Großartiges, sehr kluges und einfühlsames Buch, das mich sehr zum Nachdenken und Nachfragen angeregt hat. Die Interviews und Erzählungen bewegen sich zwischen zaghaftem Vordringen ins Verletzliche, zwischen Verständnis und Konfrontation, zwischen Erleichterung und Enttäuschung, Trost und Frustration. Auch in der Besprechung mit dem Autor und zwei der interviewten Freunde habe ich viele neue Einsichten gewonnen.
Bitte unbedingt lesen! Und wir brauchen noch viel mehr Bücher dieser Richtung!
Aufwühlend. Und ich denke seitdem sehr viel darüber nach. Ich habe so oft beim lesen gedacht: Ja, fühle ich. Ich sehe so viele Parallelen, dass es beinah gruselig ist, aber ich verspüre auch den Drang Mutti mal zu fragen: „Du sag mal, du und die DDR, wie war das eigentlich?“ Ich bin ein Nachwendekind und dieses Buch legt das erste mal den Finger in die Wunde. Wahnsinn.
Teil 1: Wirft die Fragen der Generation von Kinder der Jahrgänge ab 1985 bis etwa 1995 auf, welche zwar nicht bewusst oder nie in der DDR gelebt haben, jedoch mit den Werten und den nach vie vor vorhanden gesellschaftlichen Strukturen in Institutionen aufgewachsen sind. In mehreren Interviews zeigt der Autor die Werdegänge einzelne Kinder dieser Jahrgänge auf, sowie deren Wahrnehmung zur DDR .
Teil 2: Hier stellen diese Erwachsene Kinder ihren Eltern teilweise erstmalig Fragen zur Zeit, dem Leben und der Wahrnehmung der DDR und bekommen Antworten.
Rundum eine gute Ergründung. Es macht total Sinn, das Thema anzustoßen, gerade im Vergleich zu den 68ern und deren Konfrontation mit ihren Eltern.
Der Pathos in der Sprache wird jedoch an mancher Stelle kitschig („Operation an der offenen Seele“) und lässt das Buch stellenweise zu befindlich werden.
Ein wichtiges Buch für Kinder von Eltern mit Erfahrungen aus dem geteilten Deutschland. Der Autor stellt existentielle Fragen verpackt in alltäglich geschriebener Sprache und versteckt in Konversationen. Großartiges Buch.