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Die Liebe in Gedanken: Die Geschichte von Boris Pasternak, Marina Zwetajewa und Rainer Maria Rilke

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Eine atemberaubende Liebesgeschichte in Briefen.

Sommer 1926: Boris Pasternaks Leben in Moskau ist bestimmt von Familiendramen und der Suche nach seiner Künstlerrolle innerhalb der UdSSR. Marina Zwetajewa lebt im Exil in Paris, streitet mit der russischen Emigrantengemeinde und macht Ferien am Meer. Rainer Maria Rilke liebt und leidet in der Schweiz. Ihr schriftlicher Gedankenaustausch entwickelt sich zu einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte zu dritt. Peter Michalzik hat die außergewöhnliche Verbindung dieser drei großen Künstlerfiguren erkundet und lässt ihre Stimmen auf faszinierende Weise hörbar werden. Sein Buch zeichnet einen Höhepunkt der europäischen Literatur- und Geistesgeschichte nach, mit zahlreichen bisher nicht übersetzten Briefen. Es ist das beeindruckende Zeugnis einer Welt im Umbruch.

„Michalzik erzählt einfühlsam, uneitel, klug und unterhaltsam.“ Die Welt

333 pages, Hardcover

Published October 1, 2019

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Profile Image for Bücherhöhlenkobold.
73 reviews2 followers
March 8, 2020
In Kürze:
Eine großartige Geschichte, souverän erzählt. Spannend wie ein Roman, informativ wie ein Sachbuch.

Worum es geht:
Eine intensive Briefreundschaft zwischen drei außergewöhnlichen Künstlern: Boris Pasternak, Marina Zwetajewa und Rainer Maria Rilke. Im Jahr 1926 entsteht sie und entwickelt sich zu einer großartigen intellektuellen Liebesbeziehung. Dieses Buch erzählt ihre Geschichte.

Was ich davon halte:
Ich gestehe: Ich habe mich nur wegen Rilke für das Buch interessiert. Pasternak war mir vom Namen her ein Begriff, Zwetajewa kannte ich nicht.

Als die Geschichte nun nicht wie erhofft mit Rilke begann sondern in Moskau ihren Ausgangspunkt fand, bei einer zufälligen Begegnung zwischen Marina Zwetajewa und Boris Pasternak, hätte ich enttäuscht sein können. War ich aber nicht.

Von Beginn hat erzählt der Autor in einem wundervoll mitreißenden, geradezu poetischen Stil, so dass es mir unmöglich war, mich nicht für die Geschichte der beiden mir fremden Menschen zu interessieren.

Dabei hebt Peter Michalzig historisch bedeutsame Ereignisse hervor, die den Zusammenhang, oft auch die Gründe für bestimmte Handlungen und Gedanken der Figuren verständlich machen. Ich scheibe „Figuren“, als wäre es eine erfundene Geschichte… und so liest sie sich auch. Obwohl auf historischen Figuren und Ereignissen beruhend war das Buch für mich wie ein spannender Roman.

Der Autor erzählt im Wechsel aus den Perspektiven der beteiligten Dichter, beleuchtet dabei deren Lebenssituation, interpretiert Gedanken und Gefühle und macht die Geschichte erlebbar.

Natürlich konnte er zur Recherche nicht in die Köpfe der Akteure hineinblicken, deshalb kann man nicht von wissenschaftlicher Genauigkeit sprechen. Aber das ist auch gar nicht, was das Buch erreichen will. Im ausführlichen Anhang, in dem Peter Michalzig seine Quellen nennt und schildert, wie es zu gewissen Interpretationen kam, schreibt er: „Dieses Buch basiert nicht auf einer wahren Geschichte, es versucht eine wahre Geschichte zu erzählen.“ Ich finde das trifft es perfekt auf den Punkt. Es spielt keine Rolle, ob jeder Gedankengang der Künstler exakt so abgelaufen ist, wie es im Buch geschildert ist. Die Geschichte ist trotzdem eine wahre und der lebendige, anschauliche Stil des Autors macht sie auf wunderbare Weise erlebbar.

Die Geschichte an sich ist eine Liebesgeschichte, wenn auch eine ungewöhnliche. In der Zeit, die das Buch behandelt, fand kein einiges Treffen der drei Dichter statt, alles entwickelte sich in den Worten des Briefaustauschs. Die Leidenschaft und aufrichtige Liebe, die die Künstler dabei füreinander entwickeln faszinieren mich. Obwohl auch Bilder ausgetauscht wurden, sind die Beziehungen rein intellektueller Natur. Äußerlichkeiten interessieren nicht, nur das Wesen und die Kunst des jeweils anderen bestimmen die sich entwickelnden Gefühle.

Das macht die Geschichte so einzigartig und wertvoll und obwohl ich mit Liebesgeschichten meist nicht viel anfangen kann, trifft diese hier genau meinen Geschmack.

Der historische Hintergrund, dass diese Menschen wirklich existierten, trägt sehr zu meiner Faszination bei, auch wenn das beim Lesen keine Rolle spielte. Über einige „Eckdaten“ hatte ich mich zuvor im Internet informiert und so wusste ich von manchen Dingen, dass sie passieren würden. Wenn das überhaupt einen Einfluss auf mein Erleben des Erzählten hatte, wurde es durch das wenige Vorwissen noch spannender. Ich wusste, was passieren würde und konnte es doch kaum abwarten, darüber zu lesen.

Ein zauberhaftes Buch, das mich sehr beeindruckt hat!
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