Alex Capus lebt in Olten in der Schweiz, der liebenswertesten Kleinstadt des Universums. Das Leben dort ist übersichtlich und friedfertig - wären da nicht die Nachbarn. Capus hat fünf Nachbarn, die alle Urs heißen. Eigentlich sind es sogar sechs, aber einer will nicht, dass man über ihn schreibt. An milden Sommerabenden trifft Capus sich mit ihnen und lässt sich die Welt erklären. Manchmal hat Capus genug von seinen fünf Ursen. Dann kann es passieren, dass er einen Nachmittag mit Prinz Charles verbringt. Voller Humor und Feingefühl, gutmütig und gnadenlos zugleich, hält Alex Capus einer ganz gewöhnlichen Kleinstadt den Spiegel vor. Seine bezaubernden Geschichten sind getragen von einer fröhlichen Melancholie und einer unerschöpflichen Menschenkenntnis.
Ich mag Alex Capus Schreibstil sehr. Er ist so locker und unkompliziert, dadurch wird Capus jedes mal wieder zu einem besonderen Leseerlebnis. Die Kurzgeschichten waren sehr abwechslungsreich und kurzweilig. Ich musste oft schmunzeln, weil seine Beobachtungen so zutreffend waren, nicht nur für das Städchen Olten sondern allgemein für die Schweiz.
Alex Capus ist mir als Autor schon mal bei „Léon und Louise“ begegnet und ich mag diese Geschichte total und deshalb war ich froh, als der liebe Hanser Verlag mir ein Exemplar seines neuen Buches "Mein Nachbar Urs" zu Rezension überlassen hat. Vielen Dank an dieser Stelle schon mal dafür.
Alex Capus lebt also in Olten, einer Kleinstadt in der Schweiz und genau um sein Leben da dreht sich "Mein Nachbar Urs". Seine 5 Nachbarn namens Urs, die eigentlich 6 sind, aber einer verweigert das Schreiben über sich, bereichen der Leben von Alex Capus und somit auch das kleine Buch.
Die Kurzgeschichten lassen sich wirklich gut lesen und manchmal sollte man das Geschrieben etwas mit einem Augenwinkern sehen, dann werden die Geschichte rund um Olten und seine Einwohner noch lustiger.
Man erfährt viel über die Urse in Alex Capus´ Leben, aber auch über Alex Capus selbst. Man taucht praktisch ein in einen Kleinstadt, die man so vielleicht übersehen würde, aber die trotzdem voller Geschichten in ihrem kleinen Kosmos steckt.
Was mir besonders gefallen hat, war, dass es eben nicht nur um die alltäglichen Probleme der Menschen geht, sondern man auch in die Geschichte der Stadt abtaucht oder sogar mal ausserhalb von Olten Menschen aus Olten trifft. Was im Endeffekt wieder nur zeigt, wie klein die Welt sein kann.
Die Geschichten, die sie in kleinen oder kleinsten Momenten abspielen, lassen ein Blick zu, der einem sonst sicherlich verborgen bleiben würde, aber leider bleibt man etwas hungrig zurück, weil die 128 Seiten einfach zu schnell weggelesen sind.
Fazit: Ein kleines Buch über eine kleine Stadt, aber eben kein Stadtanzeiger, sondern ein Buch voller Humor und Witz, der in kleinen und kleinsten Geschichten erzählt wird Es ist ein literarischer Quickie, der einen aber etwas hungrig zurücklässt.
It is my first Capus book and it made my apetite for more. Great little stories about swissness, some better than other but all insightful and full with humor (and love for Olten😅)
Die ersten Anekdoten zu Capus' Leben in Olten umgeben von den fünf Ursen ist wirklich witzig und unterhaltsam. Wenn man aus der Schweiz stammt oder eine Weile dort gelebt hat, erkennt man vieles aus dem Alltag / der Nachbarschaft wieder und kann die Essays kichernd weglesen. Die letzten Kapitel sind dann leider weniger interessant und tun auch zum Thema "Mein Nachbar Urs" nichts mehr zur Sache.
Charming collection of essays and anecdotes about neighbours and daily life in small-town Switzerland. Some are very funnny, others provoke more of a wry smile. A bell-like clear style, with just a touch of surrealism and satire.
Unterhaltsame Geschichten und leichte Kost. War perfekt für einen Abend auf dem Balkon. An einem Stück gelesen. Schade, dass nicht alle Geschichten um die Nachbarn handelten.
So ein lustiger Anfang, ich habe richtig gut gelacht! Später im Buch wie von Capus gewohnt, flüssig erzählte Schicksale, ring lesbar, angenehm und wohltuend. "Es guets Stück us de Gschicht vo Olte und sine Lüüt".
Der unbeschweerlich und rasch lesbare Schreibstil ist nahezu ansteckend. Würden nur mehr Menschen so reden oder schreiben können, die Welt wäre kurzweiliger. Dieser Schreibstil hat aber leider auch den Nachteil, dass ich mir die eine oder andere Anekdote zu wenig verinnerlichen kann und bald wieder vergessen habe. Aber daran muss wohl eher ich arbeiten.
Ich mag Alex Capus sehr, aber diese gesammelten Kolumnen bleiben in der Summe irgendwie zu skizzenhaft. Zudem ist das Buch zumindest stellenweise überlektoriert, indem viele Schweizer Ausdrücke und Redewendungen "eingedeutscht" wurden, wodurch das Ganze zumindest für einen Schweizer Leser sehr künstlich daherkommt.