Als ich dieses Buch das erste mal entdeckt habe, habe ich es wieder bei seite gelegt weil mich teile des Klapptextes abgeschreckt haben. Ich hatte einfach keinen bedarf an einer Enemys to Lovers Geschichte. Aber aus dem Kopf bekommen hab ich das Buch auch nicht mehr. Leider hatte ich mir den Titel aber nicht gemerkt. Also habe ich Wochenlang nach dem Buch gesucht bis meine Freundin auf die Idee gekommen ist die Punkte die ich vom Klapptext noch im Kopf hatte zu Googlen und hat das Buch tatsächlich gefunden.
Ich hatte die Befürchtung das wir es hier mit einer sehr privilegirten und engstirnigen Protagonistin zu tun bekommen aber Nora hat mich positiv überrascht. Mir wurde erklärt warum sie ist wie sie ist, wie sie gelernt hat das Gewalt eine Lösung sein kann. Ihre Motive und Handlungen sind in sich logisch auch wenn ich sie nicht immer sympathisch fand.
Der Prolog schmeißt einen mitten rein in den Sturm und danach verbringen wir 200 Seiten damit zu erfahren wie wir bzw Nora an überhaupt diesen Punkt gekommen sind. Gerade da hat die Gesichte Stellenweise ihre längen. Vorallem bevor des endlich zur Gerichtsverhandlung kommt, verliert sich die Handlung fast zu sehr in Details.
Während Nora (und später auch Johan) eine positive Überraschung war, war Sarah (ihre Chefin bei Ocean Watch, der NGO bei der sie ihre Sozialstunden ableisten muss) eine negative. Während ich Nora noch damit rechtgebe das Menschen die für etwas brennen fasziniert sind, fand ich viele von Sarahs Handlungen ihr gegenüber unangemessen. Sarah befindet sich gegenüber einer, nach Jugendstraferecht verurteilten, Nora einfach in einer Krassen Machtposition. Vorallem die Szene die die beiden am Ende nochmal haben fand ich sehr unpassend. Ich meine ich hab nichts gegen eine gut erzählte Queere Lovestory, das ist mir eigentlich sogar lieber als Enemys zu lovers. In dieser Geschichte wirkte diese letzten Sarah Szenen einfach deplatziert und absolut nicht greifbar. Zu diesem Zeitpunkt habe ich akzeptiert und verstanden das sie Gefühle für Johan entwickelt hat. Warum kunscht sie also am Ende mit jemanden rum mit dem sie keine zwei Tage verbracht hat? Diese "romantischen" Szenen zwichen Nora und Sarah haben dem ganzen Buch meiner Meinung nach etwas von seiner Kraft genommen.
Johan hat mich dagegen positiv überrascht, er war zwar abweisend aber ich mochte ihn auf Anhieb und ich konnte sehen das er den Ozean und seine Bewohner mindestens genauso liebt wie Sarah. Die Kammerspiel artigen Szenen zwichen ihm und Nora auf diesem kleinen Boot alleine aus auf den Wellen waren eines der absoluten Highlightes dieser Geschichte. Die Nähe und Emotionen zwischen den beiden fand ich dementsprechend auch deutlich glaubwürdiger als die Stroyline zwischen Nora und Sarah.
Ebenfalls ein Highlight waren die Gespräche zwichen Nora und dem Großvater. Diese Szenen hatten eine unfassbare Kraft und haben nicht nur sie sondern auch mich zum Nachdenken gebracht.
Spachlich schwankt das Buch zwichen ungeschönter Brutalität, da wird die Schlachtung einer Kuh oder das Töten eines Fisches detailliert beschrieben. Aber auch die Schönheit des Ozeans und die Kraft des Strumes. An andern Stellen wirken die Formulierung dann wieder sehr jugendlich und fast ein wenig unausgereift. Das passt zwar zur Nora, die eine sehr wütende und impulisve Person ist, und in solchen Situationen natürlich auch nicht in perfekt ausformulierten Sätzen denkt, ist mir aber trotzdem negativ aufgefallen.
Alles in allem hat 'Strum' an vielen Stellen angefühlt wie ein fünf Sterne Buch, allerdings habe ich dann doch zu viele kleinere und größere Kritikpunkte um tatsächlich sie maximal Punktzahl zu vergeben. Deswegen entscheide ich mich hier für vier Sterne.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Wow, das war anders als erwartet. Vom Klappentext her erwartete ich eine typische YA-enemies-to-lovers-Romanze zwischen einer Tierrechtsaktivistin und einem Fischer, die ich nebenbei lesen kann ohne viel nachzudenken. Schon in den ersten Kapiteln des Buches, wurde mir aber klar, dass das ganze ein ziemlich anderes Leseerlebnis wird als gedacht. Wir lernen die Protagonistin Nora kennen (das gesamte Buch ist aus ihrer Ich-Perspektive geschrieben), dabei wird sehr detailliert beschrieben, wie ihr alkoholkranker Vater sich verhält und mit ihr und ihrer Mutter umgeht. Das war auf jeden Fall schwer zu verdauen. Generell ist das Buch sehr graphisch, so werden auch die Tötung eines Kalbs und eines Fischs ausfürhlich beschrieben. Teilweise konnte ich kaum weiterlesen, weil ich diese Bilder nicht im Kopf haben wollte, ich finde aber genau das auch positiv am Buch: Es beschönigt nichts, sondern führt einem knallhart die Realität vor Augen, was Alkohol mit Menschen und Familien machen kann und wie der Mensch mit Tieren umgeht. Zudem können wir so besser verstehen, wieso Nora sich so verhält, wie sie sich verhält: Sie ist schwer traumatisiert, wird selber handgreiflich, weil sie das als Lösung erlernt hat, will niemanden an sich heranlassen und hegt eine Art Hass gegen Männer. Das ändert sich ein bisschen als sie Johan kennenlernt. Bei ihm auf dem Schiff muss sie Sozialstunden ablegen, die sie sich mit einer illegalen Protestaktion gegen einen Schlachthof eingehandelt hatte. Mit an Bord sind Johans Vater und Grossvater, mit letzterem führt Nora sehr schöne Gespräche über das Meer und das Leben, welche das Buch sehr bereichert haben. Der Grossvater ist zuerst der einzige, der Nora willkommen heisst, das ändert sich allerdings, als das Schiff in einen tosenden Sturm gerät und schliesslich untergeht. Der Grossvater lässt sich auf eigenen Wunsch von den Wellen verschlucken (sein letzter Wunsch war es auf dem Meer zu sterben), der Vater wird auf dem Rettungsfloss vom untergehenden Schiff weggerissen (wird einige Tage später gerettet) und so bleiben Johan und Nora zu zweit auf einem Ruderboot zurück. Mit sehr wenig Proviant und dem Wetter ausgesetzt kämpfen sie sich tagelang durch die Wellen, um irgendwie rechtzeitig an Land zu gelangen. Ab diesem Moment, habe ich begonnen, die zwei zu mögen. Ich fand es beeindruckend, wie unglaublich taff beide mit der Situation umgingen, einander unterstützten und zum Team wurden. Der Autor schaffte es, das Ganze autenthisch wirken zu lassen und nicht als gekünsteltes Heldentum der Protagonisten à la "eigentlich ist das unmöglich, aber die schaffen sowieso alles mit Leichtigkeit, sind schliesslich die Hauptfiguren". Teilweise zweifelte ich ernsthaft daran, dass beide überlebten, weil der Autor das Schwinden der Kräfte ziemlich gut rüberbrachte. Während ihrer Zeit auf dem Ruderboot sprechen die beiden viel über die Natur und die Fischerei, was sehr lehrreich war und zum Nachdenken anregte, da einerseits viele Fakten und geschichtliche Hintergründe mit eingebracht wurden, andererseits über die Ethik des Fischens diskutiert wurde. Meine Werte entsprechen generell mehr denen von Nora, daher war besonders Johans Charakter und seine Ansichten interessant für mich um dazuzulernen. Zu diesem Thema ist mir eine bestimmte Szene geblieben: Johan bricht sich im Sturm den Arm, weshalb Nora, um das Überleben der beiden zu sichern, zur Angelrute greifen und einen Fisch erledigen muss. Ich konnte mit Noras Dilemma mitfühlen: Sie wollte kein Tier töten, hoffte kein Fisch würde anbeissen, gleichzeitig wollte sie überleben und wartete gebannt auf das Ziehen an der Angelrute. Auch für die Beziehung zwischen Nora und Johan ist diese Szene bedeutend, Nora versteht Johan durch das verschwimmen ihrer Lebensrealitäten etwas besser.
Auch über den Tod wird viel gesprochen, bezogen auf Johans Grossvater oder auf die Fische und generell die Natur. Johan hat hier ebenfalls klare Ansichten und man merkt, dass der Autor sich viele Gedanken zu Johans Charakter und diesem Thema gemacht hat. Ich fand es sehr spannend, Einblick in all diese Gedankengänge zu bekommen. Besonders interessant war für mich der Ansatz des aktiven und passiven Tötens: Vegan leben, dafür durch sonstigen Überkonsum die Lebensräume der Tiere so sehr verschmutzen, dass sie massenhaft sterben, oder mit dem Fischerboot rausfahren und harpunieren, dabei aktiv Fische töten, aushöhlen und ins Gefrierfach schmeissen? Ich bin derselben Meinung wie Johan, dass Massenkonsum, Massentierhaltung und Massenfischerei grosser Unternehmen das grössere Problem sind als einzelne Fischer, die mit ihrer Harpune gezielt so viel Fische töten, wie sie brauchen um das nötige Geld zu verdienen, trotzdem habe ich irgendwie Mühe mit seiner Argumentation, das als Teil der Natur anzusehen. Tiere können nicht anders, als einander zu töten um zu überleben, während Menschen aktiv mit Schiffen und Netzen und Waffen in den Lebensraum der Tiere eindringen, obwohl sie auch andere Dinge essen könnten oder ihr Geld anders verdienen könnten. Natürlich kommt es hier immer auf die sonstigen Lebensumstände der Menschen an, wenn man in einer Fischerfamilie aufgewachsen ist und das nicht anders kennt, ist man dadurch meiner Meinung nach nicht direkt ein schlechter Mensch, nicht alle haben die Wahl und wenn man auch wirklich in der Natur lebt, finde ich das auch nochmal was anderes, aber in einem schönen Haus in der Stadt zu wohnen und dann rauszufahren, Fische zu fangen, die zu verkaufen an Menschen die genauso auch in der Stadt wohnen und keinen richtigen Bezug zur Natur haben und die eigentlich auch ohne das Essen von Fischen gut überleben könnten... kann mich irgendwie nicht mit diesen Umständen als "Teil der Natur" anfreunden. Trotzdem hatte Johan auch bei gewissen Dingen recht und ich denke es ging dem Autor auch nicht darum uns zu belehren, sondern einfach eine andere Sicht aufzuzeigen, schliesslich sind sich ja auch die beiden Hauptcharaktere oft nicht einig.
Jedenfalls dieser Austausch und der gemeinsame Überlebenskampf schweisst Johan und Nora so zusammen, dass sie als sie es endlich an Land geschafft hatten, ins Spital kamen und nicht mehr gezwungenermassen zusammengepfercht waren, trotzdem beieinander bleiben wollen. Sie sagen einander sogar, dass sie sich lieben, irgendwie. Ihre Gefühle zueinander fand ich zu Beginn etwas befremdlich, weil doch alles sehr schnell ging, aber auf eine Art auch schön und schliesslich waren sie in einer Ausnahmesituation und wussten nicht, ob sie überlebten, was sie aber zum Glück taten, wenn auch nur knapp.
Ich hatte damit gerechnet, dass die beiden gemütlich irgendwelche Bootsarbeiten erledigen, aufgrund des Sturms nicht mehr nach Hause kommen und dann quasi auf dem Schiff eingesperrt sind und warten müssen bis jemand sie rettet. Dann die ganzen typischen YA-Dinge, sie kommen sich näher, verlieben sich, küssen sich, zum Zeitpunkt der Rettung sind sie unzertrennlich und ziehen zusammen in ein Haus. Oder so ähnlich.
Stattdessen besaufen sie sich mit den geretteten Whiskeyflaschen um sich warm zu halten oder die Schmerzen eines gebrochenen Arms zu betäuben, haben kaum Essen, jegliche Hygiene ist nicht mehr möglich, zerschneiden sich ihre Kleider um Segel und Verbände zu basteln und die einzige körperliche Nähe dient ebenfalls der Aufwärmung. Während des gesamten Buches fällt kein Kuss zwischen ihnen, dafür hat Nora am Schluss während Johan auf einer Pressekonferenz feststeckt plötzlich Sex mit ihrer Chefin Sarah, die sie überhaupt erst auf diesen Fischertrip geschickt hat und Nora realisiert, dass sie sowohl Sarah als auch Johan liebt. Und so endet dann das Buch, ob Nora bei Johan bleibt ist nicht klar und ob die Liebe zwischen den beiden überhaupt romantisch war oder etwas anderes bin ich auch nicht sicher, was das mit Sarah sollte verstehe ich nicht ganz und generell bin ich immernoch verwirrt, was ich von dem Buch und vor allem dem Ende halten soll.
Einerseits fand ich es cool, mal etwas zu lesen, dass wirklich nicht so verläuft wie ich mir das vorgestellt habe, Klischees bricht und kein typisches Happy End hat, andererseits bin ich enttäuscht, da ich schon irgendwie für Johan und Nora gerooted habe und wissen wollte, wie es mit ihnen weiterging. Das Buch wird mir aber auf jeden Fall in Erinnerung bleiben.
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Nora muss Sozialstunden auf einem kanadischen Fischerboot ableisten. Sie als Tierschützerin und Johan als Fischer verachten sich gegenseitig. Doch als sie in einen schweren Sturm geraten, wächst das Vertrauen zueinander.
Meinung
Nora hatte eine schwere Kindheit mit häuslicher Gewalt und wenig Liebe. Als Jugendliche ist sie deshalb verbittert, aggressiv und konfliktbereit. Sie setzt sich mit einer Sitzblockade vor einem Schlachthof für Tierschutz ein. Kurz danach lernen wir – leider viel zu kurz – die sympathische, feministische Sarah von der Meeresschutzorgansiation Ocean Watch kennen und erfahren mit Nora viel über die Natur, ohne dass es zu ausschweifend wird. Als sie ihre Sozialstunden auf einem kanadischen Fischerboot verbringen muss, ändert sich ihre Sicht auf alles. Dort arbeiten drei Generationen der Familie Meinart: Sohn, Vater und Opa. So wie Nora von ihnen allmählich die Hintergründe der Überfischung hört, sieht, wie Johan im Einklang mit der Natur lebt und die Schönheit der Fische sieht, bin ich als Leser dabei, meine ethische Einstellung zum Fischen zu überdenken.
Nora und Johan fand ich bei ihrem ersten Auftreten unsympathisch, aber mit der Zeit habe ich einen tiefen Einblick in ihre Charakter und ihre Vergangenheit erhalten. Jedem Kapitel merke ich die persönliche Note des Autors an, dem dieses Buch sehr wichtig ist. Er hat hervorragend recherchiert und Fakten gut dosiert eingestreut. Der Schreibstil ist gut, aus der Ich-Perspektive und Präsens, was stimmig ist. Und weil es besonders im titelgebenden Sturm unglaublich spannend wird, lässt es sich sehr schnell lesen.
Ich finde das Cover wenig aussagekräftig, aber die Farbtöne gefallen mir sehr gut. Außerdem fühlt sich die hervorgehobene Schrift sehr schön an.
Fazit
„Sturm“ ist ein und sehr lehrreicher, aufwühlender, aktueller Umweltroman und eine Hommage an die Schönheit des Meeres. Egal welche Einstellung ihr vorher zum Klimaschutz und zur Überfischung hattet, ihr werdet zum Nachdenken angeregt und alles überdenken. Ich bewerte das Buch mit fünf Sternen und empfehle es ab 14 Jahren.
Das Cover ist wunderschön gestaltet, der Klappentext klingt soweit vielversprechend:
Soweit so gut. Klingt nach aktuell sehr relevanten Themen. Klimaschutz. Tierwohl. Ein bisschen stürmische Atmosphäre. Ein bisschen Romantik auf dem Ozean. Das ist es auch. Aber auf eine Art und Weise, die mich nicht im Geringsten zufriedengestellt hat. Ich war nicht zum Nachdenken angeregt, habe nicht mit den Charakteren mitgefühlt, war zwischenzeitlich einfach nur enttäuscht und auch ein bisschen entsetzt. Der Klappentext lässt auf einen durchaus tiefgründigen Jugendroman schließen, der auf den Fridays-for-Future Zug aufspringt, der momentan auch durch die Literatur rauscht. Mit einer Protagonistin, die weiß, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Die weiß, wofür sie aufsteht und laut wird. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe noch nie in meinem ganzen Leben eine Protagonistin so sehr gehasst wie Nora in diesem Buch. Ich konnte mich in keiner einzigen Sekunde in sie hineinfühlen und war durchgehend wütend über ihre Handlungen und Äußerungen. Die Geschichte, die im Prolog so vielversprechend begann, war für mich sehr unplausibel und flach, obwohl sie sehr ernste und wichtige Thematiken aufgreift.
Wer mehr über meine Meinung über dieses Buch wissen möchte, darf gerne auf meinem Blog ( booklovingbloggirl.wordpress.com ) vorbeischauen.
Als Ausgleich für ihr zerrüttetes Elternhaus engagiert sich Nora für Tier- und Umweltschutz. Als sie es bei einer spontanen Demonstration gegen die grausamen Maßnahmen im ortsansässigen Schlachthof etwas übertreibt, wird sie zur Ableistung von Sozialstunden verurteilt. Der Zufall will es, dass sie diese Stunden auf dem Fischerschiff von Johan ableisten muss. Beide sind nicht gerade begeistert davon. Bereits auf der ersten gemeinsamen Fahrt gerät das Schiff in einen schweren Sturm und geht unter. Nora und Johan können sich in einem kleinen Boot retten, treiben jedoch tagelang im Sturm auf offener See. Auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen, um zu überleben, kommen sich die beiden allmählich näher und beginnen die Einstellung des jeweils anderen zu überdenken und zu verstehen. Christoph Scheuring hat hier in einem sehr angenehmen Schreibstil ein Buch für Jugendlich ab vierzehn Jahren geschrieben. Es geht hier nicht nur um die manchmal leise, dann wieder chaotische Annäherung von Nora und Johan. Es geht auch um das Verständnis und den Respekt gegenüber anderen Menschen, Lebewesen und der Natur. Der Sprache merkt man die Leidenschaft und das Engagement des Autors für die Belange von Natur und Umwelt deutlich an. Dies macht das Buch so glaubhaft, interessant und auch spannend. Obwohl vom Verlag als Jugendbuch ab vierzehn Jahren beschrieben, dürften sicher auch viele Erwachsene dieses Buch mit Interesse lesen. Von mir bekommt es jedenfalls für alle Altersklassen eine eindeutige Leseempfehlung.
"Sturm" von Christoph Scheuring behandelt Themen, die aktuell sind und befasst sich mit verschiedenen Ansichtsweisen. Klimaschutz, häusliche Gewalt, der Tod, das pure Überleben auf dem Meer. Schonungslos ehrlich werden Situationen beschrieben, wie beispielsweise das Schlachten einer Kuh. Ich war an manchen Stellen wirklich schockiert von dieser Ehrlichkeit, obwohl sie eigentlich normal sein sollte. Das Buch hat mir klar gemacht, wie leicht es uns Menschen fällt, wegzuschauen, die negativen Dinge dieser Welt auszublenden. Es wird aus der Sicht von Nora erzählt. Wirklich sympathisch ist sie mir nicht gewesen, sie wirkte unnahbar. Allerdings glaube ich, war genau das gewollt und hat der Story auch keinen Abbruch getan. Das Buch ist spannend und fesselnd, von der ersten bis zur letzten Seite. Es hat mich aufgewühlt und mit vielen Fragen zurück gelassen, vor allem an mich selbst. Die größte Frage ist aber: Wie denke ich darüber? Ich kann für das Buch nur eine riesige Empfehlung aussprechen. ❤️
Der Prolog klingt sehr vielversprechend, und auch die spätere Handlung an Bord ist gut geschrieben. Doch bis dahin ist es ein langer Weg für den Leser. Homosexualität Euthanasie Naturschutz Vegetarismus Alkoholismus Feminismus Es wirkt leider so, as hätte der Autor möglichst viele -ismen abarbeiten wollen und beim Anschneiden der durchaus relevanten Themen die Protagonisten vergessen. Schade
War mir am Anfang wirklich nicht sicher wie ich das Buch finden soll, da es hauptsächlich um ihre schwierige Kindheit und den Alkohol Konsum ihres Vaters ging. Aber es entwickelte sich eine spannende und informations reiche Story, welche meiner Meinung nach wunderbar geschrieben worden ist. Wirklich eins meiner Lieblings Bücher dieses Jahr geworden! Kann ich nur weiter empfehlen!
Der Klappentext verrät, worum es geht. Ein spannendes Jugendbuch, gut zu lesen, interessante Perspektiven(-veränderungen) wobei es weder versucht die Welt zu erklären noch den Anspruch erhebt eine Lösung zu haben, und ein unfertiges Ende, was ich in diesem Fall nachträglich eher gut als schlecht fand.
Dieses Buch hat mich in weiten Teilen sehr gefesselt - was nicht zuletzt daran liegt, dass es für mich der größte Albtraum überhaupt wäre, in einem Sturm auf dem offenen Meer zu sein. Auch ohne Sturm habe ich vor dem Meer schon viel Respekt. Die Beschreibung, wie das Boot mühsam eine Welle nach der anderen übersteht, hat zeitweise körperliche Reaktionen bei mir ausgelöst. Aber das nur am Rande. Noch beeindruckender fand ich, wie der Autor in diese von der Handlung her eher begrenzte Geschichte viel Tiefgang eingebracht hat. Gespräche über Leben und Tod oder über unsere Rolle als Menschen in der Natur lassen verschiedene Perspektiven zu. Die Hauptfigur entwickelt sich, denkt über ihre eigenen Überzeugungen nach, wächst zusehends an der lebensbedrohlichen Herausforderung. Einzig das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe, das durch eine weitere Nebenfigur am Rande auch noch berührt, aber nicht wirklich behandelt wird, fand ich in diesem Buch überflüssig und zudem oberflächlich. Es wäre meiner Meinung nach geschickter gewesen, sich das in diesem Buch zu sparen und stattdessen einen anderen Roman darüber zu schreiben. Denn tiefgründig schreiben kann der Autor offensichtlich!
Ich bin ein bisschen unschlüssig, wie ich das Buch bewerten soll. Einerseits finde ich die Geschichte unglaublich atmosphärisch und eindrücklich beschrieben, sodass man sich total in die Szenerien einfinden kann. Nora ist eine starke Protagonistin und man erfährt viel von ihr und ihrer Vergangenheit. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Allerdings verstehe ich deshalb nicht, warum sie so widersprüchlich handelt und ihre Prinzipien so schnell bereit war zu vergessen. Ich finde, dass dieses Buch keine Liebesgeschichte gebraucht hätte. Das wirkte auf mich viel zu konstruiert und gestellt, und gerade mit Noras Vergangenheit fällt es mir schwer zu glauben, dass sie sich so schnell Menschen anvertrauen und hingeben kann. Außerdem habe ich die anderen Charakter (abgesehen vom Großvater) leider nur sehr oberflächlich kennengelernt, sodass mir eigentlich ziemlich egal war, was mit diesen passiert. Es wurde dann auf den letzten 50 Seiten noch versucht, dem „verschlossenem Bad Boy“ eine traurige Vergangenheit zu schaffen, jedoch war das für mich als Leserin nicht wirklich unerwartet und auch nicht besonders aufregend.
Allgemein fand ich die Geschichte nicht sehr schlüssig und vom Pacing her komisch. Es wird so viel Zeit damit verbracht, eine Grundlage zu schaffen und dann ist alles viel zu schnell vorbei. Es wirkte auf mich, als hätte der Author zwar die Werkzeuge gehabt, ein wirklich gesellschaftskritisches Buch zu schreiben, aber hat dann auf halber Strecke gemerkt, dass das Buch ja für Jugendliche ist und noch ein bisschen Action und Liebe einbauen muss. Das hat es für mich leider wirklich kaputt gemacht.
Letztendlich würde ich das Buch nicht weiterempfehlen, zumindest ab dem letzten Drittel nicht. Zwar hat es sich gut gelesen und eine schöne Atmosphäre geschaffen, die mich durch das Buch getragen hat, doch ohne das, hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht zu Ende gelesen.