Der schottische Bestsellerautor mit einer fesselnden Short Story über Wahrheitsliebe, Rache und Geheimnisse, für die man mit dem Tod bezahlen könnte.Eine junge Frau wird in der Londoner U-Bahn von mehreren Männern bedrängt. Der Journalist Jack Parlabane macht ihnen klar, dass das nicht in Ordnung ist. Für ihn ist es ein selbstverständlicher Gefallen. Einer, der sich jedoch als äußerst gefährlicher herausstellt. Denn Kendra arbeitet beim Verteidigungsministerium und besitzt Informationen über eine Sicherheitslücke, die sie anonym an die Öffentlichkeit bringen will. Koste es, was es wolle. Wer könnte ihr besser helfen als ein Journalist? Und noch dazu einer, der es satt hat, immer nur die gleichen inhaltsleeren Stories zu schreiben statt harte investigative Stücke? Jack ist angefixt und beginnt, mit der Whistleblowerin zusammenzuarbeiten. Für eine sensationelle Geschichte, für die Sicherheit des Landes.
Eine kurzweilige Geschichte die bei mir überraschenderweise an der einen oder anderen Stelle doch einige Emotionen hervorgerufen hat.
Ich fand den Fluss der Geschichte aber zu geradlinig und Dinge sind viel zu glatt und problemlos gelaufen. Da hätte ich mir doch ein wenig mehr Tiefe gewünscht. Das Ende kam dann auch etwas abrupt. Vielleicht ist das aber auch dem Format der Kurzgeschichte geschuldet.
Dennoch hatte ich Spaß beim Lesen und wollte wissen wie es weiter- und ausgeht. Wer Fan von Jack Parlabane ist, wird von diesem Buch nicht enttäuscht. Für alle anderen aber, möchte ich keine uneingeschränkte Leseempfehlung geben.
Momentan bin ich überrascht von der Inhaltsangabe, die den Titel gerade auf diese Szene bezieht. Denn Gefallen werden verschiedene getan in dieser Geschichte. Jedoch sah Parlabane die Konfrontation mit den Männern am Bahnhof nicht als Gefallen, sondern als Möglichkeit, seinen eigenen Frust abzureagieren. Er ist also gar kein Held oder Wohltäter. Auch wenn er einen deutlichen journalistischen Auftrag spürt, unterstützt er Kendra aus eigenen Motiven. Schön, dass auch jemand anderes nicht ganz durchgeblickt hat bei dieser Story. Mir war sie nicht ganz klar. Es gibt verschiedene Wendungen und die Erzählung ist nicht chronologisch. Das ist an sich nicht schwierig. Dennoch fand ich die Vorstellung schräg/unrealistisch, dass Parlabane die Geschichte erzählt, während er im 5. Stock von einem Fensterbrett hängt. Beim Ende wusste ich nicht, ob ich denke, es ist offen oder abgeschnitten. Ganz zufrieden war ich nicht mit dem Text und er hat mich auch nicht begeistert für weitere Parlabane-Storys, obwohl es dem Autor gelungen war, bei mir ein gewisses Interesse zu erzeugen. Thematisch war der Text nicht uninteressant und griff verschiedene aktuelle Problematiken auf. Sprachlich fiel manchmal eine gewisse Derbheit auf, die aber auch lebhaft war und dem entsprach, was ich mir für Parlabane vorgestellt hatte. Für mich war das eher ein grober Klotz, der als früherer Investigativ-Journalist sich für nichts zu schade ist. Ich gebe dieser Geschichte 3 Sterne.