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Der Eisvogel

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Wiggo Ritter hat Mauritz, seinen besten Freund, erschossen und liegt mit schweren Brandwunden in einer Klinik. Die Geschichte, die als Krimi beginnt, entwirrt sich nur In Erinnerungsfetzen Wiggos, Gesprächen mit seinem Anwalt, Stellungnahmen von Freunden und Familienangehörigen. Wir lernen einen Gescheiterten kennen, der am Leben und der Gesellschaft leidet. Aus reicher Bankiersfamilie stammend, hat er gegen die Kapitalistenwelt seines Vaters rebelliert und ist Philosoph geworden. Doch nach einem Streit mit seinem Professor ist auch dieser Weg verbaut. Da kommen Mauritz und seine Schwester Manuela daher und verdrehen Wiggo den Kopf -- Manuela mit ihrer kühlen Schönheit, Mauritz mit der revolutionären Utopie einer konservativen Elitegesellschaft. “…er spann wahre Satzlianen, ausschweifende, komplexe, reiche Perioden; aber es wollte lange kein Raum entstehen, die Sätze, die man las, glichen zersplitterten und wieder gekitteten Blumenvasen, man hatte den Eindruck, dass die Scherben nicht in der regelrechten Ordnung zusammengefügt waren“ -- Wiggos Urteil über das Buch eines „kühnen Schriftstellers“ gilt in weiten Strecken auch für Der Eisvogel . Ein kunstvolles Gebilde aus Stimmen, Zeitebenen, Bildern und Erinnerungssplittern einer Kindheit in Südfrankreich. Keine leichte Kost, aber Tellkamp gelingen Passagen von poetischer Schönheit, und vor allem den Vater-Sohn-Konflikt schildert er beeindruckend. Reichlich misslungen dagegen ist der politische Handlungsstrang des dieser Mauritz ist eine Witzfigur, ein Möchtegern-Charismatiker mit seiner Organisation „Wiedergeburt“, die auch vor Terror nicht zurückschreckt, um die Gesellschaft zu heilen und einen Kastenstaat mit Ordnung und neuen-alten Werten zu schaffen. Und alles, was Wiggo, dieser angeblich so begabte akademische Philosoph, an philosophischen Gedanken äußert, ist unglaubwürdig und banal. Auch die bildmächtige Sprache Tellkamps stürzt zwischendurch heftig ins Klischeehafte. Etwa wenn Wiggo aufs Arbeitsamt geht und es dort -- natürlich! -- nach “Discounter-Zigaretten“, „schlechter Seife“ und „billigem Parfum“ riecht. Uwe Tellkamp gewann 2004 den Ingeborg-Bachmann-Preis und wurde von einigen Jurymitgliedern schon als neuer großer Autor gefeiert. Der Eisvogel beweist Sprachtalent, aber um gute oder sogar große Romane zu schreiben, braucht es ganz offensichtlich mehr als das. --Christian Stahl

320 pages, Paperback

First published January 1, 2005

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About the author

Uwe Tellkamp

15 books29 followers
Uwe Tellkamp is a German writer and physician. He practised medicine until 2004. Before the fall of communism, he was enlisted in the National People's Army as a tank commander and imprisoned when he refused to break up a demonstration in October 1989. Until the fall of the German Democratic Republic shortly after, he was prohibited from studying medicine.

In 2008 Tellkamp was awarded the German Book Prize for his novel Der Turm (The Tower), which describes life in 1980s East Germany.

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Community Reviews

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1 star
8 (12%)
Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Cynnamon.
784 reviews135 followers
July 8, 2022
English version below

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Nach 123 Seiten ist es mir nun endgültig genug mit diesem mit bildungsbürderlichen Inhalten überfrachtetem und künstlich und völlig unnötig in, wohl zum Zwecke anspruchvoll zu erscheinen, schwer verständlicher Sprache verfasstem Geschwurbel.
Dass auf Anführungszeichen verzichtet wurde, Satzzeichen nur sporadisch verwendet werden und es nahezu keine Umbrüche im Text gibt trägt auch nicht gerade zur Lesbarkeit bei.

Schade! Der Plot klang vielversprechend, aber die Umsetzung ist überraschend langweilig.

Uwe Tellkamp und ich kommen (zumindest in diesem Roman) nicht zusammen.

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After 123 pages, I've finally had enough of this slipslop, overloaded with educational content and written in an completely unnecessary complicated and difficult language, probably with the purpose of appearing demanding.
The fact that there are no quotation marks, punctuation marks are only used sporadically and there are almost no breaks in the text does not exactly contribute to readability.

What a pity! The plot sounded promising, but the execution is surprisingly boring.

Uwe Tellkamp and I (at least in this novel) do not get together.
Profile Image for Nina.
5 reviews
June 3, 2017
Sehr schwierig zu lesen!
7 reviews
March 3, 2016
Schwierig zu lesen! Tellkamp erhielt 2004 den Ingeborg-Bachmann-Preis.
Profile Image for Jule.
5 reviews
October 21, 2022
Also... irgendwie bewerte ich dieses Buch jetzt besser als gedacht, hauptsächlich aufgrund der letzten 50 Seiten. Vorab: ich finde den Schreibstil schrecklich. Endlossätze, Gedankensprünge, manchmal vergisst man kurz, wer genau überhaupt gerade spricht. Das kann man jetzt als Repräsentation von Wiggos zerstreuten Gedanken werten oder soll zur Dramatik des Buches beitragen, ich hätte mir ab und an ein Komma oder Anführungszeichen in der wörtlichen Rede gewünscht.
Thematisch finde ich das Buch sehr spannend. Zu verstehen, wie ein Mensch wie Wiggo in so eine gefährliche Szene rutscht, wie er selbst langsam merkt, worin er verstrickt ist und was dabei in ihm vorgeht. Leider kommt es aber (besonders durch den Schreibstil) nicht so gut rüber, wie es könnte. Mir fehlt da einiges. Da mir aber besonders die letzten Seiten gut gefallen haben und diese auch mal wirklich Klarheit in die Geschichte bringen, gibt es 3 statt ursprünglich geplante 2 Sterne.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Displaying 1 - 6 of 6 reviews

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