damaligen Polemiken seines guten Freundes Henryk M. Broder, der incognito auf einem der vielen Bilder im Band auftaucht, sondern planlos beschwichtigend. Vielleicht bleiben sie eben aber auch nur so glücklich pragmatisch, wie es Granach insgesamt gewesen zu sein scheint.
Profile Image for David.
10 reviews1 follower
May 13, 2010
Having first read Gad Granach's memoir in German while living in Berlin, I was deeply moved and could not recommend it highly enough. This ultimately led to meeting the author in 2005 in Jerusalem for his 90th birthday while preparations for an English edition were underway.
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