Von Hamburg nach Sydney Als Tochter eines Werftbesitzers wächst Emilie behütet in Hamburg auf. Im Jahr 1855, mit neunzehn Jahren lernt sie Carl Gotthold Lessing kennen, einen Kapitän und den Neffen des Dichters. Emilie verliebt sich in Lessing, doch ihr Vater ist gegen eine Ehe. Emilie bricht es schier das Herz, als Lessing ohne sie aufbricht. Als er von seiner ersten großen Fahrt zurückkehrt, gehen sie eine heimliche Affäre ein. Als ein Hausmädchen sie verrät, kommt es zum Bruch, und gemeinsam lassen sie sich auf ein großes Abenteuer ein: nach Australien zu gehen.
1842: Emilia wächst in Othmarschen auf und verlebt eine glückliche Kindheit. Doch eines Tages wandern die Eltern zusammen mit Emilias jüngerem Bruder Julius nach England aus, und Emilia wird zu Onkel und Tante nach Hamburg geschickt. Dort ändert sich ihr bisher beschauliches Leben. Im Jugendalter lernt sie Carl Gotthold Lessing kennen und verliebt sich in ihn. Er ist Kapitän und nicht „standesgemäß“, so dass ihre Verwandten und Eltern gegen eine Heirat sind. Doch Emilia und Carl heiraten trotzdem, und Emilia geht fortan als Kapitänsfrau mit auf große Fahrt. Recht bald wird sie schwanger und bekommt ihr erstes Kind, dem schon im darauffolgenden Jahr das zweite Kind folgt. Carl und Emilia überlegen sich, nach Australien auszuwandern. Sie erhoffen sich dort eine bessere Zukunft für ihre kleine Familie. * Mein Leseeindruck: Ich liebe dieses Buch; es gehört schon jetzt zu meinen Lese-Highlights! Beschrieben wird in Romanform das Leben von Emilie Bregartner und Carl Gotthold Lessing und ihrer Familie. Die Geschichte beruht also auf wahren Begebenheiten, was für mich besonders faszinierend ist. Emilia muss eine sehr starke und beeindruckende Frau gewesen sein! Sehr gut gefallen hat mir, dass ihr Leben wirklich von Anfang an beschrieben wird. Wir lernen sie im Buch bereits als Kind kennen und begleiten sie dann auf ihrem Lebensweg, der wirklich abenteuerlich und spannend war! Ulrike Renk hat dabei einen Schreibstil, der so schön und intensiv ist, dass ich wirklich das Gefühl hatte, neben Emilia zu gehen und alles so zu erleben, wie sie es erlebt hat. Auf den letzten Seiten flossen dann bei mir auch die Tränen, so bewegt hat mich ihre Geschichte und die ihrer Familie. Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist, dass wir am Ende auch erfahren, was tatsächlich auf Tatsachen beruht und was Fiktion ist. So ein Nachwort fehlt mir in vielen Historischen Romanen, aber hier ist es vorhanden! Einziger Kritikpunkt von mir ist der Titel des Buches. Ich mag ihn zwar, könnte mir aber auch vorstellen, dass viele Leser anhand des Titels mit falschen Erwartungen an das Buch herangehen und dann vielleicht enttäuscht sein werden. Wer hier nämlich einen Auswanderungsroman erwartet, der in Australien spielt, der wird sich bis Seite 400 gedulden müssen. Der größere Teil der Romans spielt in Deutschland und unterwegs „auf großer Fahrt“. Mir hat das Buch aber auf jeden Fall mehr als gut gefallen; ich empfehle es uneingeschränkt weiter!
Der Untertitel - von Hamburg nach Sydney - war wichtig, damit ich das Buch auch lesen wollte, da ich reine Australienromane spontan eher nicht auswähle. Ich wurde belohnt mit einer tollen, fesselnden Geschichte mit lebendigen Figuren in spannender Umgebung. Natürlich fieberte ich mit der sympathischen Heldin und ihren Kindern - Hamburg im 19. Jh war die Verlockung schlechthin und Australien konnte dann auch bei mir punkten.
Ulrike Renk hat es geschafft mich zu bezaubern, so bin ich nun auch gleich nach Krefeld gereist (Frau des Seidenwebers) Dazu hat das Nachwort verleitet ...
Zu Beginn war es wahnsinnig ausführlich, teils zu ausführlich. Im zweiten Teil fühlte sich manches hingegen übers Knie gebrochen an. Gerade der Epilog war ein wenig verhackstückt. Es war kein schlechtes Buch, aber dieses schlecht ausbalancierte Pacing hat mir doch einiges an Lesefreude genommen.
Worum geht’s? Emilia ist 8, als ihre Eltern und ihr kleiner Bruder nach England ziehen. Die Tochter lassen sie zurück in Hamburg, bei Tante und Onkel. Dort wächst sie auf und lernt Carl Gotthold Lessing kennen und lieben. Doch der patentierte Kapitän entspricht nicht ihrem Stand. Sie bricht mit ihrer Familie, um mit ihm auf große Fahrt zu gehen.
Meine Meinung: Mit „Die Australierin“ startet Ulrike Renk ihre Australien-Saga, die auf wahren Begebenheiten beruht. Was Fakt und was Fiktion ist, stellt sie uns im Nachwort vor und ich finde es faszinierend, wie geschickt sie beides miteinander verwebt. Überhaupt gefällt mir ihr Schreibstil sehr. Ihre Worte entführen einen direkt ins 19. Jahrhundert und in eine unglaublich spannende und bunte Welt.
Emilia mochte ich von Anfang an. Sie ist einfach so herzlich und empathisch, aber auch stark und kommt in allen Situationen zurecht. Auch die anderen Charaktere, insbesondere die Mannschaft auf dem Schiff, mochte ich gerne. Und natürlich ihren Carl.
Die Geschichte selbst ist dann einfach der Hammer. Unglaublich, dass diese auf wahren Begebenheiten beruht und teilweise die Figuren nicht nur fiktiv sind. Wir bekommen einen Einblick in Emilias Leben in Hamburg, wie sie in die Gesellschaft eingeführt wird und jemanden heiraten soll, der positiv für das Geschäft ihres Onkels ist. Dann das Leben auf dem Schiff, das war überhaupt der beste Teil! Die Begebenheiten an Bord, wie sie dort ihre Kinder bekam, das Zusammenleben mit den Seeleuten. Die Stürme und schlussendlich die Ankunft in Australien und wie sie sich dort ihr Leben aufgebaut haben. Wir bekommen auch einen kleinen Einblick in das Leben der Aborigines und deren Träume. Danach haben wir dann im letzten Kapitel Minnie, Emilias zweitälteste Tochter begleitet. Leider viel zu kurz und dann war das Buch schon zu Ende. Und ja, es war einfach wundervoll. Es war spannend und abenteuerlich, hatte genau die richtige Menge an Romantik und immer wieder Gefühle, die zu Herzen gingen. Ich habe das Buch mit offenen Augen gelesen, mit lachenden und mit weinenden Augen und ich bin so gespannt, wie es im 2. Band weitergeht! Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!
Fazit: Ulrike Renk beginnt ihre Australien-Saga mit „Die Australierin“, in der wir zunächst Emilia und im letzten Kapitel Minnie begleiten. Das Buch ist einfach wundervoll. Ich habe beim Lesen die Szenen direkt vor mir gesehen. Es war fesselnd, abenteuerlich, romantisch, spannend und emotional. Und unglaublich, dass hinter alldem eine wahre Begebenheit steckt! Die Vermischung von Fakten und Fiktion ist ebenfalls perfekt gelungen und das Buch ist eine Reise in eine andere Welt und ein wundervolles Abenteuer für die Lesenden.
5 Sterne von mir und ich freue mich jetzt schon auf Teil 2!
Es war eins der vielen Re-Reads dieses Jahres für mich und auch beim erneuten Lesen möchte ich vordergründig die schöne, flüssige Sprache der Autorin Ulrike Renk hervorheben. Das Buch ist schon ein kleiner Wälzer, aber es ist darüber hinaus auch ein echter Schmöker, daher habe ich gar nicht bemerkt, wie schnell die Seiten hinweg geflattert sind.
Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert und beginnt in Hamburg und Umgebung. Emilia wird von ihren Eltern zu ihrer Tante und ihrem Onkel geschickt, damit sie fortan dort leben kann. Die Eltern selbst reisen mit dem jüngeren Sohn nach London, um dort zu leben. Auch wenn Emilia ein behütetes und in vielen Punkten reiches Leben führt, merkt sie erst nach dem ersten Zusammentreffen mit Carl, was ihr fehlt - die ganz große Liebe. Doch sowohl Tante als auch Onkel sind strikt gegen die Beziehung und Emilia trifft eine lebensverändernde Entscheidung, zum Wohl der Liebe.
Es handelt sich um den ersten Teil der Trilogie und wie eingangs beschrieben, habe ich das Lesen wirklich sehr genossen. Der Grund, warum ich nicht die volle Punktzahl geben möchte, ist das Ende, wo mir der Ausblick auf das weitere Leben einiger Charaktere zu kurz und zusammenfassend war. Dennoch ist die Geschichte sehr schön geschrieben.
Inhalt: Emilia wächst wohlbehütet in Hamburg bei ihrer Tante auf, nachdem ihre Eltern und ihr jüngerer Bruder geschäftlich nach England gezogen sind. Als sie 1855 mit 19 Jahren den Kapitän Carl Gotthold Lessing, den Neffen des Dichters, kennenlernt, fangen sie an, sich Briefe zu schreiben. Emilias Briefe begleiten ihn auf seinen langen Fahrten nach Chile, doch ihre Familie ist alles andere als erfreut darüber, schließlich soll Emilia nicht unter ihrem Stand heiraten. Doch sowohl Emilia als auch Carl Gotthold fühlen die Verbindung zueinander und die lange Zeit getrennt voneinander ist schlimm für sie. Nach der ersten großen Überfahrt haben die beiden dann eine Affäre miteinander und kurzerhand heiratet Emilia Carl Gotthold, gegen den Willen ihrer Familie. Sie leben lange Zeit auf See und schon bald ist Emilia zum zweiten Mal schwanger. Von da an gibt es nur noch ein Ziel für sie: Australien. Meine Meinung: Die ersten Kapitel sind aus der Sicht der 6-jährigen Emilia geschrieben und erzählen von ihrem Leben auf dem Land, unweit des schwer brennenden Hamburgs. Deshalb ziehen auch ihre strenge Tante Minna und der Onkel zu ihr und ihrer Familie ins Haus. Leider konnte mich der Anfang nicht packen, er ist eher langatmig und es passiert sehr wenig. Mit Emilia konnte ich mich nicht wirklich identifizieren, eher nimmt der Leser die Stellung eines Betrachters ein. Distanziert und unpersönlich beobachtet er das Geschehen, wenig emotional. Das finde ich normalerweise gerade das Schöne an Geschichten, man wird teilweise richtig in die Geschichte eingesogen, fiebert mit. Hier war das aber nicht so und hat sich auch nur etwas gebessert. Vielleicht lag das aber auch daran, dass durch den Klappentext der Großteil des Buches schon vorhersehbar ist, dass der Leser weiß, wohin die Reise geht. Jedenfalls hat dies nur wenig Spannung ermöglicht, auch wenn ich die Geschichte an sich sehr schön und berührend fand. Nach einem Zeitsprung von 9 Jahren wird es schon etwas interessanter. Emilia lebt wohlbehütet in Hamburg bei ihrer Tante und ihrem Onkel, ihre Eltern sind mit ihrem Bruder für unbestimmte Zeit nach England gezogen. Dies war für mich ebenso schockierend wie der Wille der Familie, Emilia bestmöglich zu verheiraten. Also keine Heirat aus Liebe, sondern nur wegen der geschäftlichen Beziehungen. Echt enttäuschend, welche Rolle die Frau zur damaligen Zeit gespielt hat! Nach historischen Romanen bin ich immer wieder froh, im 21.Jahrhundert leben zu können;) Jedenfalls bin ich nun etwas besser in die Geschichte reingekommen, Emilias Leben in Hamburg wurde sehr schön und auch detailliert beschrieben. Sie wurde mir sympathischer, auch wenn es mich genervt hat, dass sie aufgrund ihrer Erziehung scheinbar wenig eigenen Willen besitzt und auch ziemlich verwöhnt ist. Fesselnd wird es dann, als sie Carl Gotthold kennenlernt und etwas „Verbotenes“ tut. Ihre Familie will nämlich keinesfalls, dass sie Kontakt mit ihm hat, einem einfachen Kapitän, der ihr angeblich wenig zu bieten hat. Dabei ist Liebe ja schon das Wichtigste und diese kann man auf jeden Fall in seinen und Emilias Briefen aneinander finden. Diese waren gut geschrieben, auch wenn sie meistens ziemlich um den heißen Brei herum reden. So war das wahrscheinlich aber früher;) Ab der Stelle, wo Emilia Carl gegen den Willen ihrer Familie heiratet und mit ihm auf See fährt, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Schon schockierend, wie schnell ihre Familie mit ihr gebrochen hat. Jedoch hat dies mir Emilia sehr sympathisch gemacht, sie hat endlich mal eigenen Willen gezeigt, ermutigt von Inken und Rieke, zwei sehr lieben und sympathischen Charakteren. Ebenso mochte ich Carl Gotthold sehr gerne und auch die Mannschaft wurde sehr gut beschrieben und einige von ihnen hatten interessante Geschichten zu erzählen. Die Zeit auf See wird anfangs viel und ausführlich beschrieben, besonders die Geburt ihrer ersten zwei Kinder, danach wird es aber immer weniger. Das fand ich aber gut, da mich die Seekapitel nicht zu 100% überzeugen konnten, teilweise waren sie sehr zäh. Mit der Ankunft und Niederlassung der mittlerweile kinderreichen Eheleute beginnt auch schon bald eine Geschichte aus einer anderen Sicht. Minnie, die zweitälteste von Emilias zahlreichen Kindern, unterscheidet sich stark von ihren Geschwistern, ist sie eher mit dem Land als mit der See verbunden. Als sie einen jungen Mann kennenlernt, der ihren Eltern nicht wirklich zusagt, dachte ich mir: Oh nein, nicht noch mal eine ähnliche Geschichte wie bei Carl und Emilia. Zwar waren einige Parallelen zu finden, jedoch unterscheiden sich Geschehnisse und Charaktere ziemlich. So mochte ich Minnie gleich von Anfang an und die Ereignisse waren auch deutlich spannender. Leider gibt es für Minnie aber kein Happy End, im Gegensatz zu ihrer Mutter. Besonders berührt hat mich, dass das Buch teilweise auf echten Begebenheiten beruht, dass es nicht nur reine Fiktion ist, wie man im Nachwort erfährt. Ereignisse aus dem Leben der Personen waren teilweise bekannt und darum wurde eine vollständige Geschichte geknüpft. Jedenfalls hat Ulrike Renk dies meist sehr gut gemacht, auch wenn mich das Buch nicht ganz packen konnte. Der Schreibstil hat jedoch gut durch das Buch geleitet und war angenehm zu lesen, so wollte ich das Buch beispielsweise nie abbrechen. Gut gefallen tut mir auch das Cover in den Orangetönen mit der Karte von Australien. Irgendwie macht es für mich den Eindruck nach Sehnsucht, als ob sich die Frau, die mit dem Rücken zu uns steht, sich etwas unendlich wünscht, Sehr schön und berührend jedenfalls. Fazit: Ein anfangs sehr zäher historischer Roman, der sich zum Ende hin jedoch deutlich steigert und schlussendlich auch berührt. Von mir gibt es trotz nur 3 von 5 Punkten eine klare Leseempfehlung!
Sicherlich eine spannende Lebensgeschichte der Emilia Lessing. Allerdings fand ich den Teil, der in Australien spielt, nicht sehr aussagekräftig und im Vergleich auch viel zu kurz. Man erfährt nicht viel von eventuellen widrigen Lebensumständen, von Schwierigkeiten, Entbehrungen etc. Man hatte den Eindruck, daß alles recht mühelos war, fast ein Spaziergang. Nur gelegentlich schimmerte in den Erzählungen durch, daß doch nicht alles mühelos war. Das reicht aber nicht. Auch ist das Buch sehr lang, wobei ein sehr großer Teil auf der Kindheit verwandt wird.
Die Protagonistin bricht mit ihrer Familie, um den Mann heiraten zu können, den sie liebt. Zusammen mit ihm bereist sie die Weltmeere, bringt mehrere Kinder zur Welt und lässt sich schließlich in Australien nieder. Im letzten Teil des Buches wird das Leben einer ihrer Töchter näher beleuchtet. Das Buch hat mir sehr gut gefallen! Die Folgebände habe ich gleich auf meine Wunschliste gesetzt ("Die australischen Schwestern" und "Das Versprechen der australischen Schwestern").
Eine Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen, startet in Hamburg, geht dann auf hohe See und endet in Australien. Schön geschrieben und spannend bis zum letzten Drittel, in dem mir der rote Faden gefehlt hat. Dort wechselt ohne sichtbaren Grund die Hauptfigur; es bleibt die Frage, warum die anderen Töchter nicht mehr Raum erhalten und wie es ihnen ergeht. Das Lebensende der Protagonisten wird abgefrühstückt, anstatt dem Lebensabschnitt vielleicht stringent auch noch etwas Zeit und ein paar Seiten zu widmen. Passt für mich nicht zum restlichen und sonst sehr guten Buch.
This entire review has been hidden because of spoilers.
DNF - das Horbuch war so langwierig und langweilig! Stundenlang die Erfahrungen der sechsjahrigen - da war ich nicht dran interessiert. Ich wollte was von Australien horen.
Geschichte über eine Kapitänsfrau, die es wirklich gab. Genau so hätte es sein können. Wahre Fakten sind durch freie Erzählung verschmolzen. Das Buch lässt sich gut lesen.
Emilia ist die Tochter des Hamburger Werftbesitzers Bregartner und wächst sehr behütet vor den Toren der Hansestadt in Othmarschen auf. Nachdem ihre Eltern in den 1840ern mit ihrem kleinen Bruder aus geschäftlichen Gründen nach England gehen, bleibt das Mädchen bei Onkel und Tante zurück und soll von diesen auf ein Leben in den höheren Kreisen Hamburgs vorbereitet werden. Während Emilia in den anfänglich geplanten zwei Jahren hofft, dass ihre Eltern sie doch noch nach England nachholen, wird sie langsam erwachsen und ihre Familie erwartet von ihr, dass sie eine gute Verbindung mit einem jungen Mann aus einer angesehenen Hamburger Familie eingeht. Auf einem der sorgsam geplanten Dinners von Onkel Hinrich und Tante Minna lernt Emilia den Kapitän Carl Gotthold Lessing kennen - ein Großneffe des berühmten Schriftstellers. Die beiden sind sich gleich sympathisch - teilen sie doch die Leidenschaft für gute Bücher und das Schreiben von Briefen. Doch natürlich ist der junge Lessing keine standesgemäße Wahl, nicht nur, weil er sich das Geld für sein erstes eigenes Schiff bei seinen Brüdern leihen musste… Doch Emilia und Carl schreiben sich während seiner ersten großen Fahrt zahlreiche Briefe und kommen sich so näher. Als sie sich über ein Jahr später wieder begegnen, ist es längst um sie geschehen und sie beginnen eine heimliche Beziehung. Der Bruch mit der Familie ist somit unaufhaltsam, aber Emilia hat sich längst entschieden: für ein Leben ohne Luxus und Konventionen, dafür mit Carl - und so geht sie mit ihm auf große Reise.
Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten, die durch die Autorin in einen solch schönen Rahmen gepackt wurde, dass ich kurzer Lektüre bereits fasziniert war: die Atmosphäre der damaligen Zeit ist in meinen Augen sehr authentisch eingefangen, so dass ich an der ein oder anderen Stelle schlucken musste, denn elterliche Entscheidungen waren damals sehr häufig von nüchternen Erwartungen geprägt als von liebevollem Verständnis. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Bregartners ihre Tochter einfach bei Onkel und Tante "zwischenparken" und auch nach zwei Jahren - für ein Mädchen sicher eine Ewigkeit - nicht wieder zu sich holen. Dass das Mädchen leiden könnte und Sehnsucht nach Mutter, Vater und Bruder hat, hat offensichtlich keiner bedacht. Zum Glück gibt es eine Handvoll wirklich liebenswerter Figuren, die Emilia so gut sie es können unterstützen… Die Geschichte ist packend, auch wenn sie sich langsam entwickelt und damit ein wirklich interessantes Leben voller Abenteuer und Emotionen aufbaut wird. Dabei haben mir vor allem die Schilderungen der unterschiedlichen Schiffsreisen gefallen und wie Emilia das ihr ungewohnte Leben an Bord meistert. Dass sie an manchen Stellen sicherlich ein entbehrungsreiches Leben führt, hindert Emilia nicht daran, ein glückliches zu führen - mit sich und ihrer Entscheidung im Reinen. So erlebt sie Freundschaft, Gefahren, große Hilfsbereitschaft und die Geburt ihrer Kinder auf hoher See und trifft letzten Endes mit ihrem Mann eine weitere große Entscheidung… Emilia hat ein spannendes und vor allem sehr unkonventionelles Leben geführt, das mir aus heutiger Sicht einiges an Respekt abverlangt - gerade deshalb finde ich es großartig, dass Ulrike Renk uns diese Geschichte erzählt. Die Mischung aus Fakten und Fiktion, die ruhige und stimmungsvolle Erzählweise haben mir große Freude beim Lesen bereitet und ich hätte gerne noch mehr aus dem Leben dieser bemerkenswerten Frau gelesen. So ging es mir zum Ende hin fast ein bisschen zu schnell, denn ich hätte gerne mehr aus dem Leben der Kinder von Emilia und Carl gelesen - aber dennoch bin ich mit dem Ende natürlich zufrieden. Bleibt eigentlich nur ein Punkt, den ich kritisch erwähnen muss, nämlich den Titel des Buches. Auch wenn ich verstehen kann, dass man einen Titel durchaus auch aus Verkaufsgründen wählen muss, finde ich, dass dieser dem Inhalt einfach nicht gerecht wird. Zum einen, weil die Geschichte zum größten Teil nichts mit Australien zu tun hat, zum anderen, weil ich den Eindruck habe, dass dem Buch damit ein Genre verpasst werden soll, in das es meiner Meinung nach nicht gehört. "Die Australierin" ist kein Love & Landscape-Roman und auch kein Auswandererroman, bei dem die Helden ihr Glück in einem fernen, vielleicht sogar exotischen Land suchen. Dieses Buch ist ein toll erzählter historischer Roman, dessen Autorin einen perfekten Weg gefunden hat, aus den Eckdaten eines spannenden Lebens eine Geschichte zu machen, die authentisch und fesselnd ist, deren Figuren mir schon nach wenigen Seiten ans Herz gewachsen sind und dabei mit liebevollen Details aufwartet. Ein echtes Lesevergnügen!
Ich habe den Namen Ulrike Renk schon des Öfteren gehört, habe aber bisher noch nie ein Buch von ihr gelesen. Aber das wird sich ab sofort ändern.
Emilia wächst in der Nähe von Hamburg bei ihrer Tante und ihrem Onkel auf, nachdem ihre Eltern nach England ausgewandert sind. Als sie sich in Carl Gotthold verliebt, ist ihre Familie strikt dagegen, dass sie ihn heiratet, da sie nur eine Verbindung mit einem Mann eingehen soll, die dem Geschäft von Onkel und Tante weiterhilft. Aber Emilia folgt ihrem Herzen und heiratet Carl trotz aller Widrigkeiten, die sich den beiden in den Weg stellen. Das beinhaltet auch, dass Emilia von nun an als Kapitänsfrau auf der "Lessing" mit ihrem Mann die Welt bereisen muss. Anders als der Titel des Buches aussagt, spielt nur ein kleiner Teil der Geschichte in Australien.
Das hört sich alles gar nicht so wahnsinnig spektakulär an, finde ich. Bis ich im Nachwort gesehen habe, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt. Obwohl es sich um einen historischen Roman handelt, kommt nur ein tatsächliches öffentliches historisches Ereignis vor, nämlich der Hamburger Brand aus dem Jahr 1842. Falls man also Wert auf politische Inhalte oder Ähnliches legt, sollte man dieses Buch nicht lesen. Falls mein ein Buch sucht, das gut für die Seele ist, liegt man mit "Die Australierin" genau richtig. Denn die Geschichte um Emilia und Carl ist mit so viel Herz geschrieben, dass man als Leser einfach beide lieben muss. Daher freue ich mich auch sehr, dass es noch zwei weitere Bücher über die Familie geben wird, die ich natürlich auch lesen werde.
Das Buch begleitet uns von Emilias jüngster Kindheit bis zu ihrem Leben als gestandene Frau mit Enkelkindern. Leider gibt es einige sehr große Zeitsprünge, die mich etwas verwirrt haben, z. B. hat Emilia plötzlich viel mehr Kinder als im Abschnitt davor, die neuen Begebenheiten werden zwar kurz angerissen, setzen sich aber nicht wirklich fest. Da hätte ich sehr gerne die ausführliche Geschichte gelesen, wobei mich auch nicht gestört hätte, wenn das Buch an die 1000 Seiten umfasst hätte. Ich war total froh, dass ich genügend Zeit zum Lesen hatte, so musste ich nicht für unsinnige Dinge wie essen oder schlafen unterbrechen.
Der zweite Teil der Familiensaga "Die australischen Schwestern" erscheint am 21. August 2015. Hier geht es um die Geschichte von Emilias Enkelin Carola, die wir im ersten Teil kurz kennen lernen durften.
Der Titel des historischen Romanes "Die Australierin" ist etwas irreführend. Nach Australien gelangt man erst nach 400 Seiten. Dem Inhalt tut das aber keinen Abbruch. Das Buch beruht auf einer wahren Geschichte.
Ganz im Gegenteil. Die Geschichte von Emilia (und später noch etwas von ihren Erben) ist sehr interessant. Man lernt sie als junges Mädel kennen und begleitet sie, bis sie mehrfache Großmutter ist. Emilia Bregartner ist ein wunderbarer Charakter, die in jungen Jahren durchaus etwas erlebt, aber dann sehr behütet aufwächst. Und sich zum Missfallen ihrer Tante und ihres Onkels in einen Kapitän verliebt. Für uns Leser und für Emma - der Spitzname von Emilia - sicherlich aber ein Glück. Denn Carl Lessing (ja, ein Verwandter von DEM Lessing) ist ein wunderbarer Mensch und gemeinsam erleben die beiden viele Abenteuer.
Die Geschichte ist wunderbar erzählt. Der Stil ist fließend und eingängig und man wird mit der Geschichte mitgetragen und kann wunderbar eintauchen. Es liest sich sehr schön und macht viel Spaß, Emilia auf ihrem Weg zu begleiten.
Emma hat wunderbare Eigenschaften. Am meisten bewundere ich, dass sie aus jeder Situation sich die guten Sachen rauspickt und das beste draus macht - sie nimmt sowohl die negativen als auch die positiven Dinge wahr und macht etwas drauf. Eine tolle Einstellung, die mir gut gefallen hat.
Das Leben auf See aber auch später in Australien ist anschaulich beschrieben und birgt viele Wunder. Man kann lachen und weinen und viel erleben auf diesem Weg. Es ist ein wunderbares Buch und ich hoffe, noch mehr von dieser Familie erfahren zu können - vielleicht wird es ja noch eine Art "Fortsetzung" geben. Das wäre wirklich schön!
Ein Stern für die Mühe der Autorin, aber sonst...das Buch handelt zu über 50% gar nicht von der Zeit in Australien, sondern spielt in Othmarschen- es zieht sich wie Kaugummi, bis endlich mal etwas wirkliches passiert. Und immer dieses Liebesgequatsche...langweilig. Die Seefahrt nach Australien...und dann endlich mal, einige Seiten Australien. Der Titel hätten heissen sollen aus "Othmarschen nach Australien"- dann würden nicht alle zugreifen, die einen Roman erwarten, der in Australien spielt!
Ich konnte nicht aufhören, dieses tolle Buch zu lesen und war wiedermal traurig, als ich es fertig hatte. Leider lese ich sehr schnell, so dass ein Buch bald beendet ist. Dieses war sehr gut geschrieben und spannend. Ich hab die nächsten Bände sofort an Land gezogen.