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Shevon: Die Flüchtlings-Chroniken I

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Regul beugte sich vor, bis sein Gesicht nur eine Handbreit von Shevons entfernt war. Sein Lächeln grenzte an Koketterie.>Ich werde dir jeden einzelnen Tag zur Hölle machen.

344 pages, Kindle Edition

Published November 22, 2019

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Michael Knabe

4 books2 followers

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Community Reviews

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31 reviews
October 7, 2022
Hätte ich in der letzten Woche mehr Konzentration besessen und Zeit gehabt, ich hätte es am Stück gelesen und es gleichzeitig auch nicht gewollt, damit es nicht so schnell zuende ist. Das Buch hat so viel, was ich an Geschichten liebe.

Spannende Beziehungen – romantisch, platonisch, politisch, zweckmäßig, freundschaftlich bis tief verwurzelte Feindschaft, von Senatoren über Sklaven. Einmal quer durch die Bank, für jeden was dabei.

Unvorhersehbare Handlungen – Ich weiß nicht, wie oft ich zurückgeblättert habe, weil ich dachte: »Das hatta jetzt nich echt gemacht!!!«, weil viele Schreibende scheuen sich eine solche Konsequenz in Büchern. Dazu mehrere Handlungsfäden, die wunderbar miteinander verwoben werden.

Keine Spannung rein über Blut und Gewalt – Shevon, der Protagonist, ist kein Kämpfer. Er ist Redner, Anwalt, Senatorensohn. Sein schärfstes Schwer ist seine Zunge – und das merkt man (und er), wenn er mal die Klinge nutzen muss. Dabei wird sich bei Gewaltdarstellungen auf das beschränkt, was für die Handlung nötig ist, ohne es ekstatisch auszuschlachten.

Dazu sprachlich wirklich top, sehr flüssig zu lesen, bildhaft und mitreißend.

Also, wer auf fiktive Welten ohne Magie (ja, das geht!), dafür mit spannender Politik, angelehnt ans römische Reich, große, abwechslungsreiche Figurensets, steht: Guckt es euch an. Das ist definitiv für mich ein Ins-Regal-stell-Buch-zum-Wiederlesen und mind dreimal im Freundeskreis werd ich das dieses Jahr noch verschenken. Gerne ganz viel mehr davon!
99 reviews1 follower
October 22, 2025
Shevon al Yontar stammt aus einem privilegierten Haus. Sein Vater ist Senator Cadron al Yontar, der mächtigste Mann im Reich Levanon. Einst besiegte er seinen Erzfeind Nuridor al Gired, doch statt ihn zu töten, schickte er ihn für elf Jahre ins Exil und nahm dessen Sohn Regul als Geisel.
Shevon und Regul werden zur Gutsbesitzerin Rya al Yontar geschickt. Was sich Cadron davon verspricht, ist nicht ganz klar. Die beiden Jungen sind so verschieden wie Feuer und Wasser. Shevon ist ein verwöhnter junger Mann, der so gut wie nichts im Leben selber verrichten muss. Ein Heer von Sklaven erledigt die täglichen Arbeiten, so dass er sich ganz seinen Studien widmen kann. Er soll in die Fußstapfen seines Vaters treten, der als Anwalt überragenden Erfolg hat. Dabei kommt es nicht auf Gerechtigkeit an oder auf die Frage von Schuld und Unschuld, sondern nur auf die Redegewandtheit und auf die Höhe des Bestechungsgeldes.
Regul wuchs unter brutalen Verhältnissen auf. Überleben ist alles, jeder Fehler zieht brutale Strafen nach sich oder sogar den Tod. Für Regul ist das Leben eine einzige Herausforderung, bei der er immer der Sieger bleiben muss.
Sollte Cadron gemeint haben, dass die beiden Junge Freunde werden, hat er sich geirrt. Auch wenn es Momente der Annäherung gibt, verhindert eine verhängnisvolle Wette jegliche Freundschaft. Hass ist das Bindeglied zwischen Shevon und Regul.
Die Geschichte springt zwischen den Ereignissen aus der Vergangenheit und den aktuellen Geschehen hin und her. Die elf Jahre Verbannung sind vorbei und Nuridor al Gired ist zurück. Er versammelt seine ehemaligen Anhänger um sich und versetzt den al Yontars immer häufiger kleine Nadelstiche bis eine offene Konfrontation unvermeidlich ist.
An Nuridors Seite steht sein Sohn Regul. Durch die Geiselhaft und das Zusammenleben mit den al Yontars kennt er deren Schwächen. Er hatte Jahre Zeit zu beobachten und zu planen. Auch Shevon hat die Zeit genutzt, um Regul kennenzulernen aber das Ausmaß seines Hasses und seiner Brutalität kann er nicht ermessen. Shevon hat gelernt mit Worten und dem Verstand zu kämpfen, nicht mit dem Körper. So ist ihm Regul in jeder körperlichen Auseinandersetzung überlegen.
Das Setting dieses Romans hat mir sehr gut gefallen. Es handelt sich um eine Antike Welt, die sehr an das römische Reich erinnert. Sklaven erledigen alle anfallenden Arbeiten, der junge Patrizier denkt nicht über die unzähligen Menschen nach, die von der Gnade seines Vaters abhängig sind.
Auf dem Landgut misshandelt Regul die Sklaven unentwegt. Für ihn sind sie keine Menschen, sondern Besitz. Aufgeschreckt durch diese Brutalität macht sich Shevon das erste Mal Gedanken über diese fast unsichtbaren Heerscharen an Menschen und fängt an, das Sklaventum zu hinterfragen.
Regul macht in diesem ersten Band kaum eine Entwicklung durch. Siegen ist für ihn alles und er schreckt dafür vor nichts zurück. Immer wieder stellt er Shevon Fallen oder lockt ihn in Hinterhalte. Shevon lernt, auf jeden seiner Schritte zu achten, aufmerksam die Umgebung zu betrachten und Regul nach Möglichkeit aus dem Weg zu gehen. Er versucht, Taylon, seinen Hauslehrer, vor dem Quälgeist zu Schutz zu nehmen, da seine Tante Rye auf seine Beschwerden nicht reagiert. Während Regul einfach seinen, mit Blut getränkten, Weg geht, öffnet Shevon seinen Verstand und sein Herz für die Gegebenheiten um sich herum. Doch letztendlich sind sie beide die Söhne ihrer Väter und ihre Erziehung.
Michael Knabe ist kein Autor überflüssiger Worte. Die Geschichte schreitet stetig voran und mündet in einen erschreckenden Höhepunkt. Die Flüchtlings-Chroniken bestehen aus sechs Bänden. Der letzte Band ist in Arbeit. Ich hoffe, dass der Spannungsbogen in den Folgebänden erhalten bleibt.
Im vorderen und hinteren Bereich finden sich zwei Karten und am Ende noch eine Liste der Personen. Diese Liste braucht man eigentlich nicht, denn der Fokus liegt eindeutig auf den beiden jungen Männern. Dazu gesellt sich der einfache Mönche Gamon al Shelar, über den ich aber nichts verraten werde. Man könnte ihn als Weichensteller bezeichnen und ich bin sehr gespannt, ob er in den anderen Bänden weiterhin eine Rolle spielt.
Sprachlich ist das Buch grundsolide. Manche wünschen sich eine poetischere oder ausgefeiltere Sprache aber meines Erachtens würde dies nicht zu den teilweisen brutalen Szenarien passen. Es ist eine harte und grausame Welt mit wenigen Lichtblicken, daher ist die Sprache für mich durchaus angemessen.

Fazit:
Ein gelungener Auftakt. Der Band enthält alles, was ich von einem guten Fantasyroman erwarte. Tolles Setting und Worldbuilding, überzeugende Figuren und einen hohen Spannungsgrad. Band zwei bis vier liegen schon bereit.
Profile Image for Wanderdrache.
105 reviews1 follower
August 21, 2024
Der Roman bedient ein wenig ausgetretenes Setting und setzt den Fokus auf die Beziehung zwischen Protagonist und Antagonist.

Schreibstil:

Insgesamt liest sich das Buch flüssig. Was mir allerdings fehlt, sind schöne Sprachbilder. Es werden manchmal auch konventionelle Formulierungen verwendet, wodurch der Text nicht immer ganz glatt wirkt. Stolpersteine gibt es aber nicht. Ich gebe gerade noch 4 Sterne.

4 Sterne

Charaktere:

Die Figuren bringen genug Eigenheiten mit, damit man ihnen durch die Handlung folgen möchte. Positiv ist auch, dass im Lauf der Handlung die Schattenseiten bzw. Verfehlungen des Protagonisten aufgedeckt werden. Allerdings ist mir der Bösewicht doch ein wenig zu eindimensional böse (da helfen auch die Szenen, in denen das ein wenig aufgebrochen wird, nicht). Ansonsten fehlen mir auch ein wenig die Ecken und Kanten der Figuren, die sie nachhaltig im Gedächtnis bleiben lassen.

4 Sterne

Handlung und Struktur:

Die Handlung ist konfliktreich aufgebaut. Es gab immer wieder Kapitel, die die Ereignisse der Vergangenheit (11 Jahre) früher darstellen und dazu dienen, die Beziehung zwischen dem Protagonisten und dem Antagonisten zu entwickeln. Ich bin nicht unbedingt ein Freund von Rückblenden, aber nachdem hier eine eigene Handlung entwickelt wird, die zum Romangeschehen in der Gegenwart beiträgt, fand ich es gut.

4 Sterne

Tiefgang:

Der Roman zeigt auf, wie sich Menschen abhängig von ihrem sozialen Umfeld entwickeln, zeigt Schattenseiten der „Guten“ und problematisiert das Denken der privilegierten Schicht (z.B. in Bezug auf Sklaverei). Damit gibt es durchaus einige interessante Fragen, die der Roman stellt.

4,5 Sterne

Worldbuilding:

Die Welt erinnert stark an das alte Rom. Manchmal hätte ich mir mehr Magie gewünscht, sodass man sagen könnte, hier wäre mehr möglich gewesen. Andererseits muss man auch festhalten, dass es nur wenig High-Fantasy-Bücher gibt, die sich überhaupt mit einem solchen Setting auseinandersetzen und das verdient Beachtung.

4,5 Sterne

Insgesamt hat das Buch für mich gut funktioniert. Ein wenig Luft nach oben sehe ich noch beim Schreibstil und darüber hinaus hätte es mir gefallen, wären die Figuren unkonventioneller gewesen. Wer gerne High bzw. Low Fantasy in einem unkonventionellen Setting sucht, kann hier aber auf jeden Fall zugreifen.

Gesamtwertung: 4,2 Sterne, macht gerundet 4 Sterne
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