1,5 Sterne von mir. Schade, schade... Hat mir nicht so zugesagt, wie ich es mir erhofft hatte.
Ich mag Schottland und Handarbeiten sehr (nähen, häkeln und stricken) und habe mich deshalb dazu entschlossen das Buch zu lesen, obwohl es von einer deutschen Autorin auf Deutsch verfasst wurde. Das mag ich eigentlich nicht, denn ich liebe es, den schottischen Akzent im Ohr zu haben, wenn ich Bücher auf Englisch lese, die mit Schottland zu tun haben. Das passiert auf Deutsch natürlich nicht.
Die Geschichte war am Anfang ganz interessant (so 140 Seiten lang ca) und ich dachte, dass es vielleicht noch irgendwas in Petto geben könnte, was nicht irgendwie vorhersehbar oder übertrieben unrealistisch ist... Aber nein. :(
Meine Kurzfassung der Story sähe folgendermaßen aus (SPOILER!):
Maighread (*man spricht den irischen Namen übrigens 'Müaraid' aus!*) fährt - von ihrem Freund verlassen und ihres Jobs dadurch beraubt (er war nämlich ihr Boss) - nach Callwell in die Highlands, weil dort ihre (totgeglaubten) Großeltern wohnen.
Sie will sie kennenlernen, obwohl ihre Mutter sie davon abhalten möchte. (Ihr aber nicht sagen will, was zwischen ihr und den Großeltern so Schlimmes vorgefallen ist, dass sie ihrer eigenen Tochter so lang erzählt hat, die Großeltern wären bei einem Unfall gestorben.)
Auf dem Weg nach Callwell wird Maighread von einem gutaussehenden Schäfer (Joshua) gerettet, denn sie kommt auf Grund eines regnerischen Sturms mit ihrem Auto vom Weg ab.
Der sexy Mann Joshua ist ein Tausendsassa, der alles kann und repariert am nächsten Tag ihr Auto. Vorher nimmt er sie aber mit zu sich, damit sie sich aufwärmen und trocknen kann. Er wohnt natürlich im Callwell Castle und is quasi ein reicher Schäfer/Umweltschützer/Hobby-Automechaniker... Die beiden jungen Hauptfiguren verstehen sich blendend und freunden sich SOFORT an.
Am nächsten Tag will das Mädel ihre Großeltern konfrontieren, erfährt aber, dass ihr Opa schon gestorben ist und ihr wird von der Oma die Tür vor der Nase zugeknallt. Sie will trotzdem in dem Ort bleiben und ihre Oma weiter nerven, deshalb mietet sie ein Zimmer bei einer jungen Frau namens Chloe, die sie auf dem Friedhof am Grab ihres Opas kennenlernt. (*Ja. Ne. Is klar. *)
Maighread strickt für ihr Leben gern und liebt Wolle. Im Ort gibt es einen kleinen Wollladen, der aber nie offen hat. (*Zufall?!*)
In der Mitte des Buchs passiert eigentlich nicht mehr arg viel, was die Handlung voran treiben würde. Da geht es fast ausschließlich um die Annäherung an Joshua (in den sich die Heldin natürlich sofort verliebt hat) und die Vertiefung der Freundschaft zwischen Maighread und ihrer Vermieterin Chloe.
DANN PLÖTZLICH: Oma hat einen Schlaganfall und Maighread merkt es natürlich sofort, weil ihre Oma nach dem Klingeln nicht von innen an der Tür lauscht und laut atmet, als Maighread vorbei kommt, was sie sonst immer getan hat. (Sie hat aber nie die Tür geöffnet!) Maighread und ihre Freunde brechen durchs Fenster bei der Oma ein und retten sie. Die Oma überlebt den Schlaganfall und sie ist ihrer Enkelin unheimlich dankbar und (*jada jada jada*), natürlich gehört der Wollladen im Ort der Omi und sie schenkt ihn SOFORT ihrer Enkelin, als sie erfährt, dass diese auch gern strickt, Strickanleitungen schreibt und Wolle liebt.
Da is die Story aber noch nicht vorbei (*oh nein!*), denn es kommt nochmal RICHTIGES Drama dazu (und folgendes passiert sehr zusammengestaucht zwischen den Seiten 297 und der letzten Seite 317):
Maighreads Mama kommt zu Besuch und es kommt raus, dass Joshuas Vater John auch Maighreads Vater ist (zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden Verliebten aber schon mehrmals miteinander geschlafen). *Yay für alle!*
Mutter und Großmutter vertragen sich so halbwegs, aber Maighread will Heim mit ihrer Mama und den Wollladen doch nicht mehr haben, weil ihr Halbbruder ihre große Liebe ist und sie mit ihm Kinder kriegen will, was ja jetzt wegen Inzucht und so nicht mehr geht...
Aber HALT STOP - stellt sich raus: Joshua is nur adoptiert, also alles gut.
The End.
Also irgendwie fand ich dieses unnötige Drama am Schluss völlig daneben. Es wäre eine hübsche kleine Geschichte gewesen (natürlich nicht wirklich realistisch, aber das sind solche Romane ja meistens nicht?!), aber das hat mir echt den Rest gegeben. SO EIN QUATSCH.
Ich hätte wahrscheinlich JEDES ENDE besser gefunden als das. Aber irgendwie musste man den Konflikt zwischen Maighreads Mutter und den Großeltern ja auflösen. Aber so??
Mein einziger Trost ist der, dass ich für das Buch kein Geld bezahlen musste, weil ich es aus unserer örtlichen Bibliothek ausgeliehen habe.
Bin wirklich enttäuscht!
Als Schottland-Fan war ich selbst schon dort und hatte mir von der Geschichte erhofft, in die Landschaft und das Gefühl dort zu sein, eintauchen zu können. Leider konnte die deutsche Autorin mit dem deutschen Buch das Gefühl für mich gar nicht vermitteln und mit den sehr oberflächlich beschriebenen Figuren konnte ich auch wenig anfangen.
Werde in Zukunft wohl nur noch auf englischsprachige Literatur vertrauen, welche das Leben in Schottland für mich besser vermitten zu können scheint.