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Deutschlands sexuelle Tragödie: Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist

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187 pages, Paperback

First published January 1, 2008

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Bernd Siggelkow

18 books2 followers

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Community Reviews

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5 (15%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Jette.
102 reviews1 follower
February 20, 2025
Vorab: Dieses Buch wurde als Negativbeispiel in einem Seminar gezeigt und ich war zu neugierig 🥲

Dieses Buch kommt direkt aus der Hölle. Zu Beginn wird zwar gesagt, dass die nicht zu voyeuristischen Zwecken dienen - das sehe ich tatsächlich anders 😃 Fast alle Geschichten handeln von schwerem sexuellen Missbrauch (sehr oft innerhalb der Familie), was aber nie ausgesprochen bzw. eingeordnet wird. Dafür wird öfters das Aussehen der KINDER auf unangemessene Weise kommentiert (lange, braungebrannte Beine..). Insgesamt einfach wirklich ekelhaft und unangenehm.
Profile Image for Julia.
162 reviews10 followers
November 17, 2011
Ich hab mich ausnahmsweise mal an so ein „Betroffenheitsbuch“ rangetraut – und ich weiß jetzt, dass sowas tatsächlich nicht mein bevorzugtes Genre ist.

Die beiden Autoren arbeiten in der „Arche“ in Berlin, einer Einrichtung, die sich um Kinder aus problematischen Verhältnissen kümmert. Klar, dass sie da einige Geschichten zu hören bekommen.

Hier geht es vor allem um die sexuelle Verwahrlosung, die sie beobachten: Jugendliche haben immer früher Sex, in der Regel ohne eine feste Beziehung, natürlich auch ohne Verhütung. Sex ist ein Ersatz für Anerkennung, für Liebe, für familiäre Strukturen. Denn meistens sind die Eltern schlechte Vorbilder: Viele Kinder wachsen mit nur einem Elternteil auf (meist mit der Mutter, die immer wieder wechselnde Partner hat). Gemeinsam werden Pornos geschaut, und es ist nicht ungewöhnlich, dass Mutter und Tochter nacheinander mit dem selben Mann schlafen.

Erzählt wird das Ganze anhand von Einzelschicksalen, und spätestens nach dem dritten wiederholen sich die Muster. Und irgendwie hatte ich auch spätestens ab da so meine Probleme mit diesem Buch: Sich die krassestens Geschichten aus einer Stadt rauszugreifen, diese zusammenzufassen und das Ganze dann als „Deutschlands sexuelle Tragödie“ zu verkaufen, ist doch arg gewagt. Dachte ich zumindest immer, der/die Durchschnittsjugendliche lasse sich mit dem ersten Sex wieder mehr Zeit und lege vor allem Wert, dass es innerhalb einer Liebesbeziehung passiert. Stattdessen gibt es hier enorm viel Schwarzmalerei, Bashing der neuen Medien und eine versteckte Sehnsucht nach der guten, alten heilen Welt, wo mit Mutti, Vati und Kind die Welt noch in Ordnung war (letzteres ist eine Unterstellung, ich meine es aber zwischen den Zeilen gelesen zu haben). Es spricht schon Bände, dass immer genau die Piercings der Jugendlichen aufgezählt werden, als wäre das ein sicheres Zeichen für Verruchtheit.

Die etwas altbackene Sprache tut ihr Übriges: „Seine Jeans, Baggypants nennt man diese Art Hose wohl, hängt fast in den Knien“ oder „… neue Chats schießen wie Pilze aus dem Boden. Die Kinder erfahren die neuen Adressen durch Freunde und Mitschüler.“ JETZT weiß ich also, wie man in die wirklich abgefahrenen Chats kommt! Ich kannte da wohl einfach nie die richtigen Leute…

Aber im Ernst: Es ist natürlich besorgniserregend, wenn sich Familienstrukturen dahingehend auflösen, dass viele Kinder und Jugendlichen aufwachsen, ohne Geborgenheit und Wertschätzung zu erfahren. Es darf natürlich nicht sein, dass junge Leute ohne Schulabschluss und mit der Aussicht auf ein Leben mit Transferleistungen ihre Bestätigung in anderen Bereichen suchen, oder dass junge Mädchen meinen, sie müssten nur das tun, was ein Mann von ihnen will, damit er noch ein paar Monate länger bei ihnen bleibt. Aber dieses Buch erschien mir doch auch arg subjektiv mit seinen extremen Fällen, und ich weiß auch ehrlich gesagt nicht wirklich, was es mir sagen wollte.
Profile Image for Erika_kartmann.
216 reviews
October 7, 2014
Ja, es gibt Teile der Jugend, die verwahrlosen
und ja, es gibt Jugendliche, die haben sehr früh und sehr viel und mit sehr vielen Partnern Sex und ja, leider vergessen sie dabei häufig auch Verhütung, also den Schutz vor Schwangerschaften und Krankheiten. Und vielleicht sind sie auch manchmal ZU jung und haben ZU viele Partner (obwohl ich mir nicht anmaßen kann, festzustellen, wie viele Partner zu viele Partner sind, aber das ist ein anderes Thema).

Das ist alles nicht neu.
Neu ist auch nicht, dass sich jemand darüber entsetzt zeigt, wie manche Jugendliche ihr Sexualleben leben. Und ja, ich fand es zutiefst abstoßend, was ich dort gelesen habe (Eltern, die beim Sex zuhören/zusehen und Gruppensex sind noch eher harmlos), aber zutiefst abstoßend finde ich auch, dass sich ein Mensch darüber erhebt, mit dem Zeigefinger wedelt und meint zu wissen, wie die Jugend von heute bitte mit ihrem Unterleib umzugehen hat und unter dem Deckmantel der Betroffenheit voyeuristische Einblicke in die Betten/Toiletten/Klassenzimmer der Jugendlichen gestattet.

Zum Glück habe ich dieses Buch antiquarisch erworben und somit den Autoren keine Tantiemen beschert.
Gebraucht habe ich das nicht, ich habe es auch in der Umkleidekabine liegenlassen.

Ich empfehle dieses Buch Menschen eigentlich niemandem, höchstens voyeuristischen Menschen, die sich schämen, Pornoromane zu kaufen...
Profile Image for Silvia.
38 reviews14 followers
April 10, 2016
Vor kurzem habe ich ein sehr interessantes aber auch schockierendes Buch gelesen. Und da es auch ein sehr, sehr wichtiges Thema ist, wie ich finde, wurde die Rezension auch sehr, sehr lange:

„Deutschlands sexuelle Tragödie – Wenn Kinder nicht mehr lernen was Liebe ist“ von Bernd Siggekow und Wolfgang Büscher (von der Arche in Berlin)

Bevor ich meine Meinung zu dem Buch schreibe – ich habe mir ein paar Sätze bzw. Absätze markiert die ich sehr wichtig fand.

(Seite 13 – TB Ausgabe)
„Die Jugendlichen werden überrollt von Informationen zum Thema Sex, und die Masse an Informationen und Bildern, die auf sie einströmt, wird ungefiltert und unverarbeitet von ihnen aufgenommen. Das führt dazu, dass sie sehr wohl wissen, was es alles gibt, aber das Ganze nicht einordnen können. Wie von ihnen wissen zwar, was Sadomaso bedeutet, was unter Gangbang und Sandwich-Sex zu verstehen ist, aber das grundsätzliche Wissen über Sexualität und darüber, was diese mit Liebe zu tun hat, fehlt fast immer. Die Deutsche Gesellschaft für Sexualwissenschaftliche Sozialforschung warnt vor einer besonders gefährlichen Mischung: “Das Wissen über Sex ist extrem gering, die Illusion jedoch, etwas darüber zu wissen, dafür umso größer.“ (Berliner Morgenpost vom 16.05.2008)“

(Seite 61+62 – TB Ausgabe)
„Es ist unvorstellbar, dass Kinder heute im Internet ohne Passwort und ohne Kontrolle unzählige Pornofilme anschauen und herunterladen können. Für Kinder und Jugendliche stellt es kein Problem dar, im Internet alles über Sex und Pornografie bis hin zu Hardcorevideos zu finden. Mit einem Knopfdruck können Minderjährige bei youporn.de alles anschauen, was der Pornomarkt zu bieten hat. Hier sehen sie Sexualität in all ihren Facetten: ganz „normalen“ Geschlechtsverkehr, homosexuellen Verkehr, Gruppensex, Vergewaltigungsszenen, Gangbang, Sadomaso und viele weitere Formen der Pornografie – und diese Bilder bewegen sie dann in ihren Köpfen. Aber leider bleibt es nicht dabei. Innerhalb weniger Minuten sind die Filme auf die Mobiltelefone heruntergeladen und können so in null Komma nichts von Handy zu Handy übertragen werden. Oft werden diese Videoclips dann auf den Schulhöfen abgespielt und an Freunde weitergeleitet.“

(Seite 92 – TB Ausgabe)
„Auch außerhalb der Schule werden diese Kinder schlecht in unsere Gesellschaft integriert, da oft kein Geld für Sport und andere Freizeitmöglichkeiten da ist. Da ist es kein Wunder, dass sie sich ihre eigenen „Freizeitbeschäftigungen“ in Form von Gangbangs und anderen Extremen suchen – zumal sie mit Sex eine Freizeitbeschäftigung haben, die sie sich finanziell leisten können.
Die Kinder, von denen wir in diesem Buch berichten, werden von ihren Familien und von der Gesellschaft im Stich gelassen. Wir sind verpflichtet, uns um sie zu kümmern, ansonsten werden sie sich eines Tages gegen die Gesellschaft wenden.“

(Seite 111 – TB Ausgabe)
„Der Sex hat für sie aber auch noch den Nebeneffekt, dass sie dort vermeintlich die Gefühle erleben, die ihnen eigentlich ihre Eltern vermitteln sollten. Beim Sex erlebt so mancher junger Mensch zum ersten Mal körperliche Zuneigung. Viele der Kinder, mit denen wir tagtäglich zu tun haben, saßen noch nie auf dem Schoß ihrer Eltern oder wurden gar in den Arm genommen.“

(Seite 183 – TB Ausgabe)
„Wie oft mussten wir in den vergangen Wochen und Monaten die Fragen beantworten: „Warum schreibt ihr ein Buch über ein so abstraktes Thema?“ Vielen ist es peinlich, über ein solches Thema zu reden. Wie viel peinlicher ist es ihnen dann, mit einem Jugendlichen über das Erwachsenwerden und über Sexualität zu reden! Je aufgeklärter und freizügiger unser Land wird, desto weniger sprechen wir mit unseren Kindern über eines der wichtigsten Themen ihrer Entwicklung. Dabei ist genau das so wichtig. Wir müssen mehr reden. Das ist der wichtigste Grundsatz für die sexuelle Aufklärung von jungen Menschen. Und hier sind nicht nur die Schulen und Bildungszentren gefragt, sondern auch Eltern und Kirchen.“

Als ich das Buch zu lesen begann, wusste ich zuerst gar nicht um was es im Detail wirklich geht. Schon klar um Jugend, Sex, etc. Aber eben nicht genau.
In diesem Buch werden viele Geschichten von jungen Mädchen und Burschen erzählt – die regelmäßig in die Arche kommen und von den Sozialarbeitern dort betreut werden. Die Namen wurden geändert.
Zwischen den Geschichten der Kinder und Jugendlichen melden sich die Autoren mit Fakten und Zahlen zu Wort.
Es ist erschreckend in welchem Umfeld diese jungen Menschen aufwachsen und wie sie mit Sex und dergleichen in Kontakt kommen. Viele dieser jungen Menschen kommen aus sozial schwachem Umfeld, aus Plattenbausiedlungen etc. - aber auch diese Verrohung kommt in anderen Gesellschaftsschichten immer mehr vor.

Da gibt es Kinder, bei denen zuhause tagtäglich Pornofilme am Fernseher laufen – ich meine mich zu erinnern, 5 Jahre alt war der jüngste als er mit Pornofilmen konfrontiert wurde. Viele haben sehr junge Mütter die in kurzen Zeitabständen sehr viele wechselnde Partner hat – und vor ihren Kindern Sex hat und allerlei Sexpraktiken ausprobiert. Die Mütter finden es auch ganz normal wenn ihre Kindern schon ab 9 Jahren ihre Unschuld verlieren und ihre One-Night-Stand Partner mit nach Hause nehmen. Oft erzählten die Kinder auch, dass ihre Mutter ihnen zugesehen hat – oder gar irgendwann mitgemacht hat. Dass die Partner der Kinder auch mit ihrer Mutter irgendwann mal Sex hatte.
Da gibt es 15-jährige Burschen und Mädels die in dem Alter bereits mit mehr als 100 oder gar 200 verschiedenen Partnern Sex hatten.
Für jemanden wie mich, die zwar auch früh aufgeklärt wurde (dank an die Bravo Magazine meiner älteren Schwester) und auch früh Interesse am anderen Geschlecht zeigte, sind diese Umstände jedoch trotzdem schier unglaublich. Einfach unfassbar wie diese Kinder aufwachsen MÜSSEN.
Sie haben keinerlei Möglichkeiten daraus auszubrechen – bis auf die Arbeit der Arche – die aber viel zu wenig staatliche Unterstützung erhält.

Das erschreckende aber an all diesen sexuell hochaktiven Kindern ist – niemand von ihnen verhütet. Da gibt es Schwangerschaften mit 13. Zweifach Väter im Altern von 17. Von Geschlechtskrankheiten ganz zu schweigen. Sie denken nicht daran, es kümmert sie nicht, sie fürchten die Folgen nicht,...

Natürlich wusste ich dass viele einschlägige Videos auf WhatsApp etc. verschickt werden – ich selbst habe schon oft genug welche bekommen und gesehen. Auch weiß ich natürlich dass man im Internet sehr schnell fündig wird – egal in welcher Sparte. Das Kinder und Jugendliche ohne Aufsicht im Internet surfen war mir auch klar. Jedoch welche Ausmaße es angenommen hat und wie viele damit sogar von ihren Eltern und in ihrem Zuhause mit all dem zugedröhnt werden – das war mir nicht klar.
Ich hatte vor einiger Zeit eine Diskussion mit meiner Mutter, die sehr religiös ist über das Aufklären der Kinder. Ich fand die Aufklärung finde viel zu spät statt und in viel zu geringem Ausmaße. Meine Mutter vertrat im Grunde die gegenteilige Meinung. Sie kennt jedoch auch nicht die Bilder und Videoclips die in Massen über WhatsApp verschickt werden und kennt auch keine Pornoseiten im Internet und wie leicht der Zugang zu ihnen ist.
Nach dem lesen des Buches bin ich noch überzeugter davon dass die Kinder und Jugendliche früher und vor allem intensiver aufgeklärt gehören. Wenn sie tagtäglich Videos sehen, nichts anderes von den Eltern gezeigt und gelernt bekommen, dann glauben sie dass all das in den Videos Realität ist. Das Liebe nur körperlich ist. Das Frauen unterdrückt werden. Das Sadomaso, Gangbangs,... normal sind. Es muss auf jeden Fall etwas unternommen werden – denn der Kreislauf dreht sich weiter und weiter.

Das Thema des Buches ist ein schlimmes und schockierendes. Es darf aber nicht ignoriert und totgeschwiegen werden.

Aus diesen Gründen und weil es mir viele neue Informationen gegeben hat gebe ich
Profile Image for Lydia.
43 reviews
December 18, 2015
Das Buch gibt sicher keinen Einblick in die allgemeine Situation in Deutschland, wie in einigen Kritiken in Erwartung gestellt wird. Es geht vielmehr um Erfahrungen, die man in sozialer Brennpunktarbeit macht. Für mich, die ich in einem solchen Bereich tätig bin, war das Buch sehr interessant. Letztlich habe ich mich dann aber nicht so sehr mit den skizzierten Einzelschicksalen beschäftigt. Ich habe vor allem gelesen, wie die Autoren ihre Beobachtungen bewertet und eingeordnet haben.
78 reviews
May 10, 2010
Die Lebensgeschichten der einzelnen Kinder wirkten auf mich total strange, wie nicht von dieser Welt. Ein ungläubiges "Das kann doch nicht ernsthaft möglich sein, oder?" bleibt in mir zurück ... manchmal ist dei Realität extrem gewöhnungsbedürftig.
Profile Image for Stephy.
7 reviews4 followers
March 28, 2010
Sometimes I could hardly imagine that the statements should be truthful ...
Displaying 1 - 7 of 7 reviews

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