Eine Familie, die manchmal keine sein will, eine Schildkröte, die sie 40 Jahre begleitete und ein Geheimnis, das wohl oder übel ans Licht kommen muss ...
»Charly ist tot. Ich kann nichts dafür.« Mit diesen Worten lädt Großmutter Frieda die Familie in den Garten der alten Villa in Murnau zur Beisetzung ein. Charly, das war die Schildkröte der Familie, mit der vor über 40 Jahren alles begann. Denn Heinrich, der Großvater, der eigentlich gar nicht der Großvater ist, brachte Charly damals als Geschenk mit für die Kinder von Frieda, in die er sich gerade verliebte. Doch dass Heinrich auch Geheimnisse mitbrachte, die er länger hüten würde, als Charly am Leben sein sollte, ahnte damals keiner. Und er ist nicht der einzige in diesem zusammengewürfelten Clan, der mit sich und seinen Mitmenschen zu kämpfen hat. Doch alle machen sich auf den Weg, um Charly die letzte Ehre zu erweisen. Es wird ein Tag, an dem alle etwas zu Ende bringen wollen und sich dennoch ein neuer Anfang entwickelt …
Was für ein tolles Buch! “Wenn das Leben dir eine Schildkröte schenkt” von Heike Duken ist ein originelles, witziges und zugleich ernstes Buch. . Darum geht’s:
»Charly ist tot. Ich kann nichts dafür.« Mit diesen Worten lädt Großmutter Frieda die Familie in den Garten der alten Villa in Murnau zur Beisetzung ein. Charly, das war die Schildkröte der Familie, mit der vor über 40 Jahren alles begann. Denn Heinrich, der Großvater, der eigentlich gar nicht der Großvater ist, brachte Charly damals als Geschenk mit für die Kinder von Frieda, in die er sich gerade verliebte. Doch dass Heinrich auch Geheimnisse mitbrachte, die er länger hüten würde, als Charly am Leben sein sollte, ahnte damals keiner. Und er ist nicht der einzige in diesem zusammengewürfelten Clan, der mit sich und seinen Mitmenschen zu kämpfen hat. Doch alle machen sich auf den Weg, um Charly die letzte Ehre zu erweisen. Es wird ein Tag, an dem alle etwas zu Ende bringen wollen und sich dennoch ein neuer Anfang entwickelt … .
Eine Familie, die alle mit ihren kleinen oder großen Problemen zu kämpfen haben. Was sie eint? - Charly, die Schildkröte. Tatsächlich erscheint die gesamte Familie zu ihrer Beerdigung. Die Geschichte rund um Charly, wird aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Zeitabschnitten erzählt. Dabei wird bei der Familiengeschichte angefangen : von Frida und Heinrich über die Kinder bis hin zu den Enkelkindern der Bogen geschlagen. Jeder der Charaktere hat dabei sein individuelles Päckchen zu tragen: so wird Frida zunehmend vergesslicher, Max ist ein Sonderling oder Mattis der im Keller seines Hauses wohnt. Die Probleme werden angerissen und ohne Umschweife erzählt. Kurzweilig und absolut abwechslungsreich!
Die einzelnen Charaktere sind herrlich unterschiedlich, interessant und absolut authentisch. Besonders Max hat es mir angetan. Ein Sonderling, direkt heraus und trotzdem sehr sympathisch. Auch die Schildkröte Charly wurde super gut beschrieben, auch wenn sie nur eine Nebenrolle spielt. Die Sprache des Romans ist sehr direkt und treffsicher. Keine Nebenhandlungen oder Schauplätze. Und doch wird eines klar herausgestellt: Du musst dich deinen Problemen stellen.
Ein wirklich kluger, unterhaltsamer und tief gehender Roman der alles hat: Humor, etwas Lebensweisheit und einzigartige Charaktere. Unbedingt lesen!
Zunächst einmal muss ich zugeben, dass ich mir unter diesem Buch etwas anderes vorgestellt habe. Der Titel und die knuffige Schildkröte und der Klappentext ließen mich vermuten, dass es sich hier um ein nettes, optimistisches Buch für zwischendurch handelt.
Und dann stellt sich heraus, dass die Autorin wirklich keine Katastrophe ausgelassen hat, die sich in einer Familie ereignen kann. Gewalttätige Männer (mehrere), Tod in jungen Jahren (mehrfach), Fehlgeburt und Kinderlosigkeit, Vergewaltigung und Rachemord, Demenz, Alkoholismus, Sexsucht, Scheidung, Depression, Selbstmordversuch, Hass und Mobbing und und und. Es kommt mir vor, als habe die Autorin - die im Zivilberuf Psychotherapeutin ist - das gesamte Panoptikum von Dingen, die im Leben so schief gehen können, in einer einzigen Familie zusammengefasst, und als bestünde die Funktion jeder Figur nur darin, Leinwand für eine bestimmte Art von Tragödie zu sein.
Dadurch wirkt die Geschichte ein Stückweit konstruiert - natürlich passieren solche Dinge, und es gibt kaum eine Familie, die nicht irgendetwas davon erlebt hat, aber nach meiner Erfahrung nicht alles auf einmal. Außerdem hat die Autorin durch die Vielzahl von Problembereichen keine Zeit, sich auf die einzelnen Handlungsstränge einzulassen - wenn man sich für eine der angerissenen Personen mehr interessiert (bei mir wäre das Max gewesen), dann bleibt eben alles skizzenhaft. Und zumindest auf mich wirkte das Buch auch sehr negativ - durch ein angedeutet hoffnungsvolles Ende lösen sich zumindest für mich die ganzen Probleme nicht einfach in Luft auf.
Auf der positiven Seite ist zu erwähnen, dass die Autorin eine angenehme Schreibweise hat und ihren Charakteren trotz ihrer Fehler viel Sympathie entgegenbringt. Dadurch fällt der Gesamteindruck dann doch etwas versöhnlicher aus.
Sehr seichtes Buch, nett zum lesen, nichts besonders hervorragendes aber auch nichts besonders schlechtes. Schreibstill an manchen Stellen zu verspielt, aber irgendwie verleihts dem Buch auch etwas Charme.
Jedes Kapitel der Geschichte wird aus der Perspektive eines Familienmitglieds erzählt. Außerdem springt die Autorin vor Allem im ersten Teil immer wieder in der Zeit hin und her. Das hat es mir schwer gemacht den Überblick zu behalten. Da ich das Buch als eBook gelesen habe, konnte ich auch nicht einfach vor und zurück blättern, um nachzusehen, wer eigentlich noch mal wer war. Da hätte ich mir tatsächlich einen Stammbaum gewünscht (obwohl der mir in einem eBook vermutlich nur wenig geholfen hätte). Aber vielleicht kann das auch Teil des Reizes sein. Mir war es jedoch zu anstrengend.
Über das gesamte Buch hinweg versucht man die Familienverhältnisse zu entschlüsseln und zu verstehen, wie die einzelnen Personen zueinander stehen. Mir persönlich war jedoch kaum einer der Protagonisten sympatisch, aber sie haben geschafft, dass sich auch eine Familie mit vielen Macken plötzlich ganz normal anfühlt.
Erst im zweiten Teil treffen alle Personen dann tatsächlich aufeinander. Die fehlenden Zeitsprünge machen es dann auch deutlich einfacher den Überblick zu behalten. Hier hat mir das Lesen dann auch mehr Spaß gemacht.
Der Schreibstil variiert auch abhängig von der erzählenden Person. Grundsätzlich ist er jedoch direkt und beschönigt nichts. Knallhart erfährt man, was die einzelnen Protagonisten voneinander denken. Die Autorin verzichtet auf ausschweifende Beschreibungen und große Szenenbeschreibungen, was das Buch zu einer kurzweiligen Leseerfahrung macht.
Insgesamt hat es mir mittel gefallen. Ich bereue nicht, es gelesen zu haben, würde es aber auch nur bedingt weiter empfehlen. Der zweite Teil war meiner Meinung nach stärker als das erste, weshalb ich eine Bewertung von 3,5 Sternen vergeben würde.