Karen Blixen im winterlichen Kopenhagen und ein Hausmädchen mit großen Träumen.
Dezember, 1929: Karen Blixen verbringt die Weihnachtstage auf dem Hof ihrer Familie am Øresund. Die Frau, die einmal Schriftstellerin werden wollte, quälen existenzielle Sorgen: Ihre Farm in Afrika steht vor dem Ruin, die Beziehung zu ihrem Geliebten Deyns Finch-Hatton steckt in der Krise.
Am dunkelsten Tag des Jahres steht auch Minna Kasparsson vor dem Nichts. Das achtzehnjährige Mädchen aus der Arbeiterklasse hat ihre Stelle als Schreibkraft verloren, und zu allem Überfluss erfährt sie, dass sich der Mann ihres Herzens mit einer anderen verlobt hat. Heimlich hatte Minna gehofft, Lehrerin werden zu können, nun muss sie bei Karen Blixens Familie eine Stelle als Hausmädchen annehmen.
Auf Rungstedlund kommt es zur Begegnung der beiden Frauen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Eine Begegnung, deren Kraft, ihrer beider Zukunft verändern wird...
Schon eher kitschig und klischeehaft, aber gleichzeitig auch besinnlich. Es lässt sich gut in einem Rutsch weglesen und man möchte es auch gar nicht aus der Hand legen, sondern die eher ruhige und auf eine rauhe Art gemütliche Atmosphäre genießen. Der Schreibstil hat mich sehr gut mitgenommen und es wird auf wenigen Seiten doch sehr viel angesprochen, allerdings hätte man aus diesen Themen auch durchaus mehr rausholen können. Eine Lektüre für einen schönen Abend, aber ich denke, großen Eindruck hinterlassen wird es nicht.
Ein sehr, sehr schönes Buch. Die Geschichte ist berührend und mutmachend, ohne in irgendeiner Weise kitschig zu werden, im Gegenteil. Die Autorin hat sprachliches Talent, und sie hat sorgfältig recherchiert. Gerade auch der historische Rahmen und Hintergrund faszinieren mich, weil ich schon lange ein Fan von Karen Blixen bin. Jetzt muss ich dringend mal nach Rungstedlund fahren!
Als großer Karen Blixen Fan hat mich der Klappentext dieses Buches sofort angesprochen. Baronin Blixen muss im Winter 1929 aus gesundheitlichen Gründen einige Zeit bei ihrer Familie auf dem heimatlichen Hof in der Nähe von Kopenhagen verbringen. Das ist historische Realität. Die Autorin Sanne Jellings hat um diesen Fakt herum die Geschichte von Minna geschrieben, die kurz vor Weihnachten ihren Job verliert und durch glückliche Umstände bei Karen Blixens Familie eine Anstellung findet. Minna, eine starke junge Frau, möchte gerne Lehrerin werden und weil Karen Blixen Gefallen an ihr findet, bietet sie ihr eine Lehrerinnenstelle auf ihrer afrikanischen Farm an. Wird Minna den großen Schritt in die Ferne wagen oder gibt es vielleicht in Dänemark etwas oder jemand, der sie dort hält?
„Ein dänischer Winter“ ist eine kleine feine Geschichte über die große Sehnsucht nach einem besserem Leben, die sich hervorragend in die Biografie von der berühmten Schriftstellerin Karen Blixen einfügt. Ich hab mich dieser wunderbaren Geschichtenerzählerin, die viele nur aus der Verfilmung ihres Lebens „Jenseits von Afrika“ kennen, sofort wieder ganz nah gefühlt. Und auch Minna konnte mit ihrer Geschichte mein Herz gewinnen.
Am Ende frage ich mich nur, ob Minna und die Baronin sich wohl noch mal wieder gesehen haben, nachdem letztere ihre Farm aufgeben und ins kalte Dänemark zurückkehren musste?
Das afrikanische Leben der dänischen Farmerin und Schriftstellerin Karen Blixen (1885-1962) und ihre Liebesaffäre mit dem Großwildjäger Denys Finch Hatton sind durch den Film "Jenseits von Afrika" vielen bekannt. Jetzt ist mit "Ein dänischer Winter" ein Prosastück in einer an den Jugendstil erinnernden, sehr hübschen Hardcoverausgabe, erschienen, das sich mit einem Aufenthalt Blixens in ihrer Heimat Dänemark im Winter 1929 beschäftigt.
Die Großbürgerstochter und angeheiratete Adelige Karen Blixen trifft auf die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Minna, die eigentlich Lehrerin werden möchte, sich aber aufgrund der Armut ihrer Familie als Hausangestellte bei den Dinesens (Karen Blixens Herkunftsfamilie) verdingen muss. Die 44-jährige geschiedene Baronin Karen Blixen macht dem jungen Mädchen, das ihr sympathisch ist, ein Angebot, das ihr Leben verändern könnte. Wird sie annehmen?
Die Autorin Sanne Jellings lässt zwei Frauenfiguren aufeinandertreffen, die an einem Scheideweg stehen. Blixen steht in der Mitte des Lebens, eine Schriftstellerin ist sie noch nicht, aber eine Geschichtenerzählerin. Sie hat finanzielle und gesundheitliche Probleme und weiß nicht, ob sie ihre geliebte Farm in Afrika halten kann. Auch mit Denys, dem Mann ihres Lebens, ist es zunehmend kompliziert. Liebt er die Freiheit mehr als sie?
Minna hingegen kennt die Liebe nur aus der Distanz und muss am Anfang des Buches eine amouröse Enttäuschung verarbeiten. Die sozialen Verhältnisse ihrer Familie determinieren ihre Möglichkeiten. Sie steht am Beginn ihres Erwachsenenlebens, das vor ihr liegt wie die afrikanische Weite, die Blixen so sehr liebt. Für welchen Weg wird sich Minna entscheiden? Welches Frauenbild will sie leben?
Auf nur 157 Seiten bleibt Jellings nicht der Raum, ihre Charaktere bis ins letzte Detail auszudifferenzieren. Ich finde das aber auch gar nicht nötig, denn die Kürze des Romans lässt uns auch an eine andere literarische Gattung denken: die Novelle! Die hat ja bekanntlich eine "sich ereignete unerhörte Begebenheit", wie es Goethe formuliert hat, zum Gegenstand. Auch hier ist die knapp gehaltene Erzählung stringent und auf einen Höhepunkt zulaufend. Die beiden Protagonistinnen sind sehr individuell gezeichnet. Sie und ihr Schicksal wecken das Interesse des Lesers.
Dass es ein feministisches Buch ist, ist evident, denn es geht schlicht um die Frage, was ein Leben als Frau lebenswert macht und wie frau es am besten gestalten kann. Unterschiedliche Wege werden anhand der Protagonistinnen, aber auch durch die Mütterfiguren der beiden, aufgezeigt. Darf man sich frei entscheiden für einen Weg, obwohl der Status und die wirtschaftliche Situation einen scheinbar determinieren? Die Kernaussage der Novelle ist: man darf und kann und soll sich für einen eigenen Weg entscheiden - gerade weil und obwohl man eine Frau ist.
“Ein dänischer Winter” ist ein “ruhiges” Buch, das eher die inneren Kämpfe der beiden Frauen zum Thema hat. Zudem strahlt das Setting, der Hof der Dinesens “Rungstedlund”, sehr viel “Weiß”, Helligkeit und typisch dänische “Hyggeligkeit” aus. Alles ist irgendwie clean und gleichzeitig gemütlich. Inhalt und Form (weißes Cover mit floralen Jugendstilranken) passen hier perfekt zusammen.
Ich fand diese Novelle sehr lehrreich und interessant. Man bekommt einen Einblick in das dänische Leben der Karen Blixen und die historischen Verhältnisse der damaligen Zeit. Ich mochte auch die emanzipatorisch-feministische Komponente der Geschichte. Alles in allem ein sehr gutes Buch!
Zum Buch Ein kalter Winter in Dänemark der 20er Jahre. Eine Zeit in der es noch keine rechtlichen Regelungen gibt, die Arbeitnehmer schützen. Wo Frauen hilflos der Willkür der Männer ausgesetzt sind. In dieser Zeit lernen sich zwei überaus unterschiedliche Frauen kennen. Unterschiedlich in ihrer Ausgangssituation. Die eine, Minna, eine junge Frau aus der Arbeiterschicht, die soeben ihre Anstellung verloren hat. Und die andere, die Baronin Karen Blixen, deren gesellschaftliche Stellung ihr alles im Leben ermöglich hat, wovon Minna nur träumen kann. Und doch sind diese beiden Frauen so gleich in dem was sie antreibt, in ihren Träumen und ihren Erwartungen ans Leben. Es ist eine Geschichte über Freundschaft und darüber, den eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden. Und seine Träume und Ziele zu verwirklichen, trotz alles Widrigkeiten.
Meine Meinung
Obwohl dieses Buch 90 Jahre vor unserer Zeit spielt, könnte das Thema nicht aktueller sein! Es geht vor allem um die Freundschaft zwischen Frauen und wie sich Frauen gegenseitig unterstützen können.
"Es ist an der Zeit, dass wir Frauen gut zueinander sind."
Zitat S. 75
Viel zu oft agieren wir gegeneinander oder machen uns gegenseitig schlecht. Dabei sollten wir Frauen uns unterstützen und fördern. Wir müssen den Umgang miteinander überdenken und verbessern. Dafür steht diese Buch.
Die junge Minna ist noch so unbedarft und findet mit der Hilfe der Baronin ihre eigene Stimme und lernt ihre Meinung durchzusetzen. Ein Problem, was viele Frauen auch heute noch haben. Erst einmal seinen eigenen Platz im Leben bzw. seinen eigenen Weg zu finden und nicht das tun was andere von einem erwarten.
Vor allem hat das Buch in mir den Wunsch geweckt, mehr über Karen Blixen zu erfahren. Denn ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch kein Buch dieser interessanten Schriftstellerin gelesen habe.
"Ein dänischer Winter" ist ein wundervolles, kluges, aber auch, in gewisser Weise, feministisches Werk. Eine herzerwärmende und inspirierende Lektüre für alle Frauen.
Etwas kitschig, aber da ich ein großer Dänemark Fan bin, absolut eine angenehme Lektüre! Und man sieht, dass die Autorin ihre Recherchen in dem Roman einbeziehen wollte, aber ist ja auch fair.