Mimi Reventlow, die Wanderfotografin, hat es nach Laichingen, einem Dorf auf der schwäbischen Alb, verschlagen, in dem es sich voll und ganz um das Weberhandwerk dreht. Der Webereibesitzer Gehringer spielt sich auf, als ob ihm das Dorf samt der Menschen gehört, doch Mimi stellt sich ihm in den Weg und versucht den Menschen vor Ort auch andere Lebenswege aufzuzeigen und will mit ihrer Fotografie Schönheit in den tristen (Arbeits-)Alltag bringen, ...
Das Buch knüpft nahtlos an seinen Vorgängerband an, was mir sehr gut gefällt. Aber das macht auch ziemlich deutlich, dass die Bände dieser Reihe nicht unabhängig voneinander gelesen werden sollte. Man nimmt sich als Leserin dadurch einfach zu viel, denn die Personen entwickeln sich stetig weiter und das Buch lebt vor allem durch die auftretenden Personen. Jeder hat seine Stärken und Schwächen, ist mal gemein, mal liebenswert und das zu verfolgen, macht großen Spaß.
Die Handlung an sich lebt von den vielen gut recherchierten Alltagsszenen, die das Leben auf der Alb zur damaligen Zeit stark veranschaulichen. Ansonsten entwickelt sich die Geschichte nach und nach und es ist schön sie mitzuerleben. Dennoch gibt es eigentlich keine unverhofften Wendungen oder Überraschungen. Die Geschichte geht genauso seinen Gang, wie man es auch erwartet. Gefreut habe ich mich über das Auftauchen von einigen Randpersonen, wie Bernadette, die im ersten Band nur einen ganz kurzen aber schönen Auftritt hatte. Genauso kurz ist ihr zweites Auftreten, aber ich bin mir sicher, dass wir mit weiteren solchen Auftritten weiterhin Anteil an ihrem Leben haben werden.
Insofern ein schöner Schmöker mit starken Charakteren, die das Buch prägen und lesenswert machen!