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Jemen: Der vergessene Krieg (Beck Paperback 6333)
"Die größte humanitäre Katastrophe weltweit."
Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR über den Jemen
Der blutige Krieg im Jemen hat die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart ausgelöst. In der Weltöffentlichkeit spielt er hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Der gebürtige Jemenit und ehemalige Bundeswehroffizier Said AlDailami erklärt die Hintergründe und zeigt, wie der Jemen ins Fadenkreuz regionaler und internationaler Interessen geraten konnte.
Der Krieg im Jemen ist kein gewöhnlicher Krieg. Weil er von ungleichen Brüdern geführt wird, ist er umso grausamer und intensiver. Seine Opfer interpretieren die Intervention der saudischen Militärallianz als Kampfansage gegen den Jemen, der sich selbst als Wiege der arabischen Kultur sieht. Dieses Selbstverständnis derJemeniten nimmt AlDailami zum Ausgangspunkt für seine schonungslose Analyse der Konfliktlinien entlang von wirtschaftlichen Interessen sowie konfessionellen, regionalen, tribalen und klassengesellschaftlichen Differenzen. Und er zeigt, wie die geostrategisch und wirtschaftlich bedeutsame Lage des Jemen am Eingang zum Roten Meer Begehrlichkeiten in der Region weckte und welche Rolle Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, der Iran und der Westen bei der Entstehung, Entwicklung und medialen Verdunklung des Konflikts spielen. Ein authentischer, mit persönlichen Erfahrungen und Eindrücken angereicherter Insiderblick auf die Geschehnisse im Jemen.
Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR über den Jemen
Der blutige Krieg im Jemen hat die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart ausgelöst. In der Weltöffentlichkeit spielt er hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Der gebürtige Jemenit und ehemalige Bundeswehroffizier Said AlDailami erklärt die Hintergründe und zeigt, wie der Jemen ins Fadenkreuz regionaler und internationaler Interessen geraten konnte.
Der Krieg im Jemen ist kein gewöhnlicher Krieg. Weil er von ungleichen Brüdern geführt wird, ist er umso grausamer und intensiver. Seine Opfer interpretieren die Intervention der saudischen Militärallianz als Kampfansage gegen den Jemen, der sich selbst als Wiege der arabischen Kultur sieht. Dieses Selbstverständnis derJemeniten nimmt AlDailami zum Ausgangspunkt für seine schonungslose Analyse der Konfliktlinien entlang von wirtschaftlichen Interessen sowie konfessionellen, regionalen, tribalen und klassengesellschaftlichen Differenzen. Und er zeigt, wie die geostrategisch und wirtschaftlich bedeutsame Lage des Jemen am Eingang zum Roten Meer Begehrlichkeiten in der Region weckte und welche Rolle Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, der Iran und der Westen bei der Entstehung, Entwicklung und medialen Verdunklung des Konflikts spielen. Ein authentischer, mit persönlichen Erfahrungen und Eindrücken angereicherter Insiderblick auf die Geschehnisse im Jemen.
243 pages, Kindle Edition
Published October 15, 2019
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Community Reviews
Displaying 1 - 3 of 3 reviews
August 20, 2026
Was das Buch gut macht:
- Fundierte Beschreibung der jemenitischen Gesellschaft: vorkoloniale Geschichte, islamische Strömungen, Stammesstruktur und Kastensystem
- Entstehung und Entwicklung der Houthibewegung
- Beschreibung der Kriegswirtschaft und Schattenmärkte
Wo das Buch scheitert:
- Vulgärökonomismus und Verschwörungstheorien: Dem Kriegseintritt von KSA und Emiraten werden hier nahezu aberwitzige wirtschaftliche Motive angedichtet. Der Westen ist nur interessiert an Waffenumsätzen, so als ob er keine Strategie verfolgt (siehe nächsten Punkt).
- Mangel an strategischem Denken und Verständnis: Der Iran kommt viel zu wenig zur Sprache und wird als kaum involviert bezeichnet (was schon, als das Buch geschrieben wurde, widerlegt war), berechtigte saudische Sicherheitsinteressen werden überhaupt nicht betrachtet, die Bedrohung der Bab-al-Mandab-Meerenge wird als „saudisches Schreckgespenst“ abgetan (kein Witz), prinzipiell werden strategische Interessen durch wirtschaftliche oder lediglich niederträchtige bzw. größenwahnsinnige im Falle von MBS und MBZ ersetzt.
- Verlust der Neutralität und Kitsch: emotionale Polemik von einem kulturellen Minderwertigkeitskomplex der Emiratis und Saudis, während Jemen Erbe einer Hochkultur ist (abseits der Beschreibung antiker Bauwerke konnte ich in den heutigen vormodernen, äußerst oppressiven Gesellschaftsstrukturen im Jemen jedenfalls keine Hochkultur erkennen).
- Romantisierte Dichotomie vom armen Volk vs. den bösen Politikern.
- Naives Friedenskonzept: ein Rezept, das so idealistisch wie unrealistisch ist ... Was ist, wenn alle einfach miteinander reden und ihre Interessen, für die sie gerade noch gekämpft haben, ignorieren?
- Das Schicksal der Frauen im Jemen kommt nur in ein paar Randbemerkungen zur Sprache.
Ein Buch mit einem starken historischen Anfang und klaren Einblicken in die jemenitische Stammesgesellschaft. Solide Beschreibung der Kriegsökonomie. Im zweiten Teil verspielt das Buch leider durch grobe geopolitische Fehleinschätzungen, mangelnde Neutralität und das Abdriften in einseitige Polemik seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit.
- Fundierte Beschreibung der jemenitischen Gesellschaft: vorkoloniale Geschichte, islamische Strömungen, Stammesstruktur und Kastensystem
- Entstehung und Entwicklung der Houthibewegung
- Beschreibung der Kriegswirtschaft und Schattenmärkte
Wo das Buch scheitert:
- Vulgärökonomismus und Verschwörungstheorien: Dem Kriegseintritt von KSA und Emiraten werden hier nahezu aberwitzige wirtschaftliche Motive angedichtet. Der Westen ist nur interessiert an Waffenumsätzen, so als ob er keine Strategie verfolgt (siehe nächsten Punkt).
- Mangel an strategischem Denken und Verständnis: Der Iran kommt viel zu wenig zur Sprache und wird als kaum involviert bezeichnet (was schon, als das Buch geschrieben wurde, widerlegt war), berechtigte saudische Sicherheitsinteressen werden überhaupt nicht betrachtet, die Bedrohung der Bab-al-Mandab-Meerenge wird als „saudisches Schreckgespenst“ abgetan (kein Witz), prinzipiell werden strategische Interessen durch wirtschaftliche oder lediglich niederträchtige bzw. größenwahnsinnige im Falle von MBS und MBZ ersetzt.
- Verlust der Neutralität und Kitsch: emotionale Polemik von einem kulturellen Minderwertigkeitskomplex der Emiratis und Saudis, während Jemen Erbe einer Hochkultur ist (abseits der Beschreibung antiker Bauwerke konnte ich in den heutigen vormodernen, äußerst oppressiven Gesellschaftsstrukturen im Jemen jedenfalls keine Hochkultur erkennen).
- Romantisierte Dichotomie vom armen Volk vs. den bösen Politikern.
- Naives Friedenskonzept: ein Rezept, das so idealistisch wie unrealistisch ist ... Was ist, wenn alle einfach miteinander reden und ihre Interessen, für die sie gerade noch gekämpft haben, ignorieren?
- Das Schicksal der Frauen im Jemen kommt nur in ein paar Randbemerkungen zur Sprache.
Ein Buch mit einem starken historischen Anfang und klaren Einblicken in die jemenitische Stammesgesellschaft. Solide Beschreibung der Kriegsökonomie. Im zweiten Teil verspielt das Buch leider durch grobe geopolitische Fehleinschätzungen, mangelnde Neutralität und das Abdriften in einseitige Polemik seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit.
January 8, 2023
Interessanter Überblick über den Konflikt, jedoch etwas einseitig beschrieben
March 12, 2023
Ich muss sagen, ich verstehe (noch) so wenig von der islamischen Kultur, dass ich nicht alles nachvollziehen kann.
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