Mehrere Anläufe gebraucht, komischerweise, denn es liest sich sehr flott weg.
Sehr essayistisch. Kaum analytische Eigenleistung, das meiste ist bekannt. So werden die geschichtlichen Rückblicke am wertvollsten.
In der Antwort auf die Frage, ob der Neoliberalismus mit dem Advent des digitalen Kapitalismus am Ende ist, liegt der Autor völlig falsch, und das unnötigerweise; er hätte das Thema im Buch einfach umgehen können. Stattdessen: Meinungsstarke, aber völlig unbegründete Sätze wie "Der neoliberale Traum ist Geschichte". Andernorts wird ventiliert, der digitale Kapitalismus verbreite ein neues Regime der Verteilung von 'Lebenschancen' (Staab arbeitet hier mit einem Konzept von Ralf Dahrendorf). Die Institutionalisierung von Ungleichheit hat aber schon vorher begonnen – als zentraler Bestandteil des Neoliberalismus nämlich, das Programm, das Staab nur noch als "rauchende Ruinen" erkennen möchte
Tatsächlich ist der Einfluss neoliberalen Denkens auf Wirtschaft und Politik nach wie vor stark. Lediglich die öffentliche und Fach-Meinung zum Thema Finanz- und Fiskalpolitik hat sich wegentwickelt vom neoliberalen Austeritäts-Paradigma.