4,5⭐️ Ein historischer Roman der Renaissance 1493 mit viel Liebe zum Detail und sehr gut recherchierten Gepflogenheiten und Kontexten, eingebettet in eine Kriminalgeschichte. Toller Schreibstil. Der Ich Erzähler Pandolfo und der Allwissende Erzähler, der zusätzliche Informationen liefert , kommen zu Wort. Die Liebesgeschichte ist schlicht gehalten, die Ränkespiele um so ausladender. Es dreht sich viel um den Bau von Flugmaschinen und sonstige wissenschaftliche und technische Entwicklungen und Erforschungen. Das hat mir sehr gut gefallen. Ein besonderer Historischer Roman ,der mich sehr gefordert hat. Wer sich vorher nicht mit dem geschichtlichen Kontext dieser Zeit beschäftigt hat, hat etwas zu kämpfen, da es viele Namen, Beziehungen, Verstrickungen gibt, die sich um die Italienischen Herrschaftshäuser, den Papst, das Königshaus Italiens, die türkischen Herrschaftshäuser und Frankreich drehen. Wenn ich mehr Ahnung von der Renaissance gehabt hätte, hätte ich das Buch noch mehr genießen können und 5⭐️ wären nicht unrealistisch gewesen.
Sforza Mailand - ein findiger Seidenhändler und dessen erfinderischer Bruder sammeln einen Verletzten von der Straße auf - und es entspinnt sich ein Geflecht aus Irrungen, gespickt mit Rückblenden und ein paar Überraschungen. Unterhaltsam und lesenswert
Mailand 1493: In einem Abfallhaufen findet der reiche Kaufmann Bernardino Bellapianta zufällig einen schwer verletzten jungen Mann und rettet ihm das Leben. Als der Verletzte, Pandolfo, aus seinem Genesungsschlaf erwacht, kann er sich an nichts von seinem alten Leben mehr erinnern. Kurzerhand beschließt Bernardino, den jungen Mann, der sich bald als äußerst begabter Maler herausstellt, bei sich aufzunehmen. Doch während Pandolfo sich ein neues Leben aufzubauen versucht, holt ihn seine Vergangenheit mit aller Macht ein.
Meine Meinung
Im Rahmen einer Hörrunde habe ich ein Exemplar von Michael Römlings "Pandolfo" gewonnen. Schon bei der Bewerbung war mir klar, dass mich das Hörbuch wohl über mehrere Wochen in Atem halten würde. Sowohl das historische Setting als auch der Klappentext haben mich auf Anhieb angesprochen, aber knapp 15 Stunden Spieldauer machen das Hörbuch zu einem Mammutprojekt. "Pandolfo" fordert den Hörer heraus, nicht nur durch die schiere Länge der Geschichte, sondern auch durch die vielen kleinen Details, von denen einige später noch einmal wichtig werden.
Ich hatte am Anfang Probleme, in die Geschichte hineinzufinden, obwohl Frank Stöckle als Sprecher seine Sache großartig macht. Die vielen italienischen Namen und Orte haben mich erst einmal erschlagen - eine Verwirrung, die durch Zeitebenen- und Perspektivwechsel noch komplettiert wurde. Es hätte geholfen, dem Hörbuch ein Personenregister beizulegen. Nachdem sich die Startschwierigkeiten gelegt hatten, hatte ich jedoch viel Vergnügen beim Hören. Die Geschichte hat immer wieder Längen, wartet aber auch mit vielen überraschenden Wendungen und besonders einem spannenden Schluss auf. Der Krimiaspekt stand letztendlich viel weniger im Vordergrund als ich erwartet hatte, aber Pandolfos Spurensuche zu seiner Vergangenheit ist auch für sich interessant. Ein kleiner Minuspunkt: Von der Liebesgeschichte, die im Klappentext angeteasert wurde, hatte ich mir mehr erwartet.
Wie erwartet ist das historische Setting eine der großen Stärken dieses Hörbuch. Der Autor nimmt seine Leser mit auf eine Zeitreise ins Italien der Vergangenheit. Man merkt der Geschichte an, wie gründlich er bei seinen Recherchen vorgegangen ist. Ein Pluspunkt ist, dass auch einige historische Figuren wie Leonardo Da Vinci ihren Auftritt haben. Außerdem habe ich beim Hören Lust bekommen, mal zu recherchieren, welche von den beschriebenen Ereignissen denn historisch verbürgt sind. In einem wunderschönen, sehr detailverliebten Stil erweckt Michael Römling die Schauplätze und Figuren zum Leben. Dadurch wird ein echtes Eintauchen in die Geschichte möglich, doch wie schon erwähnt, verlangen gerade die Details dem Hörer einiges ab. Ich musste immer wieder ganze Passagen noch einmal hören, weil meine Gedanken abgeschweift waren. Manchmal habe ich mir beim Hören gedacht, dass ich vielleicht besser das Buch gelesen hätte.
Pandolfo ist die titelgebende Hauptfigur der Geschichte, der eigentliche Star ist aber sein Wohltäter Bernardino Bellapianta. Ich habe den steinreichen Kaufmann ins Herz geschlossen, wegen seiner Großzügigkeit und Loyalität, aber auch wegen seinem messerscharfen Verstand und seinem Händchen für Strategie. Insgesamt waren alle Charaktere interessant und gut ausgearbeitet.
Fazit
"Pandolfo" ist ein herausforderndes Hörbuch mit ein paar Schwächen, letztendlich bin ich jedoch froh, es gehört zu haben.
Ab und zu etwas langatmig, aber die Erzählweise und die nach und nach erfolgenden Enthüllungen sind sehr charmant und interessant geschrieben. Die Charaktere sind äußerst liebevoll 'gezeichnet' und nicht schwarz oder weiß, sondern mit sympathischen als auch weniger positiven Zügen ausgestattet. Ich hätte auf jeden Fall Lust, mehr aus der Welt zu lesen!
In einem Haufen Unrat wird ein schwer verletzter junger Mann gefunden. Der reiche Bernardino Bellapianta nimmt ihn in sein Haus auf. Bernardo selbst und sein Zwillingsbruder waren einmal Findelkinder, doch sein Ehrgeiz und seine Energie haben ihm zum Aufstieg in das Mailand des Jahres 1493 verholfen. Und nun will er etwas Gutes zurückgeben. Es erweist sich das der junge Pandolfo ein begnadeter Zeichner ist. Und so kann er, obwohl er durch die Verletzung sein Gedächtnis verloren hat, seinen Lebensunterhalt verdienen. Verständlicherweise will Pandolfo auch herausfinden, wer er einmal war und wo er herkam.
In diesem historischen Roman sucht ein junger Mann nach seiner Vergangenheit und dabei erlebt er einen Teil der Geschichte. Gerade hat Kolumbus Amerika entdeckt. Eigentlich war Asien sein Ziel und es ist noch nicht klar, was für eine Entdeckung er da gemacht hat. Pandolfo interessiert sich nach seiner Verletzung nicht so sehr für die große Welt. Er möchte seine kleine Welt wieder erobern. Aber immer noch lässt sein Gedächtnis im Stich, so dass ihm erstmal nichts bleibt als einen Neuanfang zu wagen. Mit seinem Retter Bernardino Bellapianta hat Pandolfo Glück gehabt. Doch anscheinen gibt es Menschen in Mailand, die Pandolfo kennen, Menschen, mit denen er sich jetzt nicht mehr herumtreiben würde. Manchmal fragt sich Pandolfo, ob er überhaupt wissen will, wer er war.
Gekonnt vorgetragen wird dieses Hörbuch von Frank Stöckle. Aus verschiedenen Perspektiven erzählt er Pandolfos Geschichte, teils in Rückblenden, wenn Pandolfo wegen des Gedächtnisverlustes nicht selbst erzählen kann. Dabei kommt eine spannende Geschichte aus der beginnenden Neuzeit zustande. Es ein Zeitalter des Aufbruchs, der Entdeckungen und Erfindungen. Und bei seinem Meister und dessen Zwillingsbruder ist Pandolfo mittendrin. Die beiden Brüder sind das, was man heut Selfmademan nennen würde. Und das strahlt auch auf Pandolfo ab. Dieses Hörbuch ist sehr kurzweilig und gibt einen fesselnden Einblick in eine vergangene Zeit.
I would give it a 3,5 if I could. It's an interesting book, and it flows by really well. It just seems pretty forgettable overall, as the historic background really never comes to shine. The titular characters of Pandolfo and Bellpiniata are a great concept, but the ultimate "Twist" didn't really live up to it's teasing. In addition I really disliked Römings fourth wall breaking in the beginning of explanatory chapters, but overall still an enjoyable read.
Ein sehr detaillierter historischer Roman, der von zwei verschiedenen Erzählern erzählt wird. Pandolfo selbst erzählt sein eigenes Leben in der ich-Perspektive, unterbrochen wird er hin und wieder von einem über der Geschichte stehendem Erzähler, der uns Hintergründe aus der Vergangenheit erzählt oder Details zu Pandolfos Geschichte hinzufügt. Dazu muss man sagen, dass Pandolfo zu Beginn des Buches sein Gedächtnis verliert und daher selbst nichts über einige Dinge sagen kann. Nachdem ich mich in diese Erzählweise reingelesen hatte, ging das ganz fließend und leicht. Mir fehlte zu der Geschichte jedoch eine Karte vorne oder hinten im Buch, um die diversen Reisen der Charaktere, vor allem, die in der Vergangenheit, besser nachvollziehen zu können. Alles in allem eine runde Sachen, wenn sie mich auch nicht so richtig in ihren Bann ziehen konnte.
An der Schwelle zwischen Leben und Tod, Mittelalter und Neuzeit, kurioser Fiktion und historischen Fakten: Die Renaissance-Kriege drohen auszubrechen, Flugmaschinen werden erfunden und Kaufmann Bernardino Bellapianta findet einen schwerverletzten Mailänder mit Gedächtnisverlust – Pandolfo. Dieser versucht, in den Wirren zwischen Prunk, Gewalt und Intrigen die Stränge seiner Erinnerung aufzulesen und neu zu leben. Ein faszinierender, amüsanter und informativer Historienroman von Michael Römling