Als Ernest Hemingway 1948 nach Venedig reist, ist er in einer schweren Krise. Starke Depressionen haben dazu geführt, dass er lange keinen Roman mehr veröffentlicht hat. In der Einsamkeit eines Landhauses in der Lagune versucht er, wieder zum Schreiben zu finden. Halt gibt ihm die Freundschaft zu einem jungen Fischer, der ihn auf der Entenjagd begleitet. Aber auch die Liebe zu einer achtzehnjährigen Venezianerin führt ihn ins Leben zurück. Langsam entsteht ein Venedig-Roman, während der junge Fischer die Atmosphären einer ganz anderen Geschichte wittert: Die von einem alten Mann und seiner Liebe zum Meer…
Hanns-Josef Ortheil is a German author, scholar of German literature, and pianist. He has written many autobiographical and historical novels, some of which have been translated into 11 languages, according to WorldCat: French, Dutch, Modern Greek, Spanish, Chinese, Lithuanian, Japanese, Slovenian, and Russian.
Über Hemingway zu schreiben ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen gibt Hemingway eine interessante und vielschichtige literarische Figur ab, zum anderen riskiert der Autor, an der Statur seiner Figur gemessen zu werden. Ortheil, der nicht nur bestens mit Hemingway vertraut ist, sondern auch als ausgewiesener Kenner Venedigs gilt, bringt viele interessante Momente in gefälliger Sprache und einer halbwegs interessanten Geschichte zusammen. Die Dialoge, vor allem die mit und zwischen den Mitgliedern der einfachen venezianischen Fischerfamilie wirken allerdings gekünstelt, und so richtig in Fahrt kommt die Erzählung erst im letzten Drittel.
Die Geschichte des Hemingwayromans "Über den Fluss und in die Wälder". Wir begleiten ihn durch Venedig und erleben die Geschichten die man in seinem Buch wieder findet. Sehr schön geschrieben! Seine Freundschaft zu einem jungen Fischer, der ihn durch Venedig begleitet, endet dann in einer neuen Idee zu einem Buch: "Der alte Mann und das Meer". Ich habe mich immer wieder gefreut das Buch zu öffnen und zu lesen...
Angefangen zu lesen im Zug nach Kempten - Ankunft Hemingways und seiner Frau in Venedig theatralisch in Szene gesetzt, reflektiert über die Perspektive Sergios, eines aufstrebenden Journalisten aus einer Fischerfamilie, der eine Sensationsstory wittert und seine ganze Familie mit Sohn, Tochter und Frau einsetzt, um Hemingway näher zu kommen. Macht Spaß zu lesen - dann einige Längen, passend zu Hemingways Midlifecrisis und seinen sich wiederholenden alkoholischen Vorlieben… Dann übernimmt Paolo, der Sohn Sergios, fast die Hauptrolle und bringt Schwung in die Story, öffnet die Augen Hemingways, weiser als der verirrte Meister selbst. Aufgehört zu lesen erst Wochen später zuhause an einem verregneten Nachmittag, da die Geschichte zu konstruiert ist? Oder zu nahe an der Wirklichkeit? Titel perfekt gewählt - danke für das Buch, Herr Ortheil. Geliebt habe ich Ihren Sizilienroman.