Just in time, alles sofort und immer in Bewegung - es ist höchste Zeit für eine neue Kultur des Wartens, die sich dem Rausch der Beschleunigung widersetzt! Warten gilt als uncool. Wer warten muss, ist arm und arm dran. Privilegiert sind diejenigen, die sofort an der Reihe sind und alles sofort Materielles sowieso, aber auch Immaterielles wie Bekümmerung, Pflege und Liebe. Die Digitalisierung unserer Kommunikation und unseres Lebens spiegelt uns in eine Welt des immer Machbaren und Unmittelbaren vor. Doch um welchen Preis? Wer nicht warten kann, dem geht die Geduld verloren - und die Vorfreude. Denn sie ist das Glück des Wartenden. Timo Reuter betrachtet das Warten als Sandkorn im Getriebe der pausenlosen Verwertungsmaschinerie. Und als Möglichkeit, uns neue Freiräume zu öffnen. Er untersucht den politischen Gehalt des Wartens, sein subversives Potenzial und die beglückende Kraft des Nichtstuns.
Eigentlich war dieses Buch ein Fehlkauf, sowas passiert, wenn man mal beim großen A ein Buch mitbestellen lässt. Zum Glück kann ich aber hier nur sagen. Anfangs dachte ich erst: Oh je, wieder so ein Buch, wo nur aus anderen Büchern zitiert wird. Aber weit gefehlt. Ich fand es äußerst interessant, hab viel angestrichen, viele Denkanstöße bekommen und auch das ein oder andere gelernt. Ich werde es nicht weit weg legen, sondern es in unserer Bibliotheksgruppe vorstellen.
Das Buch hat mich zum Denken angeregt über das Konzept der langsamen Mode und des Begriffs „abwarten“. Wir sollten einfach mehr warten und glücklicher sein.
Eine abwechslungsreicher Umriss zum Thema Zeit und demUmgang mit ihr in den verschiedenen Epochen. Mit unerwartet deutlicher Kapitalismus- und Digitalisierungskritik! Einiges war mir aus Büchern wie „Anleitung zum Müßiggang“, „Club der Zeitmillionäre“ oder „Haben oder Sein“ bekannt, der Fokus war aber ein anderer.
Zufällig entdeckt in der lokalen Bibliothek. Es hat sich gelohnt, dieses Buch nach Hause mitzunehmen. Es regt zur kritischen Auseinandersetzung mit der (Warte-)Zeit und gibt einen interessanten Einblick in die Geschichte des Wartens. Mit haben die philosophischen und literarischen Zitate sehr gefallen und mich angeregt, weiterführende Werke zum Thema zu lesen.
Ein interessantes Thema mit durchaus spannenden Denkanstößen. Letztendlich aber hatte ich den Eindruck, dass ein guter Zeitungsartikel zu einem mittelmäßigen Buch gestreckt wurde. Die Aussage ist letztendlich, dass wir uns nicht so stressen lassen sollten, sondern auch mal den Augenblick genießen - fand ich nicht wirklich bahnbrechend.