Jump to ratings and reviews
Rate this book

Die Manufaktur der Düfte

Rate this book
Rare Book

Paperback

First published March 8, 2018

2 people are currently reading
35 people want to read

About the author

Sabine Weigand

16 books10 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
22 (41%)
4 stars
23 (43%)
3 stars
7 (13%)
2 stars
0 (0%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Gitti.
1,167 reviews
June 10, 2018
Sabine Weigand nimmt uns mit nach Schwabach. Hier existierte für gut 100 die Seifenwarenfabrik Phillip Benjamin Ribot. Wir begleiten die Familie Ribot von der Gründungszeit an, bis in die 30ger Jahre des letzten Jahrhunderts. Das Augenmerk liegt hierbei auf Fritz Ribot, den Sohn des Firmengründers, der mit seinen Ideen und fortschrittlichen Investitionen die Firma groß gemacht hat.

Wie immer in Sabine Weigands Roman gibt es viel zu erfahren, hier über die Seifenherstellung, das Goldschlagen, die Wurzeln der Arbeiterbewegung und generell die Änderungen in der Gesellschaft über den doch sehr langen Handlungsrahmen hinweg. All dies ist unterhaltsam verpackt in die Schicksale der Protagonisten. Zusätzlich runden Briefe, Zeitungsartikel und andere zeitgenössische Dokumente das Gesamtbild ab.

Mir ist die Familie Ribot in diesem Buch sehr ans Herz gewachsen. Sie und ihre unmittelbare Umgebung haben die Veränderungen in der deutschen Gesellschaft zwischen 1850 und 1934 lebendig werden lassen, wie es nur wenige historische Romane tun.

Von daher ist dieses Buch ein richtiges Highlight für mich, wie eigentlich alle Romane von Sabine Weigand.
Profile Image for Cindy.
341 reviews48 followers
June 12, 2018
Was ich an Sabine Weigands Art zu schreiben so sehr mag, ist, dass sie sich immer auch in ihrer Wortwahl der Zeit und dem Ort anpasst über die sie schreibt. Das ist auch hier wieder so. Ich finde diesen, ihren ganz besonderen Schreibstil, einfach toll.
Ihre Bücher sind auch nicht einfach nur Romane, sondern immer auch sehr lehrreich (also bitte nicht vom Cover abschrecken lassen).
In diesem Buch erfährt man nicht nur etwas über die Seifensiederei, die die Familie Ribot betreibt, sondern auch einiges über die politischen Verhältnisse und Veränderungen Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts. Die unterschiedlichen Handwerke werden erläutert, es kommen Figuren aus allen Schichten und den unterschiedlichsten Figuren zu Wort, auch die wirtschaftliche Sicht kommt nicht zu kurz. Aufgelockert wird der Roman mit Werbeplakaten, Tagebucheinträgen und vielen Anekdoten.
Das alles ist nicht nur schön und spannend zu lesen, sondern auch wirklich interessant. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Profile Image for Gabis Laberladen.
1,242 reviews
June 16, 2018
Darum geht's:

Als Philipp Ribot, ein Seifensiedergeselle auf der Walz, im Jahr 1845 ins beschauliche Schwabach kommt, ahnt er noch nicht, dass er hier die Grundlage schaffen wird für eine der größten Seifenmanufakturen Deutschlands. Sein Sohn Fritz macht die Seifenherstellung zu seinem Lebensinhalt und bringt die Fabrik mit neuer Technik und guten Ideen immer weiter voran. Doch der finanzielle Wohlstand bringt nicht nur Gutes. Den Arbeitern in der Fabrik fehlt es am Nötigsten und auch die Familie Ribot muss ihr privates Glück manchmal dem Erfolg der Firma unterordnen. Der Bogen der Familien- und Firmengeschichte spannt sich von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen.

So fand ich's:

Schwabach liegt hier um die Ecke und Sabine Weigand ist eine meiner liebsten Autorinnen historischer Romane. Klar, dass mich dieses Buch besonders gereizt hat, vor allem, nachdem mir die Autorin bei der Lesung (der Link dazu findet sich weiter unten) die Geschichte der Schwabacher Familie Ribot schon so schmackhaft gemacht hat. Am Ende des Buches zählt sie auf, was sie alles aus dramaturgischen Gründen verändert hat - und das ist erstaunlich wenig. Das, was sich im persönlichen Leben der Familie Ribot und auch im Unternehmen abspielte, war so, wie es tatsächlich passierte, schon ein nahezu perfekter Stoff für einen Roman.

Der Beginn der Industrialisierung wird hier zu viel mehr als einer wichtigen geschichtlichen Entwicklung - sie wird zum Schicksal einer Familie, die mit Mut und viel Arbeit versucht, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Hauptperson ist eigentlich Fritz Ribot, der schon in die Seifensiederei des Vaters Philipp hineingeboren wird und so viel Gefallen daran findet, dass er die Firma zu seinem Lebensinhalt macht. Doch auch seine Geschwister, Onkel, Kinder, Nichten und Neffen spielen eine Rolle im Buch und dürfen aus ihrem Leben erzählen.

Wie es bei Sabine Weigands Büchern oft der Fall ist, verknüpft sie reale Personen mit erdachten Nebenfiguren und so erzählt sie auch hier nicht nur davon, wie es drei Generationen Ribots erging, sondern auch vom Schicksal einiger Angestellter und Arbeiter. Denn als wohlhabende Familie grenzen sich die Ribots von hungernden Tagelöhnern und Fabrikarbeitern ab, aber es kommt doch auch immer wieder zu Berührungspunkten. Die Entstehung der Arbeiterbewegung können wir ebenso hautnah miterleben wie beispielsweise die Gründung des 1. FC Nürnberg, die Verbreitung von Telefon, Autos und elektrischem Licht.

Und da Vermögen und Unternehmertum nicht nur Geld und Wohlstand mit sich bringen, sondern auch Verantwortung, unternehmerischen Mut und persönliche Verpflichtungen, gibt es Glück und Erfolg genauso oft wie Tränen, Verzweiflung und Pflichterfüllung mit zusammengebissenen Zähnen.

Dass man ein paar Einblicke in die Seifenherstellung bekommt, hat nicht geschadet, denn ich bekam direkt Lust, den nächsten Seifenladen zu stürmen und in verschiedenen Düften, Farben und Konsistenzen zu stöbern.

Wie immer zieht einen Sabine Weigand mit ihrer mitreißenden und doch informativen Art zu erzählen förmlich in die Zeit hinein und man ist hautnah dabei. Sie hat uns wieder mal eine Geschichtsstunde zum Anfassen beschert, die außerdem noch wunderbar unterhält.Von mir gibt es wie immer bei ihren Büchern eine absolute Leseempfehlung.
Profile Image for gardienne_du_feu.
1,451 reviews12 followers
November 17, 2020
Als Geselle auf der Walz kommt Philipp Benjamin Ribot aus Cannstatt ins beschauliche Schwabach und findet dort Anstellung beim Seifensieder und Kerzenzieher Ernst Strunz. Eher aus Pragmatismus als aus Liebe heiratet er die Tochter des Meisters, doch im Betrieb ist er mit dem Herzen dabei und überrascht den Inhaber immer wieder mit modernen und effizienteren Methoden. Als Philipp das Geschäft komplett übernimmt, ist er bereits Herr über eine kleine, erfolgreiche Seifenfabrik, und sein Sohn Fritz wächst zu seinem Nachfolger heran und baut die Produktpalette mit immer neuen Ideen weiter aus, nicht ohne die neuesten Marketingtricks anzuwenden.

Bevor es so weit ist, geht Fritz jedoch erst einmal auf Reisen, schnuppert hier und da in andere Betriebe hinein und landet schließlich in Moskau, wo er sich unsterblich in Aleksandra verliebt, die er am liebsten mit nach Deutschland nehmen möchte. Doch ihr strenger Vater ist dagegen, und schließlich kehrt Fritz alleine nach Schwabach zurück und stürzt sich zur Ablenkung in die Arbeit, mit beträchtlichem Erfolg.

In unmittelbarer Nachbarschaft der Ribot'schen Seifenfabrik befindet sich die "Silberne Kanne", ein altes Wirtshaus, das der aufkeimenden Schwabacher Arbeiterbewegung und dem neu gegründeten SPD-Ortsverband als Treffpunkt dient. Die wiederkehrenden Proteste der Arbeiter, die gerechtere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen fordern, sind vielen ein Dorn im Auge, sie gelten als umstürzlerische, gefährliche Aufrührer und werden von der Obrigkeit mit harten Bandagen bekämpft. Doch selbst das Verbot aller Arbeitervereine hält den eingefleischten Sozialdemokraten Leo Gruber und seine Mitstreiter nicht lange von ihrem Einsatz für die gute Sache ab.

Sabine Weigand, die selbst aus der Gegend kommt, in der das Buch spielt, hat sich von der wahren Geschichte der Seifenfabrik Ribot zu einem farbenprächtigen Roman inspirieren lassen, der mir sehr viel Freude gemacht hat. Auf Basis gut recherchierter Fakten breitet sie einen bunten Bilderbogen vor den Leser*innen aus, der 80 Jahre deutscher Geschichte greifbar und erlebbar macht. Von der Revolution 1848 bis in die frühen 20er Jahre spannt sich das Panorama, bevölkert von lebensechten Charakteren und untermauert mit vielen Details zu Politik, Gesellschaft, Technikfortschritten und Mode und natürlich jeder Menge Hintergründe zur Seifensiederei. Wie diffizil die Herstellung von passenden Seifenprodukten für diverse Anwendungsfälle war und auch, welch große Rolle Seife vor der Erfindung synthetisch hergestellter Reinigungsmittel aller Art spielte, fand ich wirklich interessant zu lesen.

Der Familie Ribot habe ich sehr gerne beim Wachsen und Gedeihen zugeschaut und mit den Figuren gehofft, gebangt, gelitten und mich gefreut. Manche (Liebes)Angelegenheiten lösten sich zwar für meinen Geschmack ein bisschen zu einfach oder wurden mir ein bisschen arg dramatisch, aber weil ich die Charaktere sonst schön ausgearbeitet und glaubwürdig fand, hat mich das im Gesamtkontext weniger gestört. (Interessanterweise waren das oft gerade die Punkte, in denen die Autorin von den historisch belegten Schicksalen abgewichen ist.)

Und so gerne ich über die Ribots gelesen habe, so waren meine heimlichen Lieblinge doch die "Sozis" rund um den stets mit Herzblut agierenden Leo Gruber und die Betreiber der "Silbernen Kanne". Die unfassbaren Zustände in den meisten Industriebetrieben wie etwa in den Nadelfabriken, wo die Schleifer wegen mangelnder Schutzvorkehrungen häufig in jungem Alter elend an der Staublunge zugrunde gingen, zeigen eindringlich auf, wie wichtig die Arbeit der Sozialdemokraten und der Arbeiterbewegung war und welche Grundlagen damals für vieles gelegt wurden, was wir heute für selbstverständlich halten.

Man lasse sich nicht vom Cover täuschen, das eher auf eine gefühlige Fabrikantentöchterleinsromanze schließen lässt. Apropos Gestaltung: sehr hübsch ist das Vorsatzblatt, das aus einer Collage von echten Ribot-Werbeanzeigen besteht.

Ein sehr lesenswerter Schmöker über die Gründerzeit und das frühe 20. Jahrhundert.
Profile Image for Ellemir.
272 reviews5 followers
April 7, 2021
Dieses Buch wurde mir bereits vor längerer Zeit auf einem Eulentreffen empfohlen und ich wurde nicht enttäuscht. Die Figuren sind glaubwürdig gezeichnet und vielschichtig und handeln wie man es von Kindern ihrer Zeit und der entsprechenden Umstände erwarten würde. Man erfährt viel über das Leben der verschiedensten Personen zur damaligen Zeit, während man die Unternehmerfamilie, aber auch ihre Dienstboten und andere Personen aus der Arbeiterschicht begleitet.

Nebenbei lernt man eine Menge über die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Zeit und über die aufkommende Sozialdemokratie, aber auch über die Handwerke, denen die Figuren nachgehen (Seifensiederei, Goldschlägerei). Die eingestreuten Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Anekdoten aus Sicht verschiedener Figuren klingen authentisch (bis hin zu Schreibfehlern in den Briefen).
Profile Image for Geli.
245 reviews11 followers
November 17, 2019
Ich habe es nach 68 Seiten abgebrochen, irgendwie gerade nicht mein Schreibstil.
16 reviews
January 10, 2021
Super nur auf den letzten Seiten etwas langatmig. Aber ich mag einfach die Roma der Autorin
62 reviews1 follower
July 5, 2022
book#00014, mark: below average and substandard [??] D-. 1.
Das Buch fand ich mittelmäßig. Die Autorin ist Landtagsabgeordnete der Grünen in Bayern. Das merkt man beim Lesen sehr deutlich. Das Positive am Buch ist, dass Sabine Weigand die historische Situation relativ neutral und relativ korrekt beschrieben hat. Das gefiel mir sehr gut. Aber man merkt dem Buch schon ein bisschen die negative Grundstimmung und die rassistischen Vorurteile gegenüber dem männlichen Geschlecht an. Hauptsächlich deshalb ist dieses erste Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe, ziemlich sicher auch das letzte Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe.
Displaying 1 - 8 of 8 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.