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Grenzen der Demokratie. Teilhabe als Verteilungsproblem: [Was bedeutet das alles?] (Reclams Universal-Bibliothek)

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Demokratie ist ein allseits anerkannter Hochwertbegriff, möglicherweise der Hochwertbegriff der westlichen Moderne überhaupt. Aber die real existierende Demokratie ist auch ein System der Grenzziehungen – der sozialen Ausgrenzungen ebenso wie der ökologischen Entgrenzungen. Vor dem Hintergrund dieser Einsicht entwirft Stephan Lessenich Perspektiven für eine solidarische, inklusive und nachhaltige Demokratie.

109 pages, Kindle Edition

Published September 25, 2019

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About the author

Stephan Lessenich

44 books4 followers
Stephan Lessenich is co-director (together with Klaus Dörre and Hartmut Rosa) of the German Research Foundation research group “Post-Growth Societies,” and is currently Professor of Sociology at the Ludwig-Maximillians-University in Munich (Germany).

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
2 reviews3 followers
August 8, 2024
Falls man wissen möchte, wer in welchen Dimensionen in unserer gegenwärtigen Gesellschaft unterdrückt bzw. ausgeschlossen wird, dann ist dieser Essay hilfreich. Lessenich etabliert dafür ein nützliches vierdimensionales Schema aus vertikalen (Arbeit und Kapital), horizontalen (Konkurrenz auch der unteren Klassen miteinander), transversalen (Staatsbürgerschaft) und externalen (Natur) Formen der Exklusion. Was das Ganze mit der Demokratie zu tun hat, bleibt dabei allerdings im Dunkeln - jenseits des Truism, dass die formale Gleichheit der liberalen Demokratie immer schon auf dieser vierdimensionalen materiellen Ungleichheit beruht hat. Die Rettung der aktuell in der Krise stehenden Demokratie kann entsprechend nur in dem solidarischen Kampf gegen diese Ungleichheit gelingen. Damit reduziert Lessenich den Begriff der Demokratie auf das Aufbrechen von Ungleichheiten in jeglicher Form - und damit auf alles was die Linke eh schon immer gut findet. Demokratie wird so zu nichts anderem, als zur "Definition einer linken Politik" wie Étienne Balibar zum Ende des Buches zitiert wird. Durch diese simple Gleichsetzung von Demokratie mit den eigenen, stets als richtig geltenden politischen Zielen werden allerdings zentrale Konflikte ausgeblendet. Schließlich ist es gerade die Demokratie, die der Vielstimmigkeit des Demos Ausdruck verleihen und den sich daraus ergebenden Streit institutionalisieren soll. Was passiert, wenn etwa die Privilegierten das ihnen rechtmäßig zukommende Stimmrecht dazu nutzen, ihre Privilegien gegenüber den Unterdrückten abzusichern? Gilt das dann einfach als undemokratisch, auch wenn es durch die üblichen institutionellen Kanäle vermittelt wird? Ist bloß das demokratisch, was der linke Theoretiker einstimmig am Reißbrett beschließt? Um das zu rechtfertigen, bräuchte man ein deutlich ausgefeilteres, normatives Verständnis von Demokratie, das Lessenich in dem Aufsatz jedoch nicht liefert. So droht die ungerechtfertigte Schließung des politischen Streits durch das Urteil des Sozialphilosophen genau diejenigen postdemokratischen Zustände zu reproduzieren, die zu Beginn des Essays rezipiert werden.
Profile Image for Leander Machan.
19 reviews
March 15, 2022
Eine Rezension über dieses Werk zu schreiben, ist eine Herausforderung.

Inhaltlich als Sachbuch vollends taugend und höchst treffend und spannend in den Analysen der gegenwärtigen Gesellschaftsstrukturen.

Sprachlich ist dieses Buch auch für erfahrene Leser mit Herausforderung in der Verständlichkeit der Termini verbunden und verliert sich im letzten (8.) Kapitel in einer zu kurzen Schlussfolgerung und einem unvollständigen, gänzlich utopischen Lösungsansatz, der - realpolitisch durchgedacht und ausformuliert - definitiv die fünf Sterne bekommen hätte.

Die gegen Ende zunehmend normative Sprache passt nicht zu den vorangegangenen Erläuterungen und die komplizierten Formulierungen, dürften viele derer, die den vom Autor geforderten Wandel vollbringen sollen, nicht verstehen.

Genial - aber leider am Ziel vorbei.
Trotzdem uneingeschränkt lesenswert!
Profile Image for Iamthesword.
333 reviews24 followers
January 7, 2023
An essay about the current state of democracy after decades of rollback and how that state can be improved. Lessenich conceptualizes democracy not only as a form of government, but also as a form of living centered around the idea of equality. He then summarizes four lines of conflict that he sees as fundamental for the fight for equality/democracy: rich vs poor, poor vs poor, citizens vs foreigners and humanity vs nature. While the first three are well established ones, the forth one is quite interesting: Capitalism - which forms the basis on which modern democracy is built - takes natural ressources leaving the cost of the destruction to those who live elsewhere and/or later. Unfortunately, many of the other arguments were not fleshed out enough to give me something really new (apart from why paid holidays are important for democracy). There were also to many redundancies that got annoying over time. But I liked his call for a new form of solidarity as a measure to fight for redemocratization. So a mildly interesting read overall.
Profile Image for Fiona.
6 reviews
March 9, 2024
Etwas repetitiv, einige Wiederholungen hätten zugunsten ein paar zusätzlicher Schlussfolgerungen (über "Garantie des politischen Wahlrechts für alle [...], die das politische Gemeinwesen bevölkern" hinaus) ausgespart werden können. Dafür aber wirklich sehr klar geschrieben, und soooo lang am Ende auch wieder nicht ;-)

Eigentlich für das, was es ist, in meinen Augen 3/5, aber weil im Vergleich dazu zu viele Texte auf den ökologischen Aspekt des Zusammenlebens GAR nicht eingehen, hat Lessenich 4/5 für konsequentes Denken verdient, finde ich.
Displaying 1 - 4 of 4 reviews

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