Der vierte Band der großen Barbarossa-Saga von der Bestseller-Autorin Sabine Ebert und ein großer historischer Roman von erzählerischer Brillanz Friedrich Barbarossa wähnt sich im Zenit seiner Macht. Zum Kaiser gekrönt, von Königen hofiert, legt er sich sogar mit dem Papst an. Doch die Herren von Mailand provozieren und beleidigen ihn, mit dem jungen Sohn von König Konrad wächst ihm ein Rivale um den Thron heran, und reihenweise gehen Fürsten erneut in Opposition gegen seinen maßlosen Freund und Vetter Heinrich der Löwe, der skrupellos die Zollstation des Bischofs von Freising zerstört, um eine eigene in der noch unbedeutenden Ansiedlung München zu errichten. Vor allem aber braucht Barbarossa dringend einen Erben - doch dieses Glück bleibt ihm und seiner geliebten Beatrix über Jahre verwehrt. Eine Sorge, die auch den Meißner Markgrafen Otto und seine junge Gemahlin Hedwig bedrückt, die Werber ausschicken, um Siedler in ihr Land zu holen. Auch Ottos Ritter Christian übernimmt diese nicht ungefährliche Aufgabe ...
Sabine Ebert hat mit „Herz aus Stein“ den 4. Teil der Barbarossa-Saga veröffentlicht, in dem es diesmal um die Italienfeldzüge, die Allmacht Heinrich des Löwen und den Slawenaufstand geht. Erschienen ist der Roman im November 2019 bei Droemer-Knaur.
Friedrich Barbarossa wurde zum Kaiser gekrönt und befindet sich nun im Zenit seiner Macht. Nur Italien widersetzt sich ihm. Etliche Städte liegen im Streit miteinander und bekriegen sich gegenseitig und so bleibt dem Kaiser nichts anderes übrig als über die Alpen zu ziehen. Besonders Mailand tut sich durch mangelnden Respekt hervor und muss zur Räson gebracht werden. Weiteres Kopfzerbrechen macht ihm das Ausbleiben eines legitimen Erben. Nur so kann er die Macht auch über seinen Tod hinaus für die Staufer sichern. Ein Schicksal, dass nicht nur ihm beschieden ist. Auch Otto und Hedwig in Meißen müssen lange Zeit auf einen Erben warten. Darüber hinaus streben sie die Besiedelung ihres oftmals unzugänglichen Herrschaftsgebietes an und werben daher um Siedler, zu denen auch der junge Ritter Christian gehört. Heinrich der Löwe schafft sich immer mehr Feinde im Reich. Vom Kaiser bevorzugt kann er schalten und walten wie er möchte und so legt er sich u.a. mit dem Bischof von Freising an und errichtet eine prunkvolle Burg in Braunschweig. Auch die Abodriten sind ihm weiterhin ein Dorn im Auge und so sollen diese entweder vernichtet oder vollständig christianisiert werden.
10 Jahre, in denen wieder einmal einiges los ist im Herrschaftsgebiet Friedrich Barbarossas. 10 Jahre, die von Sabine Ebert zum Leben erweckt werden und die uns einen Teil unserer Geschichte näher bringen. Nach den hervorragenden ersten drei Teilen war ich natürlich auch sehr gespannt auf dieses Buch und ich wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist klasse und lässt das 12. Jahrhundert im eigenen Kopf von neuem entstehen. Ich konnte mir alle Orte, die im Buch beschrieben wurden, sehr gut vorstellen. Man kommt wieder sehr viel rum. Mal befinden wir uns in Dänemark und dem Osten des Deutschen Reiches, mal sind wir in Burgund und Italien mit seinem sonnigeren Wetter. Die Themen im Buch sind vielfältig und geben uns einen umfangreichen Einblick in jene Zeit, auch wenn jeder einzelne mit Sicherheit auch ein Buch für sich alleine gefüllt hätte. Dabei ist das Ganze von einer Ruhe geprägt, die ich selten in einem historischen Roman erlebt habe. An den Schlachten jener Zeit nimmt man eher weniger teil. Diese werden im Nachgang oftmals zusammengefasst erzählt. Wir erleben politisch wichtige Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln, sind beim taktieren dabei und können an unterschiedlichen Orten beobachten, welche Auswirkungen bestimmte Entscheidungen haben. Die Frauen haben erneut eine wichtige Rolle. Wir erleben mit wie diese trotz ihrer eingeschränkten Rolle Einfluss ausüben können, in dem sie ihre Männer geschickt lenken. Wir erfahren etwas über die Aufgaben und Schwierigkeiten einer Markgräfin, wenn diese in Abwesenheit ihres Ehemannes alleine regieren musste. Wir sind allerdings auch dabei, wie Frauen an ihrem Schicksal zu Grunde gehen, sei es zum Beispiel an der Seite eines brutalen Ehemannes. Diese Mischung aus großer Politik und dem Einblick des Regierens auch im Kleinen hat mir wieder sehr gut gefallen. Der dramatische Beginn hat dafür gesorgt, dass man schnell wieder im Geschehen drin war, geschickte Rückblenden haben die Erinnerung aufgefrischt und das dramatische Ende machen Lust auf den finalen Band dieser Reihe. Der fiktive Anteil in diesem Buch ist wieder sehr gering. Fans der Hebammen-Reihe dürfen sich dennoch über neue Informationen zu ihrer Lieblingsreihe freuen. Dies ist ein Punkt, der mir wieder einmal sehr viel Respekt abringt, denn meiner Meinung nach erfordert dies eine sehr akribische Recherche, die im ausführlichen Nachwort dann auch bestätigt wird. Es gibt Personen, über die nicht viel bekannt ist und wo die Autorin ihrer Fantasie freien Lauf lassen konnte, was ich vollkommen ok finde. Ansonsten wurde sich wieder sehr genau an die überlieferte Geschichte gehalten. Das Zusatzmaterial ist sehr umfangreich ausgestattet mit Karten, Glossar, Stammbäumen, Personenverzeichnis und Zeittafel sowie einer kleinen Auswahl an Quellen. Das Einzige was mir ein bisschen gefehlt hat, ist eine Person, mit der ich so richtig mitfiebern konnte. Kunigunde von Plötzkau hat mir doch sehr gefehlt und ich mochte die Liebesgeschichte mit dem Markgrafen Dietrich im vorherigen Teil sehr.
Fazit: Der vorletzte Teil der Barbarossa-Saga kann wieder einmal durch akribische Recherche und einen umfangreichen Einblick in das 12. Jahrhundert überzeugen. Wer etwas über die Geschichte des deutschen Reiches erfahren möchte und hierbei mehr die Politik und ihre Auswirkungen als ruhmreiche Schlachten kennenlernen möchte, ist bei Sabine Ebert genau richtig.
„Herz aus Stein“ erzählt die deutsche Geschichte von 1157-1167. Kaiser Friedrich I., bekannt unter dem Namen Barbarossa (italienisch für Rotbart) regierte am Höhepunkt seiner Macht. Doch nicht alle Königreiche und Städte wollen sich ihm unterwerfen. Gerade in Italien widersetzen sich ihm viele standhaft. Ganz voran das reiche Mailand. So ist er immer wieder genötigt über die Alpen zu reisen und zwingt seine Soldaten zu grausamen Schlachten.
Sein Freund und Vetter Heinrich der Löwe nutzt es weiterhin aus, dass Friedrich ihm alles durchgehen lässt. Er zerstört eine bedeutende Zollstation in Freising und baut sie in seiner Stadt, dem damals noch ganz unbedeutendem München wieder auf. Auch zieht er mit neuen Waffen aus Italien gegen die Slawen.
Was beide Herrschern dringen brauchen, ist einen Erben.
Doch Sabine Ebert erzählt nicht nur von den Männern. Sie lässt auf wunderbare Weise die Frauen lebendig werden.
Meine Meinung: Das Buch, die ganze Reihe, ist überdurchschnittlich gut.
Sabine Ebert hat wirklich eine Begabung dafür, die Personen und generell die Vergangenheit lebendig werden zu lassen. So müsste der Geschichtsunterricht in der Schule sein!
Fast alle Personen in der Saga sind historisch verbürgt. Es gab sie wirklich. Und das macht alleine für sich schon einen Zauber aus. Man fühlt sich den Protagonisten einfach näher. Man leidet nochmal anders mit denen, die man lieb gewonnen hat.
Eine Stärke von Sabine Eberts Büchern ist- auch, dass die Frauen eine bedeutende Rolle spielen. Geschichte wird fast immer von Männern geschrieben und so erfahren wir eben in der Regel auch nur von den historischen Männern. Doch was war mit Beatrix, der 12 jährigen Braut von Kaiser Friedrich? Oder mit Königin Adele von Dänemark, deren Mann bei einem Friedensmahl seine beiden Mitregenten hinterrücks ermorden wollte? Ebert erzählt uns, wie es gewesen sein könnte. Und das so nahe an der Realität, dass es einfach viel Spaß macht.
Ich habe mich sehr gefreut, all die lieb gewonnen Figuren wieder zu treffen. Ganz vorne weg habe ich mich über Hedwig gefreut, die nun eine erwachsene Frau geworden ist. Natürlich blieb es nicht aus, dass auch manche ans Herz gewachsene Persönlichkeit gestorben ist.
Was an diesem Buch anderes war als an den Vorgängen, dass man mehr vom Alltag der Ritter und der einfachen Leute mitbekommen hat. Wie schwer muss die Ritterrüstung gewesen sein, wenn der Knappe sie kaum zum Turnierplatz getragen bekommt? Was müssen die einfachen Bauern erdulden, wenn der Markgraf gerade nicht da ist und andere Ritter das ausnutzen? Oder wenn der Herr über das Dorf ein mieser Tyrann ist? Damit rundet Sabine Ebert in meinen Augen ihre Erzählungen weiter ab, ging es in den vorherigen Bänden doch fast ausschließlich um den Alltag der Adligen.
Im Nachwort erklärt Sabine Ebert übrigens, dass das hiesige Ende mit Christian nahtlos an ihre Romanreihe „Das Geheimnis der Hebamme“ anknüpft.
Es gibt ausführliche Landkarten, Zeittafeln, Stammbäume. Ebenso ein Glossar und eine weiter führende Literaturliste. Im Nachwort beschreibt Sabine Ebert noch, welche Gegebenheiten wirklich passiert sind und welche sie sich ausgedacht hat. Das hat mir nochmal einen Schauer über den Rücken gejagt, das ein sehr berührendes Ereignis wirklich passiert ist.
Fazit:
Ein außergewöhnliches und ausgezeichnetes Buch! Ich lese normal keine Romane, die im Mittelalter spielen. Doch hier konnte ich nicht aufhören und bin jetzt schon traurig, dass dies der vorletzte Band ist.
Die Figuren, besonders die Frauen, sind wunderbar gezeichnet und es macht großen Spaß sich mit einem Teil der Geschichte auseinander zu setzen, der einen sonst nicht interessieren würde.
Danke, liebe Sabine Ebert, für diese abenteuerliche und verständlich erklärte Reise in die deutsche Vergangenheit. Ich hoffe und wünsche mir, dass auch nach dem letzten Teil der Barbarossa-Saga noch viele Bücher in diesem Stil folgen werden.
Manche Bücher hebt man sich bewusst auf, weil man sich nicht von den Protagonisten verabschieden möchte, doch irgendwann siegt die Neugier und man begibt sich mit ihnen in diesem Fall auf die vorletzte Reise.
Das Cover des Hardcovers fügt sich nahtlos in die Reihe und, diesmal vor einem schwarzen Hintergrund. Der Klappentext umreißt sehr gut, worum es geht, ohne zu viel Spannung vorwegzunehmen. Es geht in diesem Band wieder um verschiedene Themen, natürlich steht Friedrich Barbarossa wieder im Mittelpunkt, er ist auf dem Höhepunkt seiner Macht angekommen. Es geht um die Ausbreitung des katholischen Glaubens, die Unterwerfung der slawischen Stämme, um Intrigen, geschickte Heiratspolitik und um den Zusammenhalt in der Familie und Ehe.
Sehr plastisch und einfühlsam beschreibt Sabine Ebert das Schicksal der Figuren, sie lässt historische Figuren zu Leben erwachen. Das Schicksal am Hof ist gerade für die Frauen in dieser Zeit nicht einfach, Hedwig oder auch Adele haben es mir hier sehr angetan, ebenso das Schicksal von Christian, einer der wenige fiktiven Figuren in dem Roman.
Der Roman wird chronologisch erzählt und ist in drei große Teile unterteilt. Die gehobene Sprache am Hof gibt die Autorin gut wieder, die Dialoge sind unterhaltsam, die beschreibenden Passagen ordnen das Geschehen gut ein und schaffen ein plastisches Bild der Szenerie. Vor jedem Abschnitt sind die handelnden Personen vorangestellt und eine Orts- und Zeitangabe erleichtert dem Leser die Orientierung innerhalb der Geschichte. Eine gute Karte, sowie ein Personenverzeichnis, eine Vielzahl an Stammbäumen, ein Glossar und eine Zeittafel runden den insgesamt guten Eindruck des Romans ab. Mein einziger Kritikpunkt ist die teilweise in meinem Empfinden etwas langatmige Darstellung der Kriegsszenen sowie der politischen Verhältnisse.
Ein sehr guter historischer Roman über eine sehr prägende Zeit deutscher Geschichte. Das Wissen der Vorgängerbände ist sicherlich von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Ich freue mich nun auf den fünften und letzten Band der Saga. Eine Leseempfehlung an alle, die historische Romane lieben und nicht vor vielen Seiten zurückschrecken. Vielen herzlichen Dank an Sabine Ebert, dass Du uns diese Reihe geschenkt hast und uns so die Geschichte unseres Landes und Kontinents ein wenig nähergebracht hast
𝗠𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗠𝗲𝗶𝗻𝘂𝗻𝗴 Sabine Ebert ist und bleibt für mich einfach die beste Autorin von historischen Romanen. Wer glaubt in ihren Werken trockenen Geschichtsunterricht wiederzufinden der irrt sich gewaltig. Der fließende Text ermöglichen es die Fantasie anzukurbeln und ganz plötzlich liegt man nicht mehr im Bett mit dem Buch in der Hand sondern sitzt neben Kaiser Friedrich in Rom. Besonders gut gefallen hat mir die Begegnung mit Christian und den Siedlern. Und was bin ich ausgeflippt als Christian kurz davor stand auf Martha zu treffen. Leute!!! Mein Herz!!! . Für die Leser unter euch, die die Bücher von Frau Ebert nicht inhalieren wie ich, hier eine kurze Erklärung für meinen Ausfall. . Der erste Roman von Sabine Ebert war "das Geheimnis der Hebamme". Das verkaufte sich so gut, dass schnell eine Reihe daraus wurde. Die Hauptfiguren in dieser Reihe waren Martha und Christian. Und wisst ihr, es ist immer wieder so als ob man auf alte Freunde trifft.
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