Die Zwillinge Emma und Alice werden 1945 auf der Flucht aus Ostpreußen getrennt. Beide glauben, die andere hätte nicht überlebt. Emma wächst in Westberlin auf, Alice in einem Heim in der DDR. Erst zwölf Jahre später finden sie sich überraschend wieder. Durch Alice lernt Emma den Ost-Berliner Physiker Julius Laakmann kennen. Als Julius Zeuge einer Entführung wird, gerät er zwischen die Fronten der Geheimdienste. Dann verschwindet Alice spurlos. Zu spät erkennt Emma, welcher drohenden Gefahr sie und ihre Schwester gegenüberstehen. Währenddessen erreicht der Kalte Krieg einen neuen Höhepunkt – Berlin soll für immer geteilt werden ... Der Bestseller endlich im TaschenbuchBerlin, Ende der 1950er-Jahre kurz vorm Zwei Schwestern kämpfen um ihre FreiheitFür alle Leserinnen von Annette Hess, Anne Gesthuysen und Carmen KornClaire Winter steht für »spannende und emotionale Fiktion und detailgenau recherchierte wahre Geschichte« (WDR 4-Bücher)
Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben, und ihrer Fantasie dann freien Lauf zu lassen. Claire Winters Romane finden sich regelmäßig auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste, zuletzt vertreten mit »Kinder ihrer Zeit«, die spannende Geschichte um die Schwestern Alice und Emma im Berlin der 60er-Jahre wird nun fortgesetzt. Die Autorin lebt in Berlin.
Ein gelungenes, spannendes und informatives Stück deutscher Zeitgeschichte!
Der zweite Weltkrieg zwingt die Zwillingsschwestern Alice und Emma mit ihrer Mutter auf die Flucht vor den vorrückenden Russischen Truppen. Doch die Familie wird getrennt....Emma kann mit ihrer Mutter nach West Berlin entkommen...doch Alice gilt als vermisst.
Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven...was den Roman für mich besonders interessant machte. Tief angelegte Charaktere, gut ausgearbeitete historische Zusammenhänge und ein temporeicher Spannungsaufbau machen diesen Roman zu einem meiner Highlights in diesem Lesejahr!
„Kinder ihrer Zeit“ ist für mich der zweite Roman von Claire Winter, auch wenn sie „Die Favoritin des Königs,“ als Claudia Ziegler veröffentlich hat und es schon viele Jahr her ist, dass ich dieses Buch gelesen hatte. Der auf dem rückwärtigen Cover abgedruckte Inhalt zu „Kinder ihrer Zeit“ hat mich neugierig gemacht. Allerdings verrät dieser Text im Endeffekt zu viel, vor allem auch Dinge, die erst 150 Seiten vor dem Ende passieren und auf die ich gewartet habe … und dann konnte ich einen bestimmten Satz des Klappentextes noch nicht mal wirklich nachvollziehen.
Ich will es gleich zu Beginn meine Rezension sagen: Das Buch hat mich leider nicht überzeugen können – wobei der Einstieg wirklich viel versprechend war. Der Prolog macht neugierig – auch wenn erst gegen Ende aufgelöst wird, was es damit auf sich hat. Und auch die Flucht von Rosa und ihren beiden Zwillingsmädchen aus Ostpreußen war spannend und vor allem ergreifend – da Alice von Mutter und Schwester getrennt wird. Während Emma bei der Mutter in West-Berlin aufwächst, wird Alice zunächst von dem russischen Offizier Sergej gerettet, wächst dann aber in Heimen bei Königsberg und später in der DDR auf. Viele Jahre dachten die Zwillinge über die jeweils andere, dass sie die Flucht nicht überlebt hätte. Als sie sich 12 Jahre später in Berlin wieder begegnen, tritt der Unterschied in der westlichen bzw. kommunistischen Prägung deutlich zu tage und es dauert lange, bis die alte Vertrautheit wieder aufflackert.
Dass ich persönlich von dem Buch enttäuscht war, lag sicherlich an den hohen Erwartungen, die ich zugegebenermaßen hatte. Ich hatte mich auf einen Roman über Zwillingsschwestern gefreut, die die Teilung Berlins und den Kalten Krieg hautnah miterleben und durch ihre Berufe und Bekannten und Freunde zwischen die Fronten der Geheimdienste geraten. Das alles verspricht der Klappentext und das habe ich auch letztlich bekommen – allerdings fehlte mir in allem die Tiefe. Einige Fragen, die ich mir beim Lesen gestellt habe, werden nicht oder klar genug aufgelöst und der politische Hintergrund wird mir persönlich nicht tief genug beleuchtet, gut genug erklärt. Die Zeitsprünge, die die Autorin macht, sind mir teilweise zu groß oder aber es ist genau die Zeit, die sie ausspart, die mich brennend interessiert hätte. Auch wenn sich der Schreibstil der Autorin an sich sehr gut und flüssig lesen lässt, so finde ich leider, dass das Buch lange Zeit – an die 300 Seiten - vor sich hin dümpelt, es passiert zwar schon einiges, aber es ist nicht spannend, bleibt nicht hängen. Und dann kommt es zum rasanten Showdown, der mir aber in allen Punkten zu extrem und einfach nur noch Drama, Drama, Drama. Es gibt die ein oder andere Stelle, wo ich das Buch einfach nur noch in die Tonne kloppen wollte und ich war selbst 15 Seiten vor Schluss noch nicht sicher, ob ich es wirklich beenden würde, so sehr habe ich mir aufgeregt.
Der größte Kritikpunkt für mich sind jedoch die Figuren des Buches. Es gibt eigentlich keine Figur, mit der ich wirklich zufrieden bin, mir fehlt die Verbindung zu den Figuren und dadurch bin ich als an sich sehr emotionale Leserin emotional überhaupt nicht involviert. Das fällt natürlich vor alle bei Emma und Alice als Protagonistinnen auf, dienen ich nie wirklich nah gekommen bin. Wichtige Nebenfiguren wie Max, Julius, und Sergej bleiben extrem blass, was gerade bei Sergej sehr schade ist, denn er hatte wirklich Potential für einen spannenden Charakter. Allerdings wird mir seine Rolle in der Geschichte nie richtig klar. Ja, man weiß was er für eine Rolle in Alice Leben spielt, aber was spielt er für eine Rolle für Russland und warum wird er nie so richtig ins Rampenlicht gerückt, obwohl er eigentlich konstant da ist? Dann wiederum gibt es Randfiguren, die in einem eigenen Kapitel schon nahezu künstlich ins Rampenlicht gestellt werden um anschließend nur noch 2-3 Mal erwähnt zu werden. Das wirkte auf mich wirklich sehr gewollt. Und von dem Antagonisten will ich gar nicht erst reden, denn der war ja einfach nur abgrundtief böse und viel zu extrem gezeichnet.
Ich möchte nochmal betonen, dass das hier meine ganz persönliche Meinung zu dem Buch ist und anhand der guten Bewertungen, die die Autorin für ihre Bücher bekommt scheine ich auch mit meiner Meinung eher zu den wenigen Ausnahmen zu gehören, die mit dem Buch nicht viel anfangen konnten. Da ich allerdings meine Rezension zu „Die Favoritin des Königs“ wieder gefunden habe und sich da die Kritikpunkte ähnlich – wenn auch nicht so extrem – herauslesen lassen, weiß ich nun, dass ich von der Autorin nichts mehr lesen werde. Mein Geschmack hat sich in den letzten Jahren sehr geändert und Kritikpunkte, die mir früher schon aufgefallen sind, fallen heute mehr ins Gewicht. Wobei ich auch weiß, dass ich eine emotionale Leserin bin und mich meine Meinung reinsteigern kann – weshalb es wohl besser gewesen wäre, wenn ich das Buch abgebrochen hätte
Emma und Alice. Zwillinge und doch sowas von unterschiedlich....
Das Buch beginnt enorm spannend. Emma und Alice sind mit ihrer Mutter auf der Flucht. So der Einstieg in das Buch und natürlich zieht der rote Faden Krieg sich durch das ganze Buch.
Ich kann gar nicht wirklich viel schreiben ohne zu spoilern. Emma und Alice werden getrennt und lernen sich später komplett neu kennen. Beide mit unterschiedlichen Leben und unterschiedlichen Meinungen. Dennoch irgendwo unzertrennlich. Mehr möchte ich zum direkten Inhalt gar nicht schreiben. Hauptsächlich dreht sich alles um den kalten Krieg und was dieser mit dem Leben der Zwillinge und ihren Bekannten macht. Verrat, Betrug und Misstrauen sind jeden Tag allgegenwärtig und ich war mitunter wirklich geschockt und tief betroffen. Die Autorin hat wunderbar tiefgründig recherchiert und die Geschichte kam absolut authentisch, spannend und glaubhaft rüber. Ich hätte noch viele Seiten länger lesen können.
Die Zwillinge Emma und Alice werden auf der Flucht vor der roten Armee getrennt und treffen sich erst als junge Erwachsene wieder. Im geteilten Berlin wachsen sie in den zwei Systemen auf und müssen sich behaupten.
Eine gelungene Geschichte über das Leben im geteilten Berlin der Nachkriegszeit mit interessanten Protagonisten
Zu Beginn konnte mich das Buch für sich einnehmen, ich habe mit den beiden Mädchen und ihrer Mutter mitgefiebert. Dann wich diese Spannung einer ruhigeren Erzählweise, an die ich mich erst gewöhnen musste.
Der Leser taucht tief in diese Zeit und das Leben ein, die die Teilung der Stadt mit sich gebracht haben. In die Beziehungen und Herausforderungen, die ganz andere sind und die ich mir kaum vorstellen kann. Die Figuren sind klar gezeichnet und bei Emma aus Westberlin konnte ich mitfühlen und die Handlungen nachvollziehen. Das System im Osten hinterlässt bei mir immer eine gewisse Fassungslosigkeit.
Für mich ist es das erste Buch von Claire Winter und es wird nicht das letzte gewesen sein. Rundum ist dieses Buch eine interessante Geschichte, die ich gerne gelesen habe und die auch den historischen Hintergrund nicht außer Acht lässt
Ein erstes Highlight in diesem noch jungen Lesejahr. Ein Stück Zeitgeschichte das genauso passiert ist, wenn auch manche Figuren fiktiv sind. Spannend wie ein Thriller, lässt es die Lesenden in eine Welt eintauchen die gut recherchiert ist und immer zu uns gehören wird.
Kurz bevor die Russen einfallen flieht Rosa Lichtenberg mit ihren Zwillingen Emma und Alice aus Ostpreußen. Hätte sie sich früher auf den Weg machen sollen? Mit Glück finden die drei eine Zuflucht als Alice Fieber bekommt. Während Rosa mit Emma Proviant besorgend will, suchen die russischen Befreier das Dorf heim. Es sieht so aus als habe keiner überlebt. Besonders Rosa ist untröstlich. Gemeinsam mit Emma versucht sie sich in West-Berlin ein neues Leben aufzubauen. Überraschend treffen sich Alice und Emma zwölf Jahre später wieder. Sie lebten nicht weit voneinander entfernt. Die eine in West-Berlin, die andere in Ost-Berlin. In den 1950er Jahren stellte dies noch kein großes Problem dar, denn sie konnten jederzeit in den anderen Teil der Stadt kommen.
Ein besonderes Deutsch-Deutsches Schicksal erleiden die Zwillinge Emma und Alice. Während Emma im Westen Freunde findet und doch früh den Verlust ihrer Mutter beklagen muss, ist Alice im Osten zurückhaltender doch gleichzeitig zwar im sozialistischen Staat eingebunden, aber irgendwie freier. Ihr Retter und väterlicher Freund Sergej beschützt sie so gut er kann. Da zieht es Emma in die weitere Welt, denn in ihrem Beruf als Übersetzerin und Dolmetscherin ist sie gefragt, unter anderem auch bei den Amerikanern. Durch Alice lernt Emma den Wissenschaftler Julius Laakmann kennen. Die beiden verlieben sich. Jedoch, kann ihre Liebe eine Chance haben, vor den sich auftürmenden politischen Unstimmigkeiten zwischen Ost und West?
Die Geschichte der Zwillingsschwestern Emma und Alice hält einen beim Lesen gefangen. Der Beginn des kalten Krieges, der Kampf um die Vorherrschaft in Berlin, der nicht abreißende Flüchtlingsstrom von Ost nach West, dazu die verschiedenen Geheimdienst, die die Geschicke der jeweils anderen nach ihrem Gutdünken lenken wollen. Gerade heute, wo wieder ein hoffentlich kalter Krieg hereingebrochen ist, liest man den Roman mit noch größerem Interesse. Die Zeitsprünge sind wohl notwendig, um die Story voranzubringen, sie müssen einem nicht unbedingt liegen. Ebenso wie die politische Erzählung überzeugt auch die Darstellung der persönlichen Lebensumstände von Emma und Alice. Ihre sehr unterschiedlichen Wege führen sie doch wieder zusammen. Dieser fesselnde zeitgeschichtliche Roman gibt einen sowohl berührenden als auch informativen Einblick in eine Zeit, die wir überwunden glaubten und mit der wir uns wohl wieder beschäftigen müssen.
Genial! Super recherchiert, voll Menschlichkeit und Wärme, aber auch die Hoffnungslosigkeit und menschliche Ohnmacht im kalten Krieg zwischen Ost und West wird in diesem Buch hervorragend dargestellt. Absolute Leseempfehlung! Das Beste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe!
Emma und Alice werden auf der Flucht 1945 aus Ostpreussen voneinender getrennt. Jahre später treffen sie sich in Berlin wieder. Doch Alice lebt im Osten der Stadt und ist eine überzeugte Sozialistin, wohingegen Emma mit dem System nicht viel anfangen kann. Nicht nur dass scheint die Schwestern zu trennen, auch die Weltgeschichte nimmt Einfluß auf ihr Schicksal.
Claire Winter gelingt es mit Kinder ihrer Zeit einen historischen Spionagethriller zu schreiben, der den Leser von Anfang an in den Bann zieht. Emma und Alice geraten in die Mühlen der Spionage zwischen den Systemen des kalten Krieges. Berlin war wohl gerade in den Jahren kurz vor dem Mauerbau ein Dreh-und Angelpunkt der Ost-West-Spionage. Es wimmelte nur so vor Agenten und es gab keine Skrupel Menschen, die nützlich erschienen, mit diversen Druckmitteln dazu zu bringen Informationen weiter zu geben und Freunde zu verraten. Dabei schafft es die Autorin das Gleichgewicht zu wahren, nicht nur die Ost-Agenten sind hier die Bösen, auch im Westen läuft einiges schief und schmierige Gestalten nutzen ihre Chance auf persönliche Rache.
Ich war sehr gefesselt von diesem Buch und habe mit den Zwillingen mitgelitten und gefiebert. Von daher kann ich das Buch nur empfehlen! Vor allem wenn man gut recherchierte und spannende historische Romane mag. Claire Winter hat sich hier als Garant für gute Bücher erwiesen.
Lese-Highlight! Der Zweite Weltkrieg neigt sich dem Ende zu. Die Russen überrennen Preußen. Rosa Lichtenberg ist mit ihren Zwillingstöchtern Emma und Alice auf der Flucht. Es ist Winter und Rosa kommt mit ihrem Handwagen und den Kleinkindern nur sehr langsam voran. Dann erkrankt Alice. Eine alte Bäuerin gewährt ihnen Unterschlupf, doch die Russen überfallen das Dorf und brennen alles nieder. Alice und Emma werden getrennt und leben fortan im Glauben, dass die andere Schwester nicht überlebt hat....
Berlin war, wie auch unsere österreichische Hauptstadt Wien, in vier Sektoren aufgeteilt: Franzosen, Engländer, Russen und Amerikaner teilten sich diese auf. Ostberlin wurde von der Sowjetunion kontrolliert und während es anfangs noch möglich war zwischen Ost- und West-Berlin zu reisen, wurde die Grenze von der Ostseite her eines Tages geschlossen. Familien und Paare wurden auseinandergerissen - unglaubliches Leid und der Mauerbau im August 1961 waren die Folge. Claire Winter erzählt die Geschichte von Emma und Alice bis zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Mauerbau. Während Rosa und Emma in West-Berlin Zuflucht finden, wird Alice von einem russischen Soldaten gerettet und wächst im Waisenhaus auf. Sie lernen zwei völlig unterschiedliche Systemen kennen und sind in diesen stark verwurzelt. Als Alice zufällig herausfindet, dass ihre Mutter und Emma den Überfall der Russen damals überlebt haben und heute in Westberlin wohnen, versucht sie Kontakt aufzunehmen. Sie findet tatsächlich Emma, doch schon bald merken die Zwillinge, dass sie sehr unterschiedliche Lebensweisen haben. Jede lebt ihr eigene Ideologie und denkt sie wäre im besseren System aufgewachsen. So kommt es immer wieder zu Konflikten und Missverständnissen. Alice schwankt zwischen der Liebe zu ihrer Schwester und der Pflicht gegenüber dem DDR-Regime, das sie immer mehr unter Druck setzt. Emma möchte vorallem, dass Alice nach West-Berlin kommt. Durch sie lernt sie den ostdeutschen Physiker Julius kennen und lieben. Bald geraten alle drei in den Fokus der Geheimdienste und finden sich den perfiden Machtspielen der Besatzungsmächte ausgesetzt. Verrat, Betrug und Misstrauen sind tägliche Begleiter. Als erste Gerüchte über einen Mauerbau auftauchen spitzt sich die Lage immer mehr zu...
Die Geschichte ist wahnsinnig spannend und spiegelt das Schicksal vieler Menschen, die zu dieser Zeit in Berlin und Ostdeutschland gelebt haben, wieder. Claire Winter versteht es großartig alle Sichtweisen so darzustellen, dass man sich selbst beim Lesen wie in einem Strudel der Machenschaften fühlt. Die Figuren sind authentisch und sehr lebendig dargestellt. Man erkennt, wie blind die jungen Frauen in die Falle tappen und man bangt die ganzen 576 Seiten um ihr Leben. Der Beginn des Kalten Krieges und der Spionage aller vier Besatzungsmächte ausgesetzt, erleben die Menschen schicksalshafte Zeiten in Berlin. Inmitten dieses Chaoses versuchen Emma und Alice an ihre frühere Verbundenheit anzuknüpfen. Doch das gelingt nur schwer...
Claire Winter hat hervorragend recherchiert und die Stimmung der Nachkriegszeit sehr gut eingefangen. Ich habe mit Emma und Alice gebangt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Wieder eine absolute Lese-Empfehlung!
Schreibstil: Ich liebe den Schreibstil der Autorin. Immer wieder bin ich gefangen in ihren Romanen. Sie schreibt bildgewaltig und fesselnd. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht verschiedener Charaktere erzählt. Die dazugehörigen Namen findet man am Kapitelanfang. Man spürt die Zerissenheit der Figuren und die oftmals auswegslose Situation.
Am Ende des Buches erklärt die Autorin über Wahreit und Fiktion auf. Auf der Klappe des Covers beantwortet Claire Winter noch drei Fragen zu ihrem Roman. Auf der Innenseite des Hardcovers findet man eine Karte von Europa nach der Teilung Deutschlands....eine Karte, die auch ich im Schulunterricht vor mir hatte.
Fazit: Wieder ein absolutes Highlight und ein Buch, das von mir den "Lieblingsbuch-Status" erhält. Es hat mich von der ersten bis zu letzten Seite begeistert. Ein spannendes Stück deutsch-deutscher Zeitgeschichte, grandios und fesselnd erzählt. Ich bin einfach nur begeistert von den Büchern der Autorin. Auch hier gibt es wieder eine große Lese-Empfehlung!
Der Inhalt: Das Buch gliedert sich in insgesamt 8 Abschnitte, beginnend im Jahr 1945 endet es schließlich im Jahr 1961. Im Vordergrund stehen die Zwillinge Emma und Alice welche im Jahr 1945, auf der Flucht aus Ostpreußen voneinander getrennt werden. Während Emma und ihre Mutter nach dem Krieg in Westberlin ein neues Leben aufbauen, lebt Alice gar nicht weit entfernt in Ost-Berlin. Durch eine mysteriöse Begegnung, erhält Emma das Gefühl, dass Alice noch leben könnte und möchte Nachforschungen darüber anstellen, da sie jedoch minderjährig ist, hat sie dazu keine Befugnis und ihre Mutter Rosa hat nach vielen Jahren die Hoffnung aufgegeben und den Tod ihrer Tochter augenscheinlich schweren Herzens akzeptiert. Zwölf Jahre nach der Trennung finden sich Emma und Alice schließlich doch wieder, viel ist in dieser Zeit passiert und Emma ist froh, einen Teil ihrer Familie wieder in ihrem Leben zu haben. Mit Alice tritt der sympathische und gut aussehende Julius Laakmann in Emmas Leben und gerade als sie denkt, es geht bergauf und ihr Leben wendet sich der guten Seite zu verschwindet Alice spurlos. Auch die Beziehung zu Julius steht unter keinem guten Stern und so trennen sich sein und Emmas Weg wieder. Triff getroffen gibt Emma sich zunächst ihren Schmerz hin, bis sie erkennt dass Alices Verschwinden und die Trennung von Julius kein Zufall sein können und sie allesamt in Gefahr sind, sollten sich ihre Wege wieder kreuzen. In all den Jahren wird Emma von Max Weiß begleitet, mit dem sie eine gute Freundschaft seit ihrer Jugendjahre pflegt.
Meine Meinung: Vorab möchte ich erwähnen, dass dies das erste Buch der Autorin war, welches ich gelesen habe und es wird sicherlich nicht das letzte gewesen sein.
Bereits mit dem Prolog, der eher nach einem Krimi klingt, hat mich dieses Buch direkt in seinen Bann gezogen. Im weiteren Verlauf kommt es auch immer mal wieder zu kleineren Cliffhängern an manchen Enden eines Kapitels, was das Buch durchweg spannend machte und somit eine sehr gute Mischung aus einem historischen Roman gemischt mit Krimi- und Spionageanteilen ergibt. Der Schreibstil der Autorin war dabei stets flüssig und ließ sich gut verständlich und einfach lesen.
Zu Beginn wird das Buch aus der Sicht von Rosa, der Mutter von Alice und Emma erzählt. Im weiteren Verlauf überwiegen dann der Anteil aus Emmas und Alices Sicht. Das ein oder andere Kapitel wird aber auch mal aus der Sicht von Max Weiß oder Julius Laakmann sowie wenigen anderen erzählt. Somit ergibt sich am Ende des Buches ein guter Rundumblick, der alle Situationen des Kalten Krieges, des Ost-West-Konflikts und der Arbeit der verschiedenen Geheimdienste beleuchtet. Die handelnden Protagonisten sind durch die Autorin fiktiv mit ihrem Namen und ihrer persönlichen Lebensgeschichte erschaffen worden, jedoch hat die Autorin hier großartige Recherchearbeit zur Vergangenheit geleistet, sodass sich Fiktion mit Realität sehr gut ineinander verwebten. Man erfährt auch einiges über die Protagonisten, immerhin begleitet man sie über eine sehr lange Zeitspanne und doch hatte ich als Leser das Gefühl, dass sie dennoch ihre Geheimnisse für sich hatten.
Insgesamt passieren in diesem Buch so viele Dinge parallel zueinander, das man meinen könnte, schnell den Faden zu verlieren, überraschenderweise ist dies hier aber nicht der Fall. Viel mehr hatte ich das Gefühl als würde das Buch wie ein Film vor mir ablaufen und die einzelnen Bilder sich immer mehr zu einem Gesamtbild zusammenfügen. In Gedanken daran, dass dieses Buch auf wahren Begebenheiten beruht und dies tatsächlich die Geschichte unseres Landes ist wurde ich an der ein oder anderen Stelle auch echt traurig und nachdenklich gestimmt, insbesondere als Julius Laakmann aus der DDR flüchten wollte und am Ende doch wieder dahin zurückkehrt, dabei erfährt man als Leser erst viel später in dem Buch wie es dazu kam, was zunächst auch Raum für Spekulationen lässt.
Das Cover ist meiner Meinung nach ansprechend gestaltet, im Vordergrund sollen hier denke ich die farbig gekleideten Personen, welche auf dem Cover zu sehen sind, stehen, denn der Rest des bräunlich gefärbt. Ich persönlich denke, dass es sich bei den Personen auf dem Cover um Emma und Julius handeln könnte, kann aber natürlich auch vollkommen falsch liegen. Die Soldaten links der Mauer machen direkt deutlich in welcher Zeit das Buch spielt, noch bevor man den Klappentext überhaupt gelesen hat. Der Klappentext an sich ist ansprechend geschrieben und gibt zwar bereits bekannt, dass sich die Schwestern wiederfinden werden, lässt jedoch viele Dinge, die im Buch geschehen unerwähnt. Mich persönlich hat dies allerdings nicht gestört, denn dafür passiert auch einfach zu viel auf über 500 Seiten.
Fazit: Zunächst etwas persönliches: Seit vielen Jahren interessiere ich mich für deutsch-deutsche Geschichte und habe in Berlin selbst schon viele Stellen (Berliner Mauer, Bernauer Straße, Notaufnahmelager Marienfelde etc.) besichtigt. Daher war dieses Buch ein absolutes Lesehighlight für mich, denn egal wie viele Bücher es schon über diesen Konflikt und mit dem Kern der Geschichte gibt, so erschafft jeder Autor für mich nochmal eine neue Welt mit seinem jeweiligen Buch. Daher kann ich hier eine eindeutige Leseempfehlung an all jene aussprechen die Fans von historischen Romanen sind. Nebenbei erwähnt hat die Autorin am Ende des Buches ihre Quellennachweise angegeben und mich somit noch auf das ein oder andere Buch aufmerksam gemacht.
Kinder ihrer Zeit, spielt im noch nicht geteilten Berlin der 1950er Jahre. Es sind die Zwillinge Alice und Emma, die hier die Hauptakteure sind. Die Mädchen waren kurz vor Kriegsende mit ihrer Mutter aus Ostpreußen auf der Flucht, als sie auf gemeine Weise getrennt wurden. Beide glaubten voneinander, dass die Andere Tod und verloren sei. Dabei hatte Emma das Glück, bei ihrer Mutter zu sein und ein Leben im westdeutschen Berlin zu führen. Ihre Schwester Alice wurde von einem russischen Major gerettet. Sie fand in dem noch nicht geteilten Berlin, auf der Ostseite und in verschiedenen Heimen, wo sie den Sozialismus gepredigt bekam, eine Heimat. Emma wollte nicht glauben, dass es ihre Schwester nicht mehr gab. Hoffnungsvoll füllte sie eine Suchmeldung des Roten Kreuzes aus. Aber als ihre Mutter mitbekam, was Emma gemacht hatte, wurde sie sehr böse und zerriss den Brief der Hilfsorganisation. Sie glaubte nur an den Tod ihrer Tochter. Auch Alice erfährt auf Umwegen, von der Suche nach ihr. Die Mauer in der Stadt Berlin ist noch nicht gebaut und die Menschen können ohne große Schwierigkeiten immer noch die Seiten wechseln. Sie macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester und wird fündig. Das Buch ist in mehrere große Kapitel unterteilt. Anfangs begleitet man die Mädchen auf ihrer Flucht und durch ihre Kindertage. Aber schnell landet man in der Zeit, die vor dem Mauerbau in Berlin spielt. Die verschiedenen Gesinnungen dieser Zeit spielen eine enorme Rolle. Aber es sind nicht nur die beiden Mädchen, die zur Sprache kommen. Da ist zum Beispiel der Forscher Julius, der eine besondere Rolle im Leben von Emma bekommt. Auch Max, Emmas bester Freund ist eine interessante Figur. Er engagiert sich viel in den Flüchtlingslagern Westberlins. Er bekommt ein Angebot, dass ihn dann in Zweifel stürzt, ob sein System das Richtige ist. Dann ist da noch Irma, eine alte Freundin aus dem Heim, in dem Alice groß geworden ist. Sie hat was zu verbergen. Und noch so Einige andere Personen, die immer wieder Zweifel an der Zukunft haben. Claire Winter hat es gut gemacht. Sie verstrickt die verschiedenen Figuren miteinander, zu einem völlig mitreißenden Roman über eine Zeit, die voller Zweifel und Misstrauen besteht. Wer kann wem trauen und wer ist wirklich dein Freund? Die Autorin schreibt nicht geschnörkelt und doch hat die Geschichte immer noch Platz für ein wenig Schmalz Liebe. Ihre Geschichte ist eine Mischung aus Fiktion und Wirklichkeit. Am Ende konnte ich das 573 Seiten starke Buch nicht aus der Hand legen und musste wissen, wie es ausgehen wird. Die Spannung lässt fast auf keiner Seite nach. Ein gelungener, spannender Roman. Als (West-)Berlinerin bin ich besonders angetan, dass sich die Orte in dem Roman mit der Realität decken. Sehr wissenswerte Dinge sind in einem besonders unterhaltsamen Roman untergebracht. Claire Winter führt am Ende eine Menge interessante Literatur auf, die noch Einblick in die damalige (Spionage-)Zeit bringen kann.
Dieser packende Pageturner der Spiegel-Bestsellerautorin Claire Winter beginnt im Jahr 1945 in Ostpreußen. Die Zwillinge Emma und Alice fliehen mit ihrer Mutter in einer eiskalten Winternacht. Unterwegs werden sie jedoch durch tragische Umstände getrennt. Emma baut sich in West-Berlin mit ihrer Mutter ein neues Leben auf und Alice verbringt die meiste Zeit ihrer Kindheit in Brandenburg in einem Kinderheim. Lang zwölf Jahre dauert es, bis sich die beiden überraschend wieder begegnen. Durch Alice lernt Emma den Ost-Berliner Physiker Julius Laakmann kennen. Als Julius Zeuge einer Entführung wird, gerät er zwischen die Fronten der Geheimdienste. Plötzlich verschwindet auch noch Alice spurlos. Zu spät erkennt Emma, welcher drohenden Gefahr sie und ihre Schwester gegenüberstehen. Währenddessen erreicht der Kalte Krieg einen neuen Höhepunkt – Berlin soll geteilt werden…. Wow! Noch jetzt nach Beendigung dieses gigantischen Romans habe ich Gänsehautfeeling. Und dieses hat mich fast währende des ganzen Lesens begleitet. Die Autorin bringt uns längst vergangene Geschichte, die toll recherchiert ist, wieder nah. Vor meinem inneren Auge läuft alles wie ein Film ab. Ich sehe die endlosen langen Flüchtlingstracks aus Ostpreußen, das ganze Elend und die Tragödien, die sich während dieser Flucht abgespielt haben. All die Menschen wollten ein besseres Leben. Auf solch eine Reise hat sich Emma und Alice, die damals 11 Jahre alt waren mit ihrer Mutter begeben. Aber mit dem schrecklichen Ende dieser Reise hat niemand gerechnet. Die Autorin hat einen herausragenden Schreibstil, die Charaktere sind alle so toll beschrieben, ich sehe jeden Einzelnen direkt vor mir. Und dann das Leben von Emma und Alice, ihre Entwicklung zu Frauen, die in unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Welten aufwuchsen, prallen dann aufeinander. Schließlich tauchen wir noch in den Kalten Krieg und die Welt der Geheimdienste ein. Unglaublich was sich hier alles abgespielt hat. Ich stehe beim Lesen dieser gefühlvollen Geschichte ständig unter Strom, die Spannung steigt nämlich von Seite zu Seite. Man kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Es ist wirklich hochinteressant. Ein absolutes Lesehighlight, das mich von der ersten bis zur letzten Seite total begeistert hat. Und die Geschichte beschäftigt mich auch jetzt noch, nach Beendigung dieser Traumlektüre, für die ich natürlich 5 Sterne vergebe (leider können es nicht mehr sein). Das Cover passt übrigens auch ganz wunderbar.
Dieser historische Roman von Claire Winter wurde im Sommer 2020 vom Diana Verlag herausgegeben und zählt 576 Seiten.
Inhaltsangabe gemäß Homepage der Autorin:
"Die Zwillinge Emma und Alice werden 1945 auf der Flucht aus Ostpreußen getrennt. Beide glauben, die andere hätte nicht überlebt. Emma wächst in Westberlin auf, Alice in einem Heim in der DDR. Erst zwölf Jahre später finden sie sich überraschend wieder. Durch Alice lernt Emma den Ost-Berliner Physiker Julius Laakmann kennen. Als Julius Zeuge einer Entführung wird, gerät er zwischen die Fronten der Geheimdienste. Dann verschwindet Alice spurlos. Zu spät erkennt Emma, welcher drohenden Gefahr sie und ihre Schwester gegenüberstehen. Währenddessen erreicht der Kalte Krieg einen neuen Höhepunkt – Berlin soll für immer geteilt werden."
Stil und meine Meinung
Die Geschichte der Zwillinge wird in Kapitel, die eine gut passende Länge haben, über mehrere Jahrzehnte hinweg erzählt. Dabei werden die Perspektiven gewechselt und man erfährt auch etwas über andere Figuren und deren Sicht auf das Geschehen. Niemals weiß man jedoch Alles, sodass es oft zu Überraschungen kommt und man auch während des Romans manchmal nicht genau weiß, was man glauben soll und wem man trauen kann. Der Erzählstil ist klar und mit Liebe zum Detail. Die Atmosphäre wird gut eingefangen durch eine nicht zu ausschweifende aber liebevolle Beschreibung des wichtigen Umfelds. Das gilt auch für die Charaktere. Diese sind vielschichtig und ihre Handlungen sind manchmal bis zum Schluss nicht klar zuzuordnen. Mit einigen Figuren hat man abwechselnd Mitleid und ist überrascht von ihren Entscheidungen. Was die Charaktere erleben und wie das sie formt wirkt dabei sehr authentisch und auch psychologisch schlüssig, was mir sehr gut gefallen hat. Es gab für mich keine Längen während des Romans, obwohl nicht alles vollgespickt ist mit Action - die Spannung ist auch so da, und diese steigert sich am Ende natürlich, wenn das Finale die Leser*innen meiner Meinung nach wie von selbst in den Bann zieht. Mir hat der Roman sehr gefallen und ich hoffe insgeheim, dass es noch weitere Geschichten mit diesen tollen Figuren gibt. Ich mag Emma und Alice sehr gerne, und Max ist ebenfalls eine Lieblingsfigur von mir.
Danke an die Autorin für das Rezi-Exemplar. Meine Meinung zu dem Buch ist ehrlich und das Lesen hat mich sehr unterhalten :)
Ich gebe 5 Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.
Kalter Krieg Rosa flüchtet mit ihren Zwillingen Emma und Alice aus Ostpreußen. Als Alice hohes Fieber bekommt finden sie Unterschlupf bei einer alten Frau auf einem Hof. Rosa geht mit Emma Lebensmittel besorgen und Alice die sehr krank ist bleibt bei der alten Frau. Als Rosa zurückkommt brennt der Hof. Die Russen haben den Hof angezündet, es gibt keine Überlebenden. Jahre später lebten Rosa und Emma in West-Berlin. Über den Tod von Alice ist keine der beiden hinweggekommen. Doch Alice lebt in Ost-Berlin, sie wurde damals von Sergej gerettet und wuchs in einem Kinderheim auf. So nahe beieinander und keiner weiß von der Existenz des anderen. Bis sie eines Tages aufeinandertreffen. „Kinder ihrer Zeit“ von Claire Winter ist ein sehr bewegender Roman der mich mehr als begeistert hat. Anhand der Zwillingsschwestern Emma und Alice wird dem Leser die Tragkraft des kalten Krieges vermittelt. Emma lebt im Westen und Alice im Osten. Sie sehen sich nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern ähneln sich auch sonst in vieler Hinsicht. Nur ihre politische Einstellung ist verschieden. Das Buch behandelt die aktuellen Themen dieser Zeit. Vor allem die Spionage auf beiden Seiten steht im Vordergrund aber auch die vielen Flüchtlinge aus dem Osten die täglich über die offene Grenze nach West-Berlin kommen. Die Angst und Unsicherheit vieler DDR Bürger, die oft nicht wussten wem die trauen konnten oder wer für die Stasi arbeitet, wie auch die Bedenken der West-Berliner, dass die DDR sich den Westteil der Stadt einverleibt werden hautnah vermittelt. An Hand der Protagonisten zeigt die Autorin das Leben in beiden Teilen des Landes auf. Die Details sind gut recherchiert. Wahre Gegebenheiten und Fiktion sind so gekonnt miteinander verflochten, dass man sie nicht zu trennen vermag. Die Protagonisten waren alle gut in Szene gesetzt und hatten alle auf der Seite wo sie standen ihren Platz inne. Natürlich hat jeder Leser seine bevorzugten Charaktere, für mich waren es natürlich die Schwestern Emma und Alice aber auch Sergej, er war mein stiller Held. „Kinder ihrer Zeit“ ist ein herausragender Roman der eine schwierige Zeit in der deutschen Geschichte behandelt. Durch den flüssigen und spannenden Schreibstil von Claire Winter ist das Buch ein echter Lesegenuss.
Hardcover mit Schutzumschlag, 576 Seiten, 13,5 x 21,5 cm ISBN: 978-3-453-29195-9 Erschienen am 27. Juli 2020 20,00 € Die Zwillinge Emma und Alice werden 1945 auf der Flucht aus Ostpreußen getrennt. Beide glauben, die andere hätte nicht überlebt. Emma wächst in Westberlin auf, Alice in einem Heim in der DDR. Erst zwölf Jahre später finden sie sich überraschend wieder. Durch Alice lernt Emma den Ost-Berliner Physiker Julius Laakmann kennen. Als Julius Zeuge einer Entführung wird, gerät er zwischen die Fronten der Geheimdienste. Dann verschwindet Alice spurlos. Zu spät erkennt Emma, welcher drohenden Gefahr sie und ihre Schwester gegenüberstehen. Währenddessen erreicht der Kalte Krieg einen neuen Höhepunkt – Berlin soll für immer geteilt werden …
Geteilte Leben – zwei Schwestern im Berlin des Kalten Krieges: der neue Roman der SPIEGEL-Bestsellerautorin Berlin, Ende der 1950er-Jahre: Die Stadt ist geprägt durch ihre offenen Grenzen, zugleich ist sie eine Hochburg der Spionage – in diesem Spannungsfeld kämpfen zwei Schwestern um ihre Freiheit. Zur Autorin
Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben, und ihrer Fantasie dann freien Lauf zu lassen. Nach »Die Schwestern von Sherwood« folgten die SPIEGEL-Bestseller» Die verbotene Zeit« und »Die geliehene Schuld«. »Kinder ihrer Zeit« ist Claire Winters vierter Roman im Diana Verlag. Die Autorin lebt in Berlin.
Meine Videorezension ist zu finden auf meinem Blog lenisveasbücherwelt.
Mein Fazit
Ich hatte mich schon sehr auf diese Neuerscheinung gefreut, da ich von der Autorin schon einmal ein Buch gelesen habe, welches mir gut gefallen hatte. Hier hat mich der Klappentext schon total begeistern können.
Alles in allem konnte mich das von der ersten bis zur letzten Seite absolut begeistern. Trotz der 576 Seiten habe ich das Buch innerhalb von 2 Tagen im Urlaub durchgesuchtet. Ich kann hier eine klare Leseempfehlung aussprechen. Von mir bekommt Die Kinder ihrer Zeit die vollen 5 Sterne.
Nachdem ich “Die geliehene Schuld“ nur so verschlungen habe, stand für mich fest, dass der neue Roman der Autorin auf jeden Fall einen Platz im Bücherregal bekommen wird. Die Thematik ist wieder einmal richtig interessant: Es geht um zwei Schwestern, Zwillinge, die während ihrer Flucht aus Ostpreußen voneinander getrennt werden. Alice wächst im Osten von Berlin auf und Emma wohnt mit der Mutter der Beiden in West-Berlin. 12 Jahre nach ihrer Trennung finden sich die beiden Schwestern überraschend wieder. Und so pendeln sie zwischen Ost- und West- Berlin hin und her um sich zu besuchen. Als ihr gemeinsamer Freund Julius Zeuge einer Entführung wird, gerät dieser in die Fronten der Geheimdienste. Als Alice dann auch noch spurlos verschwindet, ahnt Emma nicht welcher Gefahr sie und Alice gegenüberstehen. Währenddessen erreicht der Kalte Krieg seinen Höhepunkt: Berlin soll mit dem Bau der Mauer für immer geteilt werden…. Die Flucht der Familie wird absolut spannend beschrieben. Die Verzweiflung der Mutter, eines ihrer Kinder verloren zu haben, kann man als Leser wirklich spüren. Der Roman wird dann aber etwas ruhiger, in dem die unterschiedlichen Werdegänge der Schwestern beschrieben werden - Was aber keinesfalls weniger interessant ist. Beide Schwestern mochte ich auf Anhieb, wobei mir Alice etwas zu verschlossen ist, was aber auch an ihrer Kindheit ohne ihrer Familie liegt. Auch alle anderen Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet und geben der Geschichte, neben den historischen Ereignissen, noch mehr Authentizität. Der Roman ist gut recherchiert und man findet sich in den Wirrungen der Geheimdienste wieder. Erschreckend wie damals die Menschen ausspioniert und manipuliert wurden. Das Ende der Geschichte ist dann nochmal richtig spannend und temporeich und man fiebert richtig mit. Für mich war dieser Roman wirklich spannend. Man konnte als Leser wirklich die beschriebene Unruhe der Menschen, aber auch die in der damaligen Politik spüren. Die Wirrungen wie es weitergeht, die Angst vor einer endgültigen Schließung der Grenzen, die verschiedenen politischen Ansichten von Ost und West der Berliner, usw. Fakt ist: Für mich war es nicht der letzte Roman der Autorin!
Gemeinsam mit ihrer Mutter fliehen die Zwillingsschwestern Alice und Emma vor der Roten Armee. Durch einen unglücklichen Zufall wird die Familie getrennt: Emma und die Mutter müssen alleine weiter, Alice bleibt zurück. Beide Seiten nehmen an, als einzige überlebt zu haben.
Es dauert erst viele Jahre, bis Emma und Alice sich wiederfinden – sie wohnen mittlerweile in West- bzw. Ostberlin. Es gibt noch keine Mauer, doch die Spannungen zwischen den zwei Welten sind deutlich. Mit der Zeit spitzt sich die Lage für die beiden immer weiter zu, denn Emma dolmetscht u.a. für die Amerikaner*innen, Alice ist vom Kommunismus überzeugt und gerät immer tiefer in die Zwänge der Stasi.
"Kinder ihrer Zeit" behandelt ein unglaublich spannendes Thema deutscher Geschichte und verarbeitet sehr anschaulich viele historische Fakten und (beispielhaft) Schicksale.
Leider wirkt es manchmal sehr konstruiert, da es immer wieder zu unglücklichen Zufällen kommt, welche verschiedene dramatische Situationen entstehen lassen. Einige Dinge waren zudem schon vorhersehbar. Da außerdem insgesamt eine große Zeitspanne abgedeckt wird, sind immer wieder zeitliche Sprünge notwendig, wodurch man nie allzu tief in den Alltag der Charaktere eintaucht. Generell: So richtig viel empfunden habe ich für keinen der Charaktere. Während sie alle ihre jeweilige Funktion hatten, blieben sie dennoch relativ flach.
Schön fand ich, besonders in der ersten Hälfte des Buches, die zwei Perspektiven: Emma und der Kapitalismus in Westberlin, Alice und der Kommunismus in Ostberlin. Beide Frauen sind überzeugt, dass das System, in dem sie leben, das bessere ist.
Man lernt anhand der verschiedenen Charaktere sehr viel über die Schicksale der Menschen damals. Was eine absolut verrückte Zeit – und umso wichtiger, dass sie durch Bücher wie dieses nicht in Vergessenheit geraten und greifbar bleiben.
Auch wenn mich das Buch aufgrund der Chaktere und der Handlung leider nicht so ganz überzeugen konnte, ist es dank der historischen Elemente und der Spannung trotzdem unterhaltsam.
Die Zwillinge Alice und Emma werden 1945 auf der Flucht aus Ostpreußen getrennt. Jede glaubt von der anderen, sie hätte nicht überlebt. Doch dann treffen sie sich nach 12 Jahren wieder. Beide haben sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt, Emma lebt in West-Berlin, Alice in Ost-Berlin.
Durch Alice lernt Emma den Physiker Julius Laakmann kennen, der zwischen die Fronten der Geheimdienste gerät. Doch dann verschwindet Alice spurlos und Emma erkennt, in welcher Gefahr sie beide schweben ...
Wow, was für eine Geschichte. Hier hat mir Claire Winter aufs Neue bewiesen, warum sie eine meiner Lieblingsautorinnen ist.
Sie versteht es wunderbar, geschichtliches und fiktives miteinander zu verbinden und hat mich mit all meinen Emotionen an der Geschichte teilhaben lassen.
Ich konnte mit Emma und Alice richtig mitleiden und mitfiebern.
Die Geschichte ist so vielschichtig, wir erleben den kalten Krieg bis hin zum Mauerbau. Es geht um Spionage, gefühlt bespitzelt jeder jeden und keiner weiß, wem er noch vertrauen kann. Wir erleben gewaltsame Entführungen der Flüchtlinge.
Ich war von Anfang an in der Geschichte drin, Claire Winter schreibt sehr eindringlich und mitreissend. Es wird abwechselnd zwischen den Protagonisten erzählt, was für eine unglaubliche Spannung sorgt, die sich bis zum Schluß hin ins unermessliche steigert und mich oftmals die Luft anhalten lies.
Ich kenne und liebe alle Geschichten der Autorin, aber mit Kinder ihrer Zeit hat sie sich meiner Meinung nach nochmals selbst übertroffen und für mich ist es ihr bester Roman, der es auch auf meine Jahresbestenliste geschafft hat.
Für dieses Meisterwerk, welches mich alles um mich herum vergessen lies, würde ich gerne 10 Sterne vergeben und eine unbedingte Leseempfehlung,
Die Zwillinge Emma und Alice werden auf der Flucht aus Ostpreußen getrennt. Erst Jahre später treffen sie sich Berlin wieder. Alice ist in Ostdeutschland in Kinderheimen aufgewachsen und fühlt sich dem sozialistischen Staat verpflichtet, während Emma gemeinsam mit der inzwischen verstorbenen Mutter im Westen der Stadt lebte.
Zu dieser dramatischen Familiengeschichte kommt nun ein Spionagethriller hinzu, da beide durch ihr Umfeld mit den jeweiligen Besatzungsmächten vertraut sind. Alice verdankt dem russischen Offizier Sergej ihre Rettung in Ostpreußen und Emma hat in Major Carter einen frühen Förderer ihres Sprachtalents gefunden und ihr Schulfreund Max arbeitet für eine Organisation, die Flüchtlinge aus der DDR unterstützt.
Die ganze Situation spitzt sich noch zu, als Emma sich in den ostdeutschen Physiker Julius verliebt.
Durch häufige Perspektivwechsel, die dem Leser einen kleinen Wissensvorsprung vor den Figuren des Romans ermöglichen, wird die Spannung zusätzlich erhöht. Der Roman ist sehr gut recherchiert und schildert detailgetreu das Leben in der geteilten Stadt Berlin vom Ende des Weltkriegs bis zum Mauerbau. Auch die Nebenfiguren werden mit starken Eigenheiten gezeichnet, so dass man als Leser kein Namensregister benötigt.
Absolute Leseempfehlung für diese gelungen Mischung aus Spionagethriller, Familiensaga und Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Kalten Krieges.
Das Cover finde ich recht schön gestaltetworden. Es zeigt eine Stadt zu Kriegszeiten und nur der Mann und die Frau sind in Farbe, der Rest ist ziemlich trist.
Der Klappentext gefällt mir sehr gut und passt sehr gut zu dem Inhalt des Buches.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut, da er mir half, gut in die Geschichte hinein zukommen.
Man muss nicht unbedingt in Geschichte aufgepasst haben, um zu wissen, daß es die Berliner Mauer gab. Ein Teil steht ja noch als Wahrzeichen.
Ich finde es sehr gut geschrieben, wie das Thema in dem Buch umgesetzt wurde.
Emma und Alice sind die Hauptprotagonisten. Sie sind sehr sympathisch. Beide hatten ihren eigenen Weg beschritten und treffen sich nach zwölf Jahren wieder. Beide sind sehr Unterschiedlich, da sie unterschiedlich aufgewachsen sind, die eine in Heimen, die andere bei der Mutter. Da ist es nicht immer einfach zusammen zu finden.
Max und Julius stehen den Frauen zur Seite. Auch zwei schön ausgearbeitete Charaktere.
Der Perspektivenwechsel ist recht gut gewählt. Es gibt insgesamt 10 Stück davon, über dem Kapitel steht immer, wer gerade erzählt.
Die Geschichte ist gut strukturiert und auch ziemlich spannend. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht sie zu lesen.
Hörbuch This is the 2nd book by Claire Winter that I've read. It took a little while to get into it, but it turned out to be an interesting, exciting story about the time in East/West Berlin from the end of WW2 to right upp to when the wall was built. It's about twin sisters who get separated, one to be taken care of by a Russian soldier in the East and Emma and her mother who managed to get to West Berlin. It's about family, love, espionage...a great read
Die Zwillinge Emma und Alice werden 1945 auf der Flucht aus Ostpreußen getrennt. Beide glauben, die andere hätte nicht überlebt. Emma wächst in Westberlin auf, Alice in einem Heim in der DDR. Erst zwölf Jahre später finden sie sich überraschend wieder. Durch Alice lernt Emma den Ost-Berliner Physiker Julius Laakmann kennen. Als Julius Zeuge einer Entführung wird, gerät er zwischen die Fronten der Geheimdienste. Dann verschwindet Alice spurlos. Zu spät erkennt Emma, welcher drohenden Gefahr sie und ihre Schwester gegenüberstehen. Währenddessen erreicht der Kalte Krieg einen neuen Höhepunkt – Berlin soll für immer geteilt werden ...
Als erstes möchte ich sagen, dass mir dieses Buch gut gefallen hat. Der Schreibstil ist flüssig, die Charaktere liebenswert und die Geschichte spannend.
Dennoch 3 kleine Punkte, die mich etwas gestört haben:
1. An manchen Stellen wurde sich wiederholt. Die Figuren haben gesprochen, als hätten wir als Leser nicht schon alles gewusst, was sie gerade erzählen. Realistisch ist das zwar, aber erzähltechnisch doch eher suboptimal.
2. Die Figuren haben teilweise sehr lange gebraucht, um gegebene Rätsel zu lösen, die eigentlich mehr oder weniger offensichtlich waren.
3. Der Klappentext spoilert einen Großteil der Geschichte. Erst ca. 100 Seiten vor Schluss (in einem Buch, dass fast 6x so lang ist...) verschwindet tatsächlich, wie hinten angegeben, Alice.
Insgesamt aber trotzdem, wie auch schon oben erwähnt, ein schönes Buch, dass ich weiterempfehlen würde:)!
Spannendes Setting, aber die Figuren bleiben bis zum Ende recht blass. Mit keinem konnte ich richtig mitfühlen. Absolut verschenktes Potential, denn besonders Sergej wäre stark ausbaufähig gewesen. Die verschiedenen Handlungsstränge, Zeitsprünge und die vielen Namen machen das Buch komplex, also nichts was man über ein paar Tage mal nebenbei liest. Die zum Teil unausgewogene Spannungskurve hat mich zudem mehrmals überlegen lassen, ob ich es nicht abbreche. Bei der Stange gehalten hat mich dann vor allem das "Drumherum": Themen wie Flucht aus Ostpreußen, DDR + Mauerbau, Stasi, kalter Krieg usw.
It was so well researched and written that I could really feel the things the people thought and felt and it was sometimes really thrilling and interesting- I didn’t think that it was that hard at that time in Berlin. I liked to see the different perspectives of the different people and that they were torn apart by their own opinions and the system they lived in. To understand the differences and difficulties in the late 40s to early 60s in East and Western Berlin this book is great- and the personal stories of the characters make it even more interesting…
Sehr guter Roman um die Zeit nach dem 2.Weltkrieg, in dem eine Frau mit ihren 2 Mädchen, 6 Jahre, Zwillinge geflüchtet ist und eins ihrer Mädchen zurücklassen musste. Sie nahm an, dass sie tot unter Trümmern eines verbrannten Hauses lag. Diese wurde aber von einem russischen Offizier gerettet und in einem Heim untergebracht. Später treffen die beiden Frauen in Westberlin aufeinander, wobei eine in Westberlin und die andere in Ostberlin lebt. Spannend!
Sehr sehr gutes Buch. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Historisch, romantisch und man weiß nie, was als nächstes passiert. Möchte jetzt unbedingt mehr Bücher von Claire Winter lesen.